Ich hatte heute wiedermal eine echt traurige Kreatur in der Praxis. Frenchi, ca. 5 Jahre alt, von einer Frau im Februar aus "schlechter Haltung" übernommen. Die Haltung scheint aber derzeit nicht wesentlich besser zu sein.
In der Praxis wurde der unkastrierte und leicht untergewichtige Minirüde (6,2 kg) von einer Bekannten der Besitzerin gebracht, die für ein paar Tage auf ihn aufpassen soll. Neben einem Hotspot auf dem Kopf und furchtbar langen Krallen hatte er vielleicht die schlimmste Atmung, die ich bisher live erleben musste. Er war echt ruhig (zu ruhig?), der Puls war ruhig, er hat geduldig alle Untersuchungen mitgemacht und die meiste Zeit mit geschlossenem Fang geatmet, dabei aber dermaßen feucht geröchelt und die Bauchdecke zog sich bei jedem Atemzug krampfhaft zusammen. Alle paar Minuten kam ein schleimiges Hust-Würgen.
Meine Frage, ob das gerade akut so schlimm ist und meine stille Hoffnung, dass das vielleicht ein Atemwegsinfekt sein könnte wurde mit den Worten "Dann hat der das seit Februar, der klingt schon immer so." beantwortet.
Er ist jetzt unter Antibiose (auch wegen des Hotspots), aber ich habe nicht viel Hoffnung, dass das an der Atmung etwas ändert.
Habe dringend zur Vorstellung in Hofheim geraten, aber so wie es klang hat die Besitzerin weder Geld noch Interesse daran den Zustand des Hundes zu verbessern. Ich hoffe sehr, die Hundesitterin kann da etwas bewirken.