Der THS allein hat Null Aussagekraft. Auch THS mit T4 hat wenig bis gar keine richtige Aussagekraft, kann allenfalls Hinweise in eine gewisse Richtung geben.
Das ist so nicht richtig! Hat man klassische Symptome einer SDU wie Übergewicht bei geringer Futteraufnahme, trauriger Gesichtsausdruck, Trägheit, Lustlosigkeit und dazu einen niedrigen T4 Wert und einen hohen TSH Wert, dann kann man ziemlich eindeutig von einer SDU ausgehen.
Das ist allerdings nichts, was übers Internet geht, denn dazu gehört die Beurteilung des Hundes.
Nur mit allen SD-Werten (THS, T4, T3, fT3, fT4 und entsprechend Antikörper) kann man im Ansatz etwas interpretieren.
Dazu muss man dann eben noch weiter Blutbilder heranziehen, gerade wenn wie bei euch noch andere Sachen dazu kommen.
Das Gesamtpaket mit Abwägung und Begutachtung der Blutbwerte und den Verhaltensauffälligkeiten unter Ausschluss von anderen "gängigeren" Krankheiten, bzw unter Einschluss vorhandener Krankheitsdiagnosen macht am Ende eine SDU-Diagnose aus.
So wie ich das verstanden habe wurde schon einiges überprüft und abgeklärt - was natürlich wichtig ist, da gebe ich dir recht. Das komplette Schilddrüsenprofil ist vor allem beim Verdacht auf eine subklinische SDU wichtig. Das wäre aber bei der geschilderten Symptomatik nicht das erste was mir einfiele.
Und genau hier liegt das Problem:
Es hört sich nach deiner Beschreibung so an, als ob dein Tierarzt einfach mal auf Verdacht (unter "falscher" Berücksichtigung des THS) Forthyron verschrieben hat. Das wäre schon mal der erste Fehler, meiner Meinung nach.
Dann muss man das Forthyron auch gaaanz langsam einschleichen und immer wieder anpassen, sowie im mehrwöchigem Rhythmus per Blutkontrolle schauen wohin die Werte gehen.
Eine kurzzeitige Verschlimmerung der Symptome ist auch nicht ungewöhnlich. Der ganze Organismus muss sich ja erst an die Zufuhr des Hormons gewöhnen, eben deshalb schleicht man ja u. A. auch ein.
Eine kurzzeitige Forthyron-Gabe bewirkt nichts, außer, dass er den Organismus erstmal durcheinander bringt. Da muss man schon über lange Zeit substituieren um ein aussagekräftiges Resultat zu bekommen.
Eine versuchsweise Gabe von Thyroxin beim Verdacht auf eine subklinische SDU wird sogar empfohlen, denn diese lässt sich allein über Laborbefunde oft gar nicht nachweisen. Die verwendete Dosierung kennen wir gar nicht und nach 3-4 Wochen der Gabe mit Verschlimmerung der Symptome wieder auszuschleichen finde ich OK. Das ist auch der Zeitraum nach dem eine erste Blutkontrolle erfolgen sollte um die Dosis anzupassen. Der Serumspiegel sollte dann also stabil sein.
Ich würde an deiner Stelle der Sache doch nochmal nachgehen. Es hört sich jetzt nicht grad fachmännisch an, wie dein Tierarzt vorgegangen ist.
Natürlich kann es sein, dass dein Hund nichts an der SD hat. Aber mit einem THS im unteren Referenzbereich würde ich es zumindest genauer abklären lassen, die Blutbilder nochmal machen lassen, oder die vorhandenen (sofern vollständig) nehmen und bei einem spezialisiertem Tierarzt durchsehen lassen. Eine Liste von Ärzten gibts in der FB Gruppe, wie auch eine Liste mit möglichen Symptomen.
Das Hormon heißt TSH (nicht THS), Thyreoidea-Stimulierendes Hormon, bei einer Unterfunktion der Schilddrüse wird dieses Hormon vermehrt vom Körper gebildet um die Produktion der Schilddrüsenhormone anzukurbeln. Ist das TSH im unteren Referenzbereich würde mich das gar nicht stören.
Da wir aber mal davon ausgehen, dass das T4 verändert war, wäre eine genaue Kontrolle der Schilddrüse eventuell sinnvoll.