Beiträge von Cherubina

    Nein, Träume sind ja dafür da Erlebtes zu verarbeiten. Die müssen nicht immer gut sein - mich weckt ja auch keiner auf, wenn ich schlecht träume.

    Abgesehen davon traue ich mir nicht zu zu sagen was meine Hunde träumen. Smilla zum Beispiel bellt, wenn sie jagt; Sumi knurrt im Spiel... Aufregende Träume können ja auch toll sein.

    Übrigens träumen meine drei auch nur sehr selten sichtbar.

    Das meine ich mit "ich setze meine Grenzen anders".
    Für mich persönlich ist diese Züchtung alleine ein no-go, auch in guter Haltung geht es einem großen Teil dieser Tiere nicht gut.
    Ich habe mein Wissen darüber übrigens nicht von einschlägigen Tierschutzseiten, sondern aus meiner Arbeit und persönlicher Erfahrung. 4 Wochen Praktikum im Geflügelgesundheitsdienst, Besuche in zig unterschiedlichen Mast- und Legehennenbetrieben (Bio, Freiland und konventionell), sowie 5 Jahre Arbeit am Institut für Tierhaltung und Haltungsbiologie mit Anschluss an den landwirtschaftlichen Betrieb der Uni.
    Selbst habe ich auch schon 5 Masthybriden aufgezogen (schon mit dem Ziel sie zu schlachten, ihnen vorher aber ein schönes Leben zu geben). Wenn man weiß wie Hühner eigentlich leben, dann weiß man wie eingeschränkt diese Tiere sind. Geschlachtet habe ich sie schließlich viel früher als geplant, weil ich es mir nicht länger ansehen konnte.

    Es gibt immer optimierte Haltungen mit weniger Problemen aber ich finde es schon einen enormen Unterschied, ob es eine Gnade ist ein Tier zu Schlachten, weil es aufgrund seiner Physis nicht normal leben kann (ich spreche jetzt nicht nur von den maximal 36 Tagen, die ein normaler Broiler lebt) oder ob man einem Tier unter anderen Bedingungen eben ein gutes Leben bieten könnte.

    Man kann natürlich auch ganz pragmatisch sagen: Diese Tiere hatten nur 36 Tage Intensivhaltung, ein normales Mastschwein steht 6 Monate dict an dicht auf Spalten. Und wenn man diese 36 Tage halbwegs gepflegt durchsteht ist das Tierleid überschaubar... das meine ich jetzt gar nicht sarkastisch, das hat eine gewisse Logik. Trotzdem vergeht mir immer der Appetit auf Hähnchenbrust.

    Da zieht jeder seine Grenze woanders.

    So, jetzt genug vom Huhn von meiner Seite. Merkt man, dass ich Hühner mag? :pfeif:


    Wobei ich von den konventionellen Mastbedingungen die beim Geflügel noch am vertretbarsten finde. Wenn man in einen (gut geführten!!) Broilerstall kommt ist es dort relativ ruhig, die Tiere glucksen leise vor sich hin, zwischendurch wird auch mal kurz gezankt aber insgesamt ist die Herde ruhig und weicht einem auch ruhig aus wenn man kommt.
    Der Boden ist trocken, es stinkt nicht und obwohl die Tiere natürlich körperlich (hohe Masse) und mit zunehmendem Alter auch platzmäßig eingeschränkt sind, so habe ich doch das Gefühl sie können ihr natürliches Verhalten einigermaßen ausleben - picken, scharren.

    Ich setze meine persönlichen Grenzen da ganz anders und verzichte fast vollständig auf Mastgeflügelfleisch. Die Ställe mögen halbwegs akzeptabel sein, die Zucht ist aber pervers.
    Ein Broiler hat ein dermaßen schnelles und extremes Wachstum, dass schon das Schlachtalter von kaum nem Monat kaum eines ohne Schmerzen erreicht. Fußballengeschwüre, Brustblasen, verkrümte Beine und Brustbeine sind nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Versucht man diese Masthybriden länger leben zu lassen bekommt man es mit schier nicht lebensfähigen Fleischbergen zu tun.
    Die Elterntiere dieser Hybriden sind selbst nicht ganz so schwer, dennoch sind die Befruchtungsraten dort unheimlich schlecht, schlicht weil der Deckakt nicht mehr so oft erfolgreich gelingt.
    Bei Puten wird sowieso nur noch künstlich besamt.

    Dass es in den Broilerställen so hübsch ruhig zugeht hat schlicht damit zu tun, dass diese Tiere kein normales Aktivverhalten zeigen - das können sie gar nicht.

    Ethisch halbwegs vertretbares Fleisch bekomme ich von meinen eigenen Schafen und von der extensiven Mutterkuhhaltung hier im Ort.

    Wenn es ne richtige Papillomatose ist und es so massiv ist, würde ich eben beim Tierarzt nachhaken und nach alternativen Möglichkeiten suchen.

    Man kann einzelne Warzen entfernen und so die Abheilung der anderen begünstigen (klingt komisch, klappt aber manchmal), auch die Unterspritzung der Warzen mit Interferron kann helfen.

    Wenn du also nicht länger drauf warten willst, dass das ganze spontan abheilt, dann suche dir tierärztliche Hilfe.