Du schreibst, dass Tamilo fürs Longieren Ruhe, Warten und Frustrationstoleranz lernt. Das übst Du ja beim Longieren auch. Die Frage, die ich mir stellen würde, ist, ob er nicht auch Übung/Training für das genaue Gegenteil braucht: Eigenständig handeln (innerhalb antrainierter Grenzen) und volle Leistung geben. Und ich denke, das ist hier mit der Frage nach Arbeit bzw. rassegerechter Auslastung gemeint.
Was ich mich frage: Wenn Ihr warten wollt, bis Ihr den Grund für Tamilos Unruhe herausgefunden habt, bevor Ihr mit Auslastung durch Arbeit anfangen möchtet - wie wollt Ihr weiterkommen, wenn das Fehlen von entsprechender Arbeitsmöglichkeit der Grund für die Unruhe ist?
der milli ist ausgelastet worden,nur haben wir sehr schnell gemerkt das alles was mit "richtiger" auslastung,das wo andere hunde hinterher zufrieden im körbchen liegen und schlafen,für ihn einfach zuviel /stress pur ist.
das waren schon kleinigkeiten ,halt das was man sonst so mit jungen hunden so macht,normale alltags begebenheiten wie mal mit in den baumarkt o.ä.
danach hat er hat er die nacht sehr unruhig geschlafen und erbrochen(ist nach neuen eindrücken mehrfach so gewesen)
Vllt ist es ja schon geklärt, aber ich meine ihr redet aneinander vorbei.
Das eine ist ein, für den jungen Hund anstrengendes, mit sich zusammenreissen und Frust verbundenes Erlebnis - Baumarkt
Das andere ist Spaß, seine Fähigkeiten einsetzen, seinen Körper nutzen, hinterher glücklich sein - den Anlagen entsprechende Auslastung.
Zwei verschiedene Paar Schuhe. Ersteres fällt Lucifer mit seinen 2 Jahren noch sehr schwer, letzteres, bei ihm das Mantrailen, macht ihn unendlich glücklich.
Tatsächlich könnten wir in einem Baumarkt trailen, das wäre überhaupt kein Thema, könnte er dann völlig ausblenden. In einem Baumarkt shoppen ist aber ein durchaus schwieriges Thema.
Wir waren letztens in einem Hochhauskomplex trailen. Häuserschluchten, drölfzig kläffende Hunde beim Gassi, Kinder auf Rollern, Mütter, die von Balkonen brüllen, der absolute Supergau. Und die gesuchte Person stand in einem klaustrophobischen Kellerniedergang, dunkel und eng. Ich hab schon beim Ausladen des Hundes Schnappatmung bekommen, Lucifer bekam den Geruch, blendete ALLES aus und hat seinen Job gemacht. Und war danach unfassbar zufrieden mit sich selbst.
Und ich hoffe schon, dass solche, für den Hund tolle Erfahrungen ihm dann auch helfen solche Situationen im Alltag besser zu meistern. Dennoch sind es zwei Paar Schuhe.
persönlich würde ich selbst nie bei jemanden den ich nicht kenne ,behaupten sein hund (mali,border,jagdhund,schäferhund,aussie,ridgeback,usw) wäre falsch bei ihm.
Ich glaube wirklich, das hast Du falsch verstanden. Es geht um Lösungsvorschläge, nicht um Vorwürfe. Ist einfach bei der geschriebenen Kommunikation manchmal etwas schwieriger, als würde man an einem Tisch sitzen.
Um das mal raus zu picken, das hat Lucifer in dem Alter auch gemacht. Generell war er in dem Alter die absolute Pest. Und ich ziemlich verzweifelt.
Als Welpe hat er im Auto gekotzt, war also auch nicht so sein liebster Aufenthaltsort. Das war recht schnell vorbei, aber danach kamen Ungeduld, Erwartungshaltung, generell fehlende Frustrationstoleranz und Impulskontrolle. Es bellte, jodelte, murrte in ohrenbetäubender Lautstärke. Passanten mit und ohne Hund wurden aus dem Auto heraus angemotzt, etc.pp. Ich dachte, ich werde wahnsinnig. Aushalten, Abbruch, einfach durch die Gegend fahren, Einladen und gleich wieder ausladen, wir haben alles mögliche getestet, quasi ohne nennenswerten Erfolg. Bei ihm hat es schlicht, einfach aufgehört. Wir hatten einen Brake, wo ich mit den Hunden beruflich mit Womo unterwegs war, da saß er drei Wochen gar nicht mehr im PKW, danach war es einfach vorbei. Das ist natürlich nicht allgemeingültig, aber es gibt auch Dinge, die sich verwachsen.
Was Junghund und ich dieses Jahr vor haben?
Den ein, oder anderen passenden Lehrgang finden, Nasenarbeit weiter ausbauen, Freilauf weiter ausbauen, usw. Nix aufregendes.
Im vergangenen Jahr hat der Jungspund einen ziemlichen Sprung gemacht, die Pubertät ist auf dem Rückzug, die Mittelkralle weniger im Einsatz. Er kann ja frech und distanzlos sein, aber eiiiigentlich ist er ein sehr sensibles Kerlchen. Er macht von Tag zu Tag mehr Spaß und jeder, der ihn kennenlernt schließt ihn sofort ins Herz. Er ist everybodys Darling und ein absoluter Gutelaunehund.