Ich musste vor einiger Zeit einen meiner Rüden abgeben. Es waren insgesamt drei unkastrierte Rüden.
Die beiden älteren haben anfangs, als wir den zweiten (er war 10 Monate alt) dazu geholt haben im Garten gespielt, und ja, wirklich gespielt, unterwegs zusammen die Lage mit Fremdhunden gecheckt, was man halt so macht. Dann passierten mehrere Dinge. Der jüngere (aber deutlich größere) Hund wurde erwachsen und erteilte dem Älteren auf Spielanfragen eine Abfuhr nach der anderen. Sie lebten dann so nebeneinander her, interagierten wenig, aber was solls. War auch ok.
Dann kam ein unfassbar anstrengender Welpe dazu und die Beziehung kippte immer mehr, auch wegen der häufigen Unruhe im Haus. Obwohl ich den älteren Hunden das kleine Untier viel vom Hals gehalten habe, bringt es ja dennoch alles durcheinander. Und der Brummbär, liebt seine Ruhe.
Dann hatte der kleine (ältere) Hund ein Frontaltrauma mit folgender chronischer Schmerzgeschichte und seine Lunte wurde kurz. Naja, jedenfalls knallte es zwischen den beiden immer öfter, bis schließlich Blut floß. Und da meine Hunde mich auf geschäftlichen Touren im Wohnmobil begleiten ging das so nicht weiter. Der Brummbär zog zu meiner Tochter (nach knapp 2 Jahren Management). Da ist er Einzelhund, wird sehr geliebt und ist viel entspannter und freundlicher im Alltag geworden. Die beiden Knallköpfe, die hier noch leben, waren ihm immer zu viel.
Positiv für mich ist halt, dass er noch Teil meines Lebens ist und ich viel mit ihm zu tun habe.
Meine beiden verbliebenen Hunde sind ein Arsch und ein Eimer. Sie passen vom Energielevel zusammen und der Jungspund nimmt jede hochgezogene Augenbraue (symbolisch zu verstehen) vom kleinen Napoleon ernst. Daher harmonieren sie sehr gut und gelegentliche Frechheiten vom Jungspund, so im Eifer des Gefechts, werden inzwischen auch huldvoll vom Zwerg akzeptiert. Passt halt einfach. Der Stress ALLER Hunde ist erheblich gesunken.
Weswegen ich den Roman schreibe, dieser Brummbär ist das erste Tier (von etlichen in meinem Leben), was ich weggegeben habe. Und ich hab mich schrecklich schwer damit getan, OBWOHL er ja bei meiner Tochter, 10 Minuten entfernt, wohnt. Aber inzwischen weiß ich, dass das die absolut richtige Entscheidung war. Wirklich eine win - win- Situation für alle Beteiligten.