Was ich auch wirklich spannend finde ist wie häufig hier davon gesprochen wird dass die Hunde im "UO Training" aufdrehen und es deshalb vermieden wird.
Ah spannend. Was ähnliches meinte letztens der Trainer zu mir. Ich hab Schmerzenslaute von mir gegeben, weil Luci mir beim Futtertreiben in die Hand gehackt hat, und meinte er könne ja ruhig ein bisschen langsamer machen, der Trainer meinte dazu "Nein, wieso? Heißt doch schließlich FutterTREIBEN?" Er will die Hunde auch "an" haben, aber eben abseits vom Training ruhig.
Weil ich ja scheinbar die Einzige bin, bei der Realität und Bedarf auseinandergehen, ein paar ganz ehrliche Beispiele.
Nö, hier ja auch. Würde gerne 2x wöchentlich auf den Platz, aber das klappt selten. Einmal die Woche krieg ich meist hin. Es sei denn, Trainer krank.
Auch beim Tricksen gibt es immer mal Tage, wo ich einfach keinen Bock habe. Ich muss da sehr ruhig mit den Hunden arbeiten, damit gerade Emil sich nicht abschießt und es gibt Tage, da weiß ich, das wird heute nix. Und bevor ich genervt bin und dann auch die Doggies, lasse ich es lieber sein.
Einen lauten Collie finde ich nun aber genauso üblich wie einen lauten Sheltie und als Hütehund ist reizoffenheit nun auch nichts unnormales.
Ich hab ja nun auch nen lauten Sheltie. Aber den erreiche ich und kann ihm sagen, er soll den Scheiß lassen. Lucifers Unansprechbarkeit in einigen Situationen ist auch so eigenartig. Hab ich so noch nicht gehabt.
Ich kann natürlich nur für uns sprechen, aber sowohl für mich als auch für meinen Hund ist es ein himmelweiter Unterschied, ob wir auf dem Platz oder im Garten trainieren. Für uns zähle ich Training im Garten, was zwischendurch mal dazu kommt, nicht als die Art psychischer Auslastung wie Hundeplatztraining.
Das ist klar, aber dennoch ist ja Training im Garten einfach schon auch Training und nicht den Hund versauern lassen.
, sondern dass man es selbst nicht leisten kann und sich fragt, ob das wirklich essentiell für jeden Hund ist und ob man ein schlechtes Gewissen haben muss, wenn man es NICHT leisten kann
Die Frage ist aber nicht wirklich so gemeint oder?
Das ist aus dem Kontext. Wie ich schon schrieb, gehe ich sehr große Runden mit meinen Hunden. Ich behaupte einfach mal, dass es ihnen bei 6-8km am Tag und am WE und im Urlaub, oder auch im Sommer auf Kursen ist es wesentlich mehr, nicht an Bewegung mangelt.
Jetzt machst du ein wenig was, aber im Grunde ja für den Hund damit er in die Vorstellung passt, die du hast und das geht nicht auf.
Ja, das ist schon so, ich mache es für den Hund. Dennoch habe ich Spaß daran mit ihm zu arbeiten. Die Regelmäßigkeit, die andere ihren Hunden bieten können auf dem Hupla, die kann ich nicht bieten, dafür bin ich zu oft nicht da. Aber ich habe jetzt auch einfach Aufgaben vom Trainer, an denen ich dran bin.
Auch für Lucifer ist das Training im Garten nicht leicht. Neben unserem Zaun ist ein Feldweg, wo das ganze Dorf Gassi geht. Da würde Lucifer sich auch oft lieber mit vergnügen, als mit mir zu arbeiten. Diese Ablenkung ist für ihn schwieriger auszublenden, als die auf dem Hupla. Aber die Intensität ist selbstverständlich geringer.
selbst mir ist schon begegnet, dass Verwandtschaft von Lucifer im Schutzdienst gearbeitet wurde. Das ist für die Rasse doch derart ungewöhnlich, dass einen da irgendwie aufhorchen lassen könnte. 
Dir ist das begegnet, weil Du mit deinen Hunden in den Bereichen unterwegs bist. Ist ja deine Bubble. Meine nicht. Ich hatte Beratung von jemandem hier aus dem Forum, sie hat viel Ahnung von Linien beim Collie, ihr eigener Rüde ist bei Lucifers Züchterin als Deckrüde gelistet. Sie hat das Bild vom alles kann, nichts muss Hund vermittelt. Und das hab ich gesucht. Die Züchterin hat dem auch nicht widersprochen.
Aber das Thema will ich jetzt gar nicht in den nächsten Thread zerren.
Es geht mir um das, was hier schon als Zweifel benannt wurde. Und das trifft es ganz gut. Dieser Hund lässt mich daran zweifeln, ob ich überhaupt fähig bin, Hunde zu halten. Und natürlich fängt man dann an zu vergleichen. Mit Bekannten, Nachbarn, Kunden. So wenig Ahnung häufig, wenn man sich unterhält, aber dennoch läuft es mit dem Hund. So einen Hund hatte ich ja auch selbst schon.
Ich würde so gerne ein Maß für mich und den Hund finden, was ich gut gewuppt kriege und wo ich mein schlechtes Gewissen endlich mal beiseite schieben kann. Aber was ist das gute Maß und woran erkenne ich das. Emil hat als Zweijähriger mal ein viertel Jahr Pause von mir verdonnert bekommen, weil er sowas von drüber war und nicht mehr zur Ruhe kam. Nur noch Gassi, spielen, kuscheln, Ende. Anfangs wurde er noch nerviger, bald aber wesentlich entspannter. Das gab mir damals zu denken. Denn dieser Hund möchte einfach IMMER mit mir arbeiten, KANN es aber vom Nervenkostüm her nicht. Seitdem habe ich von Emil ein Bild, wie ich ihn haben möchte. Fällt er da raus, fehlt ihm Ruhe. Bei Lucifer fehlt mir so ein Bild irgendwie komplett. Weil er sich im Alltag im Haus total unauffällig benimmt und sobald die Haustür aufgeht stellt er seine Hirnfunktionen ein. Im Haus hab ich den Hund in meinem Bild. Aber wie krieg ich das unterwegs hin? Was ist da überhaupt das realistische Bild?
Und nochmal, es geht überhaupt nicht darum, dass ich diesen Hund nicht haben mag, dass er mir zuviel ist, whatever. Lucifer ist ein Goldschatz. Ich habe selten einen so sozialen, immer gut gelaunten Hund erlebt. Vom Charakter ist er der Traumhund überhaupt. Und ich will halt einfach, dass es ihm gut geht. Und wenn er im Dunkeln Angst hat und wie gerade eben beim Gassi die Nachbarschaft zusammenkreischt, weil da irgendwo etwas sein KÖNNTE, dann weiß ich schlicht nicht weiter.
Beim Gassi ist es insofern besser geworden (bei Tageslicht), als dass ich ihn an der Straße, wo ständig was auf ihn einprasselt, anspreche, sobald seine Rute sich einen Mü hebt. Das hat es besser gemacht, ausblenden tut er aber nix deshalb.