Also, ich finde sie gar nicht so lieb und nett. ^^ Durch das Unstrukturierte hat sie auch irgendwie was Unberechenbares an sich. Zuerst viel eiei und dann packt sie plötzlich doch zu oder is genervt - und gar so nett is das Wedeln mit furchterregenden Dingen nun auch nicht.
Ich finde generell, einmal eine klare Grenze ziehen ist für das Fluchttier Pferd besser und es fühlt sich "sicherer" aufgehoben als tagelanges Tütschi. Und um eine Grenze zu zeigen muß man auch keine Gewalt anwenden.
Pferde wollen in der Regel ja mitarbeiten.
Manchmal wissen sie nur nicht wie.
In dem Format geht es ja um Pferde, die nicht völlig roh sind (wenn ich das richtig verstanden habe), sondern wo schon vieles sehr verkehrt gemacht wurde. Meiner Erfahrung nach scheitert die Pferd-Mensch-Beziehung leider all zu oft an dem Fehlen des Setzens von Grenzen und dem nicht vorhandenen Durchsetzen von Kommandos / Tätigkeiten.
Da wird sich lieber auf den Boden gelegt, um einem (kerngesunden (also nicht arthrotischen)) Haffi die Füße aus zu kratzen, als ihn einmal aufzufordern, die Flossen hoch zu halten.
Weil: Pferd könnte ja nachfragen, ob es das denn wirklich muß (1 - 2 mal Fuß entziehen) und dann hätte man ja einen Konflikt, den zu führen man zu viel Angst vor 450kg Pferd hat.
Also macht man lieber alles in dem Rahmen, wie das Pferd unwidersprochen mitmacht.
Klappt meist ganz gut (wie gesagt: Pferde sind menschenfreundlich und möchten gerne mitmachen).
Solange, bis das Pferd mal vor etwas wirklich Angst hat!
Oder irgendwas gemacht werden muß, wo dann doch mal Konfliktpotential besteht.
Da stellt man dann auf einmal fest, dass man mit Tütschi alleine kein Vertrauen aufbauen kann, und dass plötzlich nichts mehr funktioniert.