Es wird viel Hype um's Alleinebleiben gemacht weil es eine ungeheure Belastung ist, wenn es nicht funktioniert. Wobei für mich 'funktioniert' nicht gleichbedeutend ist mit 'macht keinen krach und zerlegt mir nicht die Bude' sondern bedeutet 'sie schläft, trinkt, frisst und ist vielleciht nicht überglücklich aber halbwegs entspannt'
Bei mir ging das Training auch in Sprüngen - ging gar nicht anders - aber meine Maus ist kein gemütlicher Berner sondern eine leicht überspannte Hütehundmischung und es gab immer wieder ziemlich herbe Rückschläge. Ich wünsche Dir, dass Dein Wautz es weiterhin so souverän meistert.
Was den 'Zinnsoldaten' angeht: Es ist nicht fair Hunde (und ihre Besitzer) derart abzuwerten. Das ist schlichtweg auch Geschmacksache der jeweiligen Besitzer. Die einen wollen einen Schäferhund mit dem sie ganz viel Sport machen können und der das auch super findet, die anderen sind glücklicher mit nem Kangal, der lässig im Hof rumhängt.
Der Schäferhund findet es klasse mit seinem Herrchen UO zu machen. Hart mit einem Menschen zu arbeiten liegt in seinen Genen. Das mag von außen seltsam anmuten (ich finde UO ziemlich deppert, ehrlich gesagt, aber ich muss es ja auch nicht machen) aber den beteiligten Hunde/Mensch Teams macht es idR sehr viel Freude.
Hunde sind traditionell lebendige Gebrauchsgegenstände. 'Einfach nur Hund sein' bedeutet für viele Rassen eine ganz bestimmte Aufgabe zu haben. Und dazu gehört bei manchen Rassen und ihren Funktionen eben auch 'Kadavergehorsam'
Mein Problem mit Deinem Ausgangspost ist dass Du in Bezug auf den Hundetrainer klingst wie ein verliebter Groupi und dabei noch nicht mal in Richtung Hunde-Pubertät geschnuppert hast. Was glaubst Du ist los, wenn Dein Kollos begeistert in Richtung eines Kindes läuft um es abzuschlecken und nicht auf Deinen Rückruf hört? Oder seinen angeborenen Wachtrieb eben auch auf das Cafe ausweitet in dem Du gerade einen Kaffee trinkst?
Die meisten Hund müssen heutzutage auf einem anderen Level funktionieren als früher. Das ist vielleicht nicht immer fair ihnen gegenüber aber was ist schon fair?
Welche Methode man nun auch immer wählt, sie muss letztlich funktionieren sonst wird der eigene Hund zu einer Plage für seine Umgebung - und landet unter Umständen im Tierheim.