Beiträge von Lysaya

    Mit welcher Erwartungshaltung geht man eigentlich zu einem Tierarzt, wenn der Hund gebissen wurde, sich aber auf keinen Fall untersuchen lässt?

    Reingehen, Antibiose und Schmerzmittel abholen, rausgehen ... also reine Medikamentenpreise?

    Der Tierarzt hat für den Besuch ja auch Aufwand gehabt. Selbst das Feststellen, dass eine Untersuchung nicht möglich ist, hat ihn Zeit gekostet, in der er nichts anderes machen konnte.

    Unser Tierarzt hätte übrigens drauf bestanden, dass der Hund dann sediert wird, um ihn richtig ansehen zu können und nicht eine "Untersuchung" mit 3m Abstand durchgeführt.

    Nur, weil der Hund "das nicht mit sich machen lässt", kostet es doch nicht weniger? Ich glaube sogar, dass so eine Ferndiagnose schwieriger ist, als komplett abtasten zu können.

    Miete, TMFA, Energie- und Materialkosten werden dadurch auch nicht weniger ...

    Es gibt diese Hohlherzigkeit auch mit "gefüllten Hohlräumen":

    Zitat

    Hohlheit mit Schwärzung

    Die Trockenfäule der Knollen entsteht durch Schäden durch Fusarium-Welke... Die Krankheit erreicht am Ende der Lagerung ihren Maximalwert. Der Erreger tritt von der Seite des Stolons in die Knolle ein. Zunächst erscheinen leicht niedergedrückte graubraune stumpfe Flecken auf der Oberfläche. Dann schrumpft die Schale, das Fruchtfleisch wird trocken und faul. In Zukunft bilden sich im betroffenen Bereich mit Myzel gefüllte Hohlräume. Die Krankheit breitet sich schnell von erkrankten zu gesunden Knollen aus. Die Hauptinfektionsquelle ist kontaminierter Boden. Phomose infiziert Knollen während der Lagerung... Auf der Oberfläche erscheinen deprimierte dunkle Flecken von 2 bis 5 cm Größe. Im Fruchtfleisch bilden sich Hohlräume mit grauer oder schwarzer Blüte. Die Infektionsquelle sind infizierte Knollen und Pflanzenreste im Boden. Was tun, wenn die Kartoffeln im Inneren leer sind und warum dies geschieht?

    Warum die Kartoffeln innen leer sind: schwarz und braun, der Grund für die Hohlheit der Knollen, warum und warum dies passiert

    Ich könnte mir auch vorstellen, dass der Kochvorgang das Bild verändert hat.

    Vielleicht versteh ich da was falsch, aber das Gesetz macht doch schlichtweg keinen Unterschied, ob der Biss situationsbedingt war oder ernsthafte Aggression dahinter steckt? (Ausnahme diese Verteidigung von sich und Halter)

    Per Definition ist ein Hund, der gebissen hat, erstmal ein potentiell gefährlicher Hund. Genau wie ein Hund, der Menschen anspringt, unterschiedliche Motivation haben kann - dennoch gilt das in NRW als ausreichend für eine Einstufung. Ich erinner mich noch an den Fall mit dem jungen Labrador ...

    Dass nicht jeder Hund, der situativ gebissen hat, eine "Bestie" ist, darüber sind sich die meisten doch einig. Aber das spielt doch vor dem Gesetz erstmal keine Rolle?

    Da steht nicht drin, dass es Ausnahmen gibt, wenn der Hund sich gegen seinen Besitzer richtet. Ich seh ja auch so, dass man die Situation genauer kennen müsste, um das zu bewerten und die Motivation zu hinterfragen, trotzdem wird mit Sicherheit erstmal das Gesetz angewendet: Hund hat zugebissen und muss überprüft werden.

    Die Definition von "gefährlich" ist halt vor dem Gesetz eine andere, als die meisten Hundehalter das wohl sehen. Ich glaub daran hakt es.

    Und GSS sind halt nicht "Berner mit weniger Fell". So wird das ja auch oft verstanden - z.T. sogar aktiv empfohlen.

    Auch Berner bringen ihren Dickschädel mit, aber weniger Schutztrieb und sind nicht so ernsthaft.

    Aber GSS brauchen von Anfang an klare Kommunikation, dabei aber keine Härte, dafür sind sie zu sensibel. Das muss man echt genau balancieren und da kann viel schief gehen. Gerade, wenn Kinder im Spiel sind, würde ich das Risiko nicht eingehen.

    Bevor mir das unterstellt wird: ich mache hier keine Werbung für Berner. Das war nur, um die Unterschiede aufzuzeigen.

    Die GSS Hündin, mit der wir eine Weile gelaufen sind, hat nicht mal die Großmutter an ihre Enkelin gelassen und musste dafür ausgesperrt werden, weil sie dann wirklich ernst gemacht hat. Die Familie hatte sich unter der Rassebeschreibung auch etwas ganz anderes vorgestellt und war in der Erziehung nicht sonderlich konsequent. Vom Charakter her fand ich sie auch sehr hibbelig, teils distanzlos und Bodo mochte sie nicht wirklich.

    Als die Frau ein zweites Mal schwanger wurde, musste die Hündin weg.

    Die GSS Hündin, die wir in der Hundeschule kennen gelernt haben, als wir mit Lucy dort waren, hat sich regelmäßig bei Einschränkungen gegen ihre Besitzerin gerichtet. Die konnte die zweijährige Hündin überhaupt nicht halten und es gab einige "ach Du sch..."-Momente auf dem Platz. Sie war total stur und hat sich auch mit Futter nicht belohnen lassen, sondern musste in jedem Kommando einen Sinn sehen - gab es den ihrer Meinung nach nicht, gab es zwei mögliche Ausgänge: sie hat es ignoriert oder sie hat sehr deutlich gemacht, was sie davon hält.

    Letztlich wurde auch die Hündin abgegeben, weil der Mann sich nicht aktiv gekümmert hat und die Halterin schlussendlich so viel Angst hatte, dass sie nur noch nachts spazieren gehen konnten.

    Vor allem ist die Definition des gefährlichen Hundes - per Gesetz - ja nicht an die Besitzverhältnisse gekoppelt.

    Und wenn schon "in gefahrdrohender Weise Anspringen" ausreichen kann, um als gefährlich eingestuft zu werden, dann sollte ein so heftiger Biss - egal gegen wen - für Auflagen reichen.

    Tatsache ist aber wohl, dass viele solcher Vorfälle, die nicht ganz so heftig ausgingen, einfach unter den Tisch fallen. Wenn der Besitzer das nicht meldet, wird das auch nicht aktenkundig.

    Die Freundin meiner Tochter wurde damals im Kindergartenalter vom Hund der Großeltern ins Gesicht gebissen, weil der Hund die Meinung hatte, der Keks gehöre ihm. Die Nase war gelocht. Das wurde auch nur von der Mutter (Altenpflegerin) versorgt und war nie aktenkundig geworden.