Beiträge von Lysaya

    Bei uns zog ein Berner Sennenhund als erster eigener Hund ein.

    Ich hatte damals nur die Rassebeschreibungen gelesen und mich in Photos verliebt.

    Der erste "richtige" Kontakt war zu den Hunden der Züchterin, als wir Iwan das erste Mal besucht haben.

    Da er der letzte Welpe und schon 12 Wochen alt war, haben wir ihn Sonntag gesehen und Dienstag abgeholt.

    Ich würde nicht pauschal sagen, dass Ersthundhalter keine großen Hunde haben "dürfen".

    Man muss sich halt nur über diverse Sachen klar sein (Kosten für Futter und Tierarzt, Hundesteuer je nach Rasse, Versicherung .. das ist bei großen Hunden oft sehr viel höher).

    Große Hunde müssen halt noch besser gehorchen, als kleine Hunde. Was nicht heißt, dass man kleine Hunde gar nicht erziehen muss, aber bei kleinen Hunden kann man Fehler oft über Kraft ausgleichen. Das geht bei einem 30kg+ Hund eben nur noch bedingt.

    Und nur, weil jemand einen Kleinhund aus der Begleithundgruppe ein paar Jahre gehalten hat, finde ich den nicht fähiger für einen großen Hund, als einen Ersthundhalter.

    Man kann doch - übertrieben gesagt - nicht an einem Pudel "üben", wie es wohl ist, einen Rottweiler zu halten?

    Dann lieber sofort den Rottweiler von Welpe an mit der Unterstützung von Trainern und dem Wissen, dass das Arbeit erfordert, ihn zu einem guten Begleiter zu machen.

    (Jetzt mal nur als Beispiel und vorausgesetzt, dass die Umstände im Allgemeinen passen ...)

    Ich bin gerade über den Rassesuch-Thread über das Profil des Beauceron gestolpert und darin steht, dass doppelte Afterkrallen gefordert sind, was in Deutschland auch als Qualzuchtmerkmal gelte.

    In Deutschland gilt eine doppelte Afterkralle nach dem Gutachten der Expertenkommission zum Tierschutzgesetz als ein Qualzuchtmerkmal.


    Kann mir jemand erklären warum?

    Unsere Lucy (aus dem Tierschutz) hat das, aber ich habe nie darüber nachgedacht? :denker:

    Ich berichte vom nächsten Versuch:

    Vegetarische Köttbullar :)

    Aus Linsen, Reis, Paniermehl und etwas Milch.

    Hat sogar Spaß gemacht und es hat allen geschmeckt.

    Nur bei der Sauce muss ich mich nochmal schlau machen. Das, was ich dazu an Rezepten gefunden hab, war mit Rinderfond.

    Hab nun Tomatenmark, Milch und Gefro-Pulver (ist vegetarisch) genommen. Ging, war aber nicht die Erleuchtung irgendwie.

    So langsam gefällt es mir aber, zu experimentieren.

    Den "Mittag-Fleischkonsum" haben wir in dieser Woche so um 60% reduziert.

    Außer Töchterchen, die das wirklich ganz eisern durch hält.

    senses88 Vielleicht schaut ihr Euch mal den Broholmer an? Ich kenne nur einen näher, was also nicht wirklich repräsentativ ist, aber der hätte gut zu euch gepasst. Allerdings hat der schon etwas gewacht.

    Der Broholmer ist noch eine Spur ernster als der GSS.

    Den seh ich hier ja noch weniger.

    Außerdem war hier ein Hund gesucht, der so 35-45kg wiegt. Broholmer Hündinnen können schon zwischen 40-60kg schwer sein, da würd ich mich nicht drauf verlassen, ein eher leichtes Mädel zu erwischen. (Rüden sogar bis 70kg)

    Davon ab ist es wohl auch nicht so einfach, da einen Welpen zu bekommen.

    Ich werde auf jeden Fall zu einem SSV-Züchter im Umkreis Kontakt aufnehmen, aber letzten Endes sieht der seine Rasse ja natürlich positiv, sonst würde er sie ja nicht züchten.

    Ein seriöser Züchter möchte aber seine Welpen auch in guten Händen wissen.

    Natürlich sieht der seine Rasse positiv, aber er wird auch nicht wollen, dass da eines seiner Babies total verhunzt wird.

    Zumindest war das so meiner Erfahrung bei der Züchtersuche.

    Mag natürlich auch negative Beispiele geben, aber im Allgemeinen merkt man im Gespräch recht schnell, ob da jemand nur verkaufen will oder realistisch ist.

    Wenn Dir jemand erzählt, dass Leinenführigkeit quasi mit in die Wurfkiste gelegt wird z.B., dann wird da was nicht stimmen.

    Zieh von allen rosaroten Beschreibungen ein bisschen was ab und rechne eher mit "das wird Arbeit".

    Gibt hier sicher im Forum auch Berichte von pubertierenden Hunden in dieser Größenordnung, da kann man sich - selbst ohne Wach- und Schutztrieb - schon mal ein Bild machen, was auf einen zukommt.

    Was ich initial damit sagen wollte, ist nicht dass wir den Hund aufgrund seiner Größe und dem tollen Aussehen wollen, sondern aufgrund der zumindest im Profil beschriebenen Rassetypischen Beschreibung.

    Ja, hab ich jetzt auch verstanden. Ich glaub die ursprüngliche Formulierung mit dem "Übel" war etwas unglücklich. Hab ich falsch aufgefasst, sorry.

    Ich finde Euren Weg gut.

    Dass Euer Hund freundlich zu Eurer Tochter ist, da habt Ihr sehr viel Anteil dran. Ruhezonen für beide, gemeinsame Zeit, Tochter altersgerecht an den Hund heran führen und sie in der ersten Zeit eben nicht allein und unbeaufsichtigt lassen.

    Unsere Tochter war ca. im selben Alter, als unser Berner hier einzog.

    Das war ziemlich anstrengend in der ersten Zeit, bis beide die Regeln verstanden hatten. Vor allem fand unsere Tochter den Welpen erstmal ziemlich doof, nachdem das erste Kuscheltier zerbissen war und sie einen Kratzer am Arm hatte.

    Aber wenn sie den Leihhund schon kennt, rennt sie ja nicht so unbedarft da rein, wie meine Kleine damals ;)

    Naja, ich hab hier genug Leute im Umfeld, die dachten, das wäre ja alles ganz einfach. Mich triggert das! Man muss ja auch dran denken, dass das gesamt Umfeld dann damit leben muss, und ich habe inzwischen einfach Angst, v.a. um meinen Hund.

    Man sucht sich (s)einen Hund aber ganz sicher nicht danach aus, was die Nachbarn gerade toll fänden.

    Ich lese hier auch nicht, dass es eine Familie ist, die völlig blauäugig in die Hundeanschaffung rennt, sondern gezielt Fragen stellt und sich mit dem Thema auseinander setzen möchte. Stichwort Züchter befragen, Kontakt zum SSV, etc.

    In wie weit ein GSS dann wirklich passt, kann man aus der Ferne ja nicht beurteilen. Joggen und Fahrradfahren würde ich wegen der Gelenke jetzt nicht empfehlen. Und dass kaum ein Junghund von Natur aus "ruhig" ist, wurde auch schon gesagt. Sicherlich gibt es Hunderassen, mit denen man sich das leichter machen könnte. Aber mei ... wenn das Herz am GSS hängt, dann wird man nicht auf einen Havaneser umschwenken, nur, weil die Nachbarn das cooler fänden.

    Ich verstehe Deine Angst. Hier hat auch keiner gedacht, dass ich den Berner Rüden im Griff hab - hatte ich aber eher, als meine Nachbarin ihren Jacky.

    Die Größe ist bei uns eher ein "übel" welches wir in Kauf nehmen möchten als ein Kriterium für den Hund.

    ( Die Statur eines Appenzellers wäre für uns auch Ok gewesen )

    Ich glaub das ist aus diesem Zitat entstanden, über das ich auch zuerst gestolpert bin.

    Aber ja. Ich führe momentan auch insgesamt 80kg an der Leine und wiege etwas mehr als die Hälfte davon.

    Kann man schaffen, man muss sich da nur u.U. Hilfe suchen.

    Wenn man einen Welpen aufnimmt, wächst man ja aber in der Regel auch da rein. Die sind ja nicht von einem auf den anderen Tag 60kg schwer.

    Ich find nur die Gewichtsbeschränkung von 35-45kg "problematisch", weil man das halt nicht so genau voraus sagen kann. Die GSS, die ich kenne, sind alle deutlich drüber. Da muss man bei den Züchtern sicher nochmal genau gucken, ob die auch "kleinere Modelle" züchten.

    Und wenn der Hund dann doch 50kg hat, muss man sehen, wie man zurecht kommt. Wobei einem die Größe selbst gar nicht so auffällt, man wächst da rein - ist wie mit Kindern.

    Falls aber jemand von euch eine alternative Idee bezüglich Hunderasse mit ähnlichen Rassemerkmalen hat, gerne raus damit.

    Welche Rassemerkmale wären Dir denn wichtig?

    Ruhiger familienfreundlicher Hund ist relativ weit gefasst. Und ich kenne keinen gesunden Junghund - egal welcher Rasse - der von Anfang an ruhig war.

    Bewegungsfreudig sind sicher Labrador oder Retriever. Wobei auch das moderat aufgebaut werden muss.

    Rassemerkmal vom GSS sind nun mal auch Wach- und Schutztrieb. Eigenständigkeit - und das steht dem "ruhig und freundlich" nun mal mitunter im Weg.

    Da hier das mit der Größe öfter aufkam, würde ich wohl wirklich nochmal bei den Begleithundrassen gucken. Die meisten davon machen das Bewegungsangebot einer durchschnittlichen Familie ohne Probleme mit.

    Wir wünschen uns schon einen "großen Hund", haben aber eher an etwas in der Größenordnung von unserem "Leihhund" Lucky gedacht. Also irgendwo zwischen 35 und 45Kg.

    Man muss aber auch dazu sagen, dass Lucky eine absolute Kanonenkugel war und eine unglaubliche Kraft hat. Auch in der Gewichtsklasse geht es meiner Meinung nach nur über die Erziehung.

    Ich denke auch ein agiler und kräftiger 40Kg Hund holt einen ohne Vorwarnung schnell mal von den Beinen.

    Die Größe / Gewicht kann man leider nicht voraus sagen.

    Unser erster Berner Rüde wog ausgewachsen 50kg (und war nicht dick), unser Bodo jetzt wiegt ca. 45kg, die Hündin (wir sind nicht sicher, ob sie reinrassig ist, sieht jedenfalls aus wie ein Berner) wiegt 36kg.

    Ich behaupte mal, dass man Hunde jenseits der 25kg nicht mehr nur über Körperkraft hält.

    Hier habe ich schon ältere Damen durch einen Dackel stürzen sehen. Wenn man blöd erwischt wird, kann das natürlich immer passieren.

    Da geht tatsächlich viel über Erziehung, wenn man dann noch ein bisschen Eigengewicht und Kraft entgegen zu setzen hat: umso besser.

    Wenn Ihr damit leben könnt, dass Euer Hund u.U. über der gewünschten Gewichtsklasse "landet" wäre es natürlich besser.

    Wir haben vor, sobald es wieder möglich ist, über den SSV BaWü zu einem Treffen oder ähnlichem zu gehen, um mit Haltern über Ihre Hunde und mögliche Züchter zu sprechen.

    Find ich super :)

    Wie gesagt, vom seriösen Züchter halte ich da wirklich sehr viel.

    Gerade, weil mir so viele nervenschwache GSS momentan begegnen. So unter Sennenhundhaltern quatscht man ja doch eine Menge.

    Weil Du die Gelenkproblematik ansprichst: Fahrradfahren ist da keine so gute Idee. Genauso wenig Joggen.

    Lange ausgiebige Spaziergänge (mit Pausen) oder eben das von @Vakuole genannte Wagenziehen mögen aber viele GSS oder Berner gern.

    Fürs Wagenziehen gibt es auch richtige Vereine, aber soweit ich weiß, darf man erst aktiv teilnehmen, wenn der Hund röntgentechnisch ausgewertet ist. Zumindest war das so, als wir uns interessiert hatten - Bodo darf leider nicht, wegen seiner Arthrose.

    Ich will Euch den GSS auf keinen Fall ausreden. Und ich denke, dass mit der richtigen Anleitung und Gespür für den Hund, auch Anfänger einen tollen Familienhund draus machen können. Man sollte sich halt nur drauf einstellen, was passieren kann und notfalls einen Plan B haben, was man tut, wenn der Hund auf einmal entscheidet, das Haus so vehement bewachen zu wollen, dass nicht mal mehr die Oma zu Besuch kommen darf.