Sie war kein "schlimmer" Welpe. Sie war ein ganz normaler Welpe, der sich nicht entsprechend seines Charakters entwickeln konnte/durfte.
Alle Welpen sind wüst, zwicken, probieren sich aus. Das, was Du geschrieben hast, ganze Löcher in Wände zu machen, das spricht jedoch für massiven Stress.
Daraus kann man Dir keinen Vorwurf machen, aber Du musst Deine Haltung ändern: Sie war kein schlimmer Welpe, überspitzt gesagt seid Ihr "schlimme" Halter.
Das ist natürlich nicht wörtlich und böse gemeint, aber wie soll das Hundekind damit klarkommen, wenn die eigenen Bedürfnisse so weit von Euren Vorstellungen abweichen?
Und Ihr könnt sie nicht vergleichen mit allen Euren Hunden davor. Sie ist anders, das seht Ihr doch.
Eine Box kann helfen, wenn sie positiv aufgebaut ist. Den Hund immer dann einzusperren, wenn er unangenehm wird, ist doch auch Stress und Frust - immerhin wird sie nicht freiwillig rein gegangen sein, wenn Ihr sie "rein gesetzt" habt. Im besten Fall merkt der Hund, dass er Ruhe braucht und zieht sich selbst zurück, das geht aber nicht, wenn die Box Strafe ist.
Ich mutmaße auch mal: Sie hat nicht verstanden, dass in der Box Ruhe herrscht, sie hat irgendwann nachgegeben.
Kein Berner braucht so ein Programm. Gerade dieses Toben jeden Abend in dem Alter ... ich hätte tierisch Angst um die Gelenke.
Vielleicht hilft Dir die Vorstellung der Löffelchen-Theorie:
Jeder Hund hat pro Tag eine begrenzte Anzahl "Löffelchen" (oder was auch immer Du willst) zur Verfügung. Wenn die aufgebraucht sind, dann ist der Tag gelaufen. Jeder weitere Reiz löst dann einen Kurzschluss aus. Je größer der Reiz/Impuls, desto mehr Löffelchen werden verbraucht.
Sagen wir, Du hast 12 Löffelchen.
Vor dem Napf warten: 2 Löffel
auf dem Gassigang an kurzer Leine laufen: 4 Löffel
Eine Kuh sehen, die wegläuft und nicht hinterher: 4 Löffel
So, dann sind schon 10 Löffelchen weg und der Tag noch lang.
(Sind nur Beispiele, damit man es besser versteht).
Darum auch regelmäßig abends diese wilden fünf Minuten. Da ist einfach kein Platz mehr im Hundehirn. Und jetzt kommt dazu noch die Pubertät, wo sich eh alles im Kopf nochmal neu sortiert. Das, was der Hund bisher nicht gelernt hat, kommt jetzt nochmal so richtig durch.