Beiträge von Cornie67

    Vielleicht habt ihr es beide überlesen, aber es war kein böses Beißen. Sie spinnt beim Bürsten rum, spielt und zappelt dabei und macht sich einen Jux daraus, in die Bürste und meine Hände zu beißen (Spieltau etc. interessieren sie in dem Moment nicht).

    Es tut ihr gesichert nicht weh das Bürsten. Ich habe eine Spezialbürste, mit der ich selbst unseren Graugetigerten bürsten kann und der ist der Letzte, der irgendwie still hält, wenn ihm was unangenehm ist. Er genießt es und schnurrt dabei wie sonst was.

    Pöppi hat auch einen praktischen Kurzhaarschnitt vom Hundefriseur bekommen, weil ich es ihr nicht antun wollte, langes Fell mit sehr viel Unterwolle zu bürsten, wo sie es nicht wirklich mag.

    Bürsten muss aber sein und das täglich! Sie hat kein Fell, was sie verliert. Würde ich es nicht täglich bürsten, wäre sie im Handumdrehen verfilzt und hätte Fellknoten bis auf die Haut und das würde ihr mehr als schaden.

    Zudem ist meine Hündin eine, die nicht zimperlich mit Dreck und so weiter draußen umgeht, die durch hohe Gräser hüpft, durch Gebüsche durch usw. und das soll sie auch, sie ist ein Hund und kein Stofftier, aber das heißt für mich dann auch, dass sie eine anständige Fellpflege noch mehr nötig hat als wie ein Hund, der nur in der Stadt seine Gassirunden dreht.

    Seit wir sie vor 6 Wochen bekommen haben, hab ich sie systematisch ans Bürsten geführt. Von erst mal nur Bürste zeigen und anschnuppern lassen über vorsichtiges Bürsten über ihren Rücken. Alles mit Lob und Leckerli. Ich habe sie also nicht blitzartig mit der Bürste überfallen und war der Meinung, sie hat das jetzt zu erdulden.

    Ich weiß nicht, warum ihr es als Machtkampf anseht, dass ich sie bürste, obwohl sie es nicht mag. Es ist nun mal unerlässlich und da muss ich drauf bestehen, egal, wie sie das findet und ja, sie ist ein Hund und deshalb kann ich ihr auch nicht erklären, dass es sein muss, sondern muss es immer aufs Neue mit ihr üben, bis sie es ohne ihre Spinnereien zu lässt.

    Mein Hund knurrt, wenn er sauer ist (was er beim Bürsten nicht tut) und dann respektiere ich diese Grenzensetzung von ihr. Sie hat ja keine andere Möglichkeit, sich mitzuteilen in dem Moment und deshalb unterbinde ich kein Knurren, sondern lass sie, nur so ist gewährleistet, dass sie nicht irgendwann mal so zuschnappt, wenn ihr was nicht passt, sondern vorher warnt, in dem sie knurrt.

    Woraus schließt ihr, dass ich meinem Hund gegenüber nicht einfühlsam genug bin? Weil ich an klaren Regeln arbeite, die unerlässlich sind? Ihr schreibt immer, dass mich mein Hund nicht verstehen kann. Deshalb üben wir, bis es sitzt. Nicht zwanghaft, sondern aus den Situationen heraus, das schrieb ich schon mal.

    Genauso hat sie ihre Pausen, ihre Tobstunden, ihren Schlaf und ihre Ruhe und natürlich ganz viel Schmuseeinheiten, wenn sie das braucht. Aber die Erziehung muss parallel denoch ablaufen, sonst hab ich irgendwann einen erwachsenen Hund, der macht, was er will. Sie braucht ihre Grenzen, wie jeder Hund auch, und an diesen Grenzen üben wir.

    Ich denke nicht, dass es vermessen ist, dass mein Ziel ist, dass mein Hund meine Regeln akzeptiert und nicht ich die seinen. Um sie dahin zu bekommen, wird sie weder geschlagen noch gedemütigt noch angeschrieen, noch ignoriere ich sie ewig lange (das Ignorieren ist immer nur ganz kurz, damit der Zusammenhang für sie noch begreiflich ist).

    So übe ich mit ihr tagtäglich durch Wiederholungen, Zeigen, Gesten alles immer wieder zur Festigung. Damit überfordere ich sie ganz bestimmt nicht.

    Wo steht, dass ich 99 % von meinem Hund erwarte? Hab ich nie geschrieben, hatte nur nach Tipps gefragt, die mir diesen Weg erleichtern.

    Da ihr ja der Meinung seit, wie ich es mit ihr halte, mach ich es falsch, wäre es doch schön, mir einfach mal aufzuschreiben, wenn ihr Lust habt, wir ihr eure Hunde erzieht und wie ihr in entsprechenden Situationen reagiert und wie eure Hunde dann auf was reagieren und so weiter.

    Das würde mir mehr helfen, als wie mir einen Trainer vorzuschlagen.

    LG Grit

    Hallo,

    wie arbeite ich eigentlich an ihrer Frustrationstoleranz?

    Vorhin folgender Vorfall: Ich war im Garten Wäsche aufhängen und sie rannte rum und machte ihr kleines Geschäft.

    Als wir wieder hoch kamen, entdeckte ich eine frische Zecke an ihr, die noch suchend rumkroch, wo sie sich festbeißen kann.

    Also hab ich mir gleich den ganzen Hund vorgenommen und untersucht und gleich gebürstet. Bürsten hasst sie noch immer wie sonst was und windet sich wie ein Aal dabei und beißt (nicht bösartig) in Hände und Bürste.

    Bei der Bürstaktion verwende ich "Bleib", damit sie bei mir bleibt und "Aus" als Abbruchsignal für Beißen.
    Wird es zu arg, quietsche ich "aua" auf.

    Manchmal funktioniert es, dass sie sich dann ergeben recht manierlich bürsten lässt, aber heute war es so gut wie gar nicht möglich und es tat sehr weh, als sie meine Hände als Kauknochen benutzte. Nachdem sie auch von meinem "aua" völlig unbeeindruckt war und noch mal herzhaft in meinen Handrücken biß, hab ich sie leicht weggeschupst, dazu gesagt: "Geh", bin aufgestanden, hab die Bürste weggelegt und sie ignoriert.

    Sie fand das gar nicht toll und war so gefrustet, dass sie mir 1 Minute später eine Riesenpfütze auf die Zimmerschwelle zwischen Flur und dem Kinderzimmer meiner Tochter setzte. Sie hat sich, der Größe der Pfütze nach zu urteilen, so richtig ausgepieselt.

    Ich denke, ich habe richtig reagiert, in dem ich das Bürsten abbrach, sie leicht wegschubste und sie ignorierte, als sie mir zu sehr in die Hand gebissen hat.

    An ihrer Beißhemmung arbeiten wir auch, seit sie bei uns ist und es ist schon sehr viel besser geworden und sie kann sich beim Spiel sehr gut unter Kontrolle haben, in dem sie, wenn sie unbedingt was beißen muss, eines ihrer Spielzeuge dafür nimmt und nicht unsere Hände.

    Nur beim Bürsten tickt sie dann aus und vergißt sich und das toleriere ich nicht. Sie hat mich zu keinem Zeitpunkt zu beißen.

    Das sie dann die Konsequenz dafür bekommt, erscheint mir nur logisch, sonst kann sie es ja nicht lernen, dass ihre Beißaktionen nicht angebracht, sondern sogar strikt verboten sind und sie dann als Bestrafung, wenn sie das nicht interessiert und sie trotzdem weiter beißt, ignoriert wird.

    Sie muss lernen, es auszuhalten, wenn sie sich falsch verhält, dass sie dann keine Beachtung findet und das es der einzige Weg ist, wie sie die Nichtbeachtung umgeht, ihr Fehlverhalten einfach zu unterlassen.

    Wie kann ich ihr da helfen?

    LG Grit

    Lieben Dank für die auführlichen Antworten. Finde ich so nett, dass Du Dir die ganze Mühe machst, um mir Hilfestellung zu geben :smile:

    Wegen dem Bellen und Streicheln. Sie hat ja gar nicht erst angefangen zu bellen. Sie hat geknurrt und dann hab ich "Aus" gesagt und sie hörte auf und dann hab ich sie gestreichelt und gesagt "Fein aus, fein aus". Diese Situation ging komplett ohne einen einzigen Beller an uns vorüber.

    Ja, sie zahnt seit ca. 3 Wochen und es sind auch schon fast alle neu.

    Heute hab ich mich nicht breitschlagen lassen und es so gemacht, wie Du vorgeschlagen hast. Futter 10 Minuten stehen lassen, aber sie rührte es nicht an. Hat nur geschnuppert und ist wieder weg.

    Dann hab ich es ihr heute Mittag wieder angeboten und - siehe da - der Napf war im Handumdrehen geleert.

    Heute abend bekommt sie Hühnermägen, die ich ihr vorher natürlich koche. Leider akzeptiert sie in Frischfutter keine Zusätze wie Möhre, Apfel, Haferflocken etc. (das rühre ich ihr dann immer in den jeweiligen Sud vom Frischfutter ein).

    Trofu frisst sie ab und an mal, aber das darf nicht eingeweicht sein, noch nicht mal ein bißchen, weil sie es dann nicht mehr mag.

    Heute erschien in unserem Garten eine fremde Katze. Pöppi kennt und mag Katzen, da wir selbst einen Graugetigerten zu Hause haben (die zwei verstehen sich hervorragend).

    Pöppi sah die fremde Katze zuerst, sprang auf wie von der Tarantel gestochen und ehe ich überhaupt ein Wort rausbekam, flitzte Pöppi los der Katze hinterher.

    Ich rief denn gleich "Pöppi, hiiiiiierrrherrrrr". Sie kam zwar nicht zurück, aber sie blieb 10 Meter von mir entfernt stehen. Das fand ich schon mal gut. Immerhin war das eine Situation, wo sie total abgelenkt war und auf mich und mein Rufen hätte locker pfeifen können.

    LG Grit

    Noch kleiner Nachtrag wegen einer erneuten Pfütze vorhin. Sie hatte dieses Mal auch absolut keinen Streß, weder positiv noch negativ.

    War mit ihr die lange Runde durch die Felder und hab dann, als wir nach Hause kamen, gleich noch im Garten Wäsche aufgehangen, während sie mit im Garten sein konnte. Dann sind wir hoch, sie hat getrunken und ich den Geschirrspüler ausgeräumt und ich komm in den Flur und sie hat eine Pfütze gemacht. Warum :???:

    Zwischen vom Garten hochkommen, Geschirrspüler ausräumen und Pfütze lagen gerade mal 10 Minuten.

    Das man mit einem Welpen, der noch so gar keine Kontrolle über seine Blase hat, nach dem Trinken und Fressen sofort raus muss, ist mir klar, aber doch nicht mit einem 6 Monate alten Hund, der seine Blase sehr wohl und sehr gut unter Kontrolle und bei dem eine Blasenentzündung zweimal durch zwei verschiedene Tierärzte ausgeschlossen wurde.

    Außerdem hab ich mit ihr, als wir sie bekamen, das Programm durchgezogen wie mit einem Welpen, damit sie stubenrein wird, weil sie das ja, im Gegensatz dazu, was die Vorbesitzerin behauptete, ganz offensichtlich nicht war.

    Jetzt sollte es doch mal gut sein, dass sie solche Sachen nicht mehr bringt. Bei Streß okay, hab ich verstanden und das ist nachvollziehbar, aber einfach so, aus einer normalen Situation heraus, obwohl wir gerade ausgibig draußen waren?!

    LG Grit

    Ja, das stimmt und dafür bin ich sehr dankbar :gut:

    Folgendes Verhalten war heute morgen und ich kann es nicht wirklich deuten. Habe einfach mal nur mit Lob reagiert, weil ich nichts falsch machen wollte, da das Endergebnis das war, was ich eigentlich von ihr wollte.

    Wir waren im Garten. Sie durfte sich lösen und herumschnuppern. Dann hab ich sie gerufen, damit wir reingehen können. Sie schaut zu mir, schaut wieder weg. Na gut, ich schaue erst mal auch wieder weg, beobachte sie aber aus den Augenwinkeln und wiederhole mein Kommando nicht.

    Dann bewegt sie sich gaaaanz langsam in meine Richtung. Schwänzchen ganz nach oben, die Nase am Boden und schnuppernd und ihre Augen von unten auf mich gerichtet. So kam sie dann mit erheblicher Verzögerung bei mir an und ich hab sie gelobt. War das richtig?

    Warum kommt sie so zu mir? Es war keine Angst, keine Demut, es sah lediglich unheimlich gelangweilt aus.

    Bezüglich Bellen. Ich soll sie ja ablenken, bevor sie mit bellen anfangen kann. Gestern abend war sie mit mir im Arbeitszimmer. Unten kamen Leute, die nicht gerade leise waren und sie knurrte leise und hatte die Ohren gespitzt. Ich hab sie gestreichelt und leise "Aus" und dann, weil sie ruhig blieb "Fein Aus, Fein Aus" gesagt. Diese Situation ging ohne Bellen vorbei. War das Streicheln richtig?

    Es wurde geschrieben, ich müsste die Ursache für das Bellen herausfinden. Das ist nicht so einfach, weil sie zwei unterschiedliche Verhaltensweisen zeigt.

    Einmal die ängstliche, wo sie nicht weiß, was sie gerade von allem halten soll (Ohren angelegt, Schwanz nach unten, sie springt einen Schritt vor und zwei zurück)

    Und dann die andere, wo sie gleich in die Offensive geht, nach vorn geht, Ohren spitz, Schwanz nach oben und ohne Zögern drauf zu.

    Muss ich hier, wenn es erst mal zum Bellen gekommen ist, auch unterschiedlich reagieren?

    Seit gestern morgen verweigert sie ihr Fressen über den Tag und fängt erst am Nachmittag damit an, wo sie dann bis zum Abend ihr normales Pensum auch gefressen hat.

    Bisher war es so, dass sie morgens bekam und nachmittags - spätestens 17 Uhr. Seit gestern ist es anders. Dachte gestern erst, sie hat keinen Hunger, aber dann hörte ich ihren Bauch knurren, also musste sie Hunger haben. Hab ihr dann kleine Häppchen aus dem Napf aus der Hand gegeben, die sie auch gefressen hat.

    Nun fängt sie aber heute morgen wieder damit an und ich werde sie nicht aus der Hand füttern, dann sitz ich wohlmöglich künftig immer da und muss das tun.

    Sie ist absolut fit und ihr geht es gut, ihre Haufen sind auch völlig normal. Versteh nicht, warum sie jetzt, trotz Magenknurren morgens nicht mehr frisst :???:

    Schönen Sonntag und LG Grit

    Lieben Dank für die Mühe, die ihr euch macht.

    Ja, so ist es einleuchtend und für mich nachvollziehbar und ich stell fest, es ist nicht so einfach, die richtige Dosierung zu finden. Aber so, wie sie vieles lernen muss, muss ich das auch - also absolut fair :D

    Und ja, jetzt versteh ich auch, was mitunter hier in anderen Beiträgen geschrieben wird, man braucht seine Zeit, um sich aneinander zu gewöhnen.

    Klar ist Pöppi jetzt hier zu Hause und das hat sie auch verinnerlicht, aber genauso, wie sie mich noch nicht wirklich immer einschätzen kann, kann ich das bei ihr auch noch nicht. Das braucht noch mehr Zeit als wie die knapp 6 Wochen, die sie jetzt bei uns ist. Ich denke, sie sendet mir genug Signale, aber öfters versteh ich nicht, was sie will, da muss ich sie noch besser beobachten und herausfinden, warum und weshalb sie dies und das so macht und nicht anders.

    Heute hab ich unseren Abendspaziergang mal völlig relaxt gestaltet.. Wir sind einfach nur gelaufen, quasi jeder für sich, wobei ich sie immer unauffällig im Auge hatte, gerade so, dass sie sich nicht beobachtet fühlt. Sie war ohne Leine, weil keine Gefahren, und ich hab sie einfach mal machen lassen.

    Zu meinem Erstaunen hat das super geklappt. Sie kam mir vor wie an einer unsichtbaren Leine. Sie lief zwar öfters ein Stückchen vor oder hinter mir, aber das war egal. War sie vor mir, drehte sich sie öfters um, war sie hinter mir, ging sie genau dort entlang, wo ich vorher gelaufen bin. Und dort, wo ich sie immer anleine, weil wir zur Straße hin kommen, blieb sie sogar stehen und ließ sich anleinen, obwohl ich nichts, aber auch gar nichts in dieser Richtung gesagt hatte. Fand ich echt klasse.

    So kamen wir auch dann beide völlig entspannt und zufrieden zu Hause an, wo sie sich dann gleich auf einen ihrer Plätze geschmissen hat und nun schläft.

    LG Grit

    Guten Morgen,

    danke für die Antworten.

    Ich steh gerade ein bißchen auf dem Schlauch, weil ihr schreibt, dass ich zu viel verlange von ihr :???:

    Im Moment bring ich ihr gar nichts anderes bei, sondern arbeite kontinuierlich an den sogenannten Grundregeln, damit die sitzen.

    Dazu hol ich sie mir natürlich nicht extra und übe mit ihr und verlange, dass sie es können muss, sondern es ergibt sich aus zig Situationen im normalen Alltag.

    Nur paar Beispiele:

    Wir kommen an Straßen, dort muss sie am Straßenrand stoppen. Also wiederhole ich kontinuierlich "Stop" und dann folgt das "Sitz", denn sie darf mir keinesfalls auf die Straße rennen. Ich hab sie zwar an der Leine, an jeder Straße, aber ich möchte, dass sie verinnerlicht, dass sie am Straßenrand zu halten hat und sich hin zu setzen. Also kann ich nicht mal damit aussetzen.

    Am Tag gibt es viele Situationen, wo sie meint, sie muss irgendwem verbellen. Auch hier lass ich das nicht einfach durchgehen, egal, ob sie Lust hat oder nicht, auf mich zu hören, sondern übe es dann in den Situationen, wo sie Irgendwem verbellt. Diese Situationen führe ich ja nicht künstlich herbei, sondern sie entstehen und hier will ich gleich im Keim ersticken, dass aus ihr eine kleine Kläfferin wird.

    Genauso darf sie unterwegs keine Dinge aufheben. Klar versucht sie es, aber das dulde ich nicht. Im Interesse des Hundes, es kann ja auch mal was dabei sein, was ihr sehr schadet. Also hier auch, jeden Tag mehrfach Übung, weil es sich einfach so ergibt aus der Situation heraus.

    Beim Kommando "Komm". Auch das gebrauche ich sehr viel am Tag, weil es notwendig ist. Sie hat ihren Freiraum, wo sie ohne Leine herumtoben kann, wie sie will, aber wenn ich möchte, dass sie kommt, dann muss sie das auch tun. Natürlich achte ich drauf, wenn ich sie rufe, dass sie nicht gerade so abgelenkt ist, dass mein Kommando verpuffen würde, sondern ich nutze es aus, wenn sie zu mir schaut, dass ich sie rufe und das mach ich auch mal so zwischen durch, ohne besonderen Grund, damit sich das richtig festigt.

    Wie soll ich ihr Grenzen setzen, wenn ich es ab und an mal schleifen lasse, weil sie gerade gespielt hat usw. Sie spielt ja bei unserem Freilauf und wenn wir nach Hause gehen, ist sie müde, aber wir müssen eine Straße überqueren. Also muss sie stoppen und sitz machen, egal, ob sie müde ist.

    Für mich ist es einfach logisch, dass ich jeden Tag mit ihr daran übe, das der Grund sitzt und das ich darauf bestehen kann, dass ich mich da auch durchgesetzt habe. Und wie gesagt, ich mein mit Üben das Üben aus der Situation heraus und nicht, dass ich sie mir her hole und nun trockenen Unterricht mit ihr mache.

    Die Sache mit dem Ball. Nun, sie hat ihn in den Hausflur geschleppt, den Ball abgelegt, sich dazu gesetzt und mich angeschaut. So, wie sie schaut, wenn sie von mir was erwartet.

    Also hab ich gesagt "Bring mit". Was ist daran falsch?

    Sie hätte ja den Ball im Hausflur liegen lassen können und mit mir reingehen, kein Thema. Aber sie hat sich vor den Ball gesetzt und mich angeschaut. Also hat sie von mir auch was erwartet und ich hab reagiert. Welchen Sinn hätte es gehabt, wenn ich jetzt, nachdem ich "Bring mit" gesagt habe, es dabei belasse und sie macht dann irgendwas anderes? Was hätte sie daraus gelernt? Das ich zwar was sage, es aber nicht wichtig ist, dass sie das befolgen muss, so seh ich das.

    Jetzt könnt ihr sagen, ich wußte doch gar nicht, was sie wirklich wollte, als sie den Ball im Hausflur ablegte, hätte ja auch sein können, dass sie spielen wollte.

    Das ist richtig. Aber es war unser abendlicher letzter Pippigang und da wird nicht mehr gespielt, sondern nur gepieselt und dann geschlafen. Das halt ich so, seit sie bei uns ist und deshalb konnte es mir herzlich egal sein, ob sie spielen wollte. Ich wollte es jedenfalls nicht. Also hab ich dann eben gesagt "Bring mit".

    Bezüglich meiner Erwartungshaltung an den Hund. Z.B. "Brings mit" kennt sie bereits sehr gut und von daher ist ausgeschlossen, dass sie nicht wusste, was ich meine, als ich es gesagt habe.

    Und wenn ich auf den Grundkommandos nicht bestehe ihr gegenüber, dann bin ich doch irgendwann für den Hund völlig unglaubwürdig. Dann hat sie sehr schnell raus, dass sie machen kann, was sie will.

    Zudem unterstütze ich jedes Kommando mit Handzeichen, um ihr alles zu erleichtern und natürlich mit viel Lob und Leckerli, wenn die gewünschte Reaktion von ihr kommt.

    Sie ist nun immerhin 6 Monate und kein Babyhund mehr, der mit Grundkommandos noch völlig überfordert wäre und ich möchte halt, dass ich, obwohl sie eine kleine Rasse ist, trotzdem einen gut erzogenen Hund habe und ich behandle sie so, als wäre würde aus ihr mal ein Riesenhund werden, bei dem es in jeder Beziehung unerlässlich ist, dass er erzogen ist.

    Was ist also damit gemeint, dass ich mein Lehrprogramm runterfahren soll? Ich mach aus ihr doch keinen Zirkusclown, dem ich nun jede Menge unsinnige Kunststücke beibringe, die lediglich dafür da sind, andere zu erheitern, sondern ich arbeite mit ihr am Grundgehorsam, den sie seit wenigen Tagen sehr missen lässt, obwohl es vorher schon so gut lief.

    Mit diesen Rückschlägen kann ich mich abfinden, sie sind normal in diesem Alter, aber deswegen wird sie da durch müssen, dass ich nicht nachgebe, sondern darauf bestehe. Immer und immer wieder, ohne, dass ich dabei laut werde oder gar ungeduldig ihr gegenüber.

    Sorry, ist viel Text, aber ich möchte auch wirklich verstehen, was ihr genau meint. Ich möchte keine Fehler machen und möchte, dass sie ein glücklicher Hund ist. Aber Erziehung gehört einfach rein und da kann ich nicht nachgeben und das möchte ich auch nicht.

    LG Grit

    Das Abbruchsignal ist ein energisches "Aus", ohne laut zu werden und wobei ich das "s" sehr betone und dazu als Gestik den Zeigefinger vor meinen Mund halte. Das verwende ich bei ihr, seit sie bei uns ist und sie wird immer sehr gelobt, wenn sie darauf hin Ruhe gibt und wenn es nur ein kleiner Moment der Ruhe ist. Ich denke, das müsste so langsam sitzen.

    Allerdings isse auch recht stur und testet derzeit ausgibig jede Grenze aus.

    Wie gestern abend. Sie fand einen ihrer Bälle im Garten und schleppte ihn in den Hausflur. Dort liess sie ihn einfach fallen und blieb sitzen.

    Ich sage "Bring mit" (das kennt sie gut) und ich sah an ihrem Gesichtsausdruck, wie es in ihr arbeitete. Man kann es schlecht beschreiben, sie guckt mich dann so speziell von der Seite an und es sieht wirklich so aus, als wäge sie ab, ob sie es nun macht oder nicht.

    Ich wiederhole dieses Kommando dann nicht, sondern bleib stehen und guck sie auch an, während ich eine bestimmte Handgeste ausführe. Gefühlte 30 Sekunden hat es gedauert, dann nahm sie den Ball auf und trug ihn rein.

    Heute morgen wieder ne Pfütze im Kinderzimmer, wo ich nicht weiß, wo sie da Streß gehabt haben soll.

    LG Grit

    Das sie zum Beispiel positiven Streß hat, wenn wir nach Hause kommen und sie mal kurz allein war, wissen wir und so darf sie auch keiner in der Situation des Nach-Hause-Kommens beachten, sonst pieselt sie los. Erst wenn sie sich unten gelöst hat, kommt die Begrüßung.

    Nur ist die Frage, wie erkenn ich negativen Streß? Es ist ja nicht so, dass sie mich immer im Auge behalten muss. Sie schläft genauso entspannt im Wohnzimmer, im Flur oder im Schlafzimmer, während ich meinen Tätigkeiten nachgehen kann, ohne, dass sie hinter mir her tappert. Da kann ich auch an ihr Vorbeilaufen und sie juckt das nicht.

    Sie ist gern in meinem Arbeitszimmer, wenn ich drinnen bin, aber sie bleibt manchmal auch alleine drinnen, wenn sie schläft. Da guckt sie nur kurz, wenn ich aufstehe und macht dann die Augen wieder zu und ich geh raus und sie schläft dann mitunter bis zu einer Stunde weiter.

    Sie hat also keinen Kontrollzwang mir gegenüber.

    Das mit den Pfützen war also, meines Erachtens nach, weil sie die beiden Male, obwohl sie es wollte, nicht mit rein konnte. Wenn das jetzt für sie negativer Streß war, sie wollte was und konnte nicht, dann hat sie sich also erleichtert, um diesen Streß abzubauen. Okay, das versteh ich, aber verwächst sich so was?

    Ich meine, wenn ich jetzt was zu ihr sage und sie will das nicht, dann hat sie Streß und pieselt, um sich den Streß vom Hals zu schaffen. Ich kann ihr aber nicht alles erlauben oder durchgehen lassen, damit sie keinen Streß bekommt und nicht pieselt. Das würde ja dann doch - so gesehen - doch in einer Art "Erpressung" ausarten, wenn auch nicht willkürlich so vom Hund beabsichtigt.

    Wenn sie hier in der Wohnung durch ein unbekanntes Geräusch - sagen wir mal, mein Mann handiert gerade mit der Bohrmaschine - sich erschreckt, dann ist das doch auch Streß für sie. Merkwürdigerweise pieselt sie da aber nicht. Oder wenn sie sich wieder mal heimlich aus dem Kinderzimmer meiner Tochter eine Puppe aus der Spielzeugkiste mopst und ich hingehe und streng "Nein" sage, ist sie ja auch gestreßt und pieselt auch da nicht.

    Deshalb hab ich ein bißchen das Problem, dass ich nicht verstehe, warum Streß bei ihr mal so und mal so wirkt und ob es, wenn sie nicht ins Arbeitszimmer kann, für sie auch wirklich eine solche Streßsituation darstellt.

    Die beiden Male, wo sie jetzt reingemacht hat, bin ich nicht mehr mit ihr runter danach. Das mach ich auch nicht mehr, selbst dann nicht, wenn ich sie erwischen sollte. Denn auch da werd ich nichts mehr dazu sagen, sondern einfach so tun, als wäre gar nichts. Dafür unten umso mehr loben, damit sie weiß, sie hat Erfolgserlebnisse, wenn sie unten macht und macht sie in der Wohnung, geschieht gar nix.

    Ja, kann möglich sein, dass sie in einer Unsicherheitsphase steckt. Sie bellt manchmal unterwegs oder knurrt, wo eigentlich nichts ist, sie starrt aber irgendwo hin und geht in "Hab-Acht-Stellung".

    Sie bellt aber neuerdings schon los, wenn nur Leute am Haus vorbeilaufen. Ich möchte dem unbedingt Einhalt gebieten, denn aus ihr soll keine Kläfferin werden. Deswegen würde ich mich hier über Tipps auch sehr freuen.

    LG Grit

    Guten Morgen in die Runde :smile: ,

    seit dem 13.05. ist haargenau eine Pippipfütze ins Haus gegangen und heute eine Minipfütze.

    Können Hunde denn Protestpinkeln?

    Die Pfütze vor drei Tagen war genau vor meiner Arbeitszimmertür, weil sie da für eine halbe Stunde nicht rein durfte, da ich Unterlagen sortiert habe (ich war vorher gerade erst mit ihr unten und sie hatte gepieselt)

    Die Pfütze heute, da hatte ich vergessen, weil ich einen Anruf bekam, sie mit ins Arbeitszimmer zu nehmen. Kam gerade mit ihr vom Gassi (sie hat alles gemacht), als das Telefon geklingelt hat. Nach 10 Minuten war das Gespräch beendet und Pöppi hatte sich "vergessen".

    Sicher, ich bin ihre Bezugsperson. Ich kümmere mich um sie, füttere sie, erziehe sie und beschäftige mich am meisten mit ihr. Sie mag zwar alle anderen Familienmitglieder auch und spielt und schmust auch mit denen, aber man merkt schon deutlich, meine Nähe ist ihr am liebsten.

    Allerdings möchte ich mich von ihr, wenn ich mal nicht so die Aufmerksamkeit für sie habe, wie sie das gerne hätte, von ihr mit Protestpinkeln "erpressen" lassen.

    Ihre Pfützen hab ich weggemacht, ohne sie anzuschauen, ohne, was dazu zu sagen, also ganz so, als wäre gar nichts gewesen.

    Ansonsten hat sich ihr Gesamtverhalten etwas verändert.

    Sie ist noch zutraulicher geworden, lässt sich jetzt endlich auch im Gesicht vorsichtig abwischen (sie hat leider empfindliche Augen - typisch Malteser - und durch den starken Wind der letzten drei Tage, den wir hier hatten und überhaupt seit dem Pollenflug, hinterlassen die Tränen hässliche braune Spuren in ihrem Gesicht), leg ich mich auf den Fußboden, kommt sie sofort zum Kontaktliegen und ich merke, dass sie immer mehr den Blickkontakt sucht.

    Wohlmöglich fängt sie jetzt an zu pupertieren, denn stellenweise ist sie frech. Unterwegs, sie läuft immer ohne Leine, wenn keine Gefahren bestehen, entfernt sie sich flugs mal so um die 50 Meter von mir. Nachdem ich einmal gerufen habe und sie nicht kommt, geh ich. Es dauert dann manchmal etwas, ehe sie mir nach geht, obwohl sie genau gesehen hat, dass ich mich entferne.

    Wenn sie was macht, was sie nicht darf (z.B. irgendwas draußen aufheben), dann spuckt sie das zwar aus oder sie macht einen Bogen drum, wenn ich merke, dass sie drauf scharf ist und ich schon vorbaue, in dem ich ihr Interesse bremse und "nein" sage, aber sie kriegt es fertig, mich dann dafür anzubellen. Nicht böse oder so, es klingt eher wie maulig, als würde sie mir auf hündisch sagen, dass ihr das überhaupt nicht gefällt.

    Ansonsten, wenn ich jetzt sage: "Komm, ich trag Dich" dann bleibt sie stehen und lässt sich hochnehmen. Das mach ich bei unseren Treppen. Sie läuft diese nämlich unheimlich gern, nur sind es so um die 25 Treppen und wenn ich nicht aufpasse, ist sie schon oben oder unten. Ich würde sie ja laufen lassen, das soll aber wohl nicht gut für die Gelenke in dem Alter sein (morgen ist sie ein halbes Jahr alt).

    Das mit den Verbellen von anderen hab ich noch immer nicht im Griff, obwohl ich sie für jeden ruhigen Moment sehr lobe und Leckerli gebe.

    LG Grit