Ich bin nicht cumcane, daher kann ich nur für mich sprechen. Wenn du genauere Infos von CC brauchst, solltest Du Dich direkt dahin, oder an einen ausgebildeten CC Trainer wenden. Wenn Du mir sagst, wo Du wohnst, kann ich etvl. jemanden in der Nähe sagen.
"Zeigen und benennen" ist für mich ein großer Bestandteil. Aber nicht der einzigste. Wie ich bestimmt auch in diesem Thread schon geschrieben habe, denke ich, dass es z.B. ein Teil des Problems sein kann, dass der Hund nicht gelernt hat, an lockerer Leine zu gehen, und also mehr oder weniger stark zieht. Manche ziehen nur, wenn sie einen anderen Hund sehen, manche ziehen nur so "schwach", dass es die Halter nicht wirklich stört (oftmals bei kleineren Hunden der Fall), nur wenn dann ein anderer Hund kommt, und das getobe losgeht, fängt es an zu stören. Wenn man in den Fällen das "leine ziehen" aus der Gleichung nimmt, ist schon mal ziemlich viel erreicht.
Für mich gehört auch Entspannungstraining mit hinein (auch bei CC).
Ein weiterer, sehr wesentlicher Punkt für mich ist, dass der menschliche Teil des Teams lernt, das kleingedruckte in der Körpersprache des Hundes zu lesen, da das meiner Meinung nach Voraussetzung dafür ist, zu erkennen, wann der Hund noch ansprechbar und damit lenkbar ist, und wann nicht mehr. Ausserdem ist es wichtig, dass der Mensch erkennen lernt, welche Signale der Hund zeigt, die ihm sagen, welche eigene Strategie (die vier Fs) denn für solche Situationen wählen würde. Meistens sind diese Signale, besonders die, die auf "Flight" - also "Ausweichen" (um das mal weniger dramatisch zu sagen) hindeuten, so dezent, dass man sie nur sieht, wenn man gezielt danach guckt. WENN man sie aber sieht, und dem Hund vermittelt, "Jep, hab ich gesehen, wir versuchen soweit auszuweichen, wie du brauchst", kann das "soweit wie du brauchst" oftmals sehr viel weniger weit ausfallen, als man so annimmt. Denn das Ausweichen wollen ist ja nur ein Signal an den anderen Hund, dass man keinen Kontakt möchte - wenn man sie das kommunizieren läßt und es respektiert, dann reicht ein kleines Bögelchen oder zwei Schritte zur Seite vielleicht aus, und man muß keinen 30m Raduis laufen.
Wenn die bevorzugte Strategie "Freeze" ist, ist es für den Hund angenehmer, nicht weitergehen zu müssen - sondern zu stehen und zu warten, bis der andere vorbeigegangen ist. Auch das kann man respektieren, und so dem Hund zeigen, dass man ihn verstanden hat.
Hunde, die "Fiddle"-Strategen sind, können vielleicht in der Situation Aktion mit ihrem Menschen gut gebrauchen.
Und dann gibts Hunde, die sich, durch die Strategien durcharbeiten, je nachdem wie dicht der andere Hund ist.
Wird alles nicht beachtet, bleibt ihnen oftmals nur noch das "böse F" (Fight) als Strategie übrig - in den allermeisten Fällen hat Mensch bis dahin sehr viele Signale, die auf andere Lösungsstrategieen hindeuteten nicht bemerkt und damit nicht angenommen.
"Sehen" will allerdings gelernt sein. Viele Halter gucken nicht auf den eigenen Hund, sondern darauf was der andere Hund macht. Also arbeiten wir erstmal daran, dass auf den eigenen Hund geguckt wird. Dazu eignet sich "Zeigen und benennen" ganz großartig, denn der Mensch bekommt dabei die Aufgabe zu bemerken, wo der eigene Hund hinguckt, denn er soll ja markern, wenn der Hund den anderen ansieht. Weil das Übung und Koordination erfordert, mache ich das bei Anfängern gerne "stationär", sprich, das "Leinenpöbler-Team" bleibt an einem Ort (welche Körperhaltung der Hund hat, ist mir wurscht) - das "Gegner-Team" wird "bewegt" - je nach Fähigkeit/Trainingsfortschritt des Pöblerhunds wenig/langsam bis viel/schnell.
Wenn die Koordination, das Beobachten des eigenen Hundes und das richtige Reagieren darauf im "Stationnären Modus", die Fähigkeit des Hundes an lockerer Leine zu gehen gut klappt, fangen wir an das "Pöbler-Team" zu bewegen (langsam, anfangs vielleicht nur zwei/drei Schritte dann wieder stehenbleiben, und wenn nötig neu sortieren) und das Gegener-Team wird stationär. Das macht die Koordination etc für das Pöbler-Team einfacher. Wenn das Pöblerteam "flüssig" gehen kann, wird das andere Team auch wieder in Bewegung gesetzt. Und da kann man ziemlich kreativ werden - hintereinander her gehen, beide auf einem Kreisradius gehen (in die gleiche Richtung) beide auf zwei verschiedenen Kreisradien gehen (in die gleiche Richtung oder entgegengesetzt, je nach Trainingsfortschritt), parallel nebeneinander gehen (mit kleiner werdender Distanz), auf einander zugehen (seitlich versetzt, mit abnehmender (seitlicher) Distanz), dann wieder Kehrt (mit dichter werdender Annäherung) erst langsam, dann schneller, etc.
Mit Leuten, die mich lassen, "übertrainiere" ich das gerne, bis entspannte Begrüßungen mit den Gegnerteams gelingen, damit sie ein bild im Kopf haben, wie solche Begegnungen aussehen, wie man sich dabei verhält, wo man hinguckt, wie locker die Leine sein soll, etc. - nur falls sie mal wieder einen Menschen treffen, der von der "Keine Begegnung an der Leine"-Regel noch nichts gehört hat, und der seinen "der will nur spielen" die Flexileine um den anderen Hund wickeln läßt.