Beiträge von Shoppy

    Ich würde mit Entspannungstraining anfangen. (http://www.cavecani.de/wissenswertes/…-hundetraining/http://www.easy-dogs.net/angebot/shop/w…ntspannung.html)

    Wenn das Entspanungssignal sitzt - auch unter mittlerer Ablenkung, würde ich ihr das Teil zeigen, es sofort wieder wegtun, und dann Entspannungstraining machen. Wenn sie einigermaßen wieder runter gefahren ist Teil zeigen, Teil sofort wieder wegräumen, Entspannen... Feierabend.
    So brecht ihr die Erwartungshaltung auf, dass es mit dem Teil ausschließlich aufregendes Spiel gibt.

    Spielt sie mit anderen Sachen, ausser dem "Gummiezeugs"? Denn vermutlich wird es anfangs erstmal ziemlich frustrierend für sie sein, wenn sie damit gar nicht mehr agieren darf, es aber oft sieht ;D


    Wenn sie sich nicht mehr, oder nur noch kurz darüber aufregt das Gummidingen gesehen zu haben, dann könnt Ihr die "Anguckdauer" langsamst steigern. Wenn sie es ich sag jetzt mal 15 bis 20 Sekunden ansehen kann und dabei ruhig bleibt, könnt ihr wieder anfangen damit zu spielen: eine Sekunde. Dann das Teil wieder wegräumen und entspannen. Wenn sie ein schlaues Pinscherchen ist, und davon gehe ich mal aus ;) , wird sie schnell raus bekommen, dass das Teil schneller wieder auftaucht, wenn sie sich schneller abregt, und dass es länger dableibt, wenn sie sich nicht so doll aufregt.

    Huhu,

    kannst Du Dir bitte einen Trainer nehmen, der sich mit dem Thema auskennt - Ängste generalisieren sich ungeheuer schnell und ketten sich unter Umständen an Sachen, Menschen, Tiere, Orte, Situationen, in denen die Angst aufgetreten ist und bei solch nicht durchgeplanten Aktionen, die Du da jetzt vor hast, kann es schnell passieren, das plötzlich Sachen Angst auslösen, die bisher okay waren, einfach nur, weil sie da waren, als die Wasserbombe oder das Kaugummi platzte....
    Gerade weil der Hund schon vor relativ leisen Knallgeräuschen Angst hat, würde ich das systematisch, durchgeplant und vor allem mit Fachkompetenz angehen.
    Was du da vor hast ist NICHT Desensibilisierung...

    Zitat

    Ja ich denke ich versuche es zuerst bei lieben Hunden. Aber was wenn ich doch mal an so einem pöbelnden Hund vorbei muss, soll ich dann schon mal testen ob es mit zeigenund benennen klappt ober mein altes Ritual weitermachen? Und was wenn er doch wieder anfängt zu pöbeln, wie verhalte ich mich dann?


    Ich würde versuchen, den Abstand so groß zu machen, wie es irgendwie geht, ich so stellen, dass ich zwischen dem eigenen und dem anderen Hund bin. Ich hachte dab ei auf die Körperspannung. Nach einer Weile weiß man, wann der Hund grad noch so denken kann, und wann er im Hinterhirnmodus ist. Ich versuche so zu hefen, dass der vorderhirnmodus so lange wie möglich gehalten werden kann.
    Ich persönlich versuche das eben mit Z&B.
    Wenn das ab irgend einem Punkt nicht mehr klappt, und das Tierchen pöbelt halte ich am Geschirr fest, damit ich keinen Segelflieger bekomme, und clicke entweder, bis der Vorderhirnmodus wieder angeht, oder bei Allesimmerfressern halte ich eine Futtertube vor die Nase. Das dämpft meist das Geschrei ganz gut ;D. ich schimpfe dabei nicht, und arbeite auch nicht mit abruchsignalen, denn damit würde ich wieder negative Verknüpfungen reinbringen, die ich ja gerade in positive versuche, gegenzukonditionieren.


    Zitat

    Und noch was: Soll ich ihn absitzen lassen, wenn er die Hunde ansehen soll, ist das für den anfang dann vielleicht leichter? Oder soll ich dabei langsam gehen?

    Sorry für die vielen Fragen und es sind vielleicht auch nicht die letzten :headbash: , aber ich will nichts falsch machen und hoffe sehr das uns dieses Spiel helfen kann, denn viele sind ja echt begeistert, deshalb hab ich große Hoffnung.

    Das mit dem Geschirrgriff hört sich interessant an und die Links werde ich mir gleich auch mal ansehen.

    Vielen Dank schon mal

    Ich mache das, was dem Hund am leichtesten fällt. Signale gebe ich nur, wenn ich denke, dass die ausgeführt werden können. Wenn man möchte, dass der Hund sitzt, sollte man das früh genug signalisieren, damit der Hund es dann auch noch kann - wenn ich den Zeitpunkt dafür verpasst habe, nehme ich die Körperhaltung, die der Hund von alleine einnimmt.
    Weitergehen halte ich für eine fortgeschrittenen Version. Warum, hab ich glaub ich hier schon mal irgendwo geschrieben, oder vielleicht wars im Leinenpöbler-Tread.
    Darum mache ich das nur, wenn ich sicher bin, dass der Hund das ohne zu ziehen im Vorderhirnmodus hinbekommen kann.

    Als erstes baust Du die Decke als Target auf, sodass Hundi von überall auf Signal drauf rennt und sich hinlegt. Das kann man supergut Shapen. Anschließend dehnst Du das "auf der Decke liegen" zeitlich aus.
    Parallel dazu baust Du das Entspannungssignal auf (siehe Links) - am Besten nimmst Du direkt die gleiche Decke dafür.
    Wenn es in ablenkungsfreien Situationen klappt mit der Entspannung auf der Decke, schleppst Du das Teil an Orte mit leichter Ablenkung, und machst da Entspannung auf der Decke :sleep: .
    Das ganze dann mit schrittweise steigernder Ablenkung.
    Zu Hause immer wieder mit "störungsfreier" Entspannung aufladen.

    Ich benutze Markersignal (Clicker und Markerworte) und danach anschließend variable BestärkerARTEN.
    Also nicht nur Futter, denn dadurch stärke ich die Markersignale, weil sie eben nicht ausschließlich mit einer Belohnungsart belegt sind, die nicht in allein Situationen der Motivation des Hundes entsprechen.

    Der einzige Nachteil bei dieser Methode ist, dass es dem Trainer etwas Kreativität und Planung abverlangt.


    Hallo Michi,

    falls es Sammy leichter fällt, pöbelnde Hunde nicht an zu sehen, sondern ehr Dich, zum Beispiel, würde ich das Zeigen und Benennen nur bis zu Distanzen machen, wo er das leicht hinbekommt.
    Ab einer gewissen Distanzunterschreitung wird eben eigentlich alles zu schwierig.
    Fang das zeigen und benennen erst mal mit den netten Hunden an, bis er begriffen hat, worum es geht.
    Meistens ist man überrascht, wenn man dann feststellt, dass sie es gerade mit Hunden anbieten, auf die sie ansonsten reagieren würden - eben weil das ganze dann in ein beruhigendes Spiel-Ritual eingepackt ist, das Sicherheit vermittelt. Dazu braucht man aber meist erstmal ein wenig Vorarbeit, weshalb ich das ganze ja auch am Liebsten in gestellten, kontrollierten Situationen starte, ausser es bleibt mir nichts anderes übrig, als ins kalte Wasser zu springen.


    Ganz viel Info zum Entspannungssignal findest Du
    hier
    http://www.easy-dogs.net/angebot/shop/w…ntspannung.html
    und hier
    http://www.cavecani.de/wissenswertes/…-hundetraining/


    Der angekündigte Geschirrgriff ist für mich ein per klassischer Konditionierung mit positiven Sachen verknüpftes "Abbruchsignal" mit Bewegungseinschränkung.
    Aufbau:
    ich kündige an, dass ich ins Geschirr greife, z.B. mit dem Wort "Stopp", greife dann ins Geschirr, halte fest, während ich clicke und dann Leckerchen gebe, vorzugsweise aus der Futtertube oder etwas ähnlch hochwertiges, was auch entsprechend lange beschäftigt. Das halte ich am liebsten so, dass sich der Hund dabei setzt. Dann lasse ich den Hund als sein Leckerchen schlecken, und lasse erst danach wieder los.
    Das ganze versuche ich in der Aufbauphase pro Tag bis zu 50 Mal zu wiederholen. z.B. zweimal jeweils beim Geschirranziehen, zweimal jeweils beim Geschirr wieder ausziehen, einmal vor dem aus der Tür gehen, einmal direkt danach, auf dem spaziergang 3-4 Mal je drei Wiederholungen und so weiter. Wnn man zwei bis drei Mal Gassi geht, ist das gar nicht so oft, wie einem das gerade vielleicht vor kommt.

    Nach und nach baue ich nach dem ans Geschirr greifen ein wenig mehr Zug auf - nach hinten, oder seitwärts, nie nach oben und auf keinen Fall ruckartig. Ziel ist, dass der Hund entweder einen Schritt rückwärts macht, sich leicht umwendet, oder sich hinsetzt.
    Bei den meisten Hunden wird da ziemlich schnell ein "sitz bei leichtem zug am Geschirr" daus, und daraus wiederum ein "Sitz auf Entfernung auf das Signal für den Geschirrgriff, z.B. 'Stopp'".

    Bei den Hunden, bei denen wir das bisher aufgebaut haben, hat es den wunderbaren Zusatznutzen, dass das sozusagen ein Anschaltknopf für das Vorderhirn ist. Der Gandhi ist da ein Superbeispiel, der konnte kopflos an der Leine rumfliegen, knallte bei "Stopp" den Poppes auf die Erde, stellte fest, dass er sitzt und war dann in der Lage, wieder zu denken.

    oh, Frage überlesen.

    Ja, das der Hund wieder zum anderen Hund guckt, ist "wiederholend", solange der Reiz - in deinem Fall ein rennender Hund - da ist und auch so gewollt.

    Ziel ist nicht, dass der Hund nicht mehr hinguckt, sondern dass er zu sehen kann (mit so vielen Unterbrechungen wie nötig), ohne dass es ihn aufregt.

    Zitat

    Vor ein paar Wochen hab ich mir das hier mal durchgelesen und fand es unglaublich interessant, hatte aber nicht wirklich ein Problem, wo ich mir dachte "hey, da könntest du das anwenden" und habs eigtl schonwieder vergessen....

    Aber wie das Schicksal es will, hab ich heute Nacht davon geträumt :roll:
    Jetzt weiß ich aber nicht genau, ob mein Traum träumerei bleibt oder ob ich es wirklich mal versuchen könnte :???:


    Da hast du was sehr gutes geträumt!

    Die Leslie McDevitt benutzt das ganz genau für die von Dir beschriebenen Situationen ;D (bei ihr heißt das Spiel "Look at that" (LAT abgekürzt, falls Du das mal irgendwo findest).

    Sie arbeitet hauptsächlich mit Agility-Hunden, die die "da rennt ein anderer Hund"-Situationen sehr aufregend, beängstigend etc. finden. Natürlich ist das "Look at that" nicht das einzige Spiel, das sie dazu entwickelt hat. Sie hat ein Buch dazu geschrieben, dass es leider bisher nur auf Englisch gibt: "Control unleashed" (http://www.dogwise.com/SearchResults.…ubSearch=author) - und es gibt zwei DVD-Serien dazu, sehr erhellend. Neben dem LAT baut sie ua noch eine "Entspannungsdecke" auf, spielt diverse Konzentrations-Spiele, und baut auch das Handling auf dem Parcours langsam und sehr konzentriert auf, sodass das Erregungsniveau des Hundes niedrig = lernbereit bleibt. Tempo kommt später von alleine.


    Zitat


    Zu unserem Problem an dem wir bereits arbeiten:
    - Zuri, 9 Monate alter Border-Collie darf mit zum Agility und regt sich ab und an, nicht immer und von Stunde zu Stunde verschieden, über die laufenden Hunde auf. Hier im Forum habe ich den Tipp bekommen: "Einfach Ablenken. Wenn sie brav ist, klickern und belohnen. Abstände ausbauen. Laufende Hunde puschen einen Sichtjäger nurnoch hoch". Daran arbeiten wir, nur sind die Erfolge eher mäßig... :muede:

    Yep, laufende Hunde puschen einen Sichtjäger auf. Genau wie Jagdhunde durch Wild oder ängstliche Hunde durch ihre Auslösereize aufgeputscht werden - ist ein klein wenig ne andere Aufregung, hat aber gemeinsam, dass man nicht mehr ansprechbar und nicht mehr lernfähig ist.

    Man muß gucken, wie viel "laufender Hund" denn schon geguckt werden kann. Leslie behilft sich z.B. bei Hunden, die das extremst aufregend finden, mit einem Sichtschutz, hinter dem der Hund kurz hervorguckt, einen rennenden Hund sieht, dafür geclickt und belohnt wird, und dann weder hinter den Sichtschutz zum entspannen geht.
    Wenn man schon eine "Entspannungsdecke" aufgebaut hat, die schon ein wenig auf aufregendere Situationen generalisiert ist, kann man auch die zur Hilfe nehmen. Dann kann man "Wo ist der Hund auf der Decke spielen, oder man legt die Decke hinter den Sichtschutz und nutz sie zum "wieder runter fahren". Oder man nutzt zwei Decken oder eine Decke und eine Box...

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    Zur Zeit nehme ich sie mit vom Platz, wenn sie sich aufregt über die Hunde. Sie gibt dann ein wenig ruhe, oder auch nicht. Je nach Tageslaune. Was genau der Unterschied von Stunde zu Stunde ist, kann ich nicht beurteilen. ist mir (noch?) ein Rätsel... Das Thema macht mir elends zu schaffen, weil ich möchte die nächsten 12, 13, 14 Jahre ja kein Nervenbündel neben mir.
    Die perfekte Lösung habe ich noch nicht gefunden. Wir arbeiten aber daran...

    Finde ich eine gute Idee, zu gehen, wenns zu viel wird - oder einfach nur kurz auf den Platz gehen, einen laufenden Hund sehen, und bevor sie sich darüber aufregen kann, direkt wieder gehen.



    Wenn der Hund noch da ist, bzw noch läuft, wird sie nach dem Click/Belohnung vermutlich wieder hingucken. Das kannst Du wieder anclicken. Wenn Du weißt, dass sie wieder hingucken wird, könntest Du direkt ein Signal dafür einführen, und damit Kontrolle darüber bekommen, wo sie hinsieht.

    Dann kommt es ein bißchen auf den Hund an. Es gibt Hunde, die kann man gleich etwas länger gucken lassen, die können sich gut au den Click umorientieren. Dann gibt es Hunde, die sollten nur ganz kurz gucken, weil die sich gleich hochfahren. Und dann nicht mehr gut umorientierbar sind. Die können aber vielleicht dennoch sehr gut mehrere Male den rennenden Hund anzeigen und wieder zum Mensch gucken.

    Wenn sie schon ein "Schau Deinen Mensch an"-Signal hat, das auch mit Ablenkung schon für ein paar Sekunden "Menschangucken" reicht - dann würde ich abwechseln - drei/vier Mal "rennenden Hund anzeigen" beclickern - dann für einige Sekunden "Mensch angucken" machen.
    Was man wie lange oder wie oft macht, würde ich immer vom Erregungsniveau abhängig machen. Wenn ich seh, es droht gleich rauf zu gehen, dann muß ich die Situation so verändern (Sichtschutz, Entspannungssignal, mehr Distanz, wenn es geht, den anderen Hund "entschleunigen"....), dass der Hund entspannt bleiben kann/sich wieder entspannen kann.


    Was toll wäre, wenn Du Situationen hättest, in denen sie nicht hektisch hin und her guckt. Vielleicht gibt es Abschnitte im Training, wo ein anderer Hund im Parcours ist, aber langsam unterwegs ist - wo sie zwar ab und an mal hinguckt, es sie aber nicht soooo aufregt? Dann würde ich solche Momente für das "Wo ist der Hund"-Spiel nutzen, und gehen, bevor es "schneller" wird. Oder dann einen Sichtschutz nutzen, oder mehr Distanz aufbauen.

    Leslie fängt also so einfach wie möglich (für den Hund) an, und steigert dann abwechselnd alle möglichen Kriterien und/oder baut Barrieren ab und erwartet die Ausführung bekannter Signale.


    hier ist ein Video, wo sie Look at that mit "Leave it" und Freigabe Signal zum Spielen kombiniert: http://www.youtube.com/watch?v=POprQmrJ2Bc&feature=related