Beiträge von Shoppy

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    Wir haben vor einiger Zeit die Hundeschule gewechelt und die Trainer dort rieten mir ihr penetrantes Verhalten absolut zu ignorieren.

    Das habe ich getan und nun eskaliert es, denn Ambra versteht nicht, warum ich nicht mehr auf ihre Spiele eingehe.

    Nun springt sie mich an, bellt und zwickt mich übermütig in Wade, Po, und Arme.

    Super - es funktioniert - das Phenomen nennt sich Löschungstrotz und ist Anzeichen dafür, dass das Ignorieren die erste Wirkung zeigt.
    Stell es Dir vor wie ein Getränkeautomat: Geld rein, Knopf drücken, Flasche wird ausgespuckt. Funktioniert jedes Mal. Dann folgendes: Geld rein, Knopf drücken.... keine Flasche! Mist! Was machst Du? gehst Du einfach weg, oder drückst Du den Knopf noch mal? drückst Du heftiger? Haust Du mit der Faust drauf? Rüttelst evtl. gar den Automaten? DAS ist Löschungstrotz!
    Weiter ignorieren, wenn du JETZT reagierst hast Du trainiert, dass sie NOCH HEFTIGER dummes Zeug machen muß um diech aus der Reserve zu locken.


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    Heute morgen waren wir 1,5 Std. am Rhein. Die ganze Zeit war sie in ihrem Spielwahn. Hat erst mich angebellt und gezwickt und sich dann Spielsachen (Stöcker, Plastikteile usw.) gesucht und ist immer um mich rumgerannt um mich zum Spiel aufzufordern. Ich hab es ignoriert. Aber das ist kein Zustand und macht mich völlig fertig.

    Ich würde mich umdrehen und weggehen. Kommt sie von der anderen Seite, umdrehen, weggehen. Stell Dir ein überhebliches Prinzesschen vor, die findet irgend was unter ihrer Würde, wie sieht sie dabei aus? sie sagt wahrscheinlich "Phüh", schließt leicht angewiedert die Augenund dreht den Kopf zur Seite und das Kinn nach oben, "Pah"! Diese "das Verhalten ist unter meiner Würde"-Geste in das Umdrehen mit einbauen.

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    Mein Hund ist draußen ein komplett anderer Hund als zu Hause.

    Ich setze auch jedes Kommando durch was ich ihr gebe.
    Außer in den genannten Situationen. Da versuch ich immer ein Kommando zu geben, aber sie weiß das sie in den Momenten eh am längeren Hebel sitzt. Im nachhinein ärgere ich mich immer über mich selbst das ich etwas gesagt habe.

    Bitte helft mir. Bin wirklich verzweifelt.

    Ich weiß das ich ihr das Verhalten selbst anerzogen habe, aber wie kann ich das wieder von ihrer Festplatte löschen???

    Ich würde sie auch vorher unbedingt "Müde" machen. Wie wärs mit ordentlich Joggen an der Leine, Suchspiele an der Schleppleine, oder irgendwas wo sie auch Kopfmäßig ausgelastet wird. Erst Dann bekommt sie "ohne Leine"-Zeit und hat dann hoffentlich nicht mehr die Ausdauer für 1,5 Stunden rumspinnen.

    Kennt sie ein Entspannungssignal?

    Du hast Geschrieben, dass sie sich an der Schleppe so nicht verhält. Hast Du mal versucht, sie an der Schleppe völlig zu entspannen? Versuch es mit einem "Zen-Down": hinsetzen (Du) und Hund liegt vor Dir auf der Seite. Deine Hände liegen flauch auf Ihrem Oberschenkel und ihrer Schulter und ihr bleibt in dieser Position, bis sie wirklich völlig ruuuuuuuuuuuuuuuuuuuhig und entspannt ist. Das übst Du häufig an der Schleppleine. mit den anderen Maßnahmen zusammen sollte es dann auch irgendwann möglich sein, dass sie zu Dir kommt und das "Zen-Down" (erfunden wurde das glaube ich von Trish King) auch ohne Schleppensicherung möglich ist.
    Wichtig ist, dass Du das Ignorierungsprogramm konsequent durchziehst, sonst lernt sie eben nur, dass sie sich noch mehr und noch länger anstrengen muß, um Dich "zu kriegen".
    Das ist anstrengend und nervenaufreibend, aber ein Ende ist absehbar, daher: durchhalten, Du schaffst das!

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    Wenn sie an der Leine fremde Menschen anbellt, würde ich das ignorieren, gerade, wenn kein Muster erkennbar ist.


    Hallo Emmachen,

    Zu Silvias tollem Beitrag möchte ich hier noch was ergänzen.

    Es wäre wichtig, ihre Auslöser zu kennen, sprich rauszufinden, wann sie das unerwünschte Verhalten zeigen wird.
    Und dann würde ich mit Hilfe eines Trainers genau solche Situationen stellen.
    Dabei sind ein paar Dinge zu beachten:
    Der "Auslöser" sollte für Deinen Hund wahrnehmbar sein, aber nicht so "groß" sein, dass sie schon gleich völlig ausrastet. Wenn Ihr z.B herausfindet, dass sie auf große, entgegenkommende Hunde "allergisch" reagiert, müßt Ihr zunächst noch zusätzlich herausfinden, wie nahe diese Hunde herankommen dürfen, bevor Dein Hund nicht mehr ansprechbar ist. Nehmen wir kurz an, dass Entgegenkommende Hunde bei 100 Meter Entferneung wahrgenommen, aber irgnoriert werden. Bei 50 Meter werden sie gelegentlich mal angescannt, bei 20 Meter werden sie fixiert und bei 10 Metern springt Dein Hund in die Leine, bellt und reagiert nicht mehr auf Deine Signale und nimmt kein Leckerchen mehr.
    In diesem Fall würde ich mit Hunde"sichtungen" auf ca 75 Metern anfangen: hier werden sie wahrgenommen, aber noch nicht als bedrohlich eingestuft. Jetzt soll das "noch nicht bedrohlich" in ein "oh, schön, wir treffen einen anderen Hund" umkonditioniert werden.
    Dazu benutzt man das von Herrn Pavlov erforschte Prinzip der Klassischen Konditionierung zur Hilfe. Die Klassische Konditionierung bewirkt, dass irgend ein neutraler Reiz durch Assoziation mit einen positiven primären Bestärker (z.B. dem Leckersten Essen der Welt) in einen sekundären positiven Bestärker verwandelt wird. (Bei Pavlov war z.B. der Ablauf: Glocke läuten, Futtergeben, Hund sabbert und freut sich, weils Essen gibt. Nach einigen Durchgängen war das Ergebnis bekanntermaßen: Glocke läutet, Hund sabbert und freut sich, weil er weiß, dass es jetzt gleich Essen gibt.)
    Im Ablauf mit den Entgegenkommenden Hunden wäre also das Auftauchen des Hundes gleichzusetzen mit dem Glockeläuten. Dann folgt das Futter.
    Wichtig dabei ist, wie oben schon angedeutet, dass Dein Hund noch in einem gesitigen Zustand ist, in dem si ansprechbar uund in der Lage ist, zu fressen - dazu muß der Abstand eben groß genug sein (aber der Reiz läßt sich auch auf andere Art "verkleinern")
    Jetzt wird also erst mal der 75 Meter entfernte Hund mit dem Leckersten Essen der Welt verbunden (wichtig - erst Hund, dann Futter, sonst wird der Hund, nicht zur Ankündigung des Futters!!!) - solange der Hund sichtbar ist, gibts Essen, verschwindet der Hund, wird die Bar geschlossen.
    Das ganze ein paar mal im Wechsel: Hund taucht auf, die Futterbar wird eröffnet, Hund bleibt sichtbar, Dein Hund wird mit leckerne Bröckchen verwöhnt. Hund verschwindet, Deine Futterbar schließt sich.....
    Beim nächsten Mal (anderer Tag) "rückt" Ihr den anderen Hund 5m dichter heran. Der ablauf ist der gleiche wie oben.

    Nach und nach wird so der Abstand immer geringer. Du wirst feststellen, dass Dein Hund so zum "Hundeanzeiger" wird, nach dem Motto, "Ey, Mama, da hinten der Hund, hast Du den gesehen, und WOBITTE ist jetzt mein Essen???" Wenn sie in diesem Zustand ist, kannst Du von der Klassischen Konditionierung in die Operante wechseln, sprich, jetzt kannst Du "im Angesicht" eines anderen Hundes Aufgaben, wie Sitz, Schau oder so was geben (Platz würde ich lassen, weil das einw Unterwürfigkeitsgeste ist, und Hund in dieser Position angreifbar ist - das wissen Hunde und daher machen sie das natürlich nicht gerne - darauf zu bestehen wäre also extrem kontraproduktiv - macht sie es hingegen von alleine - Superbingo!!).

    nein, einfach so mitgeben würde ich Welpi auch nicht, aber mitgehen wäre doch klasse, all die tolle Sozialisation und ohne dass man sich dafür einen Kopf machen muß, ohne dass man dazu sämtliche Ver-/Bekanntschaften aus der ganzen Welt zusammentrommeln muß und in allen Altersklassen, auf Fahrrädern, mit Hüten und mit Einkaufstüten - was will man denn noch mehr?

    Leute nutzt das!! Alles was der Hund in der Welpenzeit als schön kennen lernt, vor all diesen Dingen entwickelt er später keine Angst!!

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    Wir haben schon x Staubsauger gehabt.

    Zu Weihnachten haben wir uns den Dyson Animal Pro geleistet.

    Das Geld ist sehr gut investiert! Bei anderen Staubsaugern haben wir uns über kurz oder lang immer wieder geärgert.

    Der Dyson saugt und saugt und saugt.


    Den habe ich auch - es ist erschreckend, was der so an Menngen zusammenbekommt, gruselig geradezu.... Wohlgemerkt, nachdem man schon mit einem anderen gesaugt hatte...

    Nein, nicht alle Hunde sind von geburt an gleich. Hunde werden auf bestimmte Merkmale selektiert, und selbst wenn nur auf Aussehen selektiert wird, ändert sich auch das Verhalten - und umgekehrt. Dazu gibt es eine tolle wissenschaftliche Arbeit (Belyaevs Farm fox experiment): hier wurde versucht, die Population von Pelzfarmfüchsen auf "Zahmheit" zu selektieren und als "Nebenwirkung" traten gescheckte Füchse, Füchse mit Hängeohren, Füchse mit geringelten Schwänzen auf.

    Selektion hat immer mehr Auswirkungen, als geplant. Un mir kann keiner erzählen, dass ein Mops das gleiche Temperament wie eine Dogge, ein Huski oder ein Ridgeback oder ein Dackel hat. Das stimmt einfach nicht und ist auch ganz logisch, denn diese Rassen wurden ausserdem nicht nur auf Äußerlichkeiten, sondern für spezielle Aufgaben , sprich, auf Temparament gezüchtet. Bekanntlich wurden Ridgebacks ursprünglich für die Großwildjagd (u.a. Löwen) gezüchtet - man kann sich vorstellen, was man da für eigenschaften brauchte: Schnelligkeit, Ausdauer, Reaktionsschnelligkeit (man sollte den Löwentatzen schnell genug ausweichen können...) eine defizile Balance zwischen Mut und Vorsichtigkeit, ein gerüttelt Maß an gesundem Mißtrauen... JETZT wird größtenteils nur noch auf Aussehen selektiert (die bulligen, dunkeln mit viel Maske sind gefragt...) und achtet man bei all den Äußerlichkeiten noch auf Wesen? Angeblich schon, aber warum gibt es dann so viele Probleme mit Ridgebacks? Ich kenne einige, die jeden anderen Hund oder fremde Menschen am Liebsten auf den Mond wünschen (und wenn die nicht freiwillig gehen, muß man halt entsprechende Maßnahmen ergreifen: gggggggggggggggggrrrrrrrrrrrrrrr!).

    Jedes Lebewesen bringt einen "Rahmen" mit: innerhalb dieses Rahmens kannst Du einwirken, erziehen, trainieren. Aus dem Rahmen raus kannst Du nicht. Ich werde nie ein Boxweltmeister, Mathematikprofessor oder Gehirnchirurg - weil ich nicht genug geübt habe? Oder könnte es auch daran liegen, dass ich die Körperlichen und/oder geistigen Fähigkeiten dafür einfach nicht habe?