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Liebe Martina, danke für deine Ausführliche Antwort. Der Mensch/Hund kann 100 m entfernt sein. Bruno bellt und lässt sich nicht mehr beruhigen.
So, jetzt habe ich Zeit für eine etwas ausführlichere Antwort. Bei der Beobachtung, dass Bruno bei Abstand X (also etwa 105 Metern) anfängt, auchb duetlicher zu zeigen, dass er Probleme hat, kannst Du für das Training nutzen.
Du könntest mit dem Desensibilisieren/Gegenkonditionieren mit einem Abstand von 130 Metern anfangen...
Oder Du könntest versuchen, den Reiz (Mensch/Hund) auf andere Weise "kleiner" zu bekommen - z.B. indem dieser sich nicht bewegt.
Oder der Reiz könnte so "bewegt werden", dass er immer für einige Sekunden sichtbar ist, und dann wieder verschindet. (hinter einer Wand, einem Busch, einem Auto...). Bewehrt hat sich in diesem Fall auch die Pendelmethode:
Du stellst den "Reiz" in einer sicheren Entfernung auf (und der bleibt dort stehen, bis Du mit der Übungssequenz fertig bist). Du bewegst Dich mit Bruno auf den Reiz zu - und BEVOR er anfängt zu bellen, markierst Du sein gutes Verhalten, gibst ein Leckerchen (By the way: nimm eins, für dass er durchs Feuer für gehen würde und verwede diese Sorte ausschließlich für diese Übungen!!!), drehst um und gehst zu Deinem Ausgangsort zurück. Hierbei ist das vom Reiz Entfernen eine zusätzliche Belohnung zum vorangegangenen guten Verhalten beim auf den Reiz zugehen. Wenn Du das Gefühl hast, dass er sich nur schwierig vom Anblick des Reizes losreissen kann (schließlich muß man ja im Auge behalten, was einen ängstigt), kannst Du auch das Abwenden klickern.
Dieses wiederholst Du nun einige Male: Draufzugehen, belohnen, bevor er reagiert, abwenden, (evtl. belohnen), zum Ausgangsort zurückgehen. Neustarten.
Unterwegs kannst Du Deinen Hund auch mit kleinen Übungen beschäftigen - mußt Du aber - besonders anfangs - nicht.
Sinn des ganzen ist, dass er lernt, dass er auf das böse Ding zu gehen kann, ohne dass etwas schlimmes passiert - er verknüpft also wiederholt, das "darauf zu gehen" geht, ohne das er bellt.
Je öfter ihm das "passiert" desto sicherer wird er werden und desto näher werdet Ihr Euch schließlich dem bösen Ding nähern können.
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Wir sind auch jetzt mittlerweile in der 3. Hundeschule angelangt. Dort versuchn wir erst mal mit viel viel Abstand anderen Hunden gegenüber ihm die Angst mit seinem Spielzeug und Leckerchen zu nehmen.
Das Problem ist auch, dass die kleien Kinder halt furchtbar Angst haben, obwohl ich mich dann relativ weit entferne. Bruno geht halt ab wie eine Rakete. Ich habe aber immernoch die Hoffnung, dass es mal den Ultimativen Trick/Übung gibt, dass das endlich aufhört..
Nunja, besser die Kinder haben Angst und bleiben dann von selber auf Abstand - es soll auch Menschen geben, denen man sagen kann, dass der Hund Angst hat und beißen wird - trotzdem lassen sie sich nicht abhalten, den Hund streicheln zu wollen.
Frage: entfernst Du Dich nachdem er abgegangen ist, wie eine Rakete?
Den dann warst Du zu spät. Dann versuch lieber auszuweichen bevor er abgegagen ist.
MANCHMAL hilft es Hunden, das "Übel" nicht sehen zu müssen. Dann kann man versuchen, ob "Blind machen" hilft. Dieses muß man natürlich vorher zu Hause gründlich üben: Man stelle den Hund neben sich oder frontal vor sich und bedecke seine Augen mit seiner Hand/mit seinen Händen. (Natürlich zu Anfang ganz kurz und wenn nötig anfangs auch ohne den Hund dabei tatsächlich zu berühren). Das ganze wird aller positivst verknüpft, in dem man es großzügig belohnt. Wenn er die Übung gerne macht, und anfängt, Dir seine Nase dazu "hinzuhalten" damit du besser drankommst, gibst Du dem Trick einen Namen, z.B. "Mach blind".
Das generalisisert Du dann nach draussen, zunächst in Ablenkungsfreier Umgebung...
"Mach Blind" kann man gut anwenden, wenn man nicht großräumig ausweichen kann, aber genügend Platz hat, dass die GEgenpartei gut an einem Vorbei kommt...
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Ich bin an manchen Tagen wirklich verzweifelt. Ich vertsehe es einfach nicht warum er das denn macht. Ich versuche ihn auch vor seinem "Bellangrif" extrem abzulenken. Meist mit wenig erfolg. Wie ich schon sagte, der befindet sich gar nicht mehr in "meiner" Welt.
Eine Tierpsychologin sagte zu uns, wir sollen ihm einen Maulkorb ranmachen. Das soll uns Sicherheit geben. Bis jetzt habe ich das noch nicht ausprobiert, da ich nicht weiß, ob es das richtige ist.
Also ihr lieben, ich hoffe weiter auf Antworten und wünsche euch allen noch ein schönes Wochenende.
Ehrlich gesagt, finde ich es Zeitverschwendung über das "Warum" nachzudenken. Versuch möglichst genau herauszufinden, was, wann und wie ihn "auslöst" - versuch das in "verdauliche" Häppchen zu zerlegen und trainiere jedes kleine Häppchen so gut es geht.
Übe zu Hause und in "Reiz-freier" Umgebung viele alternative Verhalten (Sitzen, Dich anschauen, Hundetricks, Fuß gehen, "Mach Blind", uvm.) und ein Entspannungssignal - das sind viele, viele, viele kleine Baustellen, Dir Dir bei der Bewältigung der großen Baustelle helfen.
Vermeide ALLES was eine bestrafung beinhaltet, denn Dein Hund MUSS lernen, dass Du dafür sorgst, dass ihm nichts passieren kann. (also im Prinzip genau das vovon eine Vorschreiberin abgeraten hat...)
WENN er Dir vertraut, dass Du ihn beschützt, hat er keinen Grund zu Bellausbrüchen mehr. Die schwierigkeit ist, dieses Vertrauen aufzubauen, denn das ist zeitaufwenig, erfordert gewissenhaftes TRaining und ist gewiss nicht durch "ultimative Tricks" und andere Abkürzungen zu erreichen.
Stell es Dir so vor: Dein Hund ist ein"BELLoholiker" - und wie das Pendant mit Alko- vorneweg musst Du eine GEwohnheit durchbrechen - sprich, du mußt dafür sorgen, dass Bruno das Suchtverhalten (Bellen) nicht ausführt!