Hallo Kokoshee,
Du solltest sowohl mit den beiden getrennt üben als auch zusammen.
Zunächst müssen beide einzeln lernen, an lockerer Leine an anderen Hunden vorbei zu kommen. Übe das an Stellen, wo Du die Distanz, zwischen Dir und den anderen HuHas unter Kontrolle hast, und/oder such dir einige Hundehalter, die sich als "Versuchskaninchen" zur Verfügung stellen.
Mach anfangs die Distanz so groß (z.B. auf einer großen Wiese), dass Dein Hund keinerlei Problem hat, und du also großzügig Loben und belohnen kannst.
WEnn Du trotz großer Distanz Probleme hast kannst Du:
- den anderen Hundehalter bitten, seinen Hund abzulegen oder ins Sitz zu bringen (wenn er dass auch noch mit dem Rücken zu Euch dreht, ist das noch besser).
- alternativ soll sich Dein Hund setzen, und der andere HuHa geht langsam und entspannt an Euch vorbei (dabei lobst und belohnst Du Deinen Hund oft und großzügig für Sitzen).
- wenn diese beiden Sachen gut klappen, könntet Ihr Euch auf einem gedachten Kreis "hinterherlaufen", wobei Ihr zunächst den größtmöglichen Abstand wählt. Auch hierbei wird ruhiges Verhalten des Hundes gelobt und belohnt!
- danach macht Ihr den Kreis langsam kleiner.
- je kleiner der Kreis wird, desto dichter kommt Ihr schließlich aneinander vorbei.
- dann würde ich erst mal üben, auf gerader Strecke hintereinander zu gehen (und wenn ihr ca alle 50-100m gleichzeitig die Richtung wechselt, geht mal der eine, mal der andere Vorne)
- dann, wieder auf gerader Strecke nebeneinander zu gehen (Distanz müßt ihr wieder von den Fähigkeiten abhängig machen - zunächst großer Abstand, dann näher rücken.
- und schließlich übt Ihr "Entgegenkommen": Ihr geht aufeinander zu. Solange Dein Hund entspannt ist, geht es gerade aus. Sobald Du das gefühl hast, er/sie wird unruhig, drehst Du um (auch Dein Trainingspartner sollte dann umdrehen). Ihr geht wieder so weit auseinander, wie Ihr gestartet seid und wartet, bis sich Dein Hund wieder entspannt hat. Dann startet Ihr einen neuen "Anlauf". Wichtig dabei: Lob und Leckerchen, während Ihr auf den Hund zugeht. Leine Lob/keine Leckerchen, während Ihr Euch voneinander entfernt.
WICHTIG: Du übst immer ein Level, bis beide Hunde es gut beherrschen. Dann übst Du es mit beiden zusammen.
ODER Du übst einzeln mit beiden Hunden alle Level durch und übst dann mit beiden GEMEINSAM noch mal alles von Vorne.
Sollte es zwischendurch auf einem Level ein Problem mit einem Deiner Hunde geben, übst Du den ganzen durchgang ab dem Problem-Level noch mal mit diesem alleine. Und fängst dann mit beiden gemeinsam noch mal ganz von vorne an.
Das klingt langwierig, und ist es vielleicht auch, aber es hat den Vorteil, dass Du mit den Lernfortschritten Deiner Hunde arbeitest. Wenn Du in Ihrem Tempo arbeitest, verlangst Du nie etwas, was sie nicht leisten können --> Du kannst sie ständig loben.
Da Lernen jedoch nicht in einer geraden Linie aufwärts verläuft, wird es gelegentlich Rückfälle geben. Dann startest Du einfach wieder von Vorne: das hat den Vorteil, dass das bekanntes Terrain für den Hund ist und er sich schnell erinnert --> Du machst jetzt schnellere Fortschritte als beim 1. Durchgang.
Durch dieses Vorgehen verknüpfen Deine Hunde Hundebegegnungen äußerst positiv, weil sie ja dann gelobt und belohnt werden.
Außerdem, und das ist hier auch sehr wichtig: DU kannst Hundebegnungen mit Positivem verknüpfen - denn wenn Deine Hunde ds geforderte leisten können, bleiben sie entspannt und "benehmen" sich --> das wirkt als Belohnung auf Dich.
Wenn Du zu schnell vor gehst, und schluderst, wird es immer wieder "Ausreißer" geben - und diese wirken wie Bestrafungen auf Dich, sprich, Du wirst weniger üben und frustrierter sein "weil es ja nicht funktioniert" - also: leiber im Schneckentempo stetig vorwärts, als einen großen Schritt vorwärtz und zwei zurück!
Ich würde ausserdem auf jeden Fall
- Blickkontaktübungen mit beiden Hunden machen
- ein Entspannungssignal verknüpfen
- kleine alberne hundetricks üben, weil Du dabei lernst, wie Deine Hunde lernen (und die lernen sehr individuell!!!), und weil das Euch beiden Spaß macht - was die Bindung und das gegenseitige Vertrauen fördert