ZitatDu reduzierst "Strafe" generell auf schlagen, schreien, laut und brutal werden, gelle ! ;-)
Nein, tue ich nicht. Per Definitionem ist Strafe eine Konsequenz, die das Verhalten, für das es die Konsequenz ist, reduziert.
Es gibt eine "negative" Strafe, was bedeutet, dass etwas aus der Umwelt entfernt wird. Damit das als "Verhaltensreduzieren" wirken kann, muß es was sein, was der Hund gerne haben würde: z.B. Aufmerksamkeit, Spiel, irgendwo hingehen dürfen, Leckerchen, im Wildschweinscheiße suhlen...
Und es gibt eine "positive" Strafe, was bedeutet, dass der Umwelt etwas hinzugefügt wird. Damit dieses nun "Verhaltensreduzierend" wirksam werden kann, muß es was sein, was der Hund lieber vermeiden würde. Was der Hund gerne vermeiden würde ist genauso individuell unterschiedlich, wie das, was der einzelne Hund gerne haben möchte.
Der Fachbegriff ist aversiv. Die Anwendung vpon Aversiven Strafen sind hinglänglich untersucht (sogar an piepnormalen unter normalen Umwelt (im gegensatz zu "Labor)-Bedinung lebenden Hunden, und das Ergebnis ist immer das Gleiche: das Tier lernt langsamer, ist unsicherer, es kommt zu unerwünschten Nebenwirkungen (Vertrauensverlust, unsicherheit, fehlverknüpfungen, "Sturheit"...)
ZitatWie bist denn du erzogen worden, hat man dir nie erklärt, was falsch ist, sondern dich immer umgelenkt und dich nie wissen lassen, daß man bestimmte Dinge einfach nicht tut?
Doch, natürlich.
DAS ist doch aber nicht die Frage. Die Frage ist, WIE man vermittelt, was richtig/falsch ist.
Ich wurde von meinen Eltern schon gelegentlich mal angebrüllt. Ich habe mir sogar auch mal eine "gefangen". Demzufolge galt ich als "stur", widersinnig, eigenbrödlerisch. Aber die Wahrheit ist, ich habe einfach nicht mehr "Vertraut". Ich hatte (und habe immer noch) nie das Gefühl, mich mit Fragen, oder bei Problemen an meine Eltern wenden konnte. Und das ist, das kann ich Dir versichern, ein SCHEISS Gefühl.
Glaubst Du wirklich, dass man nicht lernt, dass "anspringen" falsch ist, wenn man statt dessen lernt, in der Situation zu "sitzen"?
Wie lernen Sportler ein Komplexes Verhalten, indem man immer einfach nur "Falsch" sagt, wenns nicht stimmt? Oder wozu werläutern Trainier immer wieder den RICHTIGEN Bewegungsablauf?
ZitatIch würde eher zur "Mittelaltermethode" zurückwollen, gerne Back to Basic, den Hund einfach Hund sein lassen und auch als solchen behandeln. Lieber, als 125.000 tolle wissenschaftliche Tests, Erkennstnisse, etc. anwenden, um meinen Hund in allen Lebenslagen zu konditionieren, umzulenken und zu gängeln.
DU Konditioniert Deinen Hund ganz genau so wie ich, Du nimmst nur andere Konsequenzen als ich. Das ist der einzige Unterschied.
Zitat
ICH finde es bedeutend fairer einem Hund die Welt und die Grundregeln zu erklären. Weiß er nämlich, was erlaubt ist und was nicht, dann brauch ich nicht für jedes mögliche Fehlverhalten eine Alternative, brauche nicht alles vermeiden, immer im Blick haben.
Ich finde es fair, einem Hund die Welt und die Grundregeln zu erklären. Weiß er nämlich, was erlaubt ist und was nicht, dann brauch ich nicht alles vermeiden, immer im Blick haben.
Klingt ähnlich, oder? Das gute am positiven Training sit nämlich, dass sich Hunde IMMER SICHER SIND, welches DAS RICHTIGE Verhalten ist, und es auch anwenden.
Ich schrieb es schon: Ich mache den "Ex"-Auslöser für "Fehlverhalten" zum Automatischen Auslöser für "gewünschtes Verhalten". Damit weiss der hund was das richtgige ist. Das "Fehlverhalten" ist weg, weil es:
- nicht eingeübt werden konnte
- es nicht bestärkt wurde
- es sich nicht lohnt
Zitat
Mag sein, daß du keine andere Möglichkeit, als einen Hund zu erschrecken kennst. Ich würde meinen beim Anspringen ein NEIN sagen und wenn sie sich dann benehmen, dann werden sie auch belohnt. ABer ich bringe ihnen damit bei, daß Anspringen nicht erwünscht ist, bei niemandem.
Per Definition ist Strafe eine Kosequenz, die das Verhalten, für das es die Konsequenz ist, reduziert. Da das "Nein" ja wohl das Verhalten "Anspringen" reduzieren soll, ist es eine Bestrafung. Demzufolge muß das "Nein" entweder als Markersignal für eine positive Bestrafung oder Negative Bestrafung verknüpft worden sein.
ZitatDu hingegen rufst sie zurück, gibst ein Kommando bevor sie anspringen und belohnst das stehen bleiben. Der Hund weiß aber nicht, daß das, was er vor hatte, eigentlich tabu ist ... dabei hätte er es viel einfacher, wenn er das wüßte. Dann könnte er nämlich lose laufen ohne ständig in Frauchens Blickfeld zu bleiben, er würde ja erst gar nicht jemanden anspringen wollen ...
Er muß nicht wissen, dass irgendwas Tabu ist. Er muß wissen, was das angemessene Verhalten in der Situation ist. Dazu muß ich nicht über den Umweg des Tabus gehen.
ZitatJeder wie er mag. Ich arbeite gerne mit meinen Hunden, ich möchte aber nicht jeden Schritt von ihnen kontrollieren und konditionieren. Und wenn meine Hunde es lieben Mäuse auszubuddeln (auf entsprechenden Flächen ;-) ), dann sollen sie das gerne und ohne Kommando tun. Solange ich sie abrufen kann und ihnen auch durch ein einfaches "hier nicht" ein Buddeln auf einer Wiese verbieten kann.
Ich habe Hunde !
Gruß, staffy
Ob Du es glaubst oder nicht, du benutzt "Konditionierung". Ganz genau wie ich. Du benutzt nur auch Teile davon, die ich wenn möglich nicht einsetze, weil ich keinen Bock auf die Nebenwirkungen habe.
Wo Du ein "Hier nicht" auf der Wiese rufst, rufe ich "komm", oder "weiter (gehen)".
Der Unterschied liegt in:
- Die eine Aussage ist, unterlass das, mach irgendetwas anderes.
Und weil "irgendetwas anderes möglicherweise genauso "falsch" sein könnte wie das zu unterlassende, sagt sie andere: "tu jetzt bitte Verhalten X"
- Im Aufbau über "will haben"-Konsequenzen oder ü+ber"will ich vermeiden"-Konsequenzen.
ICH lerne besser über "Will haben"-Konsequenzen, und zwar ganz egal, ob es sich dabei über nutzloses Spiel-Kram-Verhalten oder über Lebensnotweniges-Verhalten handelt.