Beiträge von Shoppy

    Sie zeigt in bestimmten Situationen ein Verhalten, dass Du nicht schön findest - statt dessen soll sie was machen?

    Natürlich wäre es einfacher, wenn man genau wüßte "warum" sich ein Hund so oder so verhält - leider geht das in vielen Fällen nicht.

    Ich würde mir als erstes einmal genau aufschreiben, in welchen Situation sie wie reagiert. Wie sieht die Situation genau aus, wo, wer, welche Hunde, welche Uhrzeit, welches Wetter. Wie sieht genau ihre Körpersprache aus.
    Das ganze für jede einzelne Hundebegegnung - soweit zurück wie es geht.

    Wenn Du das hast, kannst Du vergleichen: in welchen Situationen war sie ruhig, wann war sie angespannt aber noch kontrolliert, wann konnte sie sich nicht mehr zusammenreißen...

    Denn dann kannst Du einen Plan entwerfen von A nach Z
    Du mußt einfach wissen, welche Situationen "kann" sie, welche gehen gerade noch (bei denen fängt man dann an) und welche gehen gar nicht (die muß man dann erstmal weitestgehend vermeiden, damit sie keine Gelegenheit bekommt, das Verhalten zu üben = zu festigen)

    Ich lege mein Training immer so aus, dass die Hunde möglichst im "Vorderhirn" (also dem Teil des Gehirns, in dem bewußtes Denken stattfinden, wo bewußte Entscheidungen getroffen werden)- Modus bleiben können.
    Das Verhalten, dass Du hier beschreibts ist aber typisch für "Hinterhirn-Modus" - und da laufen instinktive Reaktionen ab, die auf Lebenserhaltung ausgerichtet sind (Flucht, Angriff, Jagd...).
    Bei solchen Aktionen "stört" das Vorderhirn nur und wird daher nicht weiter beachtet. Vorderhirn und Hinterhirn arbeiten nicht MITeinander sondern NACHeinander. Leider ist es sehr leicht, den Hinterhirn-Modus anzuwerfen. Aber von da aus wieder in den Vorderhirn-Modus ist ziemlich schwierig. Jeder der sich schon mal über etwas fürchterlich aufgeregt hat, dass sich quasi sofort als falsche Annahme entpuppte, weiß das: man sitzt da und das Adrenalin rauscht durch den körper und verlangt aufgebracht nach Action, aber der Anlass ist weg :schockiert: .

    Ich finde also, das wichtigste im Training ist, dass man Grundlagen dafür legt, dass man den Hund schnell aus seinem "Hinterhirn-Modus" heraus bekommt, dass er selber weniger schnell da hinenplumpst und dass er bestenfalls Strategien lernt, sich selber schnell da wieder rauszuziehen.

    Ich benutze dafür viele Übungen, die auf die Bedürfnisse des Hundes eingehen, und nicht mit diesen in Konkurrenz treten.
    z.B. Wenn ein Hund unsicher ist, macht es für ihn Sinn "das Gefährliche" im Auge zu behalten, um dann schnellst möglich auf "Lebenserhaltung" (=hinterhirnmodus) umzuschalten und die nötigen Maßnahmen ergreifen zu können. Viele Trainer arbeiten in diesen Fällen mit "Blickkontakt zum Menschen halten" - weil ja, so das Argument, was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.
    Aber der Hund ist ja schon heiß - sobald er das "Ding" bemerkt hat. Solange das Ding weit genug weg ist, ist das dann auch weiter kein Problem. Wenn der Hund das "Ding" aber erst bemerkt, wenn das die kritische Distanz unterschritten hat, hat man in Sekundenbruchteilen ein Riesenproblem, denn der Hund ist blitzartig im Hinterhirn und damit für "Befehle", "Kommandos" oder sonstige Signale nicht mehr ansprechbar.

    Ich mache das daher anders. Ich gebe dem "das Ding ansehen" einen Namen - z.B. "wo ist das DING?" lasse den Hund KURZ das böse DING ansehen, clicke schon die Kopfbewegung in die Richtung des Dings an. Jetzt kommt das geniale am Clicker zum Tragen: Der Click beendet das Verhalten - geil! Der Hund dreht sich also vom DING wieder weg - notfalls kann man dieses Wegdrehen unterstützen, indem man das Leckerchen an seiner Nase vorbe so führt, dass selbige mitschwenkt.... und sobald das Leckerchen im Hund verschwunden ist, und ich denke, dass der Hund sich dem Ding gleich wieder zuwenden wird, sage ich "Wo ist das DING?"

    Was bewirkt das?
    Der Hund kann immer wieder mal zu dem DING gucken und dabei beobachten, was das Ding treibt, ob es sich bewegt, wenn ja wie schnell wo hin, etc. Er wird also nicht beunruhigt dadurch, dass er das Teil nicht beachten soll, weil er ja seinen Menschen ansehen muss.

    Das Ding bekommt einen Namen - wenn also mal so ein Teil plötzlich in seiner Kritischen Distanz aufzutauchen droht, kann man ihn mit einem "Wo ist das DING" darauf aufmerksam machen, und der Hund kann sich a. darauf vorbereiten, dass er gleich so ein DING sehen wird und b. wird dieses DING in einen anderen Zusammenhang gestellt. Nämlich in ein Spiel, dass der Hund mit seinem Menschen spielt, das feste Regeln hat, und bei dem die konsequenzen klar sind (nämlich positive Bestärkungen)

    Das DING wird andauernd mit positiven Dingen verknüpft wodurch sich die konditionierte emotionale Reaktion auf das DING verändert - es wird Gegenkonditioniert.

    Dadurch, dass man das in Distanzen beginnt, die der Und nicht weiter beunruhigend findet wir ausserdem Desensibilisiert. Das Ding kann immer näher kommen, ohne dass der Hund gestreßt wird.

    Der Hund lernt ein Verhalten, dass zum Auftauchen eines beunruhigenden DINGS gehört, nämlich "Einchecken beim Menschen" - Hunde zeigen dann "plötzlich" alle möglichen Sachen an, die sie in der Umwelt bemerkt haben und die sie evtl. beunruhigend finden. Klar. Manch einer kommt dann auf die Idee, einfach alles anzuzeigen, um so "Leckerchen anzufordern" aber na und? Man kann entweder die Gelegeheit nutzen und dem "DING" einen Namen geben, oder man entscheidet sich, das zu ignorieren, weil man von "Futterautomatdrücken" ausgeht. oder der Hund findet tatsächlich auch dieses DING beunruhigend - wie schön, dass wir jetzt einen Kommunikationsweg haben, der uns das wissen läßt!

    "Wo ist das DING" ist ein erstklassiger "von Hinterhirn auf Vorderhirn-Umschalter", weil das Hingucken anzeigt, dass Abkippen ins Hinterhirn doht, oder schon passiert ist, und der Click ist oft noch in der Lage, wieder ins Vorderhirn zurück zu schalten, weil der Click ausschließlich mit tollen Sachen, Bestärkern, Spaß und Sicherheit verknüpft ist, und weil das Clickgeräusch genau in dem Hirnbereich verarbeitet wird, in dem Auch Angst, etc. verarbeitet wird.

    Andere "Umschalter", die ich ständig nutze sind das konditionierte Entspannungssignal, der angekündigte Geschirrgriff und Premack-Bestärker - mit letzteren schalte ich die Hunde vom Vorderhirn aufs Hinterhirn :lol: Instikntives Verhalten als Belohnung; z.B. schnüffeln dürfen, Mauselöcher ausgraben, Wälzen, Leckerchen jagen, Reizangel-Spielen.......

    Ich will gar nicht, dass nur das eine arbeitet, ich will dass der Hund leicht vom Hinterhirni zum Vorderhirni werden kann, dass er andererseits bei Streß Strategieen hat, die "umkippen" möglichst verhindern.

    Falls es doch mal kippt, oder zu kippen droht (wenn man die anfangs beschriebene Analyse wirklich ernst nimmt, lernt man sehr genau abzuschätzen, welche Situationen der Hund meistern kann und welche nicht!) muß man eben Management-Werkzeuge zur Hand haben, die verhindern, dass der Hund im "gekippten" Zustand gefährliche Sachen unternehmen kann.

    Praktisch meine ich damit z.B. so etwas:
    ich habe gerade einen Pflegehund, der ganz furchtbar auf Fahrradfahrer reagiert, wenn diese zu dicht an uns vorbeifahren. Zu dicht ist momentan etwas 3 Meter - wir treffen einfach nicht genügende hier, ich muß den mal wieder mit zum Radweg nehmen) Kann ich also nicht ausweichen und das "Wo ist das Fahrrad?"-Spiel so einsetzen dass der Hund alleine in der Lage ruhig zu bleiben und zu sitzen (oder stehen), setze ich den angekündigten Geschirrgriff ein. Dabei sage ich das Ankündigungssignal, greife dann ins Geschirr und halte einfach nur fest. Merke ich, der hund bleibt ausbalanciert auf den Füßen und hängt sich nicht ins Geschirr, beginne ich DANN mit "Wo ist das Fahrrad".
    Ist er "umgekippt und nur noch "reaktionär" halte ich eben fest und und meinen Mund, bis das Fahrrad weg und der Hund wieder ansprechbar ist. (letzteres kann ich durch das konditionierte Entspannungssignal beschleunigen). Was ich in solchen "verlorenen" Situationen nicht mache, sind Abbruchssignale ober sonstige "Befehle" geben, denn die kommen eh nicht im Vorderhirn - da wo sie korrekt verarbeitet werden können - an. Denn das steht ja gerade auf "Standby" - das Hinterhirn ist in Aktion...

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    okay, offensichtlich sind hier alle einer meinung. na gut, dann mache ich wieder weniger. ich hatte nur das gefühl, sie fängt mit dem quatsch an, wenn sie nichts zu tun hat und eigentlich ruhen soll. meine schlussfolgerung: sie braucht beschäftigung.
    War dann wohl ein fehlschluss :-(


    Naja, Jain :D

    Das wichtige ist, dass sie lernt, wann was ansteht: Wann die Zeiten sind, in denen Aktion mit ihrem Menschen angesagt sind, wann ruhige Teamarbeit (z.b. gemeinsam im Cafe sitzen *lol*) und wann sie sich entspannen soll.
    Das schließt sich nicht aus - das ergänzt sich! Leider wird immer noch häufig pauschal gesagt, "der muß mehr beschäftigt werden" und dann kommen vielleicht wenn man Glück hat auch Sachen, bei denen der Hund ruhig und konzentriert arbeiten kann, bzw muß.

    Ich denke, dass "Entspannen" und "Runterfahren" so ziemlich das erste ist, was ein Welpe, besonders einer aus einer "Action"-Rasse, lernen muß. Entspannung, Ruhe, Gelassenheit, Konzentration sind doch Grundvoraussetzungen für sämtliche weitere Erziehung. Ohne Konzentration und Ruhe keine Aufmerksamkeit - und wenn man die nicht hat, geht gar nichts.
    In Deinem anderen Thread hast Du geschrieben, dass Du clickerst. Du kannst auch "Ruhe" Clickern - ich würde da aber eventuell mit einem Markerwort arbeiten - je nachdem, wei aufregend sie "Clickern" an sich schon findet.

    Such über die Suchfunktion nach Beiträgen zur konditionierten Entspannung. Das wird Euch sehr helfen!
    Ich würde auch viele "ZEN"-Spiele spielen - das bedeutet, "man kommt nicht auf dem direkten Weg zum Ziel, sondern muß einen Umweg gehen" - klassisch ist da "wegsehen vom Leckerchen/Spielzeug/anderen Hunden" (wie das dann im fortgeschrittenen Stadium aussehen kann: http://www.youtube.com/user/LeslieMcDevitt#p/u/6/POprQmrJ2Bc)
    - ich spiele auch gerne "hochdrehen/abkühlen" Spielchen. Dabei darf man anfangs nur ein ganz bißchen und nur winzig-kurz hochdrehen - gerade so, dass das Welpetti die IDEE entwicket sich gleich hochputschen zu wollen, und dann bleibt man ruhig stehen und bewegt sich selber gar nicht mehr, bis der Hund sich wieder abgeregt hat - das clicken und als Belohnung wieder aufdrehen.
    Man muß ein feines Gespühr entwickeln, wieviel genau richtig ist - zu viel und man hat einen ausgerasteten Wurzelzwerg, der einen mit seinen milchzähnchen löchert, aua. Aber es ist wirklich eine schöne Sache für Hunde, die gerne mit ihrem Menschen spielen, weil die Motivation "mit meinem Menschen Spielen" als konsequenz für "schnell ruhig werden" genutzt werden kann - genau das will der Hund ja. So lernt er ziemlich schnell, sein eigenes Erregungslevel zu kontrollieren, er dreht zwar immer noch genauso schnell auf, aber auch schnell wieder runter und ist deshalb während der "Aufgedrehtheit" immer ansprechbar.


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    das mit dem AUA! quietschen funktioniert nicht wirklich, sie bellt dann laut und beißt trotzdem wieder. normalerweise habe ich ja ein spielzeug in der hand, wo sie reinbeißen kann, aber auf der couch sitzend rechne ich nicht damit, das sie angewetzt kommt, mich anbellt und mir in die hand beißt :-(

    Manche Hunde dreht das Quietschen noch mehr auf. Versuchs mit kommentarlosem Weggehen. Mach notfalls die Tür hinter Dir zu. Bei manchen reicht ein entsetzes Einatmen (aufstehen, falls du auf dem Sofa sitzt) und in "Frau Rottenmeier"-Positur werfen - Arme Verschrenken, Kopf wegdrehen, Kinn in die Luft recken und verächtliche Gedanken denken *kicher* - mit ruhiger Stimme loben, wenn sie sich abregt.


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    Und wie soll sie mit anderen hunden kontakt haben, wenn ich gerade aus dem hof und zurück gehen kann (5 minuten ist echt nicht gerade weit). ich dachte, sie sollen von anfang an kontakt haben mit so vielen hunden wie möglich :-(

    Es kommt doch (sowohl bei der Zeit, die du draussen bist, als auch bei der Anzahl der Hunde die sie treffen soll) nicht auf die Quantität, sondern auf die Qualität an. Verabrede Dich mit einzelnen Hundehaltern mit Hunden, die wirklich gut sozialisert sind - solche die die "Frau Rottenmeier"-Positur aufziehen, wenn ihnen so ein Welpenblag ins Gesicht springt. Solche, die nicht ruppig werden, sonder die anfach durch ihre Gelassenheit beeindrucken und dem Knirps sagen, dass die Kraft in der Ruhe liegt.

    Und draussen sein kannst Du auch viel länger - da kommt es eben darauf an, wieviel Aufmerksamkeit sie leisten kann. Geh halt rein, wenn noch was davon übrig ist, nicht erst, wenn sie schon völlig durchgeknallt ist. Denn so entwickelt sie einen Eindruck: komme ich völlig durchgedreht nach Hause - oder bin ich konzentriert (draussen gewesen) und habe alle Anforderungen der aufregenden Welt locker meistern können.
    Wenn sie nämlich mit dem Gefühl "ich bin völlig überfordeeeeeeeert!!!" wieder reinkommt, geht sie mit exakt diesem Gefühl das nächste mal auch wieder raus! Nicht gut!!


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    Ich habe viele Bücher gelesen und internet einträge ect. Und da stand vor allem, dass man einen aussie beschäftigen und fordern muss. und die kommandos kann sie, weil sie sehr sher schnell lernt. 5 minuten klickern haben für sitz und ablegen gereicht und ich denke, 5 minuten klickern sind wohl nicht verwerflich, wenn sie spaß dran hat.

    Nein, clickern finde ich auch nicht verwerflich - ruhig auch länger.

    Und jetzt kommt das ABER, das die wenigsten Bücher, Interneteinträge oder sogar Hundeschulen berücksichtigen:
    Die Emotion, die man beim lernen eines Verhaltens hat, wird mit in das Signal und das Verhalten hinein verknüpft. Wenn sie also beim lernen von Signal XY aufgeregt, gestreßt oder ängstlich ist, wird diese Emotion jedesmal ausgelöst, wenn sie dieses Verhalten ausführen soll.
    Deshalb ist es halt wichtig, wie die Lernumgebung und -Athmosphäre ist - und natürlich welche Methode man wählt.
    Je ruhiger, sicherer, entspannter und erfolgreicher man das Training gestalten kann (und Training findet IMMER statt, ob man sich das nun gerade klar macht oder nicht darauf achtet: der Hund lernt in jeder Situation immer irgendetwas, was sich af sein späteres Verhalten irgendwie auswirkt...), desto sicherer wird der Hund auch sein, wenn das gelernte "abgefragt" wird, oder wenn er vor neue Probleme gestellt wird. Denn logischerweise erlernt der Hund auch ein "Lernkonzept" - mit dazugehöriger Emotion - ist das Training immer angenehm, fröhlich und erfolgreich, oder habe ich oft Misserfolge, bekomme negative Konsequenzen zu spüren und bin verwirrt? Bei letzterem kann man davon ausgehen, dass Lernen ehr keinen Spaß macht, und dass man/hund es ehr zu meiden versucht.
    Jeder der mal einen cholerischen Lehrer hatte, kann sich vielleicht noch erinnern, wie stressen schon die Aussicht war, "morgen" wieder Fach XY bei Herrn Choleriker zu haben, und möglicherweise seine Hausaufgaben vortragen zu müssen, die man eventuell nicht richtig verstanden hat, und daher womöglich falsch gemacht hat, und für die man dann sicherlich morgen einen Anschiss einfangen wird.
    Seit ich Herrn Neermann in Mathe hatte, kann ich nicht mal mehr Kopfrechnen, und bis dahin hatte ich Einsen in Mathe...

    Also nicht nur drauf achten, was der Hund lernt ;)

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    Hallo zusammen,

    alles in allem klappt es bei uns recht gut. Nur zwei Probleme haben wir zur Zeit.

    1. Unser Mailo ist ein richtiger Futterschlinger. Er bekommt Trockenfutter und lässt sich zwischendurch auch gut unterbrechen. Aber ich würde gern auf Dauer hinbekommen, dass Mailo ruhiger frisst.
    Wie bekomme ich das am besten hin oder hilft da nur so ein spezieller Futternapf?

    Schlingt er auch, wenn niemand in seiner Nähe ist?
    Verschluckt er sich beim Fressen?
    Wieso soll er langsamer fressen?
    Wieso wird er zwischen drin unterbrochen?

    Abgesehen davon, dass ich bei Junghunden/Welpen fast gar nichts mehr für den Napf über habe, weil sie sich das tagsüber gegen "Arbeit" verdienen müssen, finde ich, dass Hunde in dem Tempo fressen sollen, indem sie wollen.
    Ich käme auch nicht auf die Idee, Hunde beim Fressen zu unterbrechen, ausser um ihnen weitere Leckerchen dazuzu geben, damit sie lernen, dass es nicht beunruhigend ist, wenn Menschen beim Napf auftauchen, während sie fressen.
    Ich halte nicht viel von speziellen Näpfen (z.B. diese Dinger, die man hochstellen kann, die "angeblich" Magendrehung verhindern...)

    Wahrscheinlich wird er von alleine ruhiger fressen, wenn seine "Futterfeinde" - ihr ;) aufhören, ihm seine Mahlzeit streitig zu machen...


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    2. Wenn wir bei unseren Spaziergängen draußen auf andere Hunde treffen, dann dreht Mailo völlig durch. Er möchte dann natürlich hin und spielen. Bei seiner vorherigen Besitzerin durfte er zu jedem anderen Hund hin. Bei mir soll er aber lernen, dass er an der Leine keinen Kontakt zu anderen Hunden soll.
    Wie bringe ich ihm das am Besten bei? Absitzen lassen, funktioniert nicht. Sobald der andere Hund auf Augenhöhe ist, will er hin. Ablenken mit Leckerlies funktioniert auch nicht richtig..
    Was ist euer Tipp?

    LG Zia


    Angemessene Begrüßung an der Leine üben :hust:

    Den Anfang hast Du doch schon - bau doch auf dem Absitzen lassen auf!
    Das Problem ist meistens, dass der Hund zu lange zu dem anderen hinguckt, sich dann quasi "festsaugt" und dann natürlich hin will.
    Daher ist es eine gute Idee, dass "Hingucken" durch "woanders hingucken" (vorzugsweise Blickkontakt zu Dir) zu unterbrechen. Das andere Extrem: Nur Blickkontakt mit dem Hundehalter" ist meistens ebenso problematisch. Das geht meistens ganz gut, solange der andere Hund noch weit genug weg ist - aber irgendwann ist die "geht noch"-Distanz unterschritten, und dann stellt er plötzlich fest, dass da ein Hund ist :schockiert:
    Deshalb liebe ich das "Wo ist der Hund"-Spiel dabei darf der Hund KURZ!! zu dem anderen Hund sehen. Das (die Kopfbewegung in Richtung des anderen Hundes) clicke ich an, und geben die Belohnung dann so, dass der Hund wieder weg sehen muß - damit das leichter ist, kann man sich auch so aufstellen, dass man selber sich als Sichtunterbrecher dazwischen bewegen kann. Nach dem weggucken, lasse ich dann wieder hingucken, click, mit dem Leckerchen (oder meinen dicken Popo ;) ) wegsehen herbeiführen. Nach einigen wiederholungen fangen die Hunde dan meistens selber an, direkt nach dem Hingucken sich zum Menschen umzuorientieren: Superbingo - genau DAS ist das Verhalten, das man haben will, oder?? Hund sehen, Mensch angucken.
    Ich führe dafür sogar ein Signal ein, nämlich "Wo ist der Hund?"
    Anfangs ist es mir auch noch nicht wichtig, ob der Hund dabei steht oder sitzt, letzteres kommt meistens ganz von alleine, wenn der Hund den Ablauf verstanden hat, und weiß, dass das Spiel "angucken/weggucken" ist, und nicht "angucken/fixieren/hinrennen".

    Wenn man möglichst viele Gelegenheiten nutzt "Wo ist der Hund?" zu spielen (mit allen Hunden, die irgendwo sichtbar werden, auch wenn man denen nicht direkt begegnen wird), lernt der Hund, dass "anderer Hund sichtbar" bedeutet, dass man ein Spiel mit seinem Menschen spielt, und nicht auf diesen Hund zubrettert - Der "andere Hund" ist ein Signal für ein anderes Verhalten geworden. Für ein Verhalten, in dem sein Mensch fest integriert ist, und das immer ruhig, gelassen und entspannt abläuft.
    Nach und nach geht das in immer geringerer Distanz und später auch "in Bewegung" - sprich, man braucht nicht mehr jedes mal stehen zu bleiben (bzw. der Hund muß nicht mehr sitzen). und schließclih bekommt man so auch problemlose Begegnungen an der Leine hin, weil zumindest der eigene hund völlig entspannt dabei bleiben kann.
    Denn meistens laufen diese Begegnungen ja so ab:
    Der andere Halter läßt ohne zu fragen seinen Hund an der Leine (an der straffen Leine!!) an den eigenen Hund heran, somint ist meistens Spannung auf beiden Leinen, ganz schlecht.
    Der andere Halter möchte keinesfalls Kontakt (und läßt sich dann doch von seinem Hund ranziehen), oder zieht seinen Hund an Euch vorbei, oder es soll sogar einige geben, die locker an anderen Hundenvorbei gehen können
    Weil die Wahrscheinlichkeit, dass es doch zum Kontakt an der Leine kommt, übe ich das gezielt. Wie lange ich dafür brauche, geben die Hunde vor. Je aufgeregter sie sind, desto länger kann das unter Umständen dauern.
    Ich arbeite gerade mit einem Hund, der Mitte Januar noch auf 300 Meter Entfernung alle anderen Hunde angebrüllt hat. Seit Mitte März haben wir jetzt jede Woche entspannte Leinenbegegnungen mit jeweils einem anderen Hund zustande bekommen, und er wird jedes mal besser, weil sein Frauchen wirklich fleißig "wo ist der Hund?" spielt, ausweicht, wenn er zu aufgeregt ist, großzüging bestärkt, ihren Hund großartig lesen kann und einfach ein tolles Timing hat. :gut:

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    hallo allerseits!
    bin noch ganz neu hier aber ich habe schon einen gewaltigen stein auf dem herzen.
    ich hab da ein kleineres problem. eigentlich ein ziemlich grosses problem.
    meine kleine fellnase ist jetzt etwas über 1.5 jahre alt, hatte bislang aber kein festes zuhause (strassenhund, dann auf einer privaten auffangstion, jetzt bei mir seit 4 monaten) irgendwie blüht sie erst jetzt so richtig auf.
    sie ist sehr lernwillig, ein richtiger goldschatz aber seit etwa 2 wochen hat sie ihre macken.
    und da kommt schon die 1. frage: kann das sein dass sie erst jetzt in die pubertät kommt?!

    Nein, nicht wirklich :)
    Aber es kann sein, dass sie sich eben jetzt so sicher bei Dir fühlt, dass jetzt ihr "Wahres Ich" zum Vorschein kommt. Ich habe ja hier Pflegehunde und Hunde zum Sitten da - da kann ich das immer wieder beobachten. Wie lange das dauert, ist sehr unterschiedlich, und auch, wie stark die Verhaltensunterschiede sind, aber eigentlich passiert es immer früher oder später.


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    nun ja sie testet mich (oder vielmehr meine "position als rudelführer") auf herz und nieren... sie kläfft plötzlich alle möglichen leute an, springt und zerrt wie wild an der leine 'rum wenn wir an einem anderen hund vorbeigehen und zieht auch sonst wieder viel mehr an der leine. das letzte mal was das während der läufigkeit so, danach war alles super bis jetzt.


    Wann war sie denn läufig? (etwa 2 Monate nach der Läufigkeit werden Hündinnen scheinschwanger - das kann sich auch mehr oder weniger stark auf das Verhalten auswirken.
    Begriffe wie "austesten" und "Rudelführer" werden Dich auf die falsche Fährte bringen. Lebewesen "testen" immer, welche Konsequenzen die Umwelt auf ihr Verhalten hat. Und die "Rudelführer/Dominanztherorie" ist schon vor zwanzig Jahren von dem, der sie ursprünglich selber verbreitet hat, als falsch wiederlegt worden (Google-Tipp David Mech, http://www.cumcane.de/component/opti…fileinfo/id,12/ ). Nur leider dringt das nur grammweise an die Öffentlichkeit, Hundehalter und -Trainer durch.
    Wichtig ist doch nur: Sie zeigt ein Verhalten, dass Dir nicht gefällt - statt dessen soll sie eigentlich etwas anderes machen:
    Überleg Dir, was sie machen soll, und trainier das dann! (dazu gerne später mehr)


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    ich verzweifle so langsam aber sicher. manche tage sind echt toll, da ist sie ganz folgsam und lieb (so wie heute) aber meistens herrsch bei ihr im kopf durchzug sobald wir draussen sind. wenn ich sie von der leine lasse ist sie überhaupt nicht mehr abrufbar, sie kommt dann wenn es ihr grad passt oder eben garnicht obwohl ich sie jedesmal lobe wenn es klappt und sie zu mir kommt.

    Jep, das ist/wäre bei meinen Pflegehunden ganz genau so. Weil ich das weiß, laufen sie derzeit nur an der Schleppleine - wenn ich weiß, dass der Rückruf unzuverlässig ist, kann ich sie doch nicht ableinen, sondern muß erst sicherstellen, dass der Rückruf funzt!
    Provokante Frage: würdest Du arbeiten gehen, wenn dafür nur ein nettes Lob bei rausspringen würde?
    Eine Amerikanische Trainerin sagt dazu sinngemäß:
    man trainiert einen Rückruf ja, damit er irgendwann vielleicht in einer lebensbedrohlichen Situation funktioniert - der Hund rennt auf eine vielbefahrene Straße zu, man ruft, er macht eine fliegende Kehrtwende und kommt auf einen zugebrettert, Puuuuh, welch Erleichterung!! WIE begrüßt man dann seinen Hunde? GENAUSO muß man das auch üben! Als ob man den Hunde grade aus den Klauen des Todes entrissen hätte, auch wenn er nur 90 cm von einem entfernt gestanden hat und mit genau NICHTS anderem beschäftig war. Der Rückruf ist das alleraller wichtigste - also muß man auch mit dem allerwichtigsten (aus der Sicht des Hundes) belohnen. Fahr die richtig dicken Geschütze auf: die RICHTIG leckeren Delikatessen, das richtig tolle Spielzeug etc. Und das ganze Häufig und abwechslungsreich üben, gerade auch in völlig "unaufregenden" Situationen, wo es dem Hund wirklich richtig leicht fällt, das richtige Verhalten zu zeigen!


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    inzwischen lasse ich sie kaum mehr von der leine, wenn dann kommt sie an die schleppleine aber auch da ist sie nicht abrufbar (natürlich kann ich sie so jederzeit zu mir heranholen aber es frustriert mich trotzdem, dass plötzlich alles gelernte wie weggeblasen ist... :???:

    Zieh sie nicht mit der Schleppe zu Dir heran, denn so lernt sie nur genau zu unterscheiden: "wenn die Leine dran ist, hat Frauchen mich voll unter Kontrolle - ist sie ab, hat sie es nicht *zungerausstreck*"
    Nutz die Schleppe, um die Signale zu trainieren, ohne dass sie "durchgehen" kann. Aber wenn sie ein Signal nicht befolgt, setzt nicht die Schleppe ein, das Signal "durchzusetzen" - sie hat einfach noch nicht verstanden, dass "Komm" auch in den Dreimilliarden anderen Situationen als die paar, in der es jetzt schon mal geklappt hat das gleiche bedeutet. Sie ist doch erst seit ein paar Monaten da - sie hat es einfach noch nicht genügend gelernt!

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    kann mir da jemand helfen? habt ihr irgendwelche tipps oder erfahrungen wie ihr mit solchen problem umgeht/umgegangen seid? hab ich grundlegend irgendwas falsch gemacht und das ist jetzt die quittung oder ist es wirklich einfach eine "phase" und ich muss einfach durchhalten und weiterüben?


    Stell Dir vor, Du bis vor vier Monaten nach China ausgewandert, und hast vorher noch kein einziges Wort chinesisch gesprochen, kennst die Kultur, Sitten und Gebräuch nicht. Wie viele Fehler werden Dir unterlaufen, ohne dass Du "testest" oder die Qualifikation Deines neuen chinesischen Chefs in Frage stellst ;) Du mußt nur einfach ALLES erst lernen. Genauso geht es Deiner Fellnase - sie weiß nicht nur nicht, welches Verhalten "das richtige" ist noch weiß sie, wie diese Verhalten heißen. Das ist Deine Aufgabe: Ihr das zu vermitteln.

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    ich versuche echt geduld zu haben aber es fällt mir manchmal schwer weil ich dauernd wieder bei 0 anfangen muss.
    vielleicht kann mir ja jemand etwas mut machen, ich zweifle echt immer mehr an mir aber das sollte ich den hund ja nicht spüren lassen.
    ganz lieben dank im voraus!
    grüssli
    Nastassja

    Mach es Euch selber einfacher: Such Dir einen Trainer, der über positive Bestärkung arbeitet - am besten mit dem Clicker. Denn damit hast Du ein Ass im Ärmel: eine Übersetzungshilfe.
    Mit dem Clicker kannst Du alles bestärken, was die Nase schon richtig macht, und ich wette, das ist viel: sie geht bestimmt oft schön an der Leine, ganz oft sieht sie dich an, oft läuft sie auf dich zu, oder macht irgendetwas anderes, was dir gefällt, und was du gerne öfter sehen würdest.
    Das Tolle am Clicker ist, dass all die tollen Sachen noch keinen "Namen" haben müssen - Du kannst es einfach belohnen, wenn der Hund es zufällig gerade macht.
    Das ist in etwa so, als wenn Du in China noch immer die Sprache nicht sprichst, aber Dein Chef dir jedesmal, wenn Du irgendwas richtig machst, zu verstehen gibt, dass das richtig ist. Dann wirst Du das automatisch wiederholen, bzw. es beim nächsten mal wieder so machen. Nach und nach wird Dein Chef dann vielleicht bestimmte Begriffe sagen, und Du wirst lernen, welche Sachen wie heißen, und was Du damit machen sollst.

    Ich mache das mit meinen Pflegehunden auch so, dass ich quasi ständig Verhalten, das ich gut finde bestärke - dadurch tritt das häufiger auf, und ungewünschtes Verhalten hat einfach auch weniger Zeit um zu passieren ;) - nach und nach führe ich dann für die gewünschten Verhalten die dazugehören Signale ein. So hat der Hund auch die Chance, das Signal mit dem richtigen Verhalten zu verknüpfen.

    Stell Dir folgendes vor:
    ich sagen chow während du gerade auf eine tür zugehst. Dann sage ich chow, wärend du dir die Haare kämmst, Chow und du denkst gerade, dass du dringend aufs Klo mußt, Chow, während des Fernsehens, Chow chow beim Anziehen...
    Weißt Du jetzt, was Chow heißt?? Ich wette nicht ;D
    Wenn er es aber IMMER sagt, bevor Du anfängst zu essen, wirst Du vielleicht auf die Idee kommen, dass es etwas mit dem Verhalten "Essen" zu tun haben könnte. Dann kannst Du nachfragen, indem du z.B. "Chow" sagst und eine typische Handbewegung machst und/oder auf das Essen zeigst. Wenn der Chef nickt, hast Du eine neue Vokalbel gelernt.

    Genauso ist das auch beim Trainieren von Hunden: man muß das richtige Verhalten mit der gewünschten Vokabel so verknüpfen, dass der Hund einen gemeinsamen Nenner erkennen kann, und wenn er dann nachfragt, muß Du mit einem "JA, GENAU" = Jackpot bestätigen!!

    Also:
    Schleppleine dran.
    Perspektive verändern: weg von - das soll sie nicht zu "das und das und das und auch das ist völlig richtig - Belohnung".
    Wenn du vorhersagen kannst, das sie Verhalten XY gleich zeigen wird, sagst Du dein gewähltes Signal: Du sagst "Komm" - wenn sie eh auf die zu rennt, du sagst "Sitz", wenn du sicher bist, dass sie sich gleich hinsetzt.
    Du stellst sicher, dass sich ihr richtiges Verhalten (das was du möchstst, dass sie zeigt) sich auch richtig für sie lohnt.
    Davon ausgehen, sie neue "Vokabeln" in neuen Umgebungen oder Situationen tatsächlich nicht umsetzen KANN - im Gegensatz zu "will nicht", "testet aus" oder "Stellt Rudelführerschaft in Frage"
    Training so gestalten, dass sie möglichst viel richtig machen kann, sodaß du sie häufig bestärken kannst, damit sie viele Erfolgserlebnisse hat, denn ERfolgserlebnisse motivieren zur weiteren Mitarbeit, begeistern und beschleunigen das Verständnis!

    Ihr bekommt das bestimmt hin!!

    Hallo,

    obwohl der Thread jetzt schon etwas "fortgeschrittener" ist, und sich einiges getan hat, geh ich noch mal an den Anfang.
    Ich sollte dazu sagen, dass ich das meiste, aber nicht alles gelesen habe. Ich habe allerdings den Eindruck, dass die Probleme grundsätzlich noch bestehen.


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    So, das ist vermutlich jetzt etwas doppelt, aber irgendwie wollte ich das einfach mal zusammenfassen.
    Vermutlich bin ich dann noch mutloser, wenn ich alles hier versammelt sehe, was schief läuft.
    Vielleicht aber sagt mir hier ja auch Jemand, dass es nicht so schlimm ist wie ich denke.
    Also fangen wir mal an was bei uns (Lucky und meiner Familie) nicht funktioniert.

    - die Leinenführigkeit: je länger die Leine ist, desto weniger zieht er, nur kann er sich einfach nicht an einen vorgegebenen Raduis halten.


    Ja, das kommt mir bekannt vor.

    Stell Dir "Aufmerksamkeit auf Frauchen/Herrchen" wie die Erdanziehungskraft vor - je weiter der Planet weg ist, deso stärker können andere "Anziehungen" = Ablenkungen auf den Hund einwirken und verändern die "Umlaufbahn"
    Man hat zwei Möglichkeiten, daran zu arbeiten, die man beide zusammen einsetzen kann: man macht den Radius zunächst kleiner, und vergrößert ihn langsam und zunächst nur in Situationen, in denen keine anderen "Anziehungen" stören. Und man mach den eigenen Planeten "schwerer" - man belohnt gewünschtes Verhalten, besonders Aufmerksamkeit stärker.


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    - das Pöbeln: Er bellt andere Hunde und teilweise auch Menschen an, zerrt an der Leine und mittlerweile bin ich nicht mehr sicher, ob er "nur spielen" will.

    Da hast Du eine von den konkurrierenden Ablenkungen.
    Ich versuche bei solchen Sachen, in einem Abstand zu bleiben, in der meine "Anziehung" möglichst noch größer ist, als die der "Ablenkung". Und dann bestärke ich Umorientierung auf mich.
    Grundsätzlich würde ich solche Situationen sehr gezielt trainieren. Damit meine ich, dass, wenn man keine Kontrolle darüber hat, wie weit man von den anderen Hunden wegbleiben kann, man solchen Situationen aus dem Weg geht. Und sich statt dessen Gelegenheiten ausguckt, wo man sicherstellen kann, dass der hund möglichst nur bestärkenswertes Verhalten zeigen kann.
    Im Laufe des Threads hast Du geschrieben, dass Du denkst, dass Dir Einzeltraining nichts bringen wird, weil Du dann ja alleine mit dem Trainer "spazieren gehst". Das sehe ich anders. Erstmal sagt ja "Einzeltraining" z.B. nichts darüber aus, wo und wie es stattfindet, sondern nur, dass Du und Dein Hund die VOLLE Aufmerksamkeit des Hundetrainers hast. Logischerweise ist das in Gruppenstunden anders, vor allen Dingen in Gruppenstunden, die in der Öffentlichkeit stattfinden.
    Ich denke, dass Einzelstunden sehr viel mehr bringen, als Gruppenstunden, denn ich kann viel mehr Info an den einzelnen Kunden bringen, ich kann mich ganz auf das eine Team konzentrieren, ich kann das Training so einrichten, dass die Trainingsmöglichkeiten so auftreten, dass ich genau vermitteln kann, wie man sich in Situation XY genau verhält. Wenn ich mit einem Leinenpöbler arbeite, gehe ich mit dem Team an einen Ort, wo ich wahrscheinlich andere Hunde sehen werde, aber in Distanzen, die der Hund meistern kann, wenn der Mensch die richtigen Maßnahmen ergreift. Man muß also erstmal dem menschlichen Teil des Teams trainieren, richtig zu agieren. Dazu MUSS der andere Hund weit genug weg sein, damit man auch die Möglichkeit hat, rechtzeitig Verhaltensanweisungen zu geben, die der Mensch dann noch rechtzeitig umsetzen kann. Nebenbei, während der Mensch die Abläufe lernt, lernt der Hund auch etwas, nämlich das bestimmte Sachen passieren, wenn ein anderer Hund auftaucht, und das bestimmtes Verhalten sich sehr lohnen. Weil die Distanz ja groß genug ist, ist das sehr leicht für den Hund, also hat er fast immer Erfolg. "Kein Erfolg" - wenn er also doh mal in die Leine hechtet, oder bellt, ist ungefährlich und man muß also nicht wirklich eingreifen, und das ist sehr wichtig, weil JEDE Reaktion des Menschen auf ein solches Verhalten BESTÄRKEND auf das Verhalten wirkt, ups.
    Genau, Abruchsignale wie "Nein" bestärken das unangemessene Verhalten... Deshalb ist es so wichtig, dass man die Situationen so wählt, dass der Hund keinen notwenigkeit sieht, loszupöblen.
    Statt dessen hat man durch die schlau gewählte Distanz die Gelegenheiten unzählige Male das gwünschte Verhalten zu bestärken.
    Was ist "gewünschtes Verhalten"?
    ALLES, was nicht pöbeln ist, z.B.
    Blickkontakt zum Halter, Schnüffeln am Boden, Fingertouch, Sitzen, Fuß gehen, Umdrehen und weg gehen, den anderen Hund ansehen und sofort umorientieren ("Wo ist der Hund"-Spiel).
    Wie Bestärkt man?
    mit allem, für das der Hund in der Situation arbeiten würde - solange er dabei nicht hochgeputscht wird. Anfangs arbeite ich sehr viel mit Futter, das kann man mit Trainingfortschritten durch andere hochwertige Bestärker ergänzen.
    Wie oft bestärke ich?
    So oft es geht = alle paar Sekunden!
    Das bewirkt nicht nur, dass der Hund lernt, welche Verhalten angemessen sind (= viele Sachen, solange sie nicht "pöbeln"sind) sondern, dass Du auch den Radius verkleinerst und Dein eigens "Gewicht" erhöhst (die Erdanziehungskraft)


    Zitat


    - mobben anderer Hunde: bisher zweimal vorgekommen, sollte sich nicht wiederholen.

    Die Baustelle würde ich erst mal "liegen lassen", sprich, durch Management verhindern, dass er das wiederholen/üben kann, aber das Training erst mal auf die anderen Baustellen konzentrieren. Die Wahrscheinlichkeit, dass er durch das Arbeiten am Leinepöbeln auch etwas über das Verhalten im Freilauf lernt, steigt, weil er ja nicht lernt, was er nicht soll (an der Leine pöbeln) sondern, was stattdessen richtig ist. Und vieles davon fällt unter "Beschwichtigungssignale", die er an den anderen Hund richtet. Allerdings ist natülich die Situation eine andere, und da Hunde schlechte Generalisierer sind, gibts da keine Garantien.
    Es hat aber wenig Sinn, daran zu arbeiten, im Freilauf schön zu spielen, wenn ihr nicht ohne zu pöbeln in die Nähe eines anderen Hund kommt, bzw. die Nähe von anderen Menschen/Hunden so aufregend ist, dass es dann durch zu viel Streß zu ungewünschten Übersprungshandlungen kommt.


    Zitat

    - gemeinsames Gassigehen: Wenn mein Freund dabei ist, brauch ich gar nicht versuchen, irgendwelche Kommandos zu wollen. Mein Freund könnte ihn vllt abrufen, aber ich bin dann für ihn Luft :sad2:


    Eine weitere ablenkende "Anziehungskraft", die die Konzentration Deines Hundes ablenkt.
    Das ist bestimmt doof in der Umsetzung, besonders am Anfang. Aber du kannst auch diese Ablenkukngskraft bearbeiten, indem Du sie erstmal weiter weg schickst :roll: und den Radius deines Hundes mit einer Leine/Schleppleine begrenzt und dann Dein eigenes "Gewicht" erhöhst.
    Da Dein Freund ja auch Einfluß haben soll, würde ich da also abwechseln. Einmal arbeitest Du, und Dein Freund ist auf Distanz, und dann wieder umgekehrt. Nach und nach wird die Distanz reduziert.


    Zitat

    - Hundetreffen: Hier das Gleiche, er hört überhaupt nicht mehr und wenn man ihn dann mal anleinen muss oder er soll warten, kläfft er in einer Tour und zieht wie ein Beserker.

    Das gehört auch zu den Situationen, die ich erstmal vermeiden würde, weil sie momentan noch ausserhalb seiner Möglichkeiten liegen. Das ist ein schönes Ziel, auf das man hin arbeiten kann, aber im Moment ist es einfach noch zu viel verlangt.
    Ist das denn grundsätzlich bei allen Treffen mit Hunden, egal wie viele Hunde, egal welche Hunde, egal wo?
    Oder gibt es vielleicht einen einzelnen Hund, bei dem das gut klappt, wenn man an einem ansonsten ablenkungsfeien Ort ist, und man die Situation so beeinflußen kann, dass sich Dein Hund beim Spielen nicht so hochputschen kann (häufige Spielpausen, entspannen in den Pausen, wieder zum Spielen freigeben...). Dann kannst Du ihm so die Möglickeit bieten, mit einem Hund zu spielen, etwas darüber zu lernen, dass ein Rückruf nicht das Ende vom Spaß bedeutet, sondern oftmals mit Weiterspielen dürfen belohnt wird, und dass auch "Spielen dürfen" nicht bedeutet, sich hochzudrehen, bis man blaun anläuft und umfällt, sondern, dass man sich zwischen drinn immer wieder mal entspannt.
    Wenn man das so einrichten kann, und den Hund oft dazu "zwingt" kurze, entspannende Pausen einzulegen, lernt er, sein eigenes Erregungsniveau selber so zu regulieren, dass er selber diese Spielpausen macht (das machen Hunde nämlich eigentlich von alleine, wenn sie Spielen mit einem erfahrenen Spielpartner gelernt haben - das ist nur leider etwas, was in normalen Welpenspielgruppen untergeht, weil da viele Welpen zusammen spielen und selbst wenn einer eine Pause signalisiert, man einfach mit einem anderen weiter toben kann. In kleinen Spielsessions mit nur einem, möglichst erwachsenen Hund passiert so was ehr nicht...


    Zitat


    - auf Stur schalten: Meistens, wenn wir einen Leinengang haben und die ersten 200 meter gehen, dreht er die Ohren nach hinten und schaltet völlig auf Autopilot.


    Jau, so etwas habe ich derzeit in zweifacher Ausfertigung im Haus. Das fängt an, wenn ich die Leine in die Hand nehme: wildes Gehüpfe. Es würde draussen weiter gehen mit ziehen, bis der Arzt kommt, bzw Hund da ist, wo er hin wollte (nächste Schnüffelstelle) oder irgend etwas in der Umwelt auftaucht, was die volle Aufmerksamkeit auf sich zieht (in diesen beiden Fällen Menschen, Hunde, Katzen, andere Tiere, Autos, Fahrräder, Motoräder...) auf die dann mit Pöbeln oder Jagdverhalten reagiert werden würde.
    Demzufolge bewege ich mich gar nicht (um anzuleinen, zunächst), bis der Hund sitzt oder ruhig steht. Das braucht meistens einige durchläufe, weil der Hund meistens direkt aufspringt/loszappelt, wenn ich mich bewege. Dann steh ich halt wieder still, bis der Hund wieder steht/sitzt. Ich sage kein "sitz" oder ähnliches, ich möchte, dass die Situation "Mensch hat Leine in der Hand --> gleich gehts raus" zum Signal für "ich stehe/sitze ruhig und lass mich anleinen" wird.
    Meistens geht das zappeln dann wieder los, wenn die Tür aufgeht, gleiches Spiel: Hunde zappelt, Tür geht wieder zu. Hund ist ruhig, Tür wieder auf.
    Bei mir muß aufgrund meiner Haustürsituation der Hund zuerst raus - aber langsam und vor der Tür wird auf mich gewartet, bis ich die Tür von aussen zu habe und bereit zum losgehen bin, und das bin ich erst, wenn der Hund mich ansieht :D
    Dann mache ich einen Schritt - und wenn die Aufmerksamkeit weg ist, bleibe ich sofort wieder stehen, bis die Aufmerksamkeit wieder da ist, wo sie hingehört (bei mir *kicher*). Das ist die ersten Male TIERISCH nervig. Weil man so gelegentlich nur in einzeln Zwergenschritten, und möglicher Weise nur bis zur nächsten Pipi-Stelle kommt, aber so ist das dann eben. Je hartnäckiger man zu Anfang ist, je weniger man sich auch nur einen einzigen Schritt ziehen läßt und je mehr man daran arbeitet, dass der Hund tatsäcchlich SELBER auf die Ideekommt, auf einen zu achten (was man ja großzügigst bestärkt), desto schneller hat man einen Hund, der eben auch auf den ersten 200 Metern auf seinen Menschen aufpasst, und nicht nach dem Motto "Ohren zu und durch" losstürmt.

    Richtig problematisch ist es, wenn man auf dieser "Stotterstrecke" dann auch noch "Sachen" trifft, die die Aufmerksamkeit des Hundes "aufsaugen" (also bei meinen beiden Kandidaten z.B. Autos, Fahrräder, Menschen, Hunde, andere Tiere.... alles was sich schneller bewegt, als ein Gletscher....) dann muß man durch geeignete Maßnahmen* dafür sorgen, dass der Hund nicht nur körperlich bei einem bleiben kann, sondern auch geistig und emotional und nicht ins LalaLand verschwindet. Läßt sich nicht hundertprozentig vermeiden, aber je besser einem das gelingt, bis die anderen Trainignsmaßnahmen greifen, desto besser, weil der hund so keine/nur sehr wenige Gelegenheiten hat, sein unerwünschtes Verhalten (aus)zu üben (und Übung macht den Meister, ups)...


    Zitat


    - meine Ungeduld: Unser größtes Problem, ich bin manchmal einfach nur mutlos und möchte alles hinschmeißen und dann gibts Tage, wo alles geht...
    Sicherlich liegt die Hälfte aller Probleme nicht an Lucky, sondern an mir.

    Stell Dir vor, Du bist eine Supertrainerin, und Lucky ist nicht dein Hund, sondern einer, der nur bei Dir ist, um endlich vernünftig trainiert zu werden.
    Der kleine Gedankentrick bewirkt einen etwas größeren "Abstand" - man nimmt das Verhalten nicht persönlich, man kann etwas objektiver urteilen. Und man weiß, dass die Lernkurve KURVE heißt, weil es keine GERADE ist, die linear nach oben verläuft. Es wird Tiefpunkte geben. Immer mal wieder. Wichtig ist, dass der Trend in die richtige Richtung verläuft.

    Zitat

    Dann noch die Sache mit der Hundeschule und seiner nicht vorhandenen Konzentration dort...
    *sfz*

    Das ist natürlich nicht ideal. Aber am aller Wichtigsten ist erstmal, dass Du für Dich den richtigen Weg findest, dass Du motiviert bist, Spaß hast, und Trainingserfolge siehst (Traingserfolge sind leichter zu erzielen, wenn man die Anforderungen so stellt, dass der Hund sie leisten kann. UND: nur Trainingserfolge motivieren, mit dem Training weiter zu machen....). Wenn das "steht" kannst Du anfangen, Deine Männer zu motivieren, "gescheit" mitzuarbeiten.

    Übrigens MÜSSEN die nicht wirklich alles ganz genau so machen, Hunde sind Kontext-Lerner und können also lernen, das "stehen bleiben" bei Herrchen "Stop" und bei Frauchen "Halt" und bei Opa "Wartgschwind" heißt. Was verwirrt, unsicher macht und das Training torpediert, ist das einsetzen von unterschiedlichen Konsequenzen, wenn z.B. einer mit Bestärkung arbeitet, ein anderer aber mit Bestrafung - damit kann man sich wirklich die "Befehle" versauen (Google-Tipp "Poisoned Cue")


    * Die geeigneten Maßnahmen:
    Neben dem "Bestärken, was immer angemessenes Verhalten ist" setze ich bei meinen Raketen folgendes ein (sollte über die Suchfunktion zu finden sein, oder einfach Nachfragen :D):
    angekündigter Geschirrgriff
    konditioniertes Entspannungssignal
    "Wo ist (was auch immer die Konzentration des Hundes ablenkt)"-Spiele (Ja, klingt kontraproduktiv, ist es aber nicht...)
    Lockerer Leine in allen Lebenslagen.
    Aufmerksamkeit bestärken - in allen Lebenslagen

    "Befehle" setze ich erst ein, wenn der Hund in der jeweiligen Situation auch tatsächlich schon "operant", das heißt willentlich sein Verhalten im Griff hat. Oftmals verlangt man nämlich wirklich zu viel vom Hund - auch "wenn der genau weiß, was Sitz heiß" - klar weiß er das, aber in solchen Situation ist sein Gehirn einfach komplett mit völlig anderen Dingen beschäftigt, und er muß erst lernen, diese Dinge so wegzufiltern, dass er das "Sitz" a.) überhaupt mitbekommt und b.) auch ausführen kann.

    Jui, das ist jetzt ein halbes Buch geworden ;)
    Ich hoffe, Du kannst was damit anfangen.

    Hunde haben einen Blickwinkel von ca. 270°
    Bist du sicher, dass er nicht mitbekommt, dass Du den Stein wirfst?

    Die Idee ist die selbe, wie "hund muß warten, während ich Ball werfe, bis ich ihn freigebe" und lehrt so auch zu einem gewissen Grade Impulskontrolle.
    Aber nicht am Wild. Um das zu trainieren, brauchst Du, tja, Wild...

    ich guck mir das gar nicht erst an. Es würde mich aggressiv machen.
    und dann bin ich auch immer total im Zwiespalt. Man kann das ja so nit stehen lassen. Aber wie kann man sinnvoll etwas unternehmen.
    Man kann versuchen, in Foren Menschen, die wirklich auf der Suche nach besseren Wegen sind zu überzeugen.
    Ich glaube aber nicht, dass man "Jünger" von solchen "Flüsterern" zum umdenken bringen kann, jedenfalls nicht, wenn man auf Konfrontation geht. Das stärkt nur die Abwehrhaltung :(.

    Ich denke, man kann viel erreichen, wenn man einfach den Menschen hilft, die einen auf der Suche nach positiven Methoden von alleine finden. Denn die werden den "Virus" ;) dann weiter verbreiten.

    Die "Flüsterer" werden hoffentlich irgendwann aussterben.
    Weiß jemand, wer der "Originale" Hundeflüsterer ist?

    muß man etwas nachmachen, was eine Hundemutter macht?
    KANN man es überhaupt ganz genau so machen, wie sie es macht?

    Dazu könnte man ja mal vergleichen
    Hunde haben keine Hände.
    Menschen haben keine Schnauzen.
    Hunde haben eine etwa vierfach schnellere Reaktionszeit (sprich, die sind mit "Raktion auf ein Verhalten" schon fertig, bevor wir überhaupt das Verhalten bemerken = unser timing ist viel zu langsam)
    Hunde verhalten sich wie Hunde.
    Menschen verhalten sich wie Menschen (und machmal so, wie sie interpretieren, dass sich Hunde verhalten - noch vor einigen Jahren waren Menschen auch fest davon überzeugt, dass Wölfe andere wölfe auf den Rücken rollen - was führende Forscher inzwischen als Blödsinn entlarvt haben)
    Menschen haben eine verdamt große Großhirnrinde.
    Die von Hunden ist ziemlich viel kleiner.
    Menschen kommunizieren viel durch Geräusche
    Hunde durch Körpersprache.


    Menschen sind keine Hunde. Hunde sind keine Menschen.
    Warum sollten wir also versuchen, Hundeverhalten zu imitieren - BESONDERS, wenn es sich um Bestrafung handelt, und ganz besonders, wenn der Hund das erwünschte Verhalten, was immer dieses auch ist, schneller, nachdrücklicher, effizienter und für beide (Hund und Mensch) mit viel mehr Spaß durch positive Bestärkung zu erreichen ist?


    Was ich immer wieder überraschend finde: Menschen, die viel über Bestrafung (und häufig weden die Aktionen, die dazu herangezogen werden als funktioniert doch, ist nicht so schlimm, machen Hundemütter... tituliert), machen grad das nötigste mit dem Hund. Sitz Platz Bleib Komm, und ein Abbruchsignal. Diese Leute freagen clickertrainer höchst erstaunt, warum sie um himmelswillen denn den Hund nicht ein bißchen Hund sein lassen können und immer an ihm rum erziehen müssen, und trainieren, und trainieren und trainieren...

    Offenbar gibt es zwischen den Methoden einen einizigen gewaltigen Unterschied.
    Der eine macht beiden, Mensch und Hund Spaß.