Beiträge von Shoppy

    Ich hab einen Haufen netter "Werkzeuge" in meinem Köfferchen.
    Die besten Erfahrungen habe ich mit der Kombo "Zeigen und Benennen", Entspannungssignal, Pendeln, BAT (http://ahimsadogtraining.com/blog/bat/ - das ist im Prinzip Pendeln mit ein paar Eigenheiten), klassische Konditionierung und Desensibilisierung gemacht.
    Wichtig ist, dass der Mensch am Leinenende wirklich ruhig und entspannt ist und genau weiß, was er tut und warum. Er braucht einen Plan, und er muß sicher sein, dass der funktioniert.
    Das Problem ist, dass man den anfangs eben nicht hat, man ist unsicher, nervös, verspannt und hat Angst vor der Reaktion seines Hundes, und selbige ist einem peinlich.

    Das kann man a.) nicht auf Knopfdruck abstellen nur weil man es irgendwo gelesen hat, dass man "sicher und cool" sein soll, b.) nicht schauspielern, weil Hunde einen besser lesen und verstehen können, als wir die Zeitung mit den vier Großen buchstaben und den vielen bunten Bildern....

    Also muß man nicht nur den Hund trainieren, man muß auch den Menschen trainieren. Man muß dem Halter Situationen geben, in denen er sich sicher fühlt, in denen das, was er macht funktioniert, wo der Hund ansprechbar ist, und mitmachen kann. Das ist für den Menschen sehr viel wichtiger als für den Hund - ICH kann einen Hund auch desensibilisieren/gegenkonditionieren, wenn er zwischendurch gelegentlich ausflippen muß, weil man eben im öffentlichen Leben NICHT allen Auslösern immer so weit ausweichen kann, wie man müßte. Ich hab trotzdem meinen Plan, und weiß dass der funktioniert, und mir ist es auch nicht peinlich, wenn sich ein Hund grad mal was echauffiert, weil er eben MUSS, weil er in einer Situation ist, die er nicht verpacken kann. Auch dafür hab ich "Werkzeuge" (z.B. den angekündigten Geschirrgriff, entspannungssignal, Augenzuhalten uvm...).

    Aber die mußte ich eben auch erst lernen, und als ich das noch nicht konnte, hatte ich Angst, es war mir peinlich, wenn ein Hund sich wieder aufführte wie blöde und ich selber kam mir noch blöder vor und ich war frustriert, genervt und sauer auf mich und den Hund.
    Man selber ist konditioniert - man reagiert auf das Auftauchen des Auslösereizes mit der selben Emotion wie der Hund, weil man eben muß. Schöne Grüße von Pavlov.

    Man muß sich als Halter eines "Leinenpöblers" eben erstmal selber Gegenkonditionieren, damit man sich selber wirklich sicher ist, was man da tut.


    Und wenn ich mit meinem Zweithund eins gelernt habe, ist das folgendes - jegliche Art von Bestrafung in diesem Training, egal wie "harmlos" die auch ist, ist völlig überflüssig. Dem Gandhi hätte ich einen Knüppel auf den Kopp kaputt hauen können, wenn der im "da kommt ein Auto"-Wahn war - das hätte der gar nicht mitbekommen. Nicht, dass ich das jemals nut ansatzweise versucht hätte, aber auf was, bitte schön, hätte ich das eskalieren müssen, damit da ein aversiver Reiz ankommt, in dem heißkochenden Hirnchen?
    Und warum hätte ich auch sollen, das "überflüßige Spielkram Hilfsmittel": Clicker und die anderen "Wattebäuschchen" :rollsmilie2: funktionieren ja so wundervoll...
    Ich deckele kein unerwünschtes Verhalten - das ist nämlich nur einfach so, als ob man eine Feder zusammendrückt - die einem dann ins Gesicht fliegt, wenn die Spannung größer wird, als der "Deckel" dem man der Spannung verpasst hat. Oder an einem Beispiel.
    Wenn man einem Hund verbietet, mit einem "klaren Nein" Verhalten XY zu zeigen, wenn ein anderer Hund in 5 Metern vorbei geht, kann es sein, dass das ausreicht, um das Verhalten zu unterdrücken. Was aber, wenn der andere Hund in einen hinein donnert? Dann fliegt einem das gehemmte Verhalten des eigenen Hundes nämlich völlig ungehemmt um die Ohren. Denn man hat nichts dafür getan, dass er die Situation an sich besser ertragen kann - man sich einen Dampfkochtopf gebaut, gedacht, dass der Deckel schon hält, und dann dafür gesorgt, dass der höchst mögliche Druck nicht überschritten wird. BUMM - autsch...
    Aber das sagt einem ja auch keiner, der einem solche Tipps gibt...


    Wie sagt man so schön: "Gewalt fängt da an, wo Wissen aufhört"
    Das haben sehr viele Leute in ihren Signaturen stehen, und viele andere schreiben es in Threads, das hindert manche aber nicht, dann nicht so nette Sachen zu empfehlen, aber die seien ja "harmlos"... Aber das ist ein anderes Thema...

    Ich habe grundsätzlich nichts gegen Leinenbegegnungen einzuwenden, wenn (sehr großes WENN!!!) beide Hunde das zuvor angemessen üben konnten. In den meisten Hundeschulen wird es nicht geübt, weil es eben eigentlich TABUUUUUUUUUUU ist.

    Das doofe daran ist, nicht jeder Hundehalter weiß das und hält sich dran, das wird ja in diesem Thread wieder deutlich.

    Gerade aus diesem Grund, finde ich, dass das in Hundeschulen unter kontrollierbaren Bedingungen geübt werden muß.
    Die Hunde müssen lernen, dass man sich auch an der Leine wenigstens einigermaßen körpersprachlich höflich ausdrücken kann, sodass sie sich nicht sofort stark eingeschränkt vorkommen und dann mit dem allzubekannten Leinenpöblen darauf reagieren, dass ihnen ein anderer Hund zu nahe kommt. Die Menschen müssen lernen, dass sie ihren Hund nicht noch mehr einschränken, dass sie auf strenges Fußgehen verzichten, dass sie sich dem Tempo des Hundes anpassen, wenn der langsamer wird, und nicht direkt auf den anderen Hund zugehen will, dass sie keine Spannung auf die Leine bringen, und dass sie den Hund mit Markersignalen, evtl Entspannungssignale und Lob bestätigen und dabei helfen, locker und entspannt zu bleiben. Oder sie freundlich rausrufen zu können, wenn absehbar ist, dass das nicht gut gehen wird.

    Meiner Meinung nach MUSS man das mit seinem eigenen Hund üben - nur damit man es eben kann, wenn man es wegen Leuten begegnet, die von dem Tabu noch nie was gehört haben, oder denen es Scheiß egal ist, oder solchen, denen sowieso grundsätzlich alles egal ist, und ihren Hund im Freilauf auf alles draufbrettern lassen, was Hund ist...
    Wir üben das NICHT, um zu solchen Hundehaltern zu werden. Wir leinen an, wenn wir andere sehen - egal ob angeleint oder freilaufend, dann wird sich evtuell verständigt, ob die Hunde sich begrüßen dürfen und das vorzugsweise im Freilauf und OHNE drauflosbrettern!!

    Meiner Meinung nach können sehr viele Leinen-Pöbel-Fälle im Vorfeld verhindert werden, wenn man in Hundeschulen nicht nur lernt, das man es eigentlich nicht macht (Hundebegegnung an der Leine) sondern, wie man es denn RICHTIG macht, wenn man es mal nicht umgehen kann.

    Ich würd zügig die HuSchu wechseln.
    Man muß das Verhalten des Rüden ja nicht gleich "unterdrücken" - aber Leinen wurden z.B. dafür erfunden, dass ein Hund unerwünschtes Verhalten nicht ausüben kann.
    Allerdings verstehe ich auch nicht so ganz, warum man eine Hündin mit säugenden Welpen in eine Hundeschule mit vielen Hunden nimmt, die potentiell krankheiten übertragen können - aber das ist ja Deine eigene Entscheidung.
    Bei mir jedenfalls wäre beide Hunde an die Leine gekommen ;)


    Genau wegen solcher Idioten üben wir Leinenbegegnungen gezielt. Damit die Hunde es können, wenn sie es mal brauchen.

    boa,

    also,
    je nach Labor ist der untere Grenzwert für T4 bei 1,5 da läge er also schon REICHLICH!!!! drunter.
    oder bei 1,0... wo er dann gerade noch so drin läge...


    Ich hätte gerne mal einen TA bei dem man erstens nach einem "vollständigen Profil" fragt, und der darunter nicht nur T4 und TSH versteht,

    und zweitens einen, der die Alarmglocken auch tatsächllch Klingeln hört, wenn ein junger Hund einen derart beschissenen T4 Wert hat...


    ich könnte schn wieder k***en, und ich hab noch nicht mal gefrühstückt :xface:

    Nein ganz verkehrt nicht - für mich ist ein Markersignal was kurzes, knackiges Geräusch oder Wort - ich persönlich sag "jep", "yes" oder "click" in höherer Tonlage, als ich normalerweise rede (oder halt der Clicker).
    Es ist wichtig, dass sich das das Signal sehr von dem normalen "Redestrom" deutlich abhebt - es soll "rausleuchten" wie ein Textmarker - und es soll möglichst kurz und präzise sein, damit man halt genau die Pause zwischen zwei Bellern treffen kann, z.B.
    Je präzieser und eindeutiger erkennbar das Markersignal ist, und angewendet wird, desto leichter kann der hund rausfinden, welches das Relevante Verhalten ist, das ihm Bestärkung einbringt.

    Zitat

    Huhu,

    Martina wie baust du denn an der Schlepp ein "Weiter"-Signal auf? Ich hab 10 m Schlepp dran und das klappt gut mittlerweile, "Ende", "Hier" und "Guck" find ich ganz ok, aber "Weiter" klappt halt von 10 mal 5 mal vielleicht allerhöchstens!
    Soll ich den Herrn Hund abholen gehen, wenn er nicht weiter mit kommt? Beispiel: Er läuft 8 m vor mir, schnüffelt sich fest, ich lauf an ihm vorbei mit "Weiter", Hund schnüffelt... das Ende der Leine ist erreicht. Und dann? Einfach des Weges gehen kannst ja net, was im Freilauf aber klappen würde :-)

    Bin gespannt auf deinen Rat :-)

    Huhu,

    ich habe einfach immer "Weiter" gesagt, wenn wir wieder los gehen wollten, z.b. wenn wir an der Straße warten mußten. Da er ja eh weitergehen wollte, und auch noch einen Keks dafür bekommen hat, klappt das Signal super.

    Alternativ kann man es so aufbauen: Dem Festgeschnüffelten Hund wird "Weiter" gesagt, man wartet 2 Sekunden und zieht dan sanft. Der erste freiwillige Schritt wird angelickt und fürstlich belohnt.

    Oooooder man könnte das "Weiter" ganz umgehen, und einen Rückruf benutzen.