Beiträge von Lucy_Lou

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    lotuselise: Es war ja gar nicht meine Frage, ob ich in der Ortsgruppe bleiben sollte, sondern ob es einem Hund schadet, an der Leine zu bleiben.

    Ich denke ja, man findet Wege und einiges mag Gewöhnungssache sein, wie der Hund damit klar kommt. Was ich nicht so ganz verstehe: warum hat dein Hund nichts von "kleinen" Freilaufflächen, nur weil er nicht mit anderen Hunden spielt? Würden meine auch nicht, aber ich würde zu "Unzeiten" dahin gehen und den Hunden zumindest die Möglichkeit geben, mal richtig rennen zu können, sich frei bewegen zu können oder auch mit mir zu spielen, falls da gerade nichts durch andere Hunde gegen spricht.

    Zur Ausgangsfrage: Wenn wir mit dem WoMo einen Städtetrip machen, ist es für beide meine Hunde nicht angenehm, nur an der Leine zu laufen. Lucy zockelt an der Leine nur mit und guckt kaum links oder rechts, der bringt blöderweise nicht mal eine Flexi was, weil sie eh neben mir bleibt :/ . Aber bei ihr würde ich sagen, das wär wohl Gewohnheitssache und sie wär dann auch als "Leinenhund" nicht unbedingt unglücklicher. Sie rennt/tobt kaum, hat auch im Freilauf einen engen Radius und ein niedriges Grundtempo, das ginge an der Leine ähnlich gut.

    Grisu läuft an solchen Orten an der Flexi, ist sehr interessiert an der Umwelt, schnüffelt, trabt vor, erkundet... An der kurzen Leine muss er sich extrem zusammen nehmen, um den Radius einzuhalten, es ist auch nicht sein Tempo... Die Flexi hilft ihm zumindest etwas. Aber wir können 2 Stunden an der Flexi laufen, wenn ich ihn dann ableine, ist der erst mal nur am rennen, rennen, rennen... Das kenne ich hier bei uns Zuhause von ihm gar nicht, wo er fast nur frei läuft. Da ist er eher sehr entspannt und rennt und tobt nur besonderem Anlass... Bei Grisu sähe ich es tatsächlich sehr kritisch, wenn er nicht zumindest einmal am Tag die Möglichkeit hätte, sich frei draußen zu bewegen.

    Von daher würde ich sagen: es kommt sehr auf den Hund an

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    er befolgt die Kommandos (meistens) sofort aber ist sonst (finde ich) einfach überhaupt nicht bei mir.
    Er will nicht spielen oder großartig üben, sondern sein Ding machen.

    ich kann irgendwie nicht damit leben, dass ich auf dem Spaziergang
    nur nerviges Anhängsel bin. Ich dräng mich ihm auch eigl nicht mehr auf - das hasst er. Aber ich möchte nicht nur hinter ihm herlatschen.


    Oh, das würde mich auch belasten :/ . Vor allem erwartet man gerade das ja eigentlich so gar nicht von einem Aussie :???: . Ist das denn auf allen Strecken so? Bekannte/fremde Strecken, viel/wenig Ablenkung? Will er sonst auch nicht spielen/üben?

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    Und seid ca. 4 Tagen fällt mir auf, dass Umweltreize und Gerüche wirklich seeehhrr interessant wirken und er sogar manchmal einen auf tauben Hund macht :muede: ...


    Och, Grisu ist jetzt 5 Jahre alt und nach wie vor extrem aufmerksam gegenüber Umweltreizen :hust: . Aber die Taubheit hat er zumindest hinter sich gelassen :lol: . Ne, ernsthaft, es würde mich eher irritieren, wenn der Hund nie mal eine Phase hat, in der er sich in seiner Umwelt "testet". Schau dir mal menschliche Teenager an, dagegen find ich Hunde in dem Alter echt noch nett und ansprechbar :p

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    Das geht aber echt nur bei geringem Jagdtrieb..... meiner wär da weggewesen ohne Leine..... *gg


    Ja, wirklich starken Jagdtrieb haben beide Gott sei Dank nicht ;) . Ins Gebüsch rennen ist eh tabu, Spuren folgen darf Lucy nach Erlaubnis auf Wiesen. Ich hab hier tatsächlich keine Möglichkeit in (rel.) wildfreiem Gebiet spazieren zu gehen, hier ist fast nur Wald, selbst wenn ich es nicht drauf anlege, sehen wir hier fast jeden Tag Rehe.... ein Hund mit starkem Jagdtrieb würde mich hier sicherlich wahnsinnig machen :roll: . Nein, für jeden Hund passt meine Methode sicherlich nicht.


    Es wurde ja schon angesprochen: ich find auch wichtig, dass das Wild selbst der Auslöser für ein bestimmtes Verhalten des Hundes wird. Nicht, dass ich es zuerst sehe und manage oder jedesmal aufs neue Kommandos geben (und durchsetzen) muss. Aber das hängt sicher auch an der Wohnlage.

    Da ich das mit dem "Abbruch" aufgebracht habe: Meine Hunde sind leicht zu beeindrucken, wirklich schwere Geschütze musste ich da nicht auffahren. Lucy hat dazu eh von Natur aus einen Mini-Radius, das heißt, bei uns sah das etwa so aus: ich merke, Lucy hat Wild bemerkt (Lucy denkt erst und handelt dann, mein Glück, daher auch der Verzicht auf die Schleppleine bei ihr). Also Lucy wurde starr und ganz zu anfang war sie in dem Stadium auch nicht auf freundliche Art ansprechbar. Ich bin ihr böse grollend, lärmend, stampfend, bedrängend, explodierend... vor die Füße gesprungen und sie sah mich an: hey, prima, ich hab ihre Aufmerksamkeit. "Bestraft" wurde sie also dafür, dem Reh Aufmerksamkeit zu schenken und nicht ansprechbar zu sein. Ging bei ihr bei Rehen dann recht schnell, dass sie auf ein explodierendes Frauchen lieber verzichtet hat und sich "freiwillig" mir zugewandt hat, wenn sie Rehe gesehen hat. Dafür gab es dann unterstützend Katzenfutter. Das hat bei Kleintieren nicht funktioniert, die stehen eindeutig über Katzenfutter :hust: , und ihr Erregungslevel war zu hoch. Trotzdem denke ich, es war eine gewisse Grundlage zur Selbstbeherrschung bei ihr. Bei Kaninchen und Co haben wir uns dann so geeinigt, dass sie vorstehen darf, einfach deshalb, weil ihr das in dem Fall am leichtesten zu fallen scheint. Heute, einige Jahre später, ist ihr Erregungslevel deutlich niedriger geworden, ich denke schon, dass es auch daran liegt, dass sie Kleintier + Hetzen/Packen/Fressen schon sehr lange nicht mehr erlebt hat, außer beobachten passiert da halt nichts spannendes.

    Ist vielleicht auch wirklich die Wohnlage :???: . Wenn man mitten in der Stadt wohnt, ist es ja fast egal, wo man spazieren geht, es ist überall viel los und falls der Hund mal durchstartet, auch die nächste Straße nie wirklich fern. Da muss Mensch/Hund dann eine gewisse Gelassenheit den vielen Reizen und potentiellen Gefahren gegenüber entwickeln, damit der Hund überhaupt frei laufen kann. Und dann wird es immer selbstverständlicher, vor allem, wenn der Hund sich recht zuverlässig an die Grundregeln hält, bzw. eh eine große Gelassenheit/enge Orientierung am Menschen mitbringt.
    Hier bei uns dagegen gibt es kaum jemanden, der seinen Hund an der Straße (außer die Mini-Ortsverbindungssträßchen) oder im Trubel frei laufen lässt, aber man ist ja auch die meiste Zeit im Niemandsland unterwegs, wo einem höchstens mal ein Reh begegnet und die nächste Straße sonstwo ist. Da hat der Hund dann Freiraum (und Freilauf) genug.
    Wenn ich dann mal in der Stadt, bzw. in trubeliger Umgebung unterwegs bin: Grisu ist so interessiert an allem, da spielen sich sonstwas für Scenarien in meinem Kopf ab, was theoretisch passieren könnte, auch wenn sehr wahrscheinlich rein gar nichts unangenehmes passieren würde... Ich selbst bin da nur am gucken, was taucht da wo auf, woran hat er gerade Interesse gezeigt, was könnte das für Folgen haben... Würde ich in der Stadt wohnen, wäre es wohl irgendwann einfach selbstverständlich :???:

    Ich habe bei beiden Hunden sehr viel mit Wildkonfrontation gearbeitet, aber bei beiden war/ist es kein extremer Jagdtrieb, der alles andere vergessen lässt. Bei Lucy war es vor allem Beute- (und Fress-) Trieb, bei Grisu die Freude am Hetzen und das allgemeine spannend finden von ungefähr allem.

    Wir haben es allerdings ohne Schlepp gemacht und ein wenig die Richtung (verpöntes) "Zuckerbrot- und Peitsche". Ganz klares Abruchsignal bei jedem Ansatz (!) am Interesse am Wild und super-Fete bei Zuwenden zu mir beim Auftauchen von Wild. Bei Lucy bei Rehen war es ein kleines Döschen Katzenfutter, was für sie klasse war, wobei sie Rehe nie wirklich sooo interessant fand. Bei Hasen und ähnlichem hat sie jahrelang kein Futter annehmen können, sondern stand halt zitternd vor...... Viiiiel Impulskontrolle (Reizangel, vom hetzen des Lieblingsspielzeugs abrufen/ins Platz rufen), auch durchaus kontrolliertes "jagen" bei Mäusen und Fährten verfolgen, wobei ja dann zum einen gut Gehorsam geübt werden kann, zum andern hat man die Belohnung gleich mit dabei. Wir haben möglichst täglich wildreiches Gebiet aufgesucht (anfangs vor allem Rehe, da die halt weniger spannend waren) und jeden Tag einüben, was gar nicht geht und was ein (erwünschtes) Alternativverhalten ist. Lucy ist aber auch in dem Sinne "einfach" gewesen, dass sie Beute genau dann am spannendsten findet, wenn sie glaubt, sie kriegen (und fressen) zu können. Das heißt, mit der ersten Impulskontrolle war der Reiz dann eh schon weit genug weg, damit sie wieder entspannt wurde.

    Grisu will unter keinen Umständen Ärger mit mir und wir haben das von Welpe an mit möglichst täglich Wild geübt. Also wurde es bei ihm nie ein Problem...

    Ich persönlich würde also nicht mit ablenken, schau... üben, sondern bei einem Hund, bei dem es kein wirklich extremer Jagdtrieb ist, auch ganz klar über Konfrontation und dann hin arbeiten auf das gewünschte Verhalten mit klarem Abbruch des unerwünschten...

    Beide meine Hunde melden mir Wild: springt was vor ihnen los, wenden sie sich automatisch (!) mir zu und werden durchaus auch mal auf die ein oder andere Weise belohnt. Sehr entspannend auf Spaziergängen, denn ich brauch auf Wild gar nicht zu achten...

    Lucy läuft bei uns in der Gegend 98% offline, aber hier ist auch Land. Sie hat einen engen Radius, belästigt niemanden, jagt nicht. Es gibt hier durchaus Runden, da trägt sie gar keine Leine, zur Not ist eine Moxon dabei. An stärker befahrenen Straßen (also nicht die Mini-Zwischen-Ortsstraßen) ist sie grundsätzlich angeleint. Ich glaube nicht an 100%ige Sicherheit und so wenig impulsiv sie ist, es kann doch immer mal irgendwas sein. Da es bei uns auch wenig Straßen mit Bürgersteig gibt und noch weniger, wo ich halbwegs regelmäßig langlaufe, kennen sie entsprechend keine Bürgersteigregeln (am Rand Stop, nicht verlassen...), also kann ich mich da nicht drauf verlassen... In fremder Umgebung/Stadt/Urlaubsorte läuft sie frei, wo es erlaubt ist/toleriert wird, da sind für das Landei trubelige Umgebung, Innenstadt... kein Problem. Speziell darauf hingearbeitet haben wir nicht. Lucy ist einfach ein recht entspannter Hund, der wenig Interesse an Umweltreizen zeigt und der man beim Denken zuschauen kann ;)


    Grisu läuft bei uns zu 95% offline, in fremder Umgebung/Stadt/Urlaubsorte zu vielleicht 50%, eher weniger. Er ist unheimlich impulsiv, muss alles erkunden und abchecken und ich bin nur am gucken, was nun schon wieder interessant für ihn ist/werden könnte...

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    Geil sind die "angeflexten" HUnde (wo man meint die werden kurz gehalten) die dann bis auf 50cm plötzlich auf uns zuschiessen....


    Hatten wir letzte Woche eine interessante Begegnung: Mensch mit angeleintem Husky kommt uns entgegen, läuft einen riesen Bogen über die Wiese bei unserem Anblick... Husky sprintet in die Leine, eine Schleppleine von mal mindestens 20m Länge (eher mehr, keine Ahnung, was das für ein Teil war); Husky am springen und janken genau am Weg einen halben Meter neben uns und der Mensch sonstwo :hust: :lol: . Dachte mir, gute Trainingsmöglichkeiten, aber ein interessanter Anblick war das schon... :pfeif:

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    Beim Spaziergang nur eigenwillige Hundehalter treffen....


    Na ja, nu, weder ich noch meine Hunde sind zur Bespaßung oder zum ermöglichen von Sozialkontakten für andere Hunde und deren Halter zuständig :ka: . Wenn man denkt, man hat Mangel daran, wird man wohl Möglichkeiten finden, jemanden zu diesem Zweck zu treffen.

    Grisu alleine darf gerne hallo sagen, sofern es passt (es sich beim Gegenüber z.B. nicht um einen sich aufgeplustert nähernden großen Rüden handelt, da steigt der Herrr durchaus gerne drauf ein, bzw. da wüsste ich nicht, wer von der Begegnung was haben sollte...), spielen tut aber auch Grisu nicht mehr mit fremden Hunden.
    Lucy will keinen Kontakt zu fremden Hunden (unkastrierte Rüden rund um ihre Läufigkeit herum mal außen vor lassend). Und eine drohende Lucy frisst zwar niemanden, sieht aber enorm beeindruckend aus. Ich hab damit 2 Probleme: 1. ich kann schlecht signalisieren, lass mal laufen, wenn Lucy dann wie der personifizierte Rachegott aussieht, und 2.: Grisu lässt sich bei Rüden von Lucy anstecken und im Gegensatz zu Lucy prügelt der sich im Zweifelsfall auch. Da ich definitiv nicht will, dass irgendein anderer Hund oder dessen Halter wegen uns schlechte Erfahrungen macht, lasse ich nur in sehr wenigen Fällen bei Fremdhundkontakten einfach mal laufen, wenn ich mit beiden zusammen unterwegs bin.

    Ich vermute auch, die Einstellung zu Hundebegegnungen ist sehr abhängig von der Wohnlage, eigenen Vorlieben bezüglich einem schönen Spaziergang und dem Interesse des eigenen Hundes an fremden Hunden...