Beiträge von Lucy_Lou

    Ich finde es immer etwas ungünstig, auf einen Rückruf angewiesen zu sein, gerade wenn ein Hund Menschen beißt, bzw. allgemein unkontrollierbares Jagdverhalten zeigt. Irgendwann wird dich der erste anzeigen oder richtig böse vom Rad stürzen...

    Rein zum Training: Ich persönlich würde dahin gehen, wo es viele Radfahrer gibt (fahr z.B. an Flüsse mit Radwegen) und zumindest jetzt im Winter betretbare Wiesen anbei, so dass dein Hund mit Leinenradius (der wäre in deinem Fall bei mir definitiv angeleint!) keinesfalls bis zum Radfahrer kommt. Und dann würde ich am ersten Impuls arbeiten, nicht am Rückruf.

    Und das ganz sicher auch nicht:

    Sobald der Radfahrer vorbei ist, gibt es Lob, ein Leckerli und wenn (was manchmal vorkommt) er Anstalten macht den Radler zu verfolgen wird Chewie sofort wieder zurück gerufen.

    Rückruf = gut, Radfahrer weg = gut. Und wo lernt er konkret, dass Radfahrer verfolgen mal so gar nicht geht? Oder noch wichtiger: die sofortige Umorientierung zu dir beim Auftauchen von Radfahrern?

    Wir haben hier sehr viel Wild, ich kann das gar nicht vor meinen Hunden immer bemerken. Und gerade bei an sich kooperativen Hütehunden finde ich es sehr viel einfacher, am ersten Impuls zu arbeiten, statt noch irgendwie durchzudringen, wenn der Hund schon im Tunnel ist. Hier ist der Reiz der Auslöser zur Umorientierung

    Aber nur mein Weg, ich weiß, viele setzen auf Rückruf und das funktioniert gut aufgebaut im Gesamtpaket sicher auch.

    Aber bitte sichere den Hund bis dahin, das kann wirklich richtig übel enden. Stell dir nur mal den Worst Case vor, Radfahrer erschreckt sich so, dass er ins Schlingern gerät, stürzt, blöd auf einen Ast knallt und sich das Genick bricht.

    Die Körpersprache kranker Hunde signalisiert viel eindeutiger, dass eine Ressource oder ein Status zu vergeben ist.

    Einen "Status", falls ein Hund da Wert drauf legen sollte, (bei meinen Vieren sehe ich das im Sinne einer Rangordnung tatsächlich nicht), hat ein Hund doch aber an sich nur im Rudel :???: . Also z.B. so der "Aufklärer", der "Schützende", der "auf den sich alle verlassen", der "dem man besser aus dem Weg geht", der "mit dem man spielen kann", der "mit dem man kuscheln kann".

    Was hätte da jemand davon, einen anderen totzubeißen, weil der "schwach" wirkt? Beispielsweise gibt hier keiner der beiden Großen irgendwas drauf, wenn das Sheltie-Kleinteil kläfft. Falls dagegen einer der "ernstzunehmenderen" Hunde wirklich mal was meldet, merkt der Rest schon auf. Würden die nun einen der beiden nicht-ernstzunehmnden Shelties töten, wer hätte da was von?

    Und mit Fremdhunden: Klar kann es da um Ressourcen gehen oder darum, das Territorium zu verteidigen, aber wie soll ein Hund denn rein von der Logik her den Status von xy-Fremdhund nach dem Totbeißen übernehmen, vor allem wem gegenüber? Bei Menschen mag das in der Geschichte so gewesen sein, hängst du dir Trophäen irgendwo hin und lässt die Nachricht verbreiten. Aber zwischen Fremdhunden ändert es doch nichts, nur weil Hund xy mal irgendwen getötet hat.

    Und eine Ressource muss ja erstmal da sein. Prophylaktisch jeden schwächer wirkenden Hund zu töten, bloß weil man da auf den nächsten 200Metern des Spaziergangs über einen Knochen stolpern könnte :???: ?
    Vor allem, auch außerhalb komischer Bewegungen und Schmerzenschreie hast du ja klar vom Hund auch so erkannte Kräfteverhältnisse. So dürfte es kaum noch eine überlebende kleine Begleithunderasse mehr geben.

    Ich kann mir gut vorstellen, bestimmte Geräusche und Bewegungen machen "Beute" aus dem anderen Hund oder es geht wirklich um konkrete Ressourcen oder Abwehr von Angriff. Aber "Status"?

    Vielleicht habe ich dich falsch verstanden?

    Und wenn da "etwas" (ein anderer Hund, ein Mensch) plötzlich in einer völlig "falschen" Situation am Boden liegt, sich merkwürdig bewegt und auch noch komische Geräusche von sich gibt, kommt da der Instinkt durch. Und der sagt in dem Moment: du bist krank, alt, gefährlich für uns, du musst weg.

    Und das ist wirklich das gängige bei Hunden? Ich kenne das gar nicht, ehrlich gesagt. Smilla hatte ja nun starke Anfälle/Ataxien in der Anfangszeit ihrer Erkrankung, drinnen hat der Rest der Hunde sie ignoriert, draußen wurde sie insbesondere von Lucy sofort abgeschirmt, falls sich wer Fremdes in der Nähe befand. Also beschützt.

    Grisu hatte mal einige Wochen lang heftige Schmerzen (Vermutung im Nachhinein eine Mischung aus den Bandscheibenvorfällen und vorne durch die Fehlhaltung ein eingeklemmter Nerv), der hat situativ richtig geschriehen, und war sicher nicht gerade der beliebteste Hund im Rudel. Aber die einzige Reaktion der andern Hunde war Rückzug oder eine Art Beschwichtigung (anders als bei Smilla, bei der es wirklich was abschirmendes/beschützendes hatte und dann letztlich irgendwann normal war).
    Auch wenn hier z.B. Peaches (die Prinzessin auf der Erbse :roll: ) auf einen spitzen Stein tritt whatever, kurz aufschreit, Enya geht sofort hin, schnüffelt, schleckt sie ab. Nix mit Agression (Enya achtet sehr auf sie... würde irgendwer Peaches angreifen... |) )

    Ich kenn das echt so gar nicht und die Vorstellung fällt mir schwer, dass ungefähr jeder Hund dann sofort ins "aussortieren" des Schwachen übergeht.

    Das st wurde ja schon erklärt, ich vermute, der wird ständig erwähnt, weil der halt schon Mal in einer Fernsehshow zu sehen war.

    Vielleicht auch der Satz im Ausgangsartikel: "and only one of the dogs appeared to be of substantial size. " Also dass man sich nicht wirklich vorstellen kann (oder will), das kann ein kleiner Hund so einfach tun.
    Wenn die Größenunterschiede so deutlich da waren, wird die Autopsie da aber wohl Klarheit bringen.

    Ich würde am ehesten vermuten, die Stimmung war extrem aufgeheizt, die Hunde haben sich untereinander gekloppt und die Frau hat versucht zu trennen und lag dann letztlich am Boden, hat versucht sich rauszuwinden und war so dazwischen (auch durch die Leinen). Würde für mich auch dazu passen, dass sie Passanten zurief, weg zu bleiben, vielleicht dachte, das Ganze noch in den Griff zu bekommen. Man rechnet ja nicht damit, dass die eigentlich lieben Gassihunde einen totbeißen und Adrenalin tut sein übriges. Raufereien dagegen und da eingreifen sollte man als Gassigänger ja abspulen können. Viel mit Denken ist in so einer Situation ja nicht mehr.
    Ist auch die Frage, wie schnell das dann ging, eine blöde Verletzung an genau der falschen Stelle reicht ja schon.

    Dass mehrere bis dato unauffällige Hunde sich mit Tötungsabsicht gezielt auf die Dogwalkerin gestürzt haben, bloß weil die hinfiel und da 20 Meter weiter (wieauchimmer) ein fremder Hund war... die Vorstellung fällt mir schwer

    Die Titerbestimmung brauchst du für die Wiedereinreise in die EU aus "nicht-gelisteten Drittländern". Gelistete (nicht EU-) Drittländer sind solche, die als sicher tollwutfrei gelten, darunter fällt z.B. die Schweiz, Norwegen oder Monaco. Nicht-gelistete sind z.B. die Türkei oder Serbien.

    Da Bellas letzte Impfung mehr als 30 Tage her ist, könnte ich also bei meinem Tierarzt durch eine Blutprobe den Titer bestimmen lassen, der dann in Bellas Impfpass eingetragen würde, und wir hätten solche Probleme nicht?

    Ja, genau so! Und wenn du immer rechtzeitig nachimpfen lässt, gilt diese Titerbestimmung das ganze Hundeleben lang

    und wende mich an PROFIS! Und zwar nicht TIERprofis sondern RECHTSprofis.

    Ehrlich, wenn du eine Reise planst, wendest du dich vorher an Rechts-Profis :???: ? Vielleicht bin ich da ein besonders naiver Ausnahmefall, aber so lange ich nicht nach Hogurtsistan reise, frage ich meinen TA und wenn der überzeugend sagt: ist so, dann ist das für mich erstmal so.

    Wir sind damals über Montenegro und Albanien nach Griechenland und über Italien zurück, die Infos bzgl. Titerbestimmung und amtstierärztliche Bescheinigung bekamen wir vom TA. Ich würde zumindest erwarten, dass ein TA es zugibt, wenn er irgendwas nicht sicher weiß.

    Ich hab von meinen Hütis ebenfalls den Eindruck, die mögen unkontrollierte Dynamik nur so semi bis gar nicht und es ist sehr Hund-abhängig, wie damit umgegangen wird. Ich hab halt den Vorteil 4 Hunde zu haben (ok, das mit dem Vorteil ist Ansichtssache xD ), die kennen es aber so aus dem Alltag, macht es mir sicher leichter. Und über den Hundesport haben sie auch viele Begegnungen in der Richtung, ohne direkten Kontakt zu haben (oder haben zu müssen)
    Bei gemeinsamen Spaziergängen mit dynamischen "Fremdhunden" (also nicht Rudel) fördere ich Umorientierung, lass bei mir laufen, falls ein Hund das braucht. Das wird hier gut angenommen, aber auch das kennen sie ja irgendwie schon aus dem Alltag miteinander. Ist die Frage, wie wichtig dir das ist, erlernbar für den Hund ist es schon, aber dann würde ich eher was mehr dran tun. Du schreibst, du bist in einem Verein (?), da müsste es doch geeignete Kandidaten für einen regelmäßigen Spaziergang geben? Gerade "Sport-Hütis" mögen zwar dynamisch sein, sind aber doch oft sehr ignorant Fremdhunden gegenüber. Da könnte dein Hund lernen, er selbst ist nicht betroffen und braucht sich auch um nichts kümmern.
    Ich kenne es auch, dass Hütis "etwas tun müssen" bei Stress. Also so Stichwort "Ersatzaufgabe". Das kann ja aber auch ruhig bei dir laufen sein. Dann braucht Looney sich nicht selbst ein Ventil suchen. Ich weiß nicht so richtig, wie ich es ausdrücken soll: so eine Mischung aus: Ich übernehme, kannst runter fahren, aber auch den Hund etwas machen lassen, wo er sich stattdessen drauf konzentrieren kann.

    Ich finde schon, das passt zu Begleithunden! Ich bin bei uns an der Talsperre (Umrundung = 3,6km) mal einem Paar begegnet, damals noch mit nur 2 Hunden, aber eher großen, die meinten, es sei ja schön, dass ich meine Hunde auf der Runde dabei haben könnte, ihr Dackel wäre ja zu klein dafür :emoticons_look: . Ich denke, jeder nicht körperlich eingeschränkte Hund läuft sehr gerne 2 Stunden am Tag. Manche zugegeben Wetterabhängig... xD

    Was schätzt du denn sonst am Hund? Zum Beispiel was Jagdtrieb angeht oder sensibel/sehr robust (dafür ggf. eigenständiger), kämst du damit klar, wenn der Hund Artgenossen eher überflüssig findet... ? Hunde, die lange Spaziergänge + ein wenig Bespaßung gut finden, gibt es sicher einige. Sheltie ggf. auch, wenn der Hund was bellfreudiger sein darf und was sensibeler.

    Der Hund soll seinen Alltag fast gesamt bei mir verbringen zB auch meine Arbeit

    Wo arbeitest du denn, gerade weil du dir Wachsamkeit wünschst? Das legt der Hund ja dann am Arbeitsplatz nicht ab.

    Ich hab hier gerade 2 Hündinnen in den Stehtagen (Smilla und Enya) und Joey mit Beginn Läufigkeit :ugly: . Smilla und Enya sind sich seit vorgestern nur am anflirten, aber niemand will den Rüden-Part übernehmen (was gut ist, das täte Joey durchaus |) ). Smilla wird mit jeder Läufigkeit schlimmer, fiept rum, sobald sie irgendwo einen Hund sieht und man muss sie mittlerweile sogar anleinen, weil sie sonst schnurstracks beim Fremdhund wäre (außerhalb der Läufigkeiten interessiert sie sich Null für andere Hunde). Ich bin echt froh, wenn wir hier wieder durch sind...