mh, wie man damit generell umgeht ist natürlich immer vom Hund abhängig, aber ich kann mal eine Theorie aufstellen wie ich bei meinen Hunden damit umgehen würde...
Verhaltensketten sind ja so nichts schlimmes, im Gegenteil, irgendwo sind sie ja sogar Ziel des Ganzen.
Kann mein Hund so Späße wie diese wunderbare Verhaltenskette zeigen, kann der Reiz schon nicht mehr sooo schlimm sein und die Hälfte des Trainings ist schon mal geschafft. Aufregung ja, aber nicht direkt Angst/Unsicherheit. In der Regel ist der Hund in diesem "Zustand" auch recht gut ansprechbar, denn er erwartet ja die Belohnung. Da würde ich wohl ansetzen. Am besten bevor die Verhaltenskette gezeigt wird, versuchen eine neue aufzubauen, nämlich eine die das gewünschte Verhalten beinhaltet.
Bezüglich der Emotionen:
Wenn man den Clicker/Marker z.B nur bei schwierigen Begegnungen verwendet und erst dann wenn der Hund schon in Erregungslage ist, wird das klar mit konditioniert. Man macht quasi das Gegenteil eines Entspannungssignals. Deswegen ist es aber so wichtig, den Clicker unterschiedlich zu belegen, also z.B eben nicht nur wenn ein Hund entgegen kommt.
Klar, ein Hund der z.B Jahre lang andere Hunde angebrüllt hat, wird auch dann noch aufgeregt sein, wenn er annähernd erwünschtes Verhalten zeigen kann. Da geht das Trainings halt weiter, bis es sich eben anbietet vor allem das entspannte Verhalten zu belohnen und gebe Hilfestellungen.
Ich versuche also nicht von anfang an nur das perfekte Verhalten zu markern, sondern näher mich dem Ziel Stück für Stück.
Rider ist da ein gutes Beispiel: Hunde angebrüllt die gute 100m weit entfernt waren mit kompletten Ausrastern. Der 1. Schritt war eigentlich vor allem die Gegenkonditionierung. Ich habe auch viel reingemarkert mit dem Ergebnis, dass Rider heruas gefunden hat, dass Bellen auch ein prima Stressventil ist. Heißt jetzt konkret: Hunde sind für ihn nicht mehr so schlimm und diese werden nicht mehr direkt angebrüllt, sondern er bellt die Luft an, weil es ihm dennoch Stress bereitet. Das Verhalten ist zwar schon einmal ein Schritt in die richtige Richtung, aber noch lange nicht das Ziel. Also gilt es jetzt an dem Bellen zu arbeiten in dem ich versuche ihm beizubringen andere Ventile zu finden, bzw. bestensfalls gar kein Ventil mehr zu brauchen.