Beiträge von sabarta

    @Maanu

    mh, wie man damit generell umgeht ist natürlich immer vom Hund abhängig, aber ich kann mal eine Theorie aufstellen wie ich bei meinen Hunden damit umgehen würde...

    Verhaltensketten sind ja so nichts schlimmes, im Gegenteil, irgendwo sind sie ja sogar Ziel des Ganzen.
    Kann mein Hund so Späße wie diese wunderbare Verhaltenskette zeigen, kann der Reiz schon nicht mehr sooo schlimm sein und die Hälfte des Trainings ist schon mal geschafft. Aufregung ja, aber nicht direkt Angst/Unsicherheit. In der Regel ist der Hund in diesem "Zustand" auch recht gut ansprechbar, denn er erwartet ja die Belohnung. Da würde ich wohl ansetzen. Am besten bevor die Verhaltenskette gezeigt wird, versuchen eine neue aufzubauen, nämlich eine die das gewünschte Verhalten beinhaltet.

    Bezüglich der Emotionen:

    Wenn man den Clicker/Marker z.B nur bei schwierigen Begegnungen verwendet und erst dann wenn der Hund schon in Erregungslage ist, wird das klar mit konditioniert. Man macht quasi das Gegenteil eines Entspannungssignals. Deswegen ist es aber so wichtig, den Clicker unterschiedlich zu belegen, also z.B eben nicht nur wenn ein Hund entgegen kommt.

    Klar, ein Hund der z.B Jahre lang andere Hunde angebrüllt hat, wird auch dann noch aufgeregt sein, wenn er annähernd erwünschtes Verhalten zeigen kann. Da geht das Trainings halt weiter, bis es sich eben anbietet vor allem das entspannte Verhalten zu belohnen und gebe Hilfestellungen.

    Ich versuche also nicht von anfang an nur das perfekte Verhalten zu markern, sondern näher mich dem Ziel Stück für Stück.


    Rider ist da ein gutes Beispiel: Hunde angebrüllt die gute 100m weit entfernt waren mit kompletten Ausrastern. Der 1. Schritt war eigentlich vor allem die Gegenkonditionierung. Ich habe auch viel reingemarkert mit dem Ergebnis, dass Rider heruas gefunden hat, dass Bellen auch ein prima Stressventil ist. Heißt jetzt konkret: Hunde sind für ihn nicht mehr so schlimm und diese werden nicht mehr direkt angebrüllt, sondern er bellt die Luft an, weil es ihm dennoch Stress bereitet. Das Verhalten ist zwar schon einmal ein Schritt in die richtige Richtung, aber noch lange nicht das Ziel. Also gilt es jetzt an dem Bellen zu arbeiten in dem ich versuche ihm beizubringen andere Ventile zu finden, bzw. bestensfalls gar kein Ventil mehr zu brauchen.

    @Maanu


    Hunde sind ja nicht doof und gerade mit dem Clickern baut man sich gerne mal nicht ganz so gewollte Verhaltensketten auf. Da wäre es durchaus denkbar, dass der Hund ein bestimmtes Verhalten zeigt um einen Click zu bekommen. Klassisches Beispiel ist da der Rückruf. Es gibt durchaus Hunde die mit Hackengas "abhauen", nur um gepfiffen zu werden und eine mega Belohnung abzugreifen.


    Dann gibt es aber auch die Hunde, denen der Click (oder Lob im Allgemeinen) unglaublich viel Sicherheit gibt, nach dem Motto "ist alles gut, du machst das prima so, das schaffst du". Bleibt der Click/Belohnung dann aus, kann es eben passieren, dass der Hund doch wieder in seine Unsicherheit verfällt.
    Plüschis sind da die besten Beispiele. Mit der Zeit lernt der Hund in der Regel aber schon, dass er diese Hilfe gar nicht mehr so benötigt. Das ist das was ich ein paar Post vorher meinte, das ist dann auch der Moment wo ich als HH in der Situation passiver werden kann.

    Habt ihr eigentlich die Leinenführigkeit komplett positiv trainiert?

    Mh, was heißt komplett positiv?
    Gerade Leinenführigkeit ist da ein schwieriges Thema, denn so gesehen ist jeder Leinendruck eine Strafe und es ist leider utopisch das nur hin zu bekommen in dem man die lockere Leine markert. Würde das so gehen, bräuchte man es ja nicht üben...

    Allerdings habe ich Rucken durch z.B abrupte Richtungswechsel abgelehnt und die Leine nur im Geschirr eingehakt.

    Ich würde behaupten unsere Leinenführigkeit ist gut, aber es gibt auch Augenblicke wenn die Sicherungen im Hirn durchgebrannt sind, da geht sie flöten. Das ist für mich aber ok.

    @Angilucky2201


    Warum bellt dein Hund denn Fahrradfahrer an? Kann sie schon gewünschtes Verhalten ohne Hilfe zeigen? Was würde passieren wenn du nicht rein markerst?
    Ich würde die Belohnung wirklich erst dann anfangen abzubauen, wenn der Hund die Situation auch ohne Hilfe meistern kann.

    Hier wurden Fahrradfahrer (und Autos, Jogger, Spaziergänger - eben alles was sich bewegte^^) auch extrem angebrüllt. Angefangen habe ich ähnlich wie du, habe den Clicker auch mal verwendet wenn die Stimmung drohte zu kippen. Kekse haben in der Situation sehr geholfen! Ich glaube aber weniger wegen der Belohnung, sondern einfach weil es auch ein Alternativverhalten ist (ich werfe Kekse oft zum Suchen auf den Boden), genau wie das Umdrehen des Hundes um die Kekse abzugreifen.

    Als ich merkte dem Hund macht die Situation weniger aus, wurde ich in den Situationen immer passiver, da der Hund die Hilfen nicht mehr benötigte. Irgendwann gab es eine Belohnung nur noch wenn der Reiz vorbei war (wurde aber vorher auch nicht eingefordert), mittlerweile brauche ich mir um Fahrradfahrer keine Gedanken mehr machen. Sucht der Hund aber dennoch Blickkontakt lobe ich trotzdem (meist verbal oder doch noch mal mit einem Keks), auch wenn er die Leute keines Blickes mehr würdigt, schadet ja nicht :)


    Merke ich, dass der Mensch der da kommt doch irgendwie komisch auf den Hund wirkt, reicht unser Umorientierungssignal bzw unser "alles ist gut" Signal (wahlweise auch "das ist ein Mensch")

    @bootsi

    Ja genau, Rider bekommt etwas mehr Fleisch als Roonie, aber im Endeffekt bekommen sie pro Hund etwa 250g Fleisch am Tag. Zusätzlich gibt es abends noch eine Knabberei wie Kopfhaut, Rinderohr, Gurgel und so Zeugs.

    Kräuter gebe ich getrocknet oder frisch dazu, so eine gute Priese würde ich mal behaupten :D


    Flocken mache ich auch schon vorher rein, ob die sauer werden, keine Ahnung ehrlich gesagt, Plüschis jeden Falls haben sich noch nicht beschwert :D

    Heute wieder für die Woche 2kg Rindergulasch vorgekocht in 3 Varianten:


    Variante 1:

    Rind mit Kürbis, Dinkelvollkornflocken, Banane und Schafsmilchjoghurt


    Variante 2:

    Rind mit Zucchini und Kartoffel


    Variante 3:

    Rind mit Karotten und Dinkelvollkornnudeln


    Das einzige was ich abwiege ist das Fleisch. Es gibt pro Mahlzeit für beide Hunde (beide um die 25kg) zusammen 250g Fleisch. Dann gibt es immer Gemüse und KH dazu, das mache ich aber ehrlich gesagt nach Gefühl...
    Aber vielleicht so zur Orientierung, heute hatte ich pro Napf etwa 350g Gesamtgewicht, wovon aber auch ein großer Teil Wasser ist, da Plüschis gerne suppig fressen.

    Tierisches Fett wie Gänse- oder Schweineschmalz zusätzlich nur mal ab und zu ein wenig zum Anbraten, ansonsten gibt es tierisches Fett aus Milchprodukten (bevorzugt Schaf). Ansonsten täglich pflanzliche Öle, im Moment haben die Plüschs scheinbar einen richtigen Heißhunger auf Nüsse, die gibt es nun auch öfters.


    So fahren wir im Moment ganz gut. Rider bekommt die deutlich größeren Portionen, besonders bei den Ölen und Kohlenhydraten, Roonie bekommt mehr Suppe und die größere Gemüseration. So sind zwei völlig unterschiedliche Stoffwechsel ganz gut versorgt denke ich und keiner muss hungern.

    Also ich weiss ehrlich gesagt bei dem Thema nicht mehr was ich darüber denken soll. Ich finde die Argumente von beiden Seiten irgendwie sinnig :ka:

    Ich kenne sogar zwei Labradore (Labradors? :???: ) die geschoren wurden, das Fell ist ebenfalls wieder ganz normal nach gewachsen. Ich höre auch von sehr vielen Aussies, welche die Schur ganz wunderbar vertragen.
    Ich mein klar, als es hier an die 40 Grad hatte war es den Plüschs schon warm (im Haus hatten wir aber immer "nur" max 29 Grad), aber ich denke das wäre es auch einem kurzhaar/geschorenen Hund, oder nicht? :???:


    Da die Plüschs aber an sich Wärme scheinbar ganz gut vertragen, ist das erstmal ok so. Rider bekommt auch total tolles, fluffiges Sommerfell, da macht die Theorie mit der Luftzirkulation wirklich Sinn... Dennoch ist es ein sehr interessanter Erfahrungsbericht von dir, @Jumim!

    Ich arbeite mit Futter, Spielzeug, Stimme und freundlichem Zuwenden, so Grinsegesicht mäßig.
    Bin ich jetzt eine Wattebauschlerin?

    LG, Friederike

    ich finde es kommt viel mehr darauf an, was man nicht tut =)

    Für mich ist man Wattebauscher wenn man von "aktiven" Strafen absieht. Klar, ganz ohne geht wohl nicht wenn man streng bei der Definition bleibt, denn so gesehen ist ja z.B schon die Leine eine Strafe, aber ich denke man versteht was ich meine.
    Das Gefühl und die Einstellung zum Hund spielen eine große Rolle. Als Wattebauscher entferne ich mich von Ansichten wie "der macht das mit Absicht", "der nimmt mich nicht ernst", "der braucht mal eine mächtige Ansage", usw, sondern lege mein Hauptaugenmerk auf die Dinge die mein Hund toll macht. Alles andere wird mit dem Hund zusammen als Team bearbeitet, so, dass es für ALLE Beteiligten so angenehm wie möglich ist.

    uuuuh, Wattebausch? Daa bin ich wohl richtig! :D

    Ich habe auch das Glück, dass meine Hunde sehr verfressen sind, Kekse gehen fast immer! Kekse kann man ja auch sehr vielseitig im Training einbauen, das ist das schöne und praktische dran!
    Ansonsten belohne ich auch mal mit Umweltbelohnungen (Bäume anspringen, vorrennen, schnüffeln, scannen...usw). Ganz hoch im Kurs sind aber auch Hetzspielchen. Die gibt es aber nur in Maßen...