Beiträge von Sheigra

    Hier sind die nächsten beiden Tage.

    Am Sonntagmorgen wache ich zum Geräusch prasselnden Regens auf der Zeltplane auf. Mist, denke ich, ausgerechnet heute. Auf den nächsten 9km entlang dem Ufer des Loch Etive muss ich etliche Bäche queren. Drei davon sind in meiner Karte nicht schmal sondern breit eingezeichnet; das Buch "Scottish Hill Tracks" weist darauf hin, dass diese Bäche bei / nach starkem Regen unpassierbar sein können. Ich hole mir die Karte heraus und suche schon mal Alternativen...
    Gut, es schauert nur ein wenig. Frühstücken, einpacken, und auf der geplanten Strecke losgehen.
    Die Wolken hängen tief, und an der Ruine Inverghiusachan, an der Mündung des Allt Ghiusachan, des ersten der potientiellen Problembäche gelegen, ist die Stimmung irgendwie mystisch. Das ist echtes Schottland - nicht so ein "Outlander"-Kitsch (sorry, das musste jetzt einfach sein).

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    Inverghiusachan by Marion Woell, auf Flickr

    An der Ruine mache ich eine kurze Fotografierpause. Immerhin kann ich hier meinen Rucksack auf einem nicht sumpfigen Stück Wiese abstellen...

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    blau by Marion Woell, auf Flickr

    Und weiter geht es, bei kühlem Schauerwetter und trüben Aussichten. Aufklaren? Fehlanzeige. Immerhin ist der Weg meist gut begehbar (auch wenn er ab und an verschwindet), und die beiden anderen breiten Bäche sind zwar breit, aber nur mit einem Rinnsal Wasser versehen.

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    Loch Etive by Marion Woell, auf Flickr

    Das hier ist das Bachbett des Allt Coire na Làrach. Hier möchte ich nicht sein, wenn es voller Wasser ist! :shocked:

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    Allt Coire na Làrach by Marion Woell, auf Flickr

    Bald kommt das Ende des Loch Etive in Sicht. Hier wird der Weg sumpfig, arg sumpfig. Für die letzten 5km bis zur Straße benötige ich drei Stunden.

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    Kinlochetive by Marion Woell, auf Flickr

    Inzwischen hat es sich richtig eingeregnet. Ein starker Dauerregen prasselt auf mich ein, als ich mich durch den Sumpf balanciere. Endlich erreiche ich die Kinlochetive Bothy. Danach soll der Weg besser werden, sagte mir mal jemand. Ha, von wegen. Ich muss den Weg erst einmal suchen. Dazu muss ich auf einer schmalen Planke über einen tiefen Graben gehen, nur um drüben wieder bis über die Knöchel im Matsch zu versinken. Ätzend. Dann sehe ich das Haus, von dem aus ein Landrovertrack zur Straße führt. Erleichterung macht sich breit. Und dann: Am Zaun hängt ein Schild, dass man doch bitte die Privatsphäre der Bewohner wahren und außen um das Grundstück herum gehen solle. Gut, verständlich, aber das war einfach zu viel. Um das große Grundstück herum, nochmal durch den Matsch, und als ich den Track und damit festen Boden erreiche, bin ich fertig mit der Welt.
    So, was nun. Der Plan war, ein paar km Straße bis nach Gartness zu laufen, auf einen Pass hoch, dort zelten, am nächsten Tag runter ins Glen Coe, dann zum Kingshouse Hotel, und durchs Rannoch Moor in Richtung Rannoch Station laufen. Klasse, noch mehr Matsch. Nasse Klamotten, ein nasses Zelt, Dauerregen - nee, ich will nicht mehr. Ich beschließe, das erste Auto anzuhalten. Zehn Minuten später ist es so weit. Ein Auto kommt von hinten, ich setze ein freundlich-erschöpftes Lächeln auf und strecke den Daumen raus. Der Kleine-Frau-mit-großem-Rucksack-Bonus funktioniert auch hier. Der Fahrer lässt das Fenster runter, sagt mir, dass ich meinen Rucksack in den Kofferraum legen soll, und legt mir schon mal vorsichtshalber ein Handtuch auf den Beifahrersitz. Immerhin bin ich tropfnass - ich selbst hätte mich nicht mitgenommen, glaube ich. Klasse! Nachdem wir ausgiebig übers Wetter geschimpft haben, klären wir die Frage, wie weit ich denn mitfahren kann. Ich sage, dass ich gerne bis ans Ende der Glen-Etive-Straße mitfahren würde; von dort sind es nur noch anderthalb Kilometer zur Bushaltestelle, und den Nachmittagsbus nach Fort William schaffe ich noch. "Fort William?" meint mein Fahrer? Kein Problem, das liegt auf seinem Weg. Ich kann mein Glück kaum fassen. Etliche Kilometer und einige interessante Unterhaltungen später setzt er mich in der Nähe des Town Centre ab. Ich laufe zu einem Guesthouse, das ich noch aus früheren Zeiten kenne und habe wieder Glück: Ein Zimmer ist frei. Yeah! Ich bringe mein nasses Zeug hoch, drehe die Heizung bis zum Anschlag auf, und gehe schnell noch in den Supermarkt, was Essbares holen. Dann, endlich, raus aus den nasskalten Sachen, eine heiße Dusche, trockene Klamotten, und ich bringe die Regensachen, das Zelt und die Schuhe in den drying room. Gute Erfindung.

    Gleich geht es weiter, ich muss nur noch die Fotos raussuchen.

    Ich habe bisher nur von Objektiven der Samyang-Walimex-Klasse gehört, dass man drei bis vier (oder mehr) Exemplare testen muss, bis man eines hat, das man richtig scharf stellen kann...

    Hast du deine Kamera mal jemandem in die Hand gegeben, der auch Ahnung hat und ein paar Test-Aufnahmen macht? Wenn es bei anderen genauso seltsame Ergebnisse gibt, liegt es definitiv nicht an dir. Andernfalls empfehle ich den Besuch bei einem Optiker deines Vertrauens... ;) Spaß beiseite - hast du die Linse auch schon an einem anderen Body getestet? Ärgerlich ist das ganze schon. :streichel:

    Das Sigma habe ich nicht; aber das 20er Nikon (f/1.8) an der Vollformat. Keine Probleme! Weder bei "ganz weit weg" (Sterne) noch im Nahbereich noch irgendwo dazwischen.
    Die "Art-Serie" von Sigma soll doch so gut sein, dass man auch sehr verwöhnte Ansprüche stellen darf. :???: Also liegt das Problem sicherlich nicht an deinen Ansprüchen...

    Ich musste zum Glück nicht auf die andere Seite des Flusses... ;) Das orangefarbene Band / Seil / was auch immer an der Brücke interpretierte ich dahingehend, dass sie gesperrt ist. Ich kenne allerdings so ein oder zwei Leute, die das nicht davon abhalten würde, sich bescheuerterweise über die Brückenreste zu begeben. Ein paar km vorher war übrigens eine hervorragende Brücke.

    Es gibt wieder neue Schottlandfotos. Mit viel Natur, Schnee, Regen, Sonnenschein, Wolken...
    Hier im DF habe ich einen neuen Thread aufgemacht.

    Kleiner Vorgeschmack:
    Loch Etive von "meinem" Zeltplatz aus gesehen.

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    Loch Etive by Marion Woell, auf Flickr

    Ich war mal wieder zum Wandern in Schottland. Am Dienstag kam ich zurück, und bin jetzt dabei, so nach und nach die paar Fotos zu entwickeln, die ich unterwegs machte.
    Es ist immer wieder erstaunlich, wie viel Wetter Schottland in 8 Tage packen kann. Sonnenschein mit T-shirt-Temperaturen, Sonnenschein und eisiger Wind, Nieselregen, Dauerregen, Gewitter, Hagelschauer, Neuschnee, gar kein Wind, umwerfende Sturmböen - alles war dabei. Ich musste meine Tour unterwegs zweimal etwas modifizieren, um die doch etwas außergewöhnlichen Wetterbedingungen (zumindest außergewöhnlich für diese Jahreszeit) zu berücksichtigen.

    Hier werde ich so nach und nach ein paar Bildchen einstellen. Aufgrund der Wettervorhersage (kalt, kalt, kalt, Regen, viel Wind) musste ich vom "leichten Setup" zur dicken Ausrüstung greifen und sparte mir daher die Schlepperei von DSLR, Objektiven, Stativ etc und zog nur mit der kleinen Sony RX100M2 und einem entsprechend leichten Stativ los. Wenn ich auch die "Große" ab und an vermisste, war ich doch meist froh darüber, nur die jackentaschentaugliche Kompakte schleppen zu müssen. Vor allem, wenn es mal wieder bei Gegenwind steil bergauf ging... ;)

    Am Freitag Nachmittag verließ ich den Zug in Bridge of Orchy, und folgte für ein paar Kilometer dem West Highland Way in Richtung Norden, bis ich an der Forest Lodge links abbog und am Abhainn Shira entlang nach Westen wanderte. Am Ufer baute ich mein mobiles Einzimmerapartment auf. Noch war es bewölkt, aber trocken und das bei angenehmen Temperaturen.

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    Bridge of Orchy by Marion Woell, auf Flickr

    Unterwegs im Clashgour Estate. Die Berggipfel haben noch fotogene Schneeflecken.

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    Clashgour Estate by Marion Woell, auf Flickr

    Am nächsten Morgen erwartete mich blauer Himmel und schönes Licht:

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    Eigenheim by Marion Woell, auf Flickr

    Der Abhainn Shira plätscherte ruhig vor sich hin.

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    Abhainn Shira by Marion Woell, auf Flickr

    Hier hatte ich die Wahl zwischen zwei Kilometern Matschwanderung und Hängebrücke, oder Schuhe ausziehen und durch. Ich wählte die Fußwäsche. Bei dem Wetter war das in Ordnung, aber eisig kalt...

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    Abhainn Shira by Marion Woell, auf Flickr

    Am Loch Dochard legte ich eine längere Pause ein. Hier war es so schön ruhig und friedlich, dass ich beinahe in der Sonne einschlief.

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    Loch Dochard by Marion Woell, auf Flickr

    Da eine meiner Kolleginnen meinte, ich solle doch auch mal Fotos von mir mit Landschaft drumherum machen, tat ich dies:

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    Blick auf Glen Kinglass by Marion Woell, auf Flickr

    Um die Mittagszeit kamen Wolken auf. Ich überquerte einen Pass und stieg dann ins Glen Kinglass ab.

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    River Kinglass by Marion Woell, auf Flickr

    Brücken am Wegesrand:

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    Brücke by Marion Woell, auf Flickr

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    noch eine Brücke by Marion Woell, auf Flickr

    Recht früh erreichte ich mein heutiges Ziel, das Ufer des Loch Etive. Am Strand ein altes landwirtschaftliches Gerät:

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    alt by Marion Woell, auf Flickr

    Ein paar Hundert Meter weiter fand ich das, was ich suchte: Wiese, Strand, Wasserlauf (Loch Etive ist ein Meeresarm und daher als Wasserquelle nicht geeignet). Ratzfatz stand mein Strandhaus. Schön war es dort!

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    Loch Etive by Marion Woell, auf Flickr

    Luftverschmutzung:

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    lüften by Marion Woell, auf Flickr

    Abendstimmung am Loch Etive:

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    Loch Etive by Marion Woell, auf Flickr

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    Ginster by Marion Woell, auf Flickr


    Weiter bin ich mit den Fotos noch nicht....

    Mein Rucksack ist gepackt, meine Wanderstiefel sind mit einer Lage Snoseal versehen, die Jacke ist frisch imprägniert... Am Donnerstag geht es nach Schottland. So wie der Wetterbericht derzeit aussieht, können Sonnenbrille und Sonnencreme daheim bleiben. :/

    Hier in der Gegend gibt es ein paar Weinberge. Letztes Jahr sah ich erstmals, wie aus einem ganz normalen Acker ein Weinberg wurde. In diesem Frühjahr geht es weiter; zwei angrenzende Wiesen und ein weiterer Acker wurden bepflanzt und mit Metallstangen versehen. Dieses "Making-of" finde ich interessant!
    Gestern früh im Morgenlicht sah eines der neu angelegten Felder so aus:

    [url=https://flic.kr/p/rtJmDo]

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    Ich bin ja überwiegend in Sachen "Landschaft fotografieren" unterwegs. Ein Weitwinkel-Objektiv ist dazu geradezu Pflichtprogramm; ein lichtstarkes Weitwinkel lediglich eine nette Option für etwas speziellere Effekte. Die meisten Fotos macht man in der Landschaft und von der Landschaft nicht bei Offenblende. Ein Tele ist auch nett, aber es geht auch gut ohne. Wenn ich schon ein (nicht so lichtstarkes) Weitwinkel hätte und mir nur ein weiteres Objektiv zum Landschaften fotografieren kaufen / schenken lassen würde - dann wäre das jedenfalls kein lichtstarkes Weitwinkel. Eher ein Tele oder ein "Suppenzoom". Mit meinem DX-Nikon 18-200 war ich jahrelang in meinen Schottlandurlauben gut bedient. Ich habe mir sogar für die Vollformat ein Suppenzoom gekauft, eben für Wanderungen mit dickem Rucksack und schmalem Fotogepäck. Das darf nächste Woche mit nach Schottland, und die ganze andere Objektivsammlung muss daheim im Schrank bleiben... :D

    Lovvy, die "ältere Dame":

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    Lovvy by Borderli, on Flickr

    Und Lorcan, der einige Jahre jünger ist und schon grau wird.

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    Lorcan by Borderli, on Flickr