Beiträge von Sheigra

    Hier sind noch zwei Bilder des wirklich schönen Abendlichts:

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    Abhainn Dubhag by Marion Woell, auf Flickr

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    Abhainn Dubhag by Marion Woell, auf Flickr


    Die Nacht in der Bothy ist ruhig, nur gelegentlich von einem leichten Schnarchen aus einem der anderen Zimmer unterbrochen. Ich bin morgens die Erste, die unterwegs ist. Frühaufsteher und auf MEZ eingestellt - da schlage ich die Briten, was das frühe Aufstehen angeht. ;)
    Das Wetter ist angenehm heute, nicht mehr so schwül, es weht ein leichter beständiger Wind, und die Sonne lässt sich häufig blicken.

    Blick zurück zur Bothy:

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    Old Schoolhouse by Marion Woell, auf Flickr

    Der bequeme Landrovertrack führt mich mal durch den Wald, mal am Waldrand entlang, immer in Hörweite des Einig River, bis nach Oykel Bridge. Dort gibt es ein paar Wohnhäuser, ein Hotel, und eine Brücke. Hier ist Angler-Land. Der Oykel scheint unter Anglern ein sehr beliebter Fluss zu sein. Hinter dem Hotel führt zunächst ein Farmtrack langweilig und weit oberhalb des Flusses durchs Gelände. Mein Ausdruck aus "walkhighlands" erwähnt für diesen Abschnitt zahlreiche Sitzbänke, Picknickbänke und sogar Fischerhütten. Nun, ich sehe keine einzige und komme mir leicht veralbert vor. Meine Pause verbringe ich auf meinem Rucksack sitzend...
    Irgendwann komme ich durch das Gelände der Caplich Farm und begegne mehreren frei laufenden Rindern. Keine Highland Cattle, aber irgendeine spezielle Rasse. Es stand auf einem Schild, aber ich habe es vergessen. Wie immer bei Rinder-Begegnungen gehe ich ruhig an den Tieren vorbei, versuche nicht mit den Stöcken zu klappern, und brummele beruhigend irgendwas vor mich hin. So im Sinne von "Sei ein liebes Steak und lass mich hier vorbei, ja?". Alles ganz entspannt.
    Dann, von einer Anhöhe aus, sehe ich: Eine Fischerhütte, und eine Picknickbank! Hier teilt sich der Weg; der Farmtrack führt weiter oben am Hang entlang, und mein Weg führt mich runter zum Fluss. Rucksack abstellen und "na also!" sagen, den Rücken strecken und kurz in der Sonne sitzen. Dann suche ich einen Weg runter zum Wasser, denn meine Wasserflasche ist fast leer. Gut, erledigt. Während ich so auf der Bank sitze, zieht es sich zu, und schon fallen die ersten Regentropfen.

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    River Oykel by Marion Woell, auf Flickr

    Erfreut stelle ich fest, dass die Hütte nicht verschlossen ist. Zwei Bänke, ein Stuhl und ein Tisch sind dort drinnen, und hier warte ich gemütlich, bis der Schauer vorbei ist.

    Weiter geht der Weg, jetzt immer am Fluss entlang. Alle paar Hundert Meter steht am Weg ein Wegweiser zu einem Anglerplatz. Dort ist das Gras kurz gemäht, und meist steht dort auch eine Bank. Ich komme nicht besonders schnell vorwärts; hier gibt es zu viele Gelegenheiten zum Pause machen. Die Landschaft ist allerdings recht langweilig. Es muss eine der langweiligsten Landschaften in Schottland sein, in denen ich je unterwegs war. Da reißt auch das gute Wetter nichts mehr.

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    River Oykel by Marion Woell, auf Flickr

    Am späten Nachmittag suche und finde ich den idealen Lagerplatz für diese Nacht. Einer der Fischerplätze hat nicht nur gemähtes Gras und eine Bank; er ist auch groß und eben genug für mein Zelt, und weit genug über dem Fluss, um auch bei wolkenbruchartigem Regen ein Schwimmbad im Zelt zu verhindern. Lediglich am frühen Nachmittag bin ich einem Angler begegnet, seitdem nicht mehr. Die Chancen stehen gut, dass heute keiner ausgerechnet am "Beat 12" angeln will (oder war es Beat 13? Egal, jedenfalls der mit der alten Trockenmauer).

    Ich habe mal eine (vermutlich etwas blöde) Frage zum Gebrauchtkauf von Kameras. Gibt es irgendwelche Nachteile, einen Canon Body gebraucht aus Österreich/Schweiz zu kaufen? (Außer den höheren Versandkosten :D ) Hinsichtlich Garantie/Restgarantie/Reparaturen usw.? Ich bin da gerade etwas verunsichert...

    Unabhängig vom Gewährleistungsproblem: Bitte daran denken, dass die Schweiz nicht zur EU gehört und beim Import der Kamera vermutlich Einfuhrabgaben anfallen. Digitale Fotoapparate sind zwar tariflich zollfrei, aber die Einfuhrumsatzsteuer in Höhe von 19% (entspr. der inländischen Mehrwertsteuer) fällt an.

    Freut mich zu hören! Und danke fürs Loben! Ich genehmige mir mal eben einen Keks (Click & Leckerli, sozusagen... :D )

    Ja, Schottland macht süchtig. Und wandern in Schottland steigert diesen Suchtfaktor noch um einiges. Wenn man so weit ist, dass einem nasse Füße nichts mehr ausmachen ("trockene Füße werden überbewertet"), dass es in Ordnung ist, neun Stunden im Dauerregen zu laufen und bis auf die Haus nass zu sein (Bericht kommt noch; "nasser als nass geht nicht"), und man selbst die Mücken als etwas nimmt, was halt dazugehört - ich glaube, dann ist man ein hoffnungsloser Fall. So wie ich.

    Schottland und Hund und Wandern geht auch. Gut, mit Zelt und Hund habe ich das noch nicht probiert, und da meine alte Dame dafür schon viel zu alt ist, wird daraus in absehbarer Zeit nichts mehr. Ich werfe jedoch den ungewissen Ausgang des Brexit in den Raum. Das derzeit von UK angewendete Pet Travel Scheme basiert auf einer EU-Verordnung zum Verbringen von Haustieren (Hund, Katze, Frettchen) in die EU und innerhalb der EU. Wenn das UK raus ist aus der EU, ist fraglich, wie sie mit der Einreise von Haustieren umgehen werden. Hoffentlich bleibt alles wie bisher; im schlimmsten Fall sind dann wieder Bedingungen wie bis Ende der 1990er Jahre, als Haustiere nach der Einreise erst einmal in Quarantäne mussten... Unglaublich, auf welche Bereiche sich dieser Brexit auswirken kann. :???:

    Ich habe noch ein paar Bilder von den ersten beiden Tagen:

    Loch Achall, nicht weit von meinem ersten Lagerplatz:

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    Loch Achall by Marion Woell, auf Flickr

    Glen Achall:

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    Glen Achall by Marion Woell, auf Flickr

    Tristes graues Wetter irgendwo in der Nähe der East Rhidorroch Lodge:

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    Rhidorroch by Marion Woell, auf Flickr

    Loch an Daimh, der "See der Hirsche":

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    Loch an Daimh by Marion Woell, auf Flickr

    Abendlicht am Abhainn Dubhag:

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    Abhainn Dubhag by Marion Woell, auf Flickr

    Recht spät am Abend klart es auf:

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    Evening Light by Marion Woell, auf Flickr

    Am nächsten Morgen geht die Wanderung weiter. Hier sind viele Rinder und Schafe unterwegs, was in der immer noch schwülwarmen Luft einen intensiven Geruch hinterlässt. Der Landrovertrack ist nach wie vor gut ausgebaut, knüppelhart und fast ohne Steigungen, die Landschaft ist einigermaßen langweilig, und die Midges sind heute richtig nervig. Solange ich in Bewegung bin, habe ich Ruhe, aber schon bei kurzen Fotostopps stürzen sie sich auf mich. Pausen sind an diesem Tag abhängig vom Wind. Und da der nur selten weht, laufe ich, und laufe, und laufe...

    Bald kommt der Loch an Daimh (See der Hirsche) in Sicht, und wie bestellt stehen da ein paar Hirsche im Gelände. Die Landschaft ist genauso langweilig wie vorher - rechts ein grüner Berghang, links ein grüner Berghang, darüber graue Wolken, und neben mir ein grauer See. Der Weg, der auf den Karten als "Pfad" eingezeichnet ist, ist in der Realität ein breiter Track, gut zu gehen und ohne Herausforderungen. Erst nach der Querung des Abhainn Poblaidh wird es etwas unterhaltsamer, weil dann der Track ab und zu völlig versumpft ist und ich mir einen Weg drumherum suchen muss. Zum Glück weht hier etwas Wind, so dass ich die Schuhwechsel-Prozedur durchführen kann, ohne als Blutbank für Midges zu dienen.

    Noch ein paar Kilometer weiter erreiche ich mein Tagesziel, die Bothy bei Duag Bridge. Ein Blick auf die Uhr zeigt mit, dass es erst früher Nachmittag ist. Ich bin schneller vorangekommen als gedacht. Die Bothy ist ein altes Schulhaus, ordentlich renoviert und gut gepflegt. Ich gehe rein und stelle fest, dass sonst keiner da ist. Es gibt zwei große Räume, mit Schlafplattformen, jeweils einer Arbeitsfläche für Kocher oder so, und ein paar alten Schultischen. Dazu Plastikstühle und ein paar alte Bucher und Zeitschriften. Dann gibt es da noch einen kleinen Raum, mit einer Schlafplattform und einem Tisch. Und seit ich dort war, auch mit einem Stuhl. Den Raum belege ich sofort: ich packe meine Isomatte und meinen Schlafsack aus, und hänge meine Verpflegung in einem Packsack verpackt an einen der Haken, außer Reichweite von eventuell vorhandenen Nagetieren. Dann erkundige ich die Umgebung. Der Abhainn Dubhag hat ein paar hübsche Stromschnellen, dekorative Ufer, und Millionen von Midges. Vollverhüllung ist hier angesagt.
    Später am Abend bekomme ich Gesellschaft von ein paar anderen Wanderern. Ein Paar hält hier nur, um in Ruhe ein mückenfreies Essen zu sich zu nehmen, ein anderer Bergwanderer hält für einen Schwatz, ein weiteres Paar übernachtet in einem der großen Zimmer, und später kommt noch ein lebensälterer Wanderer dazu, der den kompletten Scottish National Trail läuft. Respekt! Wir unterhalten uns noch eine Weile, aber die Wanderkilometer stecken jedem von uns in den Knochen. Wir sind ja keine jungen Hüpfer mehr.
    Bevor ich dem Ruf meines Schlafsacks folge, gehe ich nochmal mit der Kamera raus: Die Sonne lässt sich für ein paar Minuten blicken!

    Abhainn Dubhag:

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    Abhainn Dubhag by Marion Woell, auf Flickr

    Die Bothy im Abendlicht:

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    The Schoolhouse by Marion Woell, auf Flickr

    Weitere Fotos habe ich noch nicht, die muss ich erst noch entwickeln. Wird fortgesetzt!

    Mitte Juni 2017 - ein kleiner Trekkingurlaub in Schottland. Eigentlich ist der Sommer nicht meine bevorzugte Reisezeit, wenn es ums Wandern in Schottland geht. Viele Insekten, vor allem die lästigen Midges, gelegentlich zu schwül, und die Vegetation ist so langweilig grün. Außerdem wird es nicht richtig dunkel um diese Jahreszeit.
    Nachdem ich aber letztes Jahr im April und dann im November nur gefroren habe, wollte ich mal wieder die Alternative testen. :lol:

    Es ist nur eine kleine Tour; die Zahl meiner Urlaubstage ist leider beschränkt (ha, nur noch 11 Jahre und drei Wochen bis zur Rente!). Aber ich versuche, das Beste daraus zu machen, eine Mischung aus Wandern, Zelten und Erholung.

    Montags arbeite ich noch vormittags, baue am Nachmittag ein paar Überstunden ab und nehme den Flug von Frankfurt nach Edinburgh. Eine ruhige Übernachtung, ein gutes Frühstück, und schon bin ich unterwegs. Als erstes steht der Kauf einer Gaskartusche auf dem Programm. Mein Weg führt mich in einen Outdoorladen in der Rose Street, und von dort zum Busbahnhof. Dann sitze ich im vollen Bus nach Inverness, und warte dort eine Weile auf den Bus nach Ullapool. Kurze Verwirrung: Es halten zwei Busse; einer hat ein Schild "Ullapool" im Fenster, der andere hat gar keines. Einer ist von Citylink (den habe ich gebucht), der andere von D+E Coaches. Einer der Fahrer klärt uns auf: Beide fahren nach Ullapool, und es ist egal, wo wir das Ticket gebucht haben. Da der Citylink-Bus erfahrungsgemäß bequemer ist, nehme ich diesen.

    Später am Nachmittag, so gegen halb fünf, steige ich am Pier in Ullapool aus, und arrangiere mein Gepäck neu. Der Inhalt des kleinen Daypacks wandert in den Rucksack, die Trekkingstöcke nehme ich in die Hand, und schon setze ich das ca. 15kg wiegende blaue Rucksackmonster auf und laufe los. Heute habe ich nur einen bequemen Spaziergang auf einem guten Landrovertrack vor mir. Da es lange, viel zu lange, hell ist, kann ich noch ein paar Kilometer laufen, bevor ich mein Zelt aufbaue. Irgendwie ist alles doof. Es ist schwülwarm, es geht nur ein leichter Wind, der Rucksack drückt....
    Halt, warum drückt der denn? Ich hatte ihn früher schon oft auf, sogar mit mehr Gewicht bepackt, und da war er äußerst bequem. Hm. So etwa zwei Tage später fällt mir ein, dass ich damals noch gute 20kg schwerer und entsprechend breiter gebaut und besser gepolstert war. Bis dahin habe ich noch einige Anpassungen am Tragesystem vorgenommen, und gegen Ende der Tour vertragen wir uns wieder gut, mein Rucksack und ich. Merke: Abnehmen hat auch Nachteile. :klugscheisser:

    Nach einiger Zeit kommt der Loch Achall in Sicht:

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    Loch Achall by Marion Woell, auf Flickr

    Ich laufe noch ein paar Kilometer weiter, bis fast ans Ende des Sees, und finde dort einen guten Platz für mein Zelt. Während ich das Teil aufbaue, hört der Wind auf. Ganz schnell hole ich Handschuhe und Mückennetz und die Jacke aus dem Rucksack und packe mich Midges-sicher ein. Die Flaute hält zum Glück nicht lange an, so dass ich später am Abend noch ein wenig am See sitzen kann. Sonnenuntergang oder Lichtstimmungen sind heute jedoch Fehlanzeige. Es ist trübe und bewölkt, Himmel und See sind grau, die Vegetation grün - keine guten Voraussetzungen zum Fotografieren.

    Farn, soweit man sehen kann. Vor zwei Wochen war das Zeug stellenweise schon fast hüfthoch; in ein paar Wochen wird man kaum noch drübersehen können...
    Loch Achall, nähe Ullapool, im Nordwesten Schottlands.

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    Loch Achall by Marion Woell, auf Flickr

    Naja, das hängt unter anderem von der Gegend ab, in der du wandern willst...

    In Schottland bin ich zwischen April und Mitte Oktober unterwegs, wobei mir das Wetter inzwischen wirklich egal ist. Einen "Plan B" für schwierige Abschnitte und übles Wetter habe ich immer. Zwischen Ende Oktober und Anfang April sind mir die Tage zu kurz, bzw. die Nächte im Schlafsack zu lang. Ich habe es zweimal probiert und festgestellt, dass ich das nicht mag.

    Wenn du nur über ein Wochenende los willst, und keine lange Anreise (Flug, Fähre oder so) hast, kannst einigermaßen spontan losziehen, wenn der Wetterbericht dein vermutliches "Wohlfühlwetter" vorhersagt. Vorausgesetzt, die Familie zieht da mit...