Schön, dass es dir in Schottland gefallen hat!
Skye hat sich wirklich sehr zum Nachteil verändert. In Ruhe haben wir das zuletzt im Herbst 2010 erlebt... Im Mai 2012 waren wir zufällig an einem Bank Holiday Weekend an den Fairy Pools und waren über die vielen Leute erschrocken; aber inzwischen hat das Ausmaße angenommen, die wirklich nicht mehr gut sind. Ich hoffe, dass sich das irgendwann reguliert und es andere "Locations" gibt, die "man gemacht haben muss". Bis dahin meide ich die Insel, oder fahre auf dem Weg zum Hafen in Uig so zügig wie möglich durch. Schade eigentlich.
Gairloch und die Gegend dort oben sind toll. Wir waren auch schon ganz, ganz oben im Nordwesten, am Ende der letzten Straße (in Sheigra, dem Ort mit meinem User-Namen), da ist es noch ruhiger. Lediglich die "North Coast 500", diese Marketing-Idee, sorgt für mehr Besucher als sonst. Im Februar werde ich, wenn alles klappt, einen einwöchigen Foto-Workshop im Nordwesten machen, mit Basis in Kylesku.
Für die Schotten ist Englisch keine Fremdsprache. Schottisches Gälisch, Gàidhlig na h-Alba, wird fast nur noch auf den Western Isles als Muttersprache gesprochen, aber auch, so sagte mir mein ehem. Gälisch-Lehrer, neben Englisch. Trotz aller Bemühungen ist Gälisch einfach auf dem absteigenden Ast; die Zahl der Native Speaker wird wohl immer kleiner.
Zurück zum diesjährigen Urlaub. So gegen Ende der ersten Woche fehlte mir etwas. Wir waren viel mit dem Auto unterwegs, unternahmen nur ganz kurze Spaziergänge, und erholten uns. Aber mir fehlte das Wandern, dieses schwere Gefühl in den Beinen nach einem langen Wandertag, dieses Gefühl, eine körperliche Leistung erbracht zu haben. Als dann die Wettervorhersage für Freitag schlechtes Wetter vorhersagte (Regen am Vormittag, vielleicht etwas blauen Himmel am Nachmittag, und alles mit viel Wind) beschloss ich, den letzten Abschnitt des West Highland Way zu wandern. Der ist gut befestigt und auch bei übelstem Wetter locker machbar. Außerdem endet er sozusagen bei unserer Unterkunft. Männe fuhr mich morgens nach Kinlochleven und dann unternahm er eine Tour durch die Supermärkte Fort Williams (er liebt Supermärkte...) und ich lief los.
Zuerst die elend lange Steigung von Kinlochleven rauf zum Lairig Mòr Track (hier machte sich allerdings das Training von diesem Jahr bemerkbar - ich brauchte keine Pause und war schneller oben als gedacht), dann an einer Baustelle vorbei, und dann genoss ich es einfach nur noch. Wind und Nieselregen im Gesicht, einen Wanderweg unter den Füßen, kein Mensch weit und breit - es war so schön! 23 Kilometer Genusswandern, 23 Kilometer Entspannung pur. Und viel früher als gedacht, schon nach knapp 6 Stunden, war ich wieder an der Unterkunft.
Hier ein Bild der Ruine Tigh-na-sleubhaich: