Hallo Caro,
hier meine Erfahrungen als Nichtanfängerin, die als Zweithund eine "mal-aus-Unsicherheit"-schnappende-7kg-Hündin aus dem Tierschutz geholt hat.
Gingers Schnappen war am Anfang heftig, im Sinne von sehr häufig. Es ist zu einigen Vorfällen gekommen, vor allem zu Hause. Aufgrund ihrer relativ geringen Schnappkraft sind die Vorfälle fast kein Problem gewesen: Das Schlimmste war ein minikleiner aber schmerzender blauer Fleck durch die Hose bei einem Mann von den Stadtwerken. Natürlich war es nicht vorgesehen, dass er ihr in die Quere kommt, aber wie das halt so ist, ausgerechnet zu Hause ist es ungleich schwerer, die volle Kontrolle zu behalten, er hatte im falschen Moment die falsche Tür aufgemacht.
In dieser Zeit hat Ginger einige Nerven gekostet, aber es stand in der Familie nie zur Debatte, ob sie am falschen Platz gelandet ist, sie war halt ein gemeinsames Wunschkind. Wir mussten uns auch nicht darüber streiten, welche Methoden wir beim Training anwenden wollten und welche nicht, wir hatten ja in der Hinsicht genug Fehler beim (aggressionsfreien) Ersthund gemacht, bzw. genug Erfahrungen gesammelt, wenn man es etwas positiver sehen will.
Inzwischen, zwei Jahre und viel Training später, schnappt Ginger fast nur wenn jemand, bevorzugt ein Kind, schnell und unerwartet neben ihr lossprintet. Es ist in solchen Fällen kein Problem, sie zurückzuhalten, obwohl ich immer wieder darüber staune, wieviel Kraft 7kg an der Leine entwickeln können.
Neulich, nach einem Jahr ohne Vorfälle, hat sie völlig unerwartet jemand Bekanntes "gemaßregelt", der plötzlich zur Tür reinkam. Auch ihm hat es hörbar weh getan, aber er hat dann auch gleich drüber gelacht. Ginger ist halt klein und niedlich, und die Schäden, die sie anrichtet, sind von Minutendauer.
Jetzt übersetz das alles auf einen Hund in Rottweiler-Größe und -Kraft, rechne deine nicht so recht wollende Mutter mit hinein, und denk mal in aller Ruhe nach --
Liebe Grüße
Kay