So, hier kommt mein Bericht, möglichst neutral.
Wir treffen uns in Eiseskälte mitten auf dem Feld. Ca. 15 Hunde und Halter. Viele Halter kommen als Frauchen und Herrchen. Finde ich toll.
Der Trainer begrüßt jeden einzeln, unterhält sich, fragt nach den Problemen, kommt mir jedoch nicht ganz bei der Sache vor. Seine Augen wandern über den Platz während ich mich mit ihm unterhalte.
Danach kommt seine Helferin zu mir, stellt sich vor. Wir haben denselben Vornamen
Sie drückt mir eine Visitenkarte in die Hand und das Buch, das der Trainer geschrieben hat. Ich darf es mir gerne anschauen, es beinhaltet Fragen auf viele Probleme und kostet 14nochwas Euro. Ich bringe das Buch schnell wieder zurück, da mein Hund einzigartig ist und die Probleme da gar nicht behandelt sein können, auch möchte ich gerne die Hände frei haben.
Der Trainer stellt sich vor. Bittet darum sich mit allgemeinen Fragen an die Helferin zu wenden und mit schwerwiegenderen Problemen an ihn zu wenden.
Ich warte mal ab und höre einfach zu was die andern so für Probleme haben. Zwischendurch gehen sich mal zwei Hunde an Kragen, meine hält sich noch vornehm zurück um kurz danach so mit einer American Bulldoggin aneinanderzugeraten, dass sie gleich das Halsband abstreift.
Der Trainer läuft mit der American Bulldog Hündin, die ebenfalls leinenagressiv/agressiv ist und bemerkt, dass sie das falsche Halsband trägt. Sie hat ein Kettenzugband an. Ein gut sitzendes Lederhalsband wäre besser. Kein Geschirr, denn das sitzt zu weit hinten und animiert den Hund eher zum Ziehen.
Die Hündin ist im Beisein des Trainers sehr kooperativ, läuft gut neben ihm, mit Körper und Augenkontakt. Der Trainer rupft immer wieder am Halsband. Ich frage warum er dies tut. Gute Frage, dazu kommen wir später, leider ergab sich das nicht mehr.
Ein anderer hyperaktiver Hund läuft nicht so gut mit dem Trainer, selbes Schema, aber Hund hüpft rum wie ein Tennisball. Trainers Faszit: kein Problem, das ist in den Griff zu bekommen!
Was mir gefällt ist, dass er den Hund mit Streicheln über die Flanke, nach dem Absitzen und beenden der Übung beruhigt.
Schara ist dran. Er nimmt den Hund an der Leine, Schara hat Panik in den Augen, geht nach hinten, ihre Rute kommt fast vorne wieder raus, sie sucht meinen Kontakt, hat panische Augen. Ich bin kurz davor dazwischen zu gehen und sie da raus zu holen. Ich gebe ihr das Daumenzeichen, dass alles in Ordnung ist. Sie bleibt panisch.
Der Trainer macht ein beruhigendes Pssscht, er weiss aber dass sie es nicht hören kann.
Er läuft mit ihr an kurzer Leine, Körperkontakt, keine Möglichkeit nach rechts oder links auszukommen, Ruck an der Leine, Schara schatu ihn an, er kommt zurück und meint dass man das Problem im Beisein der Erzfeinde mal testen müsse. Ich sage, die werden sich da kaum zur Verfügung stellen, denn sie meiden uns ja schon in der Stadt. Ja, man müsse das schon mal am andern Hund sehen. Ja, welcher Hund denn, wen soll ich da nehmen? Na ja, das müssen wir mal besprechen.....
Schara ist auf jeden Fall dominant! Ich bemerke, dass Dominanz ja nichts ist mit dem ein Hund auf die Welt kommt, sondern es resultiert aus der Situation. Ja genau, und das muss man in den Griff bekommen.
Ich laufe ein paarmal mit Schara abseits vom Feld in der Art wie er es mir gezeigt hat. Klar funktioniert das. Hund kann ja nicht aus. Aber das ist ja kein Gassi gehen. Hund kann nicht schnüffeln, nicht kacken oder markieren, nix!
Nun ja, nach 2 Stunden bin ich erfroren, spüre meinen Rücken nicht mehr, weil ich mich so verspanne. Schara sitzt nur noch hinter mir, beschwichtigt und schaut keinen Hund mehr an.
Ich verabschiede mich von der Runde und verspreche Schara im Auto, dass sie den Mann nie mehr wieder sehen muss!
Ich hoffe ich war einigermassen neutral. Viele Gespräche habe ich nicht mitbekommen, weil ich derweil mit Schara abseits gelaufen bin. Es war eine kostenlose Veranstaltung, muss man auch mal sagen.
Was ich mitgenommen habe ist, dass ich mit Schara das bei Fuß laufen korrekter üben werde und auch am Grundgehorsam arbeiten werde. Das war eigentlich die Kernaussage des Trainers. Der Grundgehorsam muss passen und sitzen, dann kommt das andere auch von allein.
Nun denn, dann üben wir mal fleissig...........