Ich bin nun selbst Ehrenamtliche im Tierheim. Fällt mir an einem Hund was auf, teile ich das sofort der Chefin mit. Was diese daraus macht, kann ich nicht beeinflussen. Aber ich versichere dir, wenn ich den Hund mehr als zweimal mit draußen hatte, fällt mir schon auf, wenn er was hat, das man nach außen sieht. So melde ich z.B. auch Durchfall beim Gassihund oder den Knubbel unter der Haut einer Katze, die ich zufällig mal gekrault habe. Bei uns wird dann nachgeschaut und ggf. der Tierarzt hinzugezogen. Wenn etwas ist, wird es den Interessenten auch mitgeteilt.
Ich finde es unter aller Kanone, als Tierheim Menschen zu belügen. Wenn ich da einen Hund sitzen habe, dessen langes, ungepflegtes Fell seine Geschlechtsorgane verdecken, dann weiß ich spätestens nach dem dritten Mal Zwinger aufwischen, dass dieser Hund inkontinent ist. Und dann muss ich das untersuchen lassen oder wenigstens den Interessenten mitteilen.
Als Hundeanfänger guck ich mir nicht die Geschlechtsorgane eines mir völlig fremden Hundes an, wenn ich dazu erst mal einen halben Urwald beiseite schieben muss. Da verlasse ich mich auf die Aussage der Mitarbeiter, die den Hund schon kennen. Und dann so krass belogen zu werden, wie einige User es hier schreiben, finde ich ein Unding, denn, wie hier schon erwähnt wurde, wird dadurch der Ast angesägt, auf dem alle Tierschutzorganisationen gemeinsam sitzen.
Das muss doch echt nicht sein.
Für mich käme unter Umständen ein kranker Hund infrage, da käme es halt auf das Ausmaß der Krankheit an. Giardien oder Ohrmilben wären kein Problem, das kriegt man in den Griff. Meine Schwarze hatte eine altersbedingte Herzschwäche, sie musste jeden Morgen eine Herzpille schlucken. Kein Problem, das wusste ich und es hat weder den Hund noch mich gestört. Aber es ist nur fair, wenn die Menschen wissen, worauf sie sich einlassen.