Liebe Tine, dich würden wir mit Handkuss als Kontrolleurin nehmen. Mal schauen, ob ich Spuk rechtzeitig zu Ostern dazu bekomme, kleine Tütchen mit Keksen zu überreichen. Bis Nikolaus bzw. Weihnachten ist er auf jeden Fall so weit.
Wir haben hier auf der Strecke halt einfach so superliebes Personal, dass es einfach Spaß macht, so einen Quatsch zu machen, um die Damen mal zu überraschen. Am schwersten war es wirklich, Spooks beizubringen, dass er Papier festhält. Sobald wir das erledigt hatten, war die größte Hürde genommen. Er liebt Schaffnerinnen. Männliche Schaffner sind okay, aber die Frauen in Uniform sind seine Herzdamen. Keine Ahnung, wieso, der alte Charmeur.
Ich seh grade, ich hab Spinnerminna vergessen: Das Portemonnaie kriegt er nur unter strenger Aufsicht meinerseits, und solange ich nicht das Kommando zum Hergeben sage, rückt er eigentlich auch nichts raus. Zumindest soll das unser Ziel sein.
Da ist man mal ein einziges Wochenende nicht online, und schon hat der Spinner neue Fans.
Ja, die Idee gefällt mir auch ganz gut, auch wenn das eigentlich ein Zusammenspiel zwischen unserer Lieblingsschaffnerin und mir war.
Wir sind fleißig beim Üben; Freitag am Bahnhof gab es einen kleinen Rückschlag, weil der Spinner seinen Dummy nicht meiner zufällig dort wartenden Bekannten in die Hand drücken wollte, aber das dürfte unser altbekanntes Konzentrationsproblem gewesen sein.
Dafür haben wir auf dem Weg zum Tierhof mit dem neuen Werbeflyer der NWB trainiert.
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Und dann, auf dem Heimweg, kam der absolute Oberhammer, der mir ein fettes Grinsen aufs Gesicht gezaubert hat, und das trotz 25 Minuten Verspätung bei Regenwetter.
Es war bloßer Zufall, die Bahn war leer, der Fremdschaffner kein Idiot (langsam kenn ich die Macho-Deppen unter ihnen bzw. kann sie auf 10 Meter Entfernung erkennen ), also hab ich, bis wir dran waren mit kontrollieren, noch ein wenig mit Spooky geübt: Ticket festhalten, bis fünf zählen, ausspucken, Keks rein. Ticket festhalten, paar Schritte gehen, Hund folgt mit Ticket in der Schnauze, ausspucken, Keks rein. Inzwischen klappt sogar hinsetzen und aufstehen mit Ticket, das haben wir auch noch ein wenig geübt.
Dann stand auf einmal der Schaffner neben mir und sah, dass Spooks sein Ticket festhielt. Ohne Kommentar hielt er die Hand drunter und wollte es haben. Ich war so verblüfft, dass mir das "Spuck's aus!" etwas verspätet rausrutschte, aber was soll ich sagen? Streber-Spuk spuckte tatsächlich sein Ticket einem wildfremden Schaffner in die Hand. :jump2:
Wir werden schön weiter trainieren, denn wie ich meinen Spinner kenne, war das ein Glückstreffer, aber hey, es hat funktioniert!!
Ich bin grade wahnsinnig stolz auf Spooky, das kann ich kaum ausdrücken. Ein Glück, ausgerechnet an einen hundeverrückten Fremdschaffner zu geraten, der, ohne nachzudenken, einfach mal einem fremden Hund ein Stück Papier aus der Schnauze nimmt.
Ich findes es auch immer prima, wenn Leute kein großes Ding draus machen, wenn man sich selber falsch verhalten hat.
- Es ist mir durchaus schon passiert, dass ich einen angeleinten Kleinhund nicht gesehen habe und mein freilaufender Tutnix-Labbi da mal dran geschnuppert hat. Und die Leute dann auf meine Entschuldigung ganz locker meinten "ach, Ihrer hat ja nix gemacht und meiner wehrt sich sonst wohl"
- Mein Hund läuft zwar an anderen Leuten vorbei, ohne sie zu beachten. Aber sie rennt eben auch durch Pfützen, ohne drauf zu achten. Wenn beides gleichzeitig passiert, ist das doof. Für die anderen Leute. Aber die fanden das "egal, das geht beim Waschen raus".
- Mein Hund hat schon mal beim Mantrailing eine völlig falsche und völlig fremde Person angezeigt. Durch Anspringen. Das muss man sich mal vorstellen: Jemand stehst im Dunkeln vor seiner Haustür und raucht gemütlich eine und dann kommt ein großer Hund angekeucht, der an 5 Meter Leine jemanden hinter sich herschleift und springt den Menschen an. Schlimmer geht's nicht! Die Frau fand das völlig unproblematisch und hätte gern noch ein bisschen mit dem Hund gespielt.
Ich glaube, deinen Hund würd ich mögen. Tollpatschige Vierbeiner haben bei mir von Natur aus einen Stein im Brett.
Das mit dem Mantrailing ist natürlich besonders super, ich bin sicher, deine Hündin wollte ihr nur deutlich machen, dass rauchen ungesund ist.
Die Sache mit dem Pfützen kann mir wenigstens nicht passieren, meiner ist wasserscheu.
Bei nem Staff kannst Du Dich auf viele böse Blicke gefasst machen. Ich würde da immer nen Mauli draufpacken und mir ein dickes Fell zulegen.
Böse Blicke vielleicht, aber das mit dem Maulkorb wurde mir gerade neulich von einem Zugführer ganz anders erklärt. Wir unterhielten uns am Bahnhof darüber, ob der aaaaaaaaaarme Spuk im Zug wirklich einen MK braucht, ich verwies auf die Beförderungsbedingungen in seinem Verein und er meinte, meiner bräuchte doch keinen, der sei soooo lieb.
Dann meinte er, dass seiner Erfahrung nach das Personal bei den Leuten mit den Listenhunden nie was sagt, weil sie viel zu viel Angst haben.
Heute Mittag auch: Mein Spinnerlein trug seinen Korb (mach ich ab und zu zum Training, damit er es nicht verlernt, und eben auch, wenn wir die Schülerzüge nehmen, weil die Kids sich echt unmöglich benehmen, wenn sie in Massen auftauchen), ein paar Sitze weiter lag ein dunkel gestromter Cane Corso ohne Korb. Den Besitzer hätte im Leben keiner angesprochen, dabei war der Hund auch noch total knuffig.
Was ich heute cool fand war eine Begegnung im Zug. Spinner und ich steigen ein, ich lass seine Leine auf den Boden fallen, um mein Geld rauszuholen, da strebt der sonst im Zug mustergültige Hund in Richtung Wageninneres. Ich stell mich auf die Leine, gucke und seh einen riesigen Hund in der Ecke liegen. Spinner wurde also in einer anderen Ecke geparkt, während ich mein Ticket zog, dann fragte mich das Herrchen des Riesen, ob meiner ein Rüde sei. Als ich bejahte, meinte er, dann sei er aber sehr brav, seine Dame sei nämlich läufig. So unterhielten wir uns durch den halben Zug, während die Hunde in ihrer jeweiligen Ecke rumlagen, intakter Rüde und läufige Hündin, und alles war ruhig und locker. Besonders super fand ich, dass der Besitzer dann noch extra gewartet hat, bis ich ausgestiegen war, damit sich die Hunde im Eingangsbereich nicht noch in die Quere kommen. Danke für die Umsicht, denn so muss ich jetzt keinen hormongeschädigten Hund bändigen.
Gerade gehen wir an zwei offensichtlich angetrunkenen Mädchen vorbei (so um die 14/15), als die eine völlig unerwartet einen großen Schritt auf Paco zu geht und laut "Buh!" sagt. Paco ist zum Glück nur kurz zusammen gezuckt und das einzige was ich sagen konnte war "Der nächste Hund hängt dir dann vielleicht im Gesicht." Worauf die patzige Antwort kam "Das dürfen die ja gar nicht."
erm. ja. :irre3:
Und genau das ist das Problem: Mit dieser Einstellung werden die Kids groß und nehmen sich entsprechend alles Mögliche bei jedem wildfremden Hund raus. Seh ich ja auch fast täglich, wenn ich mit dem Spinner im Zug unterwegs bin. Dass es den Hund in erster Linie mal gar nicht interessiert, ob er das darf oder nicht, und dass die Folgen u.U. für die eigene Gesundheit gravierend sein können, sehen diese Blitzmerker nicht.
Wahrscheinlich hatte sie Angst, dass ihr reinrassiger Labbi sich bei deinem ungewaschenen Sams was wegholt.
Reden und nicht gucken kann ich auch gut. Meine Schwarze hatte die Angewohnheit, manchmal in der Gegend rum zu gucken, anstatt nach vorn zu schauen. Also drehte ich mich eines Tages zu ihr hin, merkte, dass sie wieder träumt, sagte zu ihr: "Guck, wo du hinläufst, sonst rennste wieder wo gegen." und knallte im gleichen Moment vor einen Baum, der da eine Sekunde zuvor ganz sicher noch nicht gestanden hatte.
Der frühere Hund meines Kollegen wurde immer gefragt, ob er mit wolle, wenn jemand das Haus verließ. Später durfte keiner mehr z.B. "Tee mit Zucker" sagen, ohne dass der Hund ausflippte. Schon ne blöde Verknüpfung bei einem so häufig gebrauchten Wort.
Spinner und ich sind im Wald unterwegs. Mitten in der Pampa kommen uns zwei Spaziergängerinnen entgegen. Ich lass Spooks warten, also steht er am Wegrand und schaut mich an, weil er schon weiß, dass er keine Freigabe bekommt, wenn er woanders rumguckt. Im Vorbeigehen meint die eine Frau zur anderen: "Der hat uns gar nicht angeguckt." Andere Frau: "Der ist halt gut erzogen." Okay, gut erzogene Hunde gucken keine fremden Menschen an. Muss ich mir merken.