Beiträge von Sunti

    Bemerkenswert witzige Unterhaltung mit einem Hundehalter vorhin im Wald.
    Der ältere Herr hatte einen chicen Schäferhund in Lang-Stockhaar dabei, den der Spinner zwar zunächst mal anpflaumen musste, aber wir haben uns dann trotzdem unterhalten.
    Wir sprachen dann auch übers Futter, und ich erzählte, dass meiner neben Trocken- und Dosenfutter auch durchaus mal das kriegt, was bei mir übrig bleibt, so wie gestern Kartoffelpuffer.
    Da guckte er mich ganz groß an und sagte, dass er das auf keinen Fall machen würde, denn den Fehler habe er bei seinen vorigen Hunden gemacht und diese seien daraufhin zu nervigen Bettlern mutiert.
    Auf meine Antwort, dass der Hund ja nicht zwischen Menschenessen und Hundeessen sondern zwischen meins und seins unterscheidet und es daher nicht schadet, wenn er meine Essensreste in den Napf kriegt. Selbstverständlich bekommt er sie nicht vom Tisch, während ich esse.
    Da schaute er mich vollkommen groß an und entgegnete, DARAUF wäre er ja noch nicht gekommen, das Essen in den Napf zu tun. Wie gut, dass wir uns getroffen hätten, diese Idee sei super, und in Zukunft müsse er dann auch nicht mehr die Reste vom Mittagessen wegwerfen.

    Ich glaube, der Schäferhund wird sich freuen. :D

    Da bisher all meine Hunde "gebraucht" waren, hatte ich beim Geschlecht kein Mitspracherecht. Die waren halt schon, was sie waren. =)

    Bisher hatte ich zwei Rüden und eine Hündin, und die Hündin hat ordentlich markiert. Okay, der Spinner markiert auch wie ein Weltmeister, stellt sich dabei allerdings nicht so arg geschickt an. Momentan sind wir noch in der Phase, wo der Herr mal nachfragt, ob er wirklich, wirklich, in echt, nicht an Mauern und Zäune pinkeln darf, aber langsam kommt's im Hirn an.

    Vom Wesen her habe ich keinen Unterschied bemerkt, was auch daran liegt, dass ich drei Hunde mit sehr unterschiedlichen Vorgeschichten und Rasse(n) hatte.
    Mir wär das Geschlecht also auch beim nächsten Hund egal.

    Solltest du. Das Zeug verbreitet sich bundesweit ausschließlich über Suggestion - oder über unterschwellige Botschaften.

    Feldsalat, Feldsalat, du hast Hunger auf Feldsalat, Feldsalat mit Feta, Feldsalat ist grün, knackig und gesund, und es nervt auch überhaupt nicht, Feldsalat zu putzen, Feldsalat, esst mehr Feldsalat.

    Nix Mut. Wut ist besser. :D
    Du magst nicht mehr hingehen, weil der Trainer doof ist und man dich unter Druck setzt. Das Ergebnis ist das gleiche: Du gehst nicht mehr hin. Aber die Sichtweise wird dafür sorgen, dass es dir besser geht. :ja:

    Magst mal was Neues zum Lachen haben? Bis das Buch da ist?
    Ich trainiere seit Jahren schwierige Hunde fürs Tierheim (Angsthunde, Straßenhunde, Hunde, die wenig kennen gelernt haben, Hunde, die im Erwachsenenalter noch nichts lernen durften... - also Viecher, die SO keiner mit gesundem Menschenverstand adoptieren würde :D). Da habe ich mit vielen Hunden zu tun, die echt anstrengend sein können.

    Mein eigener Hund ist dagegen, auch wenn vom Tierschutz, ein echter Streber. Er hat drei Jahre lang beim Vorbesitzer wohl nicht viel gelernt und war am Anfang ein wenig... wild... :hust: Nennen wir es 30 kg Anarchie...

    Mittlerweile klappt es sehr gut mit uns, das letzte halbe Jahr trägt Früchte. Heute Abend, als wir nach Hause gingen, kreuzten auf einmal zwei Katzen unseren Weg.
    Normale Reaktion: Knurrend in die Leine springen.
    Heute: Ansatz, in die Leine zu springen, aber bevor er es tut, dreht er sich zu mir um.
    Riesenfreude, Party, grooooooooooßes Stück Huhn rein in den Hund.
    Katzen hocken auf der anderen Straßenseite und strecken dem Hund die Zunge raus.
    Ich, total beschwingt von diesem großen Erfolgserlebnis, halte dem Hund den Rest vom Huhn vor die Nase, damit er sich an mir orientiert, während wir an den Katzen vorbeigehen. Womit ich Superchecker nicht gerechnet hatte: Hund ist hochgepusht, und wenn er sich nicht an den Katzen abreagieren darf, muss was anderes her. Was macht er? Springt nach dem Huhn und hackt mir dabei volle Kanne in den Finger. :dead:
    Muss ein geniales Bild abgegeben haben, inklusive meines verwirrten "Das hat er ja noch NIEEEE gemacht!"-Blicks.

    Ist halt nicht immer alles perfekt. Solange man sich den größten Teil der Zeit mit dem eigenen Hund wohlfühlt, passt das alles.

    Bei so viel Zuspruch werd ich noch ganz verlegen. :ops:
    Und das Ego des Spinners wächst ins Unermessliche.

    Fotos habe ich heute keine, aber dafür ein neues Erfolgserlebnis.
    Wieder ein fast leerer Zug (um die Uhrzeit keine Seltenheit), eine fremde Schaffnerin, ein hochmotivierter Hund. Also hab ich die Dame gefragt, ob sie irgendwelche Probleme mit Hunden habe.
    Ihrer Aussage nach nicht, auch wenn sie eher ein Katzenmensch sei.
    Okay, das reicht für meine Zwecke, also habe ich ihr kurz erklärt, was wir üben (die kann nichts an unsere Damen verraten, weil sie, wie sie sagt, diese Strecke "todselten!" fährt) und sie gefragt, ob sie mitspielt.
    Der Spuk hat ein wenig mit den schönen Bernsteinaugen geklimpert, und schon war sie überzeugt.

    Erst mal musste ich Spooky davon überzeugen, sich zu konzentrieren. Dazu verwende ich neuerdings öfter das Wort "Konzentrieren!", und mittlerweile scheint er kapiert zu haben, was das für ihn bedeutet, denn wenn ich es sage, hört er meistens auf zu hibbeln. Hach, so hat unser Tricktraining auch noch was Gutes für den Alltag, ein Konzentrationswort kann man schließlich immer brauchen, wenn man einen Spinner zu Hause hocken hat. :rollsmilie2:

    Da diese Dame ein wenig unsicherer im Umgang mit Hunden war als der letzte Schaffner, hat sich das auch auf Spuk übertragen, und er ließ zweimal zu früh los. Beim dritten Mal hat es dann aber super geklappt, nachdem ich auch die Schaffnerin instruiert hatte, das Ticket wirklich festzuhalten, statt nur die Hand drunter zu halten.
    Spinnerlein rückte seinen Fahrschein raus, dieser war auch nur minimal angesabbert (inzwischen können wir dasselbe Ticket bis zu siebenmal verwenden, bevor ich es entsorge, weil es sich wellt und die Zahnspuren zu deutlich werden :hust: ), ich stopfte erst mal eine Handvoll Rotwurst in den Hund, dieser bekam danach noch die volle Bewunderung der uniformierten Dame, und alle waren glücklich.

    So kann es gern weiter gehen. Wenn wir demnächst mal unsere hundeerfahrene Verbündete in Uniform treffen, werde ich ein paar mehr Übungseinheiten während derselben Fahrt einbauen, damit er mehr Sicherheit gewinnt. Vor allem darf diese dann auch selbst belohnen - in ihrem Fall wird es so aussehen, dass sie Spook zum Hochspringen animiert und er sie abknutschen darf. :bussi:
    Das ist in dem Fall dann eine Belohnung für sie beide, weil ich es ihr sehr selten erlaube, den Spinner im Zug so hochzupushen.

    Und bis es so weit ist, werde ich wohl oder übel noch ein paar Fremdschaffner als Versuchskaninchen verwenden müssen.

    Sissi, ich denke mal, wenn du unter Trennungsängsten leidest und deinen Hund nicht an fremden, unbekannten Orten ableinst, ist das noch lange kein grundlegendes Problem. Der Hund darf ja wohl an bekannten Orten laufen? Dann seh ich da nichts Schlimmes.

    An komplett neuen Orten hätte ich eine lange Zeit meine Schwarze nicht frei laufen lassen, weil sie eine Angsthündin war und zu Anfang zwar schon sehr eng an mich gebunden war, aber ich wusste eben nicht, wie sie auf ganz fremde Orte und Situationen reagierte. Dennoch lief sie im Alltag meistens frei, denn wie oft ist man schon an einem ganz neuen Ort mit dem Hund? Und auch neue Orte werden zu bekannten Orten, dann kann man laufen lassen.

    Ehrlich, ich würde mich nicht so runterziehen lassen von etwas, das ein Mensch sagt, der euch nicht gut und intensiv kennt.
    Du kannst die Bindung festigen durch gemeinsame Unternehmungen, durch Erfolgserlebnisse, die ihr miteinander habt. Da hätte ich nun wirklich keine Bedenken, dass das klappen kann. Nix zu spät.

    Meine Hunde waren alle erwachsen (bzw. zwei waren schon Senioren), als sie zu mir kamen, und bei keinem von ihnen würde ich sagen, dass die Bindung nicht vorhanden oder gestört gewesen wäre.


    @Urin auffangen: Rüde oder Hündin? Wie groß ist der Hund? Davon hängt mMn auch ab, zu welchen Tricks man greifen kann.