Beiträge von Sunti

    Ich hab die BGVP jetzt mal gegoogelt und in der Prüfungsordnung gefunden, dass da
    1. eine Ausbildung vorangeht (die sicherlich auch was kostet, ist ja in einem Verein)
    2. Situationen verlangt werden, die du mit einem Angsthund schlicht vergessen kannst. Allein die Übungen in der Fußgängerzone:
    z.B. platzender Luftballon kann Teil der Prüfung sein. Mach das mit einem Angsthund, und du kriegst ein nervliches Wrack. Außerdem wird hier wieder verlangt, den Hund irgendwo (hier Beispiel Parkbank) anzubinden, während der Halter außer Sichtweite geht.
    Dann geht es auch hier wieder um reine Gehorsamsprüfungen. Und voila, schon sind die Hunde mit Vergangenheit wieder außen vor. Für diese (und ich meine wirklich die Extremfälle, die, mit denen ich z.T. arbeite) bliebe nur der DOQ-Test, der eben 140€ kostet. Das System würde, wenn man das so einführt, also die Halter von Hunden mit schlimmer Vorgeschichte allein preislich diskriminieren. Kann irgendwie auch nicht sein.
    Meine Befürchtung ist eben, dass damit viele Hunde im Tierheim sitzen bleiben, die ansonsten eine Chance auf ein Zuhause hätten.
    Das hat auch nicht mit "über alles meckern" zu tun, wie es denjenigen unterstellt wird, die sich eben vor dem Hintergrund der "Problemhunde" mit dem Thema befassen (müssen). Es ist schlicht und ergreifend nicht durchdacht und in vielerlei Hinsicht unfair.
    Ebenso missfällt mir der Passus über "aggressives Verhalten", das sofort zum Nichtbestehen der Prüfung führt. Hast du nen Angsthund, kann es dir ganz schnell passieren, dass der in einer Paniksituation mal schnappt. Du als Hundeführer bist natürlich gefragt, dafür zu sorgen, dass er dabei niemanden trifft, aber wer will schon wissen, was ein Richter als aggressiv wertet? Abschnappen? Knurren? Oder schon das Verbellen von gruseligen Dingen, was eben bei Angsthunden durchaus mal vorkommt. Und bevor da jetzt gleich wieder jemand was von "erziehen" schreibt: Es gibt Traumata, die kriegst du nie aus einem Angsthund raus, und es gibt welche, die brauchen weit mehr als ein Jahr, um abgebaut zu werden. Bin ich verantwortungsvoll, erspare ich meinem Hund derartige Situationen, damit er eben nicht in die Verlegenheit kommt, sich zu wehren. Geht im Alltag super. In dieser Prüfung leider nicht.
    Zum Nachlesen:

    http://www.hundefreunde-schwarmstedt.de/index_htm_file…tand_okt.07.pdf

    Genau diese letzten beiden Punkte sind es, die mich so annerven.
    Und wenn die Regierung mit Tasso zusammen arbeiten würde, hätte es auch Tasso so hinbekommen können, dass nur die für die Anmeldung relevanten Daten für diese freigegeben werden. Tasso hat ja eine Zusammenarbeit angeboten, wenn ich richtig informiert bin.

    Ziggy, das finde ich auch eine Frechheit. Und über genau diese Schiene werden sich hier die zertifizierten Hundeschulen an den Kunden schadlos halten. Es steht ja explizit in den FAQ, dass man keinen Kurs besuchen muss, um die Sachkunde abzulegen, aber wie du es schon schreibst, wird das von vielen Hundeschulen sicherlich als Voraussetzung genannt werden. Und das geht mal gar nicht, wenn da wieder auf Kosten des Hundes gearbeitet wird.

    Natürlich drück ich die Daumen für Guggie, die Kleine muss es auch schaffen. Aber sie hat einen wirklich miesen Start erwischt, mit dem verletzten Bein und allem. Trotzdem muss sie groß und stark werden.

    Okay, dann gibt es unter den Kitzen also auch Blondinen, gut zu wissen. Dem Beppi steht blond aber echt gut, und das dunkle Lieserl, das inzwischen kein Sorgenkind mehr ist, ist auch ne wirklich Hübsche. Wie misst du sie eigentlich? Wiegen kann man ja mit Kitz unterm Arm erledigen, aber messen? Bleiben die Kerlchen stehen, während du das Maßband anlegst? Und dann auch noch zentimetergenau? Bei mir bleibt ja nicht mal der Hund stehen, wenn ich mit dem Zollstock anrücke.

    Zitat

    Wow, der SKN ist ja teurer als in der Schweiz. :schockiert:

    Gehen dien wirklich nicht darauf ein, was der Hund für eine Vorgeschichte hatte? Das wäre dann echt fatal. :sad2:

    Da wir ja noch keine Prüfungsordnung haben, können wir das nicht so genau sagen. Aber wenn die praktische Prüfung an BH und Co. angelehnt wird, dann gehen die da eben nicht auf solche Dinge ein. Bei der BH heißt es dann ja auch: "Pech gehabt."
    Und davor habe ich eben Angst, denn ich arbeite ehrenamtlich mit diesen Hunden mit Vorgeschichte. Für manche von denen ist es schon harte Arbeit, den Alltag zu erlernen, ohne Panikattacken zu bekommen, von Gehorsamsübungen, die ich persönlich eh für unnütz halte, mal ganz abgesehen. "Fuß" ist für mich so ein unnötiges Kommando, wenn man einen Hund dabei hat, für den es eine echte Aufgabe ist, durch eine Siedlung zu laufen, ohne unter sich zu pinkeln oder Fluchttendenzen zu bekommen.
    Ich habe ja etwas Angst, dass diese Hunde wieder zu kurz kommen bei der neuen Regelung. Obwohl ich es schon gut finde, dass man diese Sachkunde nur einmal machen muss. So bekommen die Angsthunde wenigstens ne Chance, wenn der zukünftige Besitzer die Sachkunde schon hat.
    Dennoch finde ich halt, dass auch solche Hunde die Chance bekommen müssen, die Prüfung zu bestehen, wenn Frauchen oder Herrchen in der Umgebung eben keinen Ersatzhund haben, mit dem sie die Prüfung ablegen könnten.

    Was mir auch fehlt: Die Konsequenz, wenn man die Theorie ablegen muss, weil man den Hund noch zu kurz hat, oder wenn man bei der Praxis durchfällt. Muss man den Hund abgeben? Was passiert dann? In welchem Abstand muss man dann wiederholen, um den Hund weiter behalten zu können? Das ist alles noch nicht geregelt. Das meinte ich vorhin mit "nicht durchdacht". Unter anderem.

    Ich frage mich gerade, was daran ein Glück sein soll, wenn Tasso nicht die Registrierung der Hunde übernehmen darf? Ich wäre dafür gewesen.

    In den von dir verlinkten Quellen steht auch nur, dass die Prüfung AB 40€ pro Teil kosten soll. Da geht ne Menge mehr, je nach Prüfer. In meinem Landkreis gibt es genau zwei zertifizierte Prüfer, einer davon ist meine Tierärztin. Und noch immer steht nicht fest, wie der Test genau ablaufen wird/soll, der Fragenkatalog, der angeblich rechtzeitig vor Inkrafttreten des Gesetzes aufgeführt werden soll, ist noch nicht vorhanden, und auch sonst lassen die FAQ ne Menge Fragen offen.
    Abgesehen davon stand diese Pressemitteilung noch nicht auf der Seite, als ich das letzte Mal nachgeschaut habe, ist mir also doch noch etwas neu. Finde einige Dinge wieder etwas schwammig formuliert, leider.
    Solange die keine Prüfungsordnung vorlegen, bleibe ich mehr als skeptisch, denn die meisten der Tierheimnasen, mit denen ich arbeite, würden so ohne weiteres keinen Test in der Innenstadt bestehen. Deshalb meidet man mit ihnen diesen Ort und zeigt sich somit als verantwortungsvoller Halter. Spazieren gehen in der City ist hier im Ort echt nicht nötig, wir haben genug "Land" drumherum. Auch wird wieder Gehorsam überprüft, der nicht unbedingt nötig ist. Platz z.B. nutze ich bei meinen Angstpfleglingen gar nicht, die würden sich bedanken, wenn sie sich auf Kommando in einer fremden Umgebung hinlegen sollten. :roll:

    Und ob ich den VDH unbedingt als Expertengremium anerkennen würde, darüber schweige ich lieber, ansonsten entbrennt hier nur wieder eine heiße Diskussion. ;)

    britta: Nö, eigentlich sollte so eine Prüfung von jedem Menschen und vor allem JEDEM HUND bestanden werden können. Klar, die Ausnahmen, die ihre fünf Hirnzellen dringend zum Atmen und für die Fortpflanzung brauchen und besser kein anderes als ein Steifftier halten sollten, müsste man aussieben, aber jeder, der in der Lage ist, ein Buch zu lesen und den Inhalt zu verstehen, sollte schon fairerweise die Prüfung schaffen können.