Beiträge von Sunti

    Och, wir haben teilweise auch Spaziergänge, bei denen rein gar nichts passiert, wir niemanden oder nur vernünftige Leute treffen. Aber die fiesen Begegnungen bleiben halt hängen, wenn ich sie nicht schnell hier rauslasse. Dieser Golden hat mich halt einfach nur deshalb genervt, weil er meine Schwarze schon immer belästigen durfte - von seinen Leuten aus. An mir kam der nicht vorbei. :aufsmaul:
    Die Leute von dem Golden haben wohl deshalb keine Angst, weil der Kerl sicher gut und gern seine 34 kg hat und somit zu den schwereren Kandidaten im Wald gehört - der würd wahrscheinlich gewinnen. Wär mir trotzdem zu heikel, aber ich steh auch nicht so auf gepiercte Hunde.

    Ich bin Kummer gewohnt, bin ich doch hier eine der ganz wenigen Leute, die keinen flauschigen Welpen vom (Hobby)Züchter haben, sondern einen Hund mit Vorgeschichte. Deshalb stech ich hier immer ein wenig heraus; man merkt schon, dass die Leute hier keine Erfahrung mit Begegnungen mit "vorbelasteten" Hunden haben. Aber durch die Arbeit im Tierheim und durch meine Schwarze habe ich ne Menge gelernt, auch was den Umgang mit Tutnixen, Tutwasen und ihren ignoranten Haltern angeht. Und da mein Arm ja langsam wieder mitspielt, besteht Hoffnung.

    Anna, bisher hab ich immer "Spinner" geschrieben, das ist sein interner Spitzname, in Wahrheit heißt er Spooky. Und klar üb ich mit dem, ich hab keine Lust, die nächsten zehn bis zwölf Jahre 30 kg Anarchie an der Leine zu haben. Wär mir viel zu anstrengend. Er wird aber langsam, es gibt tatsächlich Momente, da seh ich ein winziges Licht am Ende des Tunnels schimmern. :flehan:

    Grrrr!
    Spinner und ich heute im Wald. Lange Runde, auf dem engsten Teil der Strecke kommt uns ein Paar mit zwei freien Hunden entgegen. Von Weitem gut sichtbar lein ich Spinnerle an, setz ihn an den Wegrand und pack die Kekse aus. Keine Reaktion der Entgegenkommenden.
    Als sie in Rufweite sind, ruf ich, nämlich "Bitte nicht ranlassen!" Egal ob Rüde oder Hündin, in eine Zweiergruppe kann ich den Kerl noch nicht lassen, das verkraften seine Nerven nicht, also kein Kontakt gewünscht. Die Leute ignorieren meine Bitte gekonnt, also schieb ich dem Spinner noch n paar Kekse rein, in der Hoffnung, die anderen Hunde gehen vorbei. Nein, leider kein Glück; der eine Hund hängt auf einmal dem Spinner am Hintern, direkt mit der Nase dran. Natürlich steht der dann auf, ich versuche, ihn vom anderen Hund (der natürlich nachrückt) wegzuhalten, weil er und andere Hunde an der Leine ne wirklich miese Idee sein kann. Inzwischen bequemen sich auch die Leute mal heran, ich frag nur "Was ist an 'nicht ranlassen' denn so schwer?", kriege nen doofen Blick, und als sie versuchen, den einen Hund von uns weg zu ziehen, schnappt der noch rum und hackt beinahe sein Frauchen. Na egal, ist ja nicht meine Hand. Spinner hat sich anständig benommen, bis auf das Aufstehen.

    Wir gehen weiter, seh ich von Weitem einen Golden Retriever, fieses Viech, knapp zwei Jahre alt und hört für keine fünf Cent. Ich merk nur, der Golden rast im Galopp auf uns zu, verzieh mich mit dem Spinner ins Gebüsch, um auszuweichen, Retriever schön hinterher, der war auf Provokation aus. Nicht unbedingt fressen, aber imponieren, prollen und so. Damit kann Spinnerle leider noch nicht wirklich adäquat umgehen, daher der Sprung ins Gebüsch. Golden leider hinterher, tanzt provokant vorm Spinner rum, ich scheuch ihn weg (bin ganz begeistert, mein rechter Arm ist wieder so weit, dass ich meine Stop-Geste machen kann!! :party: ), Golden schießt um mich herum, versucht es von der anderen Seite. Spinner will ihn gern futtern, knurrt und geht kurz in die Leine. Ich brüll den Hund an, sich zu verziehen... Also, leise ist anders. Und dennoch dauerte es geschlagene drei Minuten, bis Frauchen sich endlich mal bequemte, ihren Hund zu rufen. Der natürlich nicht kam. Irgendwann hatte ich ihn vertrieben und er lief in ihre Richtung, sie kriegte ihn aber nicht gefangen.
    Das Schlimmste an der Sache ist aber, dass dieser blöde Hund auch schon mehrfach auf meine Schwarze draufhüpfen wollte, hören: Fehlanzeige. Sobald er am Horizont einen Hund sieht, ist er weg und geht dort nerven. Und wenn man ihn verscheucht, ist man böse, unfähig und dumm, laut Herrchen. Das regt mich so auf...
    Wenn der Hund dann irgendwann dem angeleinten und an die Seite geschafften Spinner ins Maul hüpft und dieser ihn tackert (weiß nicht mal, ob er würde, aber das lass ich nicht drauf ankommen), heißt es wieder: Der böse, schwarze Hund hat den armen Golden Retriever gebissen... :mute:

    Zitat

    Erstens hab ich das Gefuehl, dass diese Uhrzeit dir nicht gut tut (Ruedin! Also echt! :censored: ) und zweitens glaub ich, du hast da was verpasst :???: Wart bloss ab, bis ich dich in die Finger krieg :p

    Hey, Rüdin ist ein anerkannter Begriff, lies dich mal durchs Forum. :P
    Das hat nichts mit der Uhrzeit zu tun, gibt es sogar als Sticker fürs Geschirr.

    Und zu zweitens, ich hab nichts verpasst, keine Sorge, aber wenn ich leiden muss, darfst du das auch.
    Wart es ab, ich krieg dich zuerst in die Finger... Kann ja den Spinner als Vaterfigur anbieten, bloß lernt sie von dem nur Blödsinn.

    Na ja, ich finde, es ist etwas zu viel verlangt, seinen Hund, der im EIGENEN Garten einen sicher abgetrennten Bereich hat, vor dem nicht nur ein Zaun, sondern sogar ein Zaunwächter (Frauchen) steht, dann noch extra hinter Schloss und Riegel zu halten, nur weil die Gäste (die allesamt informiert waren, dass dieser Bereich für Kinder tabu ist) meinen, sich über die Regeln hinwegsetzen zu müssen. Da hätte ich aber eher den Eltern was erzählt.

    Sollte da wirklich eine Fehlverknüpfung im Spiel sein (und das klingt schon danach, finde ich), dann würde ich persönlich das ganze Futterritual aufbrechen und ganz neu aufbauen. Sprich, Näpfe rausschmeißen und neue kaufen (am besten anderes Material, also z.B. von Metall auf Steingut oder Plastik wechseln), Futterplatz und Futterzeit ändern und auch die Freigabe weglassen. Alles, was vorher zum Füttern gehörte, wird komplett geändert.
    Dann steht der Napf halt meinetwegen statt in der Küche im Flur oder im Bad.
    Ich hatte mit der Schwarzen das Problem, dass sie sich einmal beim Fressen wahnsinnig erschreckt haben muss, weil ein Nachbar irgendein lautes Geräusch gemacht hat (hier wurde öfter umgebaut im Haus, irgendwas war immer) und seitdem nicht mehr am angestammten Futterplatz fressen wollte. Das einzige, was half, war, den Futterplatz zu wechseln und dauerhaft in einem anderen Zimmer zu füttern.

    Meiner Erfahrung nach ist es auch oft ein Problem, dass der Halter viel zu viel Gewese ums Füttern macht. Dazu zähle ich auch die vielfach angewendete Gehorsamsübung inklusive Freigabe des Napfes. Einem sensiblen Hund kann man dadurch schon das Futter verleiden, wenn er meint, es ist dem Menschen sehr wichtig, weil er so ein Bohei darum macht.
    Sofern der Hund nicht wie ein Flummi rumhüpft und einen Kopfsprung in den Napf hinlegt, sobald dieser gefüllt wird, stelle ich den Napf kommentarlos hin und gehe weg, bei besonders sensiblen und unsicheren Hunden verlasse ich nach dem Hinstellen des Napfes sogar das Zimmer, bis sie fertig gefressen haben.