Beiträge von Sunti

    Ach herrje, wenn's dicke kommt, dann kommt's hinterher gleich noch dicker.
    Gute Besserung an alle Kranken, und starke Nerven für die Hundeeltern.

    Der Jimmy soll sich nur in Acht nehme, wenn die Dame wieder komplett fit ist. Ich fürchte, dann kriegt er noch nen Satz heiße Ohren für den Stunt.

    Icephoenix, in Niedersachsen haben sie die Sachkunde ja gerade eingeführt. Dummerweise wird es z.B. die Halter von R niemals treffen, denn die hatten ja "schon immer" Hunde, für sie fällt die Prüfung weg.
    So, wie die Prüfung hier gehalten wird (sowohl die offiziellen Vorgaben als auch die, meistens abweichende, Durchführung), lernen die Halter aber keine vernünftigen Verhaltensregeln. Zumal sich diese mit dem gesunden Menschenverstand und den gängigen Höflichkeitsregeln eigentlich von selbst verstünden, wenn man diesen denn mal einsetzen würde. Hundeführerschein bringt also genau nichts bei solchen ignoranten Haltern.

    Ich muss jetzt auch mal kurz Dampf ablassen.

    Hier in der Gegend gibt es einen Hund, kleiner als kniehoch, schon etwas älter, dessen Herrchen vor der Pensionierung mal bei der Stadt "was darstellte". Über diesen Hund und eher sein ignorantes Herrchen hab ich in der Vergangenheit mehrfach hier gemeckert, und nachdem sein angreifender Hund vom Spinner einmal auf die Mütze gekriegt hatte, leint er ihn auch schon hastig an, wenn er uns am Horizont auftauchen sieht. Heute war es allerdings mal wieder so weit.
    Hund (nennen wir ihn R) kam mit Frauchen angedackelt. Spinner sieht ihn, fixiert. Ich lein ihn an, nehm ihn zur Seite, unterbreche somit das Fixieren, geh in Richtung Feld und rufe dem Frauchen zu, sie möge den Hund bitte nicht ranlassen. Keine Reaktion. Spinner hat inzwischen gemerkt, um welchen Hund es sich handelt, weil R schon mal nett provozierend und fixierend auf uns zu stelzt, dabei auch schon deutlich grummelnd. Ich rufe Frauchen noch einmal zu, den Hund nicht ranzulassen, wieder keine Reaktion. Spinner schon auf 180, weil R sich der kritischen Distanz nähert. Ins Feld ausweichen geht nicht, weil das 1. so schlammig ist, dass ich keinen festen Stand mehr hätte und ich 2. aus Erfahrung weiß, dass R hinterherkommt. Und will ich wirklich, dass der von hinten an meinen Hund ran geht?
    Tja, es kommt, wie es kommen muss, R stürzt knurrend und fletschend heran, Spinner knurrt auch, und R geht drauf. Die zwei hauen sich kurz, bis ich den Spinner nach hinten ziehen kann, R will aber wieder drauf. Ich steh also zwischen zwei Hunden, die sich gern mal gegenseitig frühstücken würden, und rufe dem Frauchen zu, sie solle jetzt endlich ihren Hund einsammeln, weil ich den Spinner sonst loslassen muss. Mitten in der Beißerei stehen brauch ich nämlich echt nicht. Meint ihr, die hätte sich mal schneller bewegt? Kein Stück. Also blieb mir schlussendlich nichts anderes übrig, als R wegzutreten. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich einen Hund getreten, und ich fühle mich nicht gut dabei. Aber wenn man hinter sich 30 kg "will den fressen!" und vor sich ca. 12 kg "ich stürz mich drauf!" hat, dann bleibt irgendwann nicht mehr viel übrig. Spooky an der Leine hochziehen hätte ja nichts gebracht, weil R ihn dann ohne Gegenwehr gebissen hätte.
    Als Frauchen auf meiner Höhe war, war ich, zugegebenermaßen, nicht sehr freundlich, habe sie angeschnauzt, das nächste Mal doch gleich ihren Köter (Sorry, aber der Hund benimmt sich wie einer!!) ranzuholen, denn es ist ja jedes Mal das gleiche.
    Die ist dann einfach stumpf weitergegangen. Und der Spinner, der ich eigentlich inzwischen sehr gut benimmt, wenn wir angeleint Hunde treffen, hat auf dem Rückweg ein ganz entzückendes Golden- Mädchen angepöbelt. Herzlichen Dank auch. :kopfwand: :curse:

    Wenn ich davon ausgehe (aufgrund des Verhaltens des Halters), dass es ein blöder Unfall oder sonst eine einmalige Sache war und der Halter den Hund in Zukunft so sichert, dass er gewährleisten kann, dass es nicht wieder vorkommt, würde ich den Halter wohl nicht nennen.
    Dabei ginge es mir weniger um dessen Versicherung, sondern um den Hund, der, wenn er einmal in die Mühlen der Ämter gerät, sehr schnell mit lebenslangem Maulkorb- und Leinenzwang, Anordnung zum Wesenstest etc. dastehen kann.

    Wäre der Halter allerdings uneinsichtig und würde keine geeigneten Maßnahmen ergreifen, um zukünftige Bisse zu verhindern, würde ich evtl. seinen Namen nennen.

    Ich weiß jedoch nicht, ob eine Nennung des Halternamens bei der Krankenversicherung eine Meldung beim Ordnungsamt zur Folge hat. Das kann ich mir so kaum vorstellen.

    Coucou, in welcher Traumwelt lebst du? Hunde, die zu 100% abrufbar sind? Hunde, die niemals auch nur in Ansätzen Aggressionen gegen Artgenossen hegen? Hunde, die doch ein wenig griffig werden, wenn auch vielleicht nur in ganz wenigen Situationen, in deinen Augen also nicht sozial verträglich sind, immer mit Maulkorb? Ehrlich, in all den Jahren, die ich jetzt schon mit Hunden zu tun habe, hab ich da genau die gegenteilige Erfahrung gemacht.

    Gefährlich sind meiner Erfahrung nach die Halter, die glauben, ihr Hund sei zu 100% verträglich. Denn der hat ja seine Zähne nur zum Trockenfutter zerkleinern. Meistens sind es genau diese Menschen, die dann jedoch ihren Hund in entscheidenden Situationen total falsch einschätzen.

    Halter, deren Hunde eben nicht auf rosa Wattewölkchen leben und Regenbogen pupsen, sind meiner Erfahrung nach eher willens, die Lage richtig einzuschätzen und ihren Hund entsprechend zu führen - ganz ohne Maulkorb.

    Ich arbeite mit Tierheimhunden, von denen so einige nicht abgeneigt wären, ihre Zähne ggf. einzusetzen. Sei es aus Angst, Frust oder einfach, weil sie andere Hunde gleichen Geschlechts blöd finden. In all den Jahren hat noch keiner meiner Pfleglinge einen anderen Hund verletzt, auch wenn einige von ihnen das Potential dazu hatten. Und keiner hatte einen Maulkorb auf. Denn es ist durchaus möglich, so vorausschauend zu laufen, dass man rechtzeitig blocken, ausweichen oder kommunizieren kann. Man muss sich nur Mühe geben. Und wenn ich kommuniziere, erwarte ich auch, dass die anderen Halter ihren Hund von meinem fernhalten.

    Die meisten Hunde haben doch einen Erzfeind. Sollen diese jetzt alle prophylaktisch den Maulkorb drauf haben, nur weil vielleicht einmal in drei Monaten ein Hund der Erzfeinderasse um die Ecke kommen könnte? :???:

    Klar ist es nicht erstrebenswert, wenn Hunde schnappen oder beißen. Aber es kann passieren. Die 100%ige Sicherheit kann es nicht geben, solange der betreffende Hund Zähne hat.
    Wie man mit der Situation hinterher umgeht, darauf kommt es an. Lerne ich daraus, vermeide ich, dass es wieder dazu kommt, oder lass ich den Hund einfach so weitermachen, als sei nichts passiert?

    Ich selbst bin erst einmal von einem meiner Tierhofhunde gehackt worden. Das war eine Fundhündin, die ziemlich ängstlich und unsicher war, mich aber heiß und innig geliebt hat. Eines heißen Sommertages war sie im Auslauf und ich betrat diesen mit einer Baseballkappe auf dem Kopf. Die Hündin kam mit einer riesigen Bürste knurrend und bellend und sichtlich in Panik auf mich zu geschossen und ließ sich weder durch abwenden noch durch weggehen beruhigen. In dem Moment, wo sie mich im Oberschenkel zu packen hatte, ging mir ein Licht auf, ich nahm die Kappe ab und der Hund war wie ausgewechselt, als hätte man einen Schalter umgelegt. Sie begrüßte mich, als sei nichts passiert, wollte gekrault werden und freute sich, mich zu sehen. Tja, sollte ein solcher Hund nun für immer einen Maulkorb tragen, weil so was wieder passieren kann? Ist diese Hündin nun eine Beißerin? Sie hatte Angst, die Kappe muss irgendwas in ihr getriggert haben. Der Vorteil, dass es mir passiert war, lag dann darin, dass wir das Thema Kappe bei der Vermittlung deutlich erwähnen konnten und somit die Gefahr einer Wiederholung durch umsichtiges Verhalten und Training ausgeräumt werden konnte. Die Hündin und ich hatten bis zu ihrer Vermittlung keine Probleme miteinander.

    "Hunde, die beißen" ist halt ein extrem vielschichtiges Thema, zu dem man nur eines allgemeingültig sagen kann: Jeder Fall, jede Situation ist anders und muss sehr differenziert betrachtet und analysiert werden, um die richtigen Schlüsse ziehen und ggf. geeignete Maßnahmen ergreifen zu können.
    Allerdings halte ich es nicht für zielführend, jeden Zahneinsatz eines Hundes gleich als den Weltuntergang zu betrachten. Das tun hier in meinem Umfeld irgendwie sowieso nur die Halter, deren Hunde ja zu 100% verträglich sind. :hust:

    Franziska, so, wie ich das gelesen habe, hat niemand von den Leuten, die geschrieben haben, der Hund habe "normal" hündisch reagiert, das Problem klein geredet.
    Ich sehe es ebenso, dass der Hund ganz normal hündisch reagiert hat, im Gegensatz zu Fällen, in denen Hunde gesteigerte Aggressionen zeigen, die eben nicht mehr unter das für den Durchschnittshund normale Verhalten fallen.
    Ressourcenaggression ist für Hunde normal, d.h., es ist nicht ungewöhnlich für einen Hund, diese zu zeigen. Natürlich muss ich, wenn mein Hund dieses Verhalten an den Tag legt, managen, an seinem Vertrauen arbeiten und ihn davor bewahren, dass er in eine Situation gerät, wo dieses (in meinen Augen noch immer nicht ungewöhnliche) Verhalten abgerufen werden könnte.

    Da bin ich ganz bei acidsmile und Pocoloco. Mag daran liegen, dass ich seit etlichen Jahren mit Hunden mit Vorgeschichte arbeite und daher eher selten die plüschigen Sonnenscheinhundchen kennen lerne, die sich von allen Menschen und Hunden alles gefallen lassen. Das ist nämlich in meinen Augen eher das "ungewöhnliche" Verhalten.

    Nochmal: Ich sage nicht, dass man die Vorfälle jetzt mit einem Achselzucken abtun und einfach zur Tagesordnung übergehen sollte. Die HH hat jedoch offensichtlich ein Problembewusstsein entwickelt und möchte lernen, ihren Hund besser zu managen und zu schützen. Und genau darauf kommt es an.
    Der Mensch hat gepennt in diesen Situationen. Der Hund hat reagiert wie ein Hund. Nur, weil dieses Verhalten von vielen Hunden NICHT gezeigt wird, heißt das nicht, dass es für Hunde unnormal ist.

    ZoraT, an mein Herz. Hätte ich Kinder, würd ich das wahrscheinlich auch tun. Mit meinen Schülern geh ich manchmal auch eher "hündisch" um. Kurze, knappe Ansagen, ein Nein bleibt ein Nein, der entsprechende Ton, wenn sie sich nicht benehmen (den verstehen sie alle beim ersten Mal :hust: ) und wenn sie ganz artig sind, gibt's Leckerli.