Beiträge von l'eau

    ich glaube, dass der Ausschuss gar nicht so hoch ist - die Rassen sind ja schon sehr lange auf diese Art der Jagd selektiert. Also, jedenfalls dort, wo sie noch ursprünglich genutzt werden.

    Wenn ich beim Coursing sehe, wie gut selbst Whippets aus Showzuchten (die lt. Züchter keinen Jagdtrieb haben :mute: ) laufen...

    Klar, es gibt immer Hunde, die besser sind und solche die etwas schlechter sind und hin und wieder solche, die gar nicht zu gebrauchen sind. Und da in den meisten Regionen, in denen noch traditionell mit Windhunden gejagt wird, Hunde den Stellenwert eines Nutztieres haben, kann sich jeder denken, was mit einem Hund passiert, der seinen Job nicht (mehr) richtig/gut macht.
    Der meiste "Ausschuss" dürften Hunde sein, die verletzungs- oder altersbedingt nicht mehr leistungsfähig sind.
    Wobei es durchaus sein kann, dass ein sehr guter Jagdhund auch sein Alter am Haus/Zelt/Hof genießen darf und es auch so ist, dass ein guter Jagdhund einen sehr hohen Stellenwert hat. Nicht umsonst gelten Windhunde (im Gegensatz zu anderen Hunderassen) unter Muslimen im Allgemeinen nicht als unrein.
    Aber man darf die Haltung und den Umgang nicht mit der eines Haustieres bei uns vergleichen.


    Im professionellen Windhundrenngeschehen (z.B. Irland, England, USA) wird aber mMn nicht weniger übel mit den Hunden umgegangen - und hier ist der erwartete Anspruch an einen Hund mMn deutlich höher und es gibt deutlich mehr Ausschuss. Im besten Fall landen die Hunde auf einem Sofaplatz oder im Tierschutz (von wo sie dann nach Deutschland exportiert werden), im schlimmsten Fall werden sie eben "entsorgt"...


    Und ich glaube @l'eau hat in ihrem Thread schonmal erwähnt, das die Hunde den Trieb natürlich schon mitbekommen, man aber beim Coursing merkt, wer noch anfänger ist. Erfahrene Hunde kürzen entsprechend anders ab, besonders auch, wenn sie die Bahn kennen.

    Genau.
    Whippets nehmen den Sport sehr ernst und laufen eigentlich alle auch schon beim ersten Mal problemlos den gesamten Lauf. Andere Rassen brauchen da manchmal schon ein Antraining. Es ist eben kein echtes Wild, was da am Seil hängt, das wissen die Hunde natürlich ganz genau.

    In Irland werden sogar Feldhasen gefangen, für's Sport-Coursing trainiert und nach der Veranstaltung wieder in Freiheit gelassen.

    Ein Bekannter von mir war erst neulich in Irland, um sich u.a. diese Coursings anzuschauen, das läuft so ab:
    Der Hase und die Hunde werden in einem eingezäunten Gelände, eine breite Gerade, wenn man es so will, an einem Ende eingesetzt, am anderen Ende befindet sich eine Wand mit Schlupfloch für den Hasen.
    Bei allen Coursings, die mein Bekannter gesehen hat, wurde kein Hase verletzt.
    Schön ist das für das Tierchen natürlich trotzdem nicht! und auch, wenn es faszinierend anzusehen ist (ich habe mir auf seine Erzählung hin Videos davon angeschaut), finde ich das absolut unnötig und tatsächlich die Lure-Coursings, wie sie auf dem europäischen Kontinent veranstaltet werden, spannender.

    Doppelpost, weil sich das überschnitten hat:

    Genau diese Seite hatte ich ja oben zitiert, daher kamen ja meine Fragen - wie bringt man es dem Windhund denn bei, bei der Beute liegen zu bleiben, und nicht einfach dem nächsten Hasen nach zu Rennen, und wie lernen sie die Beute nicht zu beschädigen?

    Nicht an die Beute zu gehen/diese nicht anzufressen, könnte ich mir vorstellen, ist in vielen ursprünglichen Ländern gar nicht so wichtig. Abgesehen davon sind die Hunde nach einer erfolgten Jagd erstmal recht aufgeheizt, um direkt viel zu fressen.
    Bei der Jagd auf Kaninchen sollen die Hunde auch direkt nach dem Beutemachen der nächsten Beute hinterher.
    Dass die Hunde bei der Beute bleiben, kann auch damit zu tun haben, dass es eben "ihre" Beute ist, die bewachen sie eben auch. Jin z.B. lässt beim Coursing den anderen Hund nicht an den Kill, wenn sie als erstes dran ist (und sie sich nicht gerade in der Nachhitze befindet); sie ist da aber (jedenfalls wenn ich recht nah dran bin) relativ einfach abrufbar, ohne dass ich das je trainiert hätte - ich könnte mir vorstellen, dass ich ihr auch das Apportieren nach dem Kill recht einfach beibringen könnte (wenn sie keinen Maulkorb tragen würde).

    Man muss auch sagen, dass die meisten Windhunde schon sehr an ihre Halter gebunden sind und daher von alleine auf diesen warten/zu ihm zurück kommen.


    wie wird ihnen beigebracht, nicht einfach abzuhauen - oder sind die dann einfach immer angebunden?

    Das ist unterschiedlich. Wenn ich von Fotos/Videos aus den Ursprungsregionen interpretiere: dort sieht man im dörflichen Umfeld sowohl angeleinte als auch freilaufende Windhunde. Das kommt vermutlich ein wenig auf die Gegend und den Charakter des Hundes an.

    Aber wie die "normalen" Jagdhunde auch, merken auch Windhunde, ob es gerade zur Jagd oder nur zum Spazieren gehen (sofern dieses den praktiziert wird, bei den ursprünglich gehaltenen Orientalen wohl eher nicht) geht.

    Beim Whippet kann ich mir sehr gut vorstellen, dass man ihn außerhalb der Jagd wie jeden anderen Whippet im Freilauf händelt: Hund und Gegend im Blick halten und ggf. ins Kommando nehmen oder anleinen.

    vor einiger Zeit hab ich mal einige Videos von Podencos bei der Kaninchenjagd gesehen: ein guter Podenco apportiert das Kaninchen lebend, da es so länger haltbar ist - bei den Temperaturen in Spanien ist ein totes Kaninchen sonst u.U. schon etwas gammlig bis man daheim ankommt bzw. muss direkt an Ort und Stelle ausgenommen werden.
    Heutzutage, da man auch Kühlboxen in Autos haben kann, ist das natürlich nicht mehr ganz so wichtig.
    Wenn ich das noch richtig im Kopf habe, so wird das Apportieren nicht explizit beigebracht, manche Hunde machen das, und das sind dann besonders gute Hunde, die natürlich eher Nachkommen produzieren, als solche, die nicht von sich aus Apportieren.


    Gerade letztens erst habe ich einen interessanten Artikel im Internet zur Jagd mit dem Whippet (wie sie auch heute noch z.T. in England praktiziert wird) gelesen. Darin stand, dass das Apportieren schon den Welpen beigebracht wird. Wie genau stand dort nicht, allerdings gehe ich von dem "üblichen" Apportiertraining aus, wie es auch bei Retrievern oder anderen Jagdhunden gemacht wird.
    Im Prinzip ist der Unterschied ja auch nicht sonderlich groß: der Hund soll seine Beute dem Menschen bringen, bei dem einen ist die Beute eben schon tot (erschossen durch den Menschen), der andere hat sie selber gehetzt (und u.U. getötet).
    In dem Artikel war auch ein Video, wie ein Whippet einen Fasan aus dem Wasser apportiert hat - also nicht großartig anders, als das was ein Retriever auch macht.

    mein Ansatz stand jetzt 2 Wochen im Kühlschrank, weil ich letztes Wochenende nicht da war. Heut Nachmittag/Abend weck ich ihn auf. Ich hoffe, er hat das gut überstanden...

    Am Samstag back ich wieder und hab überlegt, vielleicht auch mal ein Nicht-Kasten-Brot zu backen. Dabei sind mir zwei Sachen aufgefallen:
    - Ich habe kein Gärkörbchen. Kann ich stattdessen auch eine Plastik-, Porzellan oder Edelstahlschüssel nehmen?
    - Deckt man das Brot beim Gehen im Gärkörbchen eigentlich ab? Wenn ja: mit was?

    :ops:

    Evtl. stehen die Antworten auch im Buch, aber ich komm vor morgen Abend sicherlich nicht zum Lesen und ich bin doch so ungeduldig :ugly: