Beiträge von l'eau

    ich glaube, du machst zu viel mit deinem Welpen.

    Wir haben es mit unseren Welpen so gehandhabt, dass es nach einem aufregenden Tag (z.B. neue Orte kennen lernen, größeres Gassi, Treffen fremder Hunde etc.) mindestens einen ruhigen Tag gab, an dem wir praktisch nur für Pipi-Runden raus sind.

    Trainingseinheiten für Tricks wie Sitz,Platz etc. gab es für Jin lange gar nicht - ihr fehlte die Konzentration dafür komplett; bei Flip ging es schon früher (ich glaube, nachdem er 1-2 Wochen bei uns war), allerdings haben wir die Einheiten extrem kurz (Anfangs kaum eine Minute) gehalten. Viel länger können sich Welpen nicht unbedingt konzentrieren. Es gibt auch Welpen, die schon mehr können - aber das merkt man dann schon.

    Ich bin übrigens kein Mensch, der seinen Hund ignoriert. Ich kann das gar nicht. Wenn bei mir ein Welpe was gemacht hat, was er nicht sollte, hab ich immer darauf reagiert. Macht der Welpe sein Geschäft in die Wohnung (oder sucht sich ein Plätzchen dafür - das lernt man mit der Zeit zu erkennen), hab ich den Welpen geschnappt und bin mit ihm raus. Hat der Welpe was angefressen, was er nicht sollte (Teppich, Möbel, etc.) so hab ich ihm stattdessen ein (überall herumliegendes) Spielzeug ins Maul geschoben - wenn nötig 100x hintereinander. Dazu gehört aber auch zu beobachten, welches Spielzeug der Welpe gerade favorisiert (mal standen sie auf Tau, ein andermal auf Gummi und wieder ein andermal auf Plüsch). Wenn der Welpe mich beim Maul-Hand-Rangeln zu fest gebissen hat, dann hab ich das Spiel (kurz) beendet und/oder auf ein Spielzeug umgelenkt.
    Wenn der Welpe gequengelt hat, hab ich versucht herauszufinden, warum. Manchmal kommt es vor, dass der Welpe einfach total drüber ist (nach müd kommt blöd - ein Zeichen dafür mindestens 1-2 Tage nichts zu machen), dann half bei uns nur noch ihn entweder so lange im Arm zu halten, bis er schlief oder ihn in seine Box zu stecken - zum Glück kam so ein Verhalten nicht oft vor.

    Die berühmte 5-Minuten-Regel gilt übrigens für das Gehen an der Leine, im Freilauf darf und soll sich ein Welpe mehr bewegen.

    Ich persönlich finde es super-wichtig, dass ein Welpe so schnell wie möglich frei läuft. Normalerweise haben Welpen den sog. Folgetrieb, so dass sie ohnehin mehr oder weniger bei einem bleiben und wenn man weg geht, einem hinterher laufen - was man dann wunderbar zum Trainieren des Rückrufs nutzen kann!
    Und wie soll der Hund sonst lernen, dass er sich an einem orientieren soll?
    Außerdem ist das freie Rennen über Stock und Stein sehr wichtig für die Entwicklung des gesamten Bewegungsapparates und auch, dass der Hund lernt, wie er mit (plötzlichen) Unebenheiten oder im Weg stehenden "Dingen" umgeht.
    Ich hab einen Whippet, also eine sehr schnelle Rasse. Jin hat sich als Welpe/Junghund oft sehr schlimm überschlagen, weil sie ihre Geschwindigkeit nicht den Bodenverhältnissen angepasst hat - nie ist ihr was passiert, da in dem jungen Alter alles noch recht weich ist, was dann so Stürze besser abfedert. Sie hat gelernt, dass Bäume ihr nicht ausweichen, Menschen und andere Hunde aber sehr wohl und so ist es heute, da sie ausgewachsen und damit deutlich schneller und schwerer ist, kein Problem sie in egal welchem Gelände frei laufen zu lassen, man braucht auch keine Angst, dass sie einem im wilden Lauf von den Beinen holt.

    Entweder man ist der dominante Hund und darfs haben oder man muss es halt hergeben

    Falsch. In einem echten Rudel darf jedes Mitglied seinen derzeitigen Besitz verteidigen.

    Allerdings kann es immer mal passieren, dass zwei Individuen die gleiche Sache haben wollen bzw. einer unbedingt das möchte, was der andere hat.
    Nun hat man als Halter zwei Möglichkeiten:

    1. Man lässt es die Hunde unter sich ausmachen. Mit allen Konsequenzen - Hunde diskutieren nunmal nicht im Stuhlkreis sondern unter Benutzung ihrer Zähne. Im schlimmsten Fall kann dies zum Tod eines der Kontrahenten führen.

    2. Man sorgt dafür, dass die Hunde sich gar nicht um Ressourcen kloppen müssen. Dabei ist es völlig egal, ob das aus menschlicher Sicht eine Ressource ist oder nicht. Sehen deine Hunde das als Ressource an, dann ist es eine! Und dann muss man schauen, wie man das managt.


    Wir haben hier z.B. 4 Hunde unterschiedlichen Alters, normales Spielzeug kann hier immer frei rumliegen, da gibt es keinen Stress. Allerdings hatte Jin eine zeitlang die Anwandlung dem deutlichen kleineren und jüngeren Flip immer die Spielzeuge wegzunehmen - das haben wir dann unterbunden und zwar BEVOR sich die Situation so oft wiederholt hat, dass Flip ausgetickt wäre - das hätte dann schon allein aufgrund des Größenunterschiedes ziemlich unschön enden können.

    Essbares, auch Kaukram, kann hier hingegen nicht zur freien Verfügung rumliegen. Das würde zu Raufereien führen.
    Eine Zeitlang mussten wir sogar nach der Gabe von Kaukram eine kurze Runde raus gehen, weil Jin sonst auch den Platz, an dem sie den Kaukram gegessen hat, massiv verteidigt hat. Da wir das immer vorausschauend geregelt haben, ist dies mittlerweile kein Problem mehr.


    Dominanz beschreibt übrigens die situative Beziehung zwischen Individuen, es gibt keine generelle Dominanz.


    Unsere Bande hat keinerlei Rangfolge. Sie leben trotzdem - oder gerade deswegen - relativ harmonisch zusammen.

    Ich lass auch die SL nur los, wenn ich ein gutes Gefühl habe

    Ich persönlich halte nichts von Schleppleine zum Freilauftraining - aber vielleicht hab ich auch einfach den unpassenden Typ Hund dafür


    Geht es Jin denn inzwischen wieder besser?

    Ja, zum Glück ist sie wieder vollständig gesund. Sie ist im Herbst letzten Jahres auch schon wieder Coursings gelaufen.
    Und mMn hat die kleine Irre auch nichts daraus gelernt :roll:

    ach ja, ich hab vergessen auf den "Wohlfühlradius" zu antworten:

    Habe ich nicht, bzw. situationsabhängig. Auf weiten Wiesenflächen darf Jin sich recht weit entfernen, beim Spielen/Rennen sowieso. Im Wald hängt die Distanz immer etwas von der Gegend und Sichtweite ab. Normalerweise bewegt sich Jin von sich aus in einer Distanz, die mir entgegen kommt - sie mag mich wohl genauso gern "im Blick" haben wie ich sie :D
    Aber z.B. bei ekligem Wetter kann es schonmal sein, dass sie auf dem Rückweg die Distanz erweitert (weil sie schnell nach Hause will), dann lass ich sie warten, rufe sie zurück oder drehe eben um (wobei diese Maßnahme bisher erinnerlich nur 1-2x nötig war).

    Was ich nicht wirklich leiden kann ist, wenn der Hund hinter mir läuft - dann seh ich nämlich nicht, wenn sie im Begriff ist Mist zu bauen (Weg verlassen, Jagen gehen).


    Wie in meinem gestrigen Post schon geschrieben, versuche ich aber auch dafür zu sorgen, dass wir tatsächlich zusammen spazieren gehen und nicht nur zufällig den gleichen Weg laufen ;)
    Heißt, es gibt immer wieder Interaktion zwischen uns, Jin wird für fast jede Kontaktaufnahme zu mir immer bestätigt (meistens mit einem Blick, Lächeln, Nicken; also nichts großartiges).

    Mein Mann meinte dazu dann gestern auch noch passend bei unserem Waldspaziergang, es sei doch wichtig, dass der "arme" Hund "endlich" mal durch die Gegend rennen dürfe

    Blätter in meinem Thread auf Mitte/Ende April diesen Jahres und lass das deinen Mann lesen. Jin ist unmittelbar neben dem Weg von einer Wildsau aufgeschlitzt worden. Es war vorher für Menschen nichts zu sehen/hören/riechen. Nein, mein Hund darf den Weg im Wald nur noch bei Erlaubnis verlassen (weil ich mit ihr in einem lichten Waldstück Spielzeugverstecken/finden spiele). Ok, je nachdem wie weit die Baumgrenze entfernt ist, dürfen auch mal die Vorderpfoten vom Weg runter, aber mehr nicht!


    mit Stehenbleiben oder gar Verstecken ist da nicht viel zu machen

    Verstecken hat bei Jin auch nicht viel gebracht - zum einen ist es praktisch unmöglich sich zu verstecken, ohne dass das der Hund merkt (oder ich bin in dieser Hinsicht total unbegabt), zum anderen finden Hunde einen meist schnell.
    Stehenbleiben bringt bei Jin tatsächlich was. Allerdings hatte sie auch eine Phase, wo sie das überhaupt nicht störte. Da bin ich dann, immer sobald Jin mir zu weit weg war, wie von @CH-Troete schon vorgeschlagen, kommentarlos umgedreht.

    Außerdem bin ich ein Fan davon, zwischendurch was mit dem Hund zusammen zu machen - also mal worauf/worüber springen lassen, Tricks abfragen, Spielzeug werfen oder suchen lassen, Leckerlies suchen lassen, spielen...

    "[...] Man weiss doch das Rüden meist Hündinnen nichts tun ."

    ich frag mich immer, woher die Mär kommt :ka:
    Auf jedenfall sitzt sie in vielen Köpfen fest - zu oft habe ich es schon erlebt, dass andere Hundehalter ihren pöbelnden Rüden zurückzogen und ihn dabei mit "Aber das ist doch ein Mädchen!" tadelnden. Oder - andere Konstellation - das man Hunde weiterhin zum (z.T. offensichtlich pöbelnden) Puck laufen lässt, weil "Meine ist 'ne Hündin!" Ja. Ist Puck aber egal. Der findet erstmal alle andren Hunde kacke.

    Natürlich gibt es Hunde, die nur geschlechtsbezogen aggressiv reagieren - sogar Rassen, in denen solche Exemplare öfters vorkommen.
    Aber mMn ist in der normalen Interaktion das Geschlecht meistens sekundär.
    Anders sieht es erst dann aus, wenn tatsächlich das Interesse auf der Fortpflanzung liegt, weil die Hündin/Wölfin läufig ist - und selbst dann nicht immer. Kommt halt drauf an, wo bei den Individuen gerade die Priorität liegt. Jin könnte ich beispielsweise selbst in den Stehtagen mit einem (ebenfalls wirklich hasenscharfen) Rüden coursen lassen - jedenfalls bis zum Kill hätte sie null Interesse an Fortpflanzung. Da ich allerdings nicht sicher bin, wie das ab dem Kill aussähe bzw. der Rüde dann ausnutzen würde, dass Jin mit dem Hasen beschäftigt ist, würde, werd ich das natürlich nicht ausprobieren.

    meine Schwester und ich haben uns mal im Tierheim um zwei ausgesetzte Chinese Cresteds gekümmert - ich meine, sie wurden dort als ca. 3 Jahre angegeben.
    Nunja, beim Rüden mag das (mWn) gestimmt haben, aber die Hündin war mit Sicherheit noch kein Jahr alt - ist im neuen Zuhause noch ein ganzes Stück gewachsen. Und mit ein wenig Nacki-Erfahrung (die uns damals noch gefehlt hat), war sie damals auch sichtbar ein spargeliger Junghund.
    Aber klar, grad bei so ungewöhnlichen Rassen, die noch dazu zu schlechten Gebissen neigen, ist eine derartig falsche Einschätzung kaum ein Wunder.


    TA schätzte sie auf 13 Jahre, Plus minus zwei. Durch Zufall konnten wir den Vorbesitzer ermitteln und erfuhren, die Kleine war schon 21.

    ui! echt stattlich - und kein Wunder, dass der TA sich so verschätzt hat. Wer kommt schon drauf, dass ein Hund derart alt ist?


    die hat ja eh ne weisse Zeichnung im Gesicht das kann ja gar nicht noch weisser werden,

    :lol:

    ist das Gesicht komplett weiß? oder auch farbig? Manche Hunde ergrauen auch um die Augen herum.

    Meine Tierärztin hat mir glaubhaft versichert, dass es nach dem Milchzahnverlust sehr schwer ist das Alter eines Hundes zu schätzen.

    wobei die körperliche Entwicklung bei machen Rassen erst mit 3-4 Jahren abgeschlossen ist, d.h. wenn der Hund sich noch körperlich entwickelt, kann man zumindest davon ausgehen, dass er noch nicht viel älter als 4 Jahre ist.

    Allerdings ist die Beurteilung bei einem mangelernährten Hund sicher schwierig.

    manche Hunde bekommen schon mit einem Jahr graue Schnauzen, manche nie.

    Welpen können Hündinnen ab der ersten Läufigkeit bekommen. Die setzt bei kleinen Hunden eher früher, bei großen Hunden eher später ein. Jin war 15 Monate alt als sie das erste Mal läufig wurde, das ist aber eher spät. Manche Hündinnen werden wohl schon mit 7 Monaten läufig. Allerdings weiß ich auch von Hündinnen, die erst mit 2 Jahren das erste Mal läufig wurden.

    Auch die Farbe der Zähne hat mMn nicht so viel Aussagekraft - es spielt auch immer eine genetische Komponente mit, wie die Zähne aussehen.

    Ein Hund kann in jedem Alter schlimme Erfahrungen machen, also hat das auch wenig Aussagekraft.


    mWn ist es relativ schwer das Alter eines Hundes zu schätzen, wenn er mal ausgewachsen ist - gerade, wenn es sich bei dem Hund um einen Mischling handelt, man also kaum Vergleichsmöglichkeiten hat. Außerdem kann frühe Mangelernährung auch einen Hund älter erscheinen lassen als er ist.