Beiträge von l'eau

    Ich habe jetzt mit 2 Bekannten gesprochen, die langnasige Hunde haben und die haben gesagt das die auch mal schnarchen.

    Und unter welchen Umständen? ja, mein Hund schnarcht auch mal. Wenn sie meint, dass es bequem wäre, den Hals über mein Bein zu legen, so dass der Kehlkopf auf dem Bein liegt und dadurch die Luftröhre ein bisschen gequetscht wird. Aber ansonsten schnarcht mein Hund nicht.

    Zum Tierarzt gehen wir regelmäßig beide kerngesund.

    Nun, ist halt die Frage, wie man kerngesund definiert. Kerngesund für die Rasse, also abseits der Atemprobleme nix weiter von außen zu sehen? ja, das kann durchaus sein. Kerngesund für einen Hund - definitiv nicht.

    Abgesehen davon, dass kein TA ohne Röntgen feststellen kann, ob das Skelett eines Hundes gesund ist. Viele Wirbelsäulenprobleme, ED, HD usw. muss man einem (jungen) Hund von außen nicht ansehen. Das sieht man oft erst, wenn der Hund älter ist. Wobei auch da oftmals - teils leider auch von "normalen" Haus-TAs - dann keine Krankheit gesehen wird, sondern nur ein "der ist halt alt" :muede:

    Auch viele Herzerkrankungen kann man ohne ein Herzultraschall nicht feststellen - Abhören reicht da nicht.

    Es macht durchaus Sinn mit besonderen Rassen/Problemen zu spezialisierten TAs zu gehen. Mein damaliger Haus-TA hätte Jin auch ein zu großes Herz diagnostiziert (aufgrund eines Röntgenbilds des Brustkorbs nach einer schweren Verletzung bei der Knochenbrüche ausgeschlossen werden sollten) - dabei ist Jins Herz tiptop in Ordnung, das sieht halt aufgrund der besonderen Körperform der Windhunde beim Whippet ein bisschen anders als als bei "normalen" Rassen. In diesem Bereich fehlte dem Haus-TA einfach die Erfahrung - was nicht schlimm ist.

    Ein Haus-TA ist neben Hunden noch vor x weitere Arten zuständig. Der kann einfach nicht alles wissen. Selbst Hausärzte für Menschen wissen nicht alles und schicken dich an Spezialisten weiter und dabei sind sie nur für eine Art zuständig.

    Hanni, eine meiner Zebra-Damen, bleibt trotz Klettermöglichkeiten nach oben am Boden sitzen :ka: Ist aber auch ansonsten gesund. Ich hoffe allerdings, dass bei ihr bald wieder alle Federn da sind und sie dann wieder mit dem restlichen Schwarm oben sitzt.

    Ich hab zwar keine Wellis, aber auch bei meinen Prachtfinken ist ein am Boden sitzender Vogel Alarmstufe rot bis dunkelrot... Einzige Ausnahme, wenn ein Gefiederschaden der Schwungfedern vorliegt.

    Gestresste Vögel flüchten eigentlich nach oben - in Sicherheit vor Raubtieren.

    Naja gut, meine Hunde hecheln jetzt schon auffälliger und wollen auch recht schnell was trinken. Das hat ja jetzt aber nichts speziell mit Brachyzephalie zu tun.

    mh, vielleicht hab ich mich schlecht ausgedrückt. Ich meine Hecheln bei normalem Gehen bei 16°C - nicht hecheln, nachdem die Hunde rumgeflitzt sind (je nachdem wie viel die Hunde rennen, hecheln sie natürlich durchaus mal bei kühleren Temperaturen - genauso wie Menschen bei sportlicher Betätigung schwitzen können, auch wenn es kühler ist).

    Inwiefern stellt das schon ein Problem dar? Durch ihre kurze Schnauze kommt es eben zu diesem Lächeln was genau soll das mit der Atmung zu tun haben?

    Nein, das "Lächeln" kommt nicht durch die kurze Schnauze, sondern dadurch, dass der Hund beim Atmen die Lefzen zurückzieht, damit mehr kühle Luft an die Schleimhäute kommt. Diese Art der Atmung können auch andre Rassen nach sehr starker Belastung unter höheren Temperaturen zeigen.

    Ein weiterer Punkt ist die Zunge auf deinem Bild. Hast du dir jemals Gedanken darüber gemacht, warum diese sich nach oben rollt? Das liegt daran, dass dadurch die Fläche der Zunge vergrößert wird, was wieder zu mehr Kühlfläche führt. Das braucht ein Hund mit ausreichend langer Schnauze nicht. Das siehst du selbst bei starker Belastung bei hohen Temperaturen bei Hunden mit ausreichend langer Schnauze nicht in diesem Maße.


    Aber gut können deine Hunde eine Tageswanderung von ca. 30 km im Sommer schaffen?

    Naja, 30km sind schon recht extrem - das schaffen auch viele Menschen nicht problemlos.


    Gerade war ich wieder mit unseren 5 Hunden unterwegs, bei 16°C. Und ich habe explizit auf die Atmung geachtet. Genau ein Hund musste heute Hecheln: Thorin - unser kurzschnäuziger Mix. Und er hat nicht nur so ein bisschen gehechelt, sondern schon relativ deutlich. Alle andren Hunde hatten ihr Maul geschlossen, Hecheln war nicht nötig. Es sah auch kein andrer Hund einen Grund dazu zwischendurch am Bach trinken zu gehen. Thorin ging sogar komplett ins Wasser - und das nicht, weil er eine unglaubliche Wasserrate wäre, sondern weil das kühle Wasser ihm bei der Thermoregulation geholfen hat.

    Die komplette Runde war 4,5 km lang, knapp 1,5h. Das sollte bei solchen Temperaturen absolut kein Problem sein. Noch dazu, da unser Tempo mit grad mal 3-4km/h recht moderat war.

    Und Thorin hatte jede Menge Spaß. Ihn irgendwann bei solchen und höheren Temperaturen nicht mehr zum normalen Gassi mitnehmen zu können, wird er sehr traurig finden. Aber vmtl. werden wir früher oder später diese Entscheidung treffen müssen - damit er nicht kollabiert.

    Ich wollte nur deutlich machen das es für alle (hoffentlich) normal ist Menschen mit Behinderung als gleichwertig zu sehen.

    Natürlich sind Menschen mit Behinderung gleich viel Wert wie Menschen ohne Behinderung. Aber niemand käme auf die Idee, absichtlich Menschen mit Behinderungen zu erschaffen.


    Es aber scheinbar ok ist auf Hunde die anders sind herabzublicken.

    Es gibt über 400 Hunderassen. Jede Rasse ist anders. Ich habe selber mit einem Whippet eine Rasse, die von vielen Menschen als hässlich empfunden wird. Aber meine Rasse ist funktional und gesund. Keines der im Standart vorgeschriebenen Merkmale meiner Rasse führt zu einem physischen oder psychischen Leiden. Die Hunde sind - von einzelnen Vorlieben abgesehen - bei praktisch jedem Wetter leistungsbereit.


    Man kann nicht nur vom einfachen hinsehen sagen ob ein Hund krank ist oder nicht.

    Das mag für viele Hunde stimmen. Ich kenne auch einen Whippet, der ein Herzproblem hat (bitte nicht vergessen: Hunde sind Lebewesen und als solche kann es immer mal kranke Individuen geben (zumal dieser Whippet nicht vom ordentlichen Züchter kommt)), das sieht man ihm von außen nicht an. Er hat sogar - als er es noch durfte, jetzt ist er zu alt - genauso am Windhundesport teilgenommen, wie die andren Hunde seiner Halter. Hätten die Halter mir nicht erzählt, dass er ein Herzproblem hat, wüsste ich es also nicht.

    Aber es gibt durchaus Erkrankungen, die man von außen sieht; z.B. gewisse Erkrankungen des Bewegungsapparates kann man sehen, sobald der Hund geht. Manche sogar an der Art, wie ein Hund sitzt. Manche Arten von Blindheit sind auch für einen Laien erkennbar. Erkrankungen der Haut sind, sofern unbehandelt, genauso von außen erkennbar.

    Und dann gibt es äußerliche Merkmale, die darauf schließen lassen, dass innerlich etwas nicht stimmt. z.B. die typischen Korkenzieherruten der Französischen Bulldoggen sind durch eine Genmutation verursacht, die genauso Keilwirbel und weitere Wirbelsäulendeformationen verursacht. Weshalb man auch ohne Röntgen davon ausgehen kann, dass bei Hunden mit dieser Rutenform Rückenprobleme bestehen.

    Und wieder andre äußerliche Merkmale sind bereits krankhaft. Im Fall der Knautschgesichter sind es die - wenn es gut läuft - Nasenschlitze, durch die ein Hund rein logisch schon gar nicht so gut Luft bekommen kann, wie ein Hund mit richtigen Nasenlöchern.


    Die hören auch nicht früher auf und am Schluss hecheln beide Parteien.

    Stell doch bitte gelegentlich ein Video davon ein. Das würde ich zu gern sehen. Ich habe leider noch kein Knautschgesicht kennenlernen dürfen, bei dem dies tatsächlich der Fall ist. Und dabei waren auch sogenannte "Retromöpse" mit deutlich mehr Schnauze als deine beiden haben.