Beiträge von l'eau

    Warum haltet ihr mehrere Hunde?

    Weil Jin das braucht und ich einen Nachfolger fürs Agi brauchte. Hätte ich für Jin gute Hundefreunde in unmittelbarer Nähe, mit denen sie auch spielen kann, gehabt, hätte sie evtl. keinen zweiten Hund gebraucht. Hatte ich aber nicht. Und das eine Jahr zwischen Auszug meiner Schwester und Einzug von Sookie hab ich schon gemerkt, dass Jin was fehlt. Außerdem war halt klar, dass Jins Körper irgendwann keinen Sport mehr machen kann, aber ich die Zeit im Verein sehr mag und dort auch Freunde gefunden habe - kurz, ein Teil meines sozialen Umfelds würde wegbrechen, wenn ich keinen Sportnachfolger für Jin habe.


    Was mich jetzt mal interessieren würde - jetzt außer bei Hundesportlern, da erklärt es sich von selbst: Wofür bringt Ihr „Einzelzeit“ auf?

    Bewusst fasst nie. Klar, im Agi teilweise, weil beide Hunde eben noch ein sehr unterschiedliches Leistungslevel aufbringen und es im Auto oder Vereinsheim je nach Wetter einfach gemütlicher ist, als wenn sie aufm Platz zuschauen. Aber oft genug trainiere ich auch beide gemeinsam. Im Garten eh immer. Eine wartet am Rand, mit der andren wird trainiert. Da gibt es dann zwei bis vier Einheiten je Hund. So hat jeder Hund dazwischen eine Erholungsphase und kann ggf. über das Erlernte nochmal nachdenken. Das gleiche, wenn ich Tricks übe oder Gymnastik mache.

    Ganz selten nehm ich mal nur Sookie mit in Fressnapf oder Baumarkt - einfach, weil sie noch jung ist und sich nicht nur an ihrer Tante orientieren soll und weil das Hundebegegnungen vereinfacht. Aber im Grunde ist Sookie so selbstbewusst, dass sie sich eh wenig an Jin orientiert (bei Hundebegegnungen ist das ein Segen).

    Wenn ich in der Arbeit mal die Mädels mit zu Kolleg*innen nehme, dann hat Jin immer die Wahl, ob sie mit möchte - oft möchte sie nicht, also bekommt Sookie dann auch Einzelzeit. Aber eben nicht wirklich bewusst. Je nachdem lass ich dann auch die Tür auf, so dass Jin nachkommen könnte, wenn sie wollte.

    Gekuschelt aufm Sofa wird eh jeden Morgen und Abend (und Wochenends auch tagsüber). Wenn eine der Mädels keinen Bock hat, ist sie halt nicht dabei. Kann aber jederzeit dazu kommen.

    Bei der Körperpflege (Zähneputzen, Krallen kürzen, waschen etc.) sind meist zwar beide Mädels anwesend, aber ich konzentriere mich nur auf den Hund, der gerade dran ist.

    Also bei mir bekommt jeder Hund auch mal meine komplette Aufmerksamkeit für sich. Aber idR ist es dabei nicht so, dass der andre Hund sich nicht mit im Raum/in der Nähe befindet. Sehe ich für meine Mädels/meine Rasse auch keinen Sinn drin.

    Jin war 8 Jahre mehr oder weniger Einzelhund. Aber jetzt genießt sie es, dass Sookie da ist. Legt sich auch oft genug explizit zu Sookie, obwohl sie auch mit Abstand liegen könnte.

    @l’eau wo doch jeder weiß, dass Whippets so ausschauen :hust:

    https://ibb.co/XJ8ZQpr

    Keine Ahnung warum man in jedem Hund zwanghaft eine Rasse suchen muss, aber wenn man es schon tut wird es mitunter sehr kurios. Wobei ich Whippet ja tatsächlich noch eher verstehe als das 20. mal Kangal.

    Sie könnte quasi Sookies Schwester sein

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    Farbgenetisch. Nur die Maske scheint zu fehlen, falls sie nicht vom Scheckungsweiß überdeckt wird.

    Kollegin - nennen wir sie Yasmin - kommt ins Zimmer. Sookie springt auf und lässt sich durchknuddeln. Kollegin und ich unterhalten uns noch kurz. Sookie steht neben der Kollegin und pfurzt. Und zwar richtig laut. Kollegin und ich schauen entsetzt Sookie an. Als Hundehalter hab ich mich schnell wieder im Griff, Schutzinstinkte werden geweckt, ich reagiere mit einem empörten: "Yasmin!"

    Kollegin, obwohl nicht Hundehalterin, erkennt den Ernst der Lage und schaut hinreichend ertappt xD

    Unsere Hunde waren bisher immer zumindest leidlich verträglich, deshalb haben wir nie ein Problem in der gleichgeschlechtlichen Vergesellschaftung gesehen.

    Was bei Jin ja witzig ist: sie ist mit jedem Hund verträglich, wenn sie sich mal kennen gelernt haben. Aber mit Hündinnen gestaltet sich das Kennenlernen idR schneller und unkomplizierter. Ich glaube, Jin ist von dem sexuellen Interesse vieler Rüden genervt (sie ist zwar mittlerweile kastriert, aber die Erfahrungen hat sie ja trotzdem 7 Jahre lang gemacht) - selbst wenn es höfliche Gentlemens sind. Da ist's mit Mädels einfacher: man verträgt sich auch ganz ohne Hintergedanken.

    Unabhängig vom Geschlecht, wonach habt ihr "ausgewählt"? (oh, das klingt so schrecklich)

    tja... nicht so viel. Oder anders. Ich habe gesagt, wenn ich einen Zweithund möchte, dann gerne aus Dobby (Jins Halbschwester), weil diese ein unglaublich offener und fröhlicher Whippet ist und ich das als Ergänzung zu Jin passend und auch für meine Kolleg*innen im Büro gut finde.

    Dann wurde Dobby für meine Planung ein Jahr zu früh Mutter (von der Züchterin schon geplant). Tja, also eiiigentlich kein Welpe für uns dabei. Aber die Züchterin war sich relativ schnell sicher, dass Sookie gut zu uns passen würde - die Züchterin und ich sind gut befreundet, sie weiß also, was ich von meinem Hund erwarte (Alltagsbegleiter und Agility) und kennt Jins Eigenheiten (kann relativ ruppig sein). Sookie war die neugierigste, mutigste und taffeste des Wurfes. Dazu noch ein kleiner Wirbelwind, aber gleichzeitig auch super verschmust. Eben passend zur ernsten Jin und zu mir.

    Und wie habt ihr eine Zusammenführung gestaltet?

    Nachdem ich praktisch alle Würfe der Züchterin seit Jin mehr oder weniger oft Besuche und fotografiere, haben Jin und Sookie sich schon mit 5 Wochen kennen gelernt. Also mehr oder weniger. Jin hasst Welpen :hust: Hat aber sogar bei dem Besuch (oder war's bei dem drauf?) mal "versehentlich" mit Sookie gespielt. Aber sonst hat sie sich halt von den Welpen so gut wie möglich fern gehalten.

    Naja, eigentlich sollte Sookie ja eh nicht bei mir einziehen. Also gab es nie irgendwelche Intentionen meinerseits, die beiden zusammen zu führen. Ich hab halt geguckt, dass Jin ihre Rückzugsmöglichkeiten von den Welpen hat bzw. von diesen nicht zu arg belästigt wird. Im Haus war das eh kaum ein Problem, weil Jin da einfach von den Welpenbereichen fern bleibt. Bei Spaziergängen hab ich halt ein bissle ein Auge drauf gehabt - aber eben so, wie bei jedem andren Wurf auch.

    Und dann passierte es, dass das Schicksal entschied und ich Sookie relativ überstürzt zu mir holen musste (Mittwoch kam die Züchterin mit Verdacht auf Blinddarm ins KH, Samstag hat sie erfahren, dass es Krebs ist, Sonntag hab ich geholfen, die erwachsenen Hunde an Freunde zu verteilen und die noch vorhandenen Welpen an ihre Eigentümer zu übergeben - Sookie hatte noch niemanden, also nahm ich sie). Ich hab dann auch gar nicht groß nachgedacht und Sookei am Nachmittag, als wir heim fuhren, einfach zusammen mit Jin auf die Rücksitzbank des Autos "geworfen". Joa, da Sookie recht aufgeregt war, gab's dann nach wenigen Minuten gleich mal einen heftigen Einlauf von Jin (inkl. blutigen Kratzern). Die restliche Fahrt (ca. 1h) war dann ruhig. Raus ausm Auto die Hunde erstmal im Garten rumlatschen lassen. Da hat Sookie dann schnell ihr Selbstbewusstsein wieder gefunden und ging fix ganz unbefangen mit Jin um.

    Jin war zu dem Zeitpunkt 8 Jahre alt, bei mir seit sie 12 Wochen alt ist und hat zwei Welpen miterzogen (die Welpen meiner Schwester). Ich wusste also, dass Jin manchmal hart ist, aber dabei auch sauber, so dass mehr als Kratzer oder auch mal kleine Löcher nicht passieren. Ja, mag für manche unschön sein, aber Hunde bilden nunmal keinen Stuhlkreis, sondern nutzen ihre 42 Argumente. Ein sensibler/schüchterner Welpe wäre daher hier aber auch nie eingezogen - der wäre hier nicht glücklich geworden.

    Ein Rüde stand nie zur Debatte, weil ich schlicht nicht weiß, wie das funktionieren soll. (Wie sollen die sich kennenlernen, wenn Henry Rüden per se schon komplett unnötig findet?)
    Aber ich kenne einige, wo es gut klappt, wobei ich nicht bei allen weiß, wie alt die jeweils waren, also Welpe (findet Henry auch unnötig) zu vorhandenem Hund oder erwachsener Hund zu erwachsenem Hund.

    Wie du vielleicht meinen Ausführungen entnehmen kannst: Jin ist in manchen Dingen kein ganz einfacher Hund, in mancher Hinsicht auch total whippetuntypisch. Daher habe ich lernen müssen, wie ich Jin führen muss, damit sie einen anderen Hund akzeptiert. Das geht mittlerweile so nebenbei, dass die Trainerin des neuen Social Walks beim ersten Spaziergang ganz überrascht war, wie "brav" Jin ist - sie wirkte aufgrund meiner Führung einfach nicht so, als habe sie ein Thema mit Fremdhunden.

    Also grundsätzlich musst du wissen, ob und wie du deinen Hund mit Hunden bekannt machst, die er auf den ersten Blick unsympatisch findet. Je nach Hundetyp darf halt beim ersten Treffen das Ziel gar nicht sein, dass die Hunde direkten Kontakt haben, sondern nur, dass sie gemeinsam an der Leine in Abstand x miteinander spazieren gehen können.

    Welpe macht es in dem Punkt einfacher, dass dieser noch wenig Statusstreben oder sexuelle Neigungen mitbringt. Also, als hier eine Freundin von meinen Mädels zu Besuch war, hatte ich schon im Vorfeld in bisschen Bauchgrummeln, was passiert, wenn Jin tickt - würde die andre Hündin dagegenhalten, könnte daraus eine Beißerei entstehen. Ein Welpe unterwirft sich in einer solchen Situation einfach bzw. flüchtet (jedenfalls von den Rassen, die ich näher kenne). Heißt natürlich nicht, dass ich bei einem Welpen mit den Situationen, in denen Jin ticken kann, sorglos umgehe - ich versuche sie genauso zu vermeiden und zu managen, wie bei jedem andren Hund auch. Nur ist man halt ein Mensch und keine Maschine und so passieren mal Unaufmerksamkeiten.

    Bei einem erwachsenen Hund muss man halt u.U. zwei Hunde gleichzeitig managen.

    Allerdings, wenn dein Hund nun kein unverträglicher Beißer ist, sollte sich der Aufwand eigentlich im Rahmen bewegen - egal, ob Welpe oder erwachsener Hund einzieht.


    Eine Garantie, dass beide Hunde sich hinterher richtig gut verstehen, miteinander spielen und kuscheln, hat man ohnehin nie. Selbst wenn bei Probespaziergängen vorher die Hunde viel miteinander spielen, können sie sich nachher als Wohngemeinschaft nicht so pralle finden.

    Husky. Meine beiden Whippet-Mädels wurden gestern als Huskys bezeichnet. Zugegebenermaßen nur kurz und es war noch etwas Gebüsch zwischen uns und der Fehleinschätzung. Aber... Huskys? Zumal ich heute an der Stelle zwei Huskys gesehen habe - und falls wir mit diesen verwechselt worden sein sollten, ist das eine ernsthafte Beleidigung - die Huskys waren wirklich dick.


    Dafür hab ich heut eine französische Bulldogge/Mix für ein Reh gehalten |) Also nein, eigentlich hat Jin das zuerst für ein Reh gehalten. Ich hab also mehr auf Jin reagiert als auf das, was ich gesehen habe. Zu unserer Verteidigung: das war in einiger Entfernung und das Gras war unterschiedlich hoch und Gesträuch war auch dazwischen. Und es war - aufgrund des Gesträuchs - kein Mensch dazu zu sehen. Dass das Tier ausm Wald raus Richtung Wasser ging, war natürlich auch ein Indiz für Wildtier. Ok, mir kam das Tier schon etwas klein vor. Aber für Hase waren die Bewegungen falsch und für Fuchs hat die Rute gefehlt und es wirkte auch nicht puschelig. Jaahaaaaaa, weil es eben eine französische Bulldogge/Mix war :roll:

    Ich denke, Henry ist gerne alleine. Er freut sich über ein, zwei ausgewählte Mädels draußen, braucht sie aber nicht. Auf Rüden kann er verzichten.

    Jin war auch gern allein. Findet es aber absolut super, dass jetzt ihre Nichte hier wohnt.

    Ich würde das Geschlecht des Zweithundes nicht danach ausrichten, wie der Hund auf Fremdhunde reagiert. Es ist schon was anderes, ob man einen Hund nur gelegentlich trifft oder, ob er bei einem wohnt.

    Wenn Henry intakt ist, würde ich absolut zu einem Rüden raten. Allerdings auch wenn er kastriert ist, könnte es bei einer Läufigkeit zu einem Deckakt kommen - also, ob man eine (intakte) Hündin zu einem Rüden nimmt, will schon gut überlegt sein.


    mache ich mir viele Gedanken zu den Kosten

    Naja, das kannst du dir nur selbst beantworten. Futter- und TA-Kosten verdoppeln sich. Versicherung und Steuer wird mehr.


    wie macht man es mit dem Auto

    Das ist bei mir einfach: beide Hunde fahren auf der Rückbank mit, diese ist per Gitter von den Vordersitzen getrennt. Also da brauchte ich nichts zu ändern.


    wenn die nicht gut alleine bleiben

    Naja, ob ein oder zwei Hunde nicht gut alleine bleiben können, macht doch eigentlich auch keinen Unterschied.


    Die Zeit (und den Nerv) alle Runden doppelt zu gehen, habe ich auch nicht

    Ich auch nicht. Hier hat es noch nie Einzelrunden gegeben.


    Was, wenn der Job sich ändert

    Das müsste nichts schlechtes sein. Änderungen des Arbeitsplatzes können ja auch zu höherem Gehalt und besseren Arbeitsbedingungen führen.

    Ich hab heut nicht geschaut, aber letzte Woche. Was mich sehr wundert ist, dass es da andauernd hörbar knackt. Bei Jin hat es noch nie geknackt, wenn Blockaden gelöst wurden.