Beiträge von terriers4me

    Kann es sein, daß die beiden Hunde viel alte, fettige (oder evtl. vom Baden feuchte?) Unterwolle tragen? Die stinkt mitunter regelrecht ranzig. Den Aireale meiner Nachbarn, der geschoren statt getrimmt wurde, konnte man kaum im Haus ertragen, meiner, bei dem die Unterwolle regelmäßig rauskam, war praktisch geruchlos.

    Da würde ich auch mal nachsehen und evtl sehr gründlich und regelmäßig durchbürsten, vor allen Dingen ,wenn die Hunde regelmäßig feucht werden.

    Abgesehen vom ganz Schrecklichen wie Giftköderfressen und dem eher Alltaglichen wie Sch*** wälzen, war das heftigste ,was eine meiner Damen bisher angestellt hat, hochläufig morgens um eins (!) am einsamen (!!) Waldrand (!!!) abzuhauen wir ein Pfeil und erst Stunden später regelrecht grinsend und tiefentspannt zurückzukommen - und zwar tragend vom Rüden ihrer Wahl.

    Ich hatte mir extra den Wecker gestellt, um sie endlich ohne Leine den Haufen loswerden zu lassen, den sie sich angeleint eisern verkniff, lange argwöhnisch die Gegend abgescannt wie ein Uhu - aber was ich leider nicht wußte war, daß besagter Rüde etwa anderthalb Kilometer weiter im Garten übernachtete. Meine Hündin wußte das offenbar genau. Daß sie auch noch im Dunkeln über einen hohen Zaun gekommen ist, hin & zurück, erwähne ich hier nur am Rande.

    Ist Jahrzehnte her - aber seitdem weiß ich so genau, was "läufig" wirklich bedeutet, daß ich nie und nirgendwo je wieder die Leine abgemacht habe - egal, wie brav die Hündin normalerweise war.

    Ich kann auch nur bestätigen ,daß der jähzornige Jagdterrier meiner Jugendtage ziemlich genauso tickte wie Foxi: Der ging genau so weit, bis ihm der Gegenwind zu hart wurde, dann war Frieden - und er konnte das perfekt einschätzen. Den Burschen haben wir - buchstäblich - in den Momenten, in denen er seinen Zorn an uns auslassen wollte(etwa, weil wir ihm nicht erlaubt haben, ein vorbeikommendes Huhn zu killen), am Kragen gepackt und dermaßen zusammengesch***, daß es mit Sicherheit nicht mehr DF-politisch korrekt war.

    Würde ich bei so einem Wüterich niemandem empfehlen, und ob ich's heute noch tun würde, weiß ich auch nicht - auf jeden Fall haben wir unseren gerechten Sechzehnjährigen-Zorn offenbar so authentisch rübergebracht, daß immer das Gleiche passierte: aus der zähnefletschenden Bestie entwich beinahe sichtbar die Luft, der Hund wurde klein und sichtbar "verlegen", mit angeklatschten Ohren, Wedeln und diesem Robbengrinsen, das Terrier in Schwierigkeiten ja wunderbar drauf haben. Heute wüßte ich natürlich, daß er heftig beschwichtigte, damals haben wir das etwa mit "War nur'n Irrtum!" übersetzt und ihm natürlich versichert, daß wir das dann auch nicht so eng sehen.

    Das war auch nur ein paar mal nötig - dann fuhr er zwar in diesen totalen Zornmomenten noch geifernd rum, "grinste" uns aber nur noch kurz an und hütete sich, zuzufassen. Während, wie gesagt, sein Frauchen regelmäßig zerfetzte Klamotten und auch den einen oder anderen blauen Fleck verzeichnen durfte.

    Das Lustige ist: das war der erste Hund an dem ich je ein Geschirr gesehen habe, extra angeschafft, damit man ihn jederzeit ohne Gefahr für die eigenen Finger aus den lebensgefährlichen Situationen zerren konnte, in die er sich so gern regelmäßig brachte. Ich hab also damals Geschirre lediglich für ein unentbehrliches Accessoire für Kamikaze-Köter gehalten...

    "Ich kenne Podencos hinter 1,80-Zäunen...und die sind wirklich sicher, meiner Meinung, bisher war es so."

    Das sind dann vermutlich vernünftige Halter - ich war als Teenager aber doof genug, meiner Hündin dieses Kletterspringen gezielt beizubringen, weil ich es so cool fand, und von da an gab's schlicht keine Höhe mehr für sie. Die kam überall rüber, wenn ich sie drauf ansetzte, wir hatten aber andererseits das Glück, daß sie bekannte Grenzen schon mit einem symbolischen Zäunchen respektierte.

    Die Terrier, die so klettern & springen haben sich das allerdings meist selber beigebracht, da gibt's ja auch etliche Spezis, die ihrer Beute noch auf Bäume folgen. Ich habe eine JR-züchtende Bekannte, die Welpen grundsätzlich NUR an Leute abgibt, die 1,80 Zaun plus oben & unten eine Stromlitze haben - ist zwar Amiland, aber wie gesagt: ich hab hier auch schon solche Topathleten gesehen.

    Ich hab zweimal nacheinander erfahren, wie schnell das geht mit dem "Hund ständig tragen müssen": einmal mit einem vergifteten Airedale, der Treppen nicht mal mehr mit einer Schlinge um den Bauch schaffte, einmal mit einem erblindeten Russell.

    Das war über Wochen hinweg so anstrengend, selbst bei der Kleinen, daß ich mir wohl keinen Hund über 25 Kilo mehr anschaffen werde - da ist man, wenn's um mehr als um eine akute Situation geht, ganz schnell ganz heftig aufgeschmissen.

    "Mehr alös zwei Meter springt auch kein Aussie"

    Das war jetzt ein Witz, oder? Das schafften mein läppischer 47-cm-Mix, und sogar der Terrier einer Freundin locker - einfach mit Schwung anspringen und mit diesem Schwung "nachklettern". Wenn Hund den Trick erstmal raushat, hältst du den nur noch mit nach innen gebogener oberer Zaunkante oder sogar Strom.

    "Ich fänds übrigens total knorke, wenn sich all diejenigen, die eine ähliche Meinung wie terriers4me vertreten, einfach mal vor Ort anschauen würden, was die Arbeit mit Hunden im Ausland bedeutet."

    Kriege ich in meinem Hunde-Umfeld täglich mit, in den letzten etwa fünf Jahren in regelrecht explodierenden Zahlen - und komischerweise sind die Erfolgsgeschichten (die es ja durchaus gibt!) hier allesamt über Organisationen/Privatpersonen zustandegekommen, die exakt das pflegen ,was du als Schwarzweißmalerei abtust: sehr wenige Hunde sehr intensiv betreuen,so lange wie immer nötig, ihre Adoptanten sehr umfangreich aufklären und auch nach der Übernahme notfalls weiter da sind.

    Und die vor allem, wie Bekannte von uns das seit vielen Jahren tun, neue Hunde grundsätzlich erst aus dem Süden mitbringen, wenn die alten nach menschlichem Ermessen bestens untergebracht sind - auch wenn man sich mit 1-2 Tieren pro Jahr natürlich nicht besonders hervortun kann. DAS ist für mich echte, nachhaltige Hilfe - nicht die große Zahl.

    Was hier im Revier ansonsten in den letzten Jahren an Katastrophenteams aufgelaufen ist, wieviele dieser Hunde ganz schnell wieder "weg" waren, willst du gar nicht wissen. Da fragt man sich schon manchmal, ob gewisse Lieschen-Müller-Orgas ein heimliches Abkommen mit der Hundetrainerschaft haben, ihnen garantierte Dauerkunden zu importieren.

    Ganz akut hab ich gerade eine total verzweifelte Frau getroffen, deren garantiert anfängertauglicher Golden Retriever-Mischling sich gerade zum HSH-Mix auswächst und entsprechend agiert....und der von der Vermittlerin nur gesagt worden ist, daß da sowas drinstecke, habe man ja schließlich nicht vorher ahnen können. Das hat doch was!

    Das wär die Frage ,die aber nur du beantworten kannst, weil du die Umstände kennst: Wäre es nicht möglich, daß du die Hündin erstmal ein halbes Jahr zu dir nimmst und weiter erziehst - vielleicht ist deine Freundin nach dem ersten Totalschock glücklich, ihren Hund zurückzubekommen? Gerade weil ihr Leben so verändert ist?