Eben, Tanja....
Nächstes Beispiel, unser beliebtes und bekanntes Leineziehen. Ich kann stehenbleiben und warten bis Hundi sich vorn eingekriegt hat und die Leine wieder lose hängt um dann weiterzugehen.
Ich kann aber auch mit einem massiven Leinenruck arbeiten, der den Hund augenblicklich zu mir und ins Meideverhalten befördert.
Der Weg
... meist ist es so, daß HH Wege bevorzugen, die eine sofortige Lösung anbieten bzw, falsch, die das unerwünschte Verhalten ohne mein großes Zutun und Auseinandersetzung mit dem Hund und mir abstellen.
Knöpfchenlösung also, ohne viel Arbeit, Selbstreflektion und ohne Fehlersuche bei mir. Erstmal schön bequem.
Es ist wesentlich unbequemer, den Hund in seinem Verhalten auszubremsen, geduldig immer wieder anzufangen, kleinste Fortschritte zu loben und so Stück für Stück ein unerwünschtes Verhalten ab- und ein erwünschtes Verhalten aufzubauen. Es kostet Zeit, Arbeit, Nerven und die liebe Umwelt ist nur allzugern mit "fachmännischen "Ratschlägen zur Stelle. Hinzu kommt, das Verhalten des Hundes ist peinlich und suggeriert einem selbst Unfähigkeit und Inkompetenz. Zusätzlich muss man sich noch mit der lieben Umwelt auseinandersetzen, warum man denn nun diesen und nicht jenen Weg geht.
Unbequem wird es für Halter, die den vermeintlich bequemen Weg gesucht haben da, wo der Hund plötzlich nicht mehr funktioniert.... Wo der Schmerz größer ist als die Angst oder wo man den Hund unbewusst auf den Punkt gebracht hat, wo er nur die Flucht nach vorn antreten kann.
Oder aber der Hund plötzlich abstürzt, dicht macht und sich in sich selbst zurückzieht. Aufgibt......
Man muss keinen Hund brechen um ihn zu erziehen, weder physisch noch psychisch.
Birgit