Was mir einfällt ist eine liebe Freundin von mir. Lotti hieß sie.
Lotti war um die 80, als sie einen Schlaganfall bekam. Ihre Enkelin liess sie ins Krankenhaus einweisen, dort stellte sich heraus, Lotti hatte auch noch Mammakarzinome, so weit fortgeschritten, dass man sie schon von außen mit bloßem Auge wahrnehmen konnte.
Und ihre Enkelin, OP-Schwetser ihres Zeichens?
Tja, die setzte Himmel und Hölle in Bewegung, damit Lotti operiert wurde und zwar an den Karzinomen. Ihr Chef machte es schließlich auch. Leider!
Lotti erlitt während der OP noch zwei weitere Schlaganfälle, als sie ausfwachte aus der Narkose war sie komplett gelähmt und hatte die Sprache verloren.
Es dauerte noch ein langes halbes Jahr bis Lotti trotz Intensivmedizin ging. Würdelos und überhaupt nicht friedlich und ruhig, sondern nach langer und vorallem vermeidbarer Qual.
Lotti, die bis zum Schluß allein gelebt hatte, immer unterwegs war, so gern und so herzlich lachte und so selbstbestimmt gewesen war bis zum Schlaganfall.
Jedes Lebewesen hat das Recht, in Ruhe und Frieden, vorallem aber mit Würde zu gehen und kein Angehöriger oder Besitzer hat das Recht, dieses Lebewesen mit Gewalt und Macht am Leben zu erhalten.
Weder durch seelische noch durch die Möglichkeiten, die die Intensiv- und Veterinärmedizin so bietet.
Birgit