Nach wochenlanger Nässe (nichts konnte, wenn auch nur kurz, mal in Ruhe abtrocknen), trotz weit offenem Folienhaus, genug Platz für jede Pflanze, trotz vitalen, wüchsigen Pflanzen :
Die Braunfäule hat Einzug gehalten.
Jetzt muss ich schauen, wie ich den Schaden begrenze - und ob er bei weiterhin nassem, schwülem Wetter überhaupt begrenzbar ist.
Unsympathische Personen in Büchern finde ich nicht immer etwas Schlechtes. Was mich stört, sind unausgegoren und schlampig entworfene Charaktere, die einfach nur den Zweck des Widersachers erfüllen.
Geht mir auch so. Ich hasse eindimensionale Darstellungen von Protagonisten, die quasi nur dem reibungslosen Plot dienen.
Dafür bewundere ich die Fähigkeit, Figuren mit all der Ambivalenz, den Abgründen, den paradoxen Verhaltens- und Denkweisen auszustatten, die Mensch nunmal in sich trägt.
Ausgearbeitete Charaktere sind mir extrem wichtig.
Bei ihm greift bei mir aber (noch wesentlich gewichtiger als bei anderen eher zweifelhaften Autoren) die abgrundtiefe Antipathie gegen den Autor.
Jaja, man sollte die Kunst vom Künstler und den Künstler von der Kunstfigur trennen blabla...
Houellebecq bekommt seine Ekelhaftigkeit so zuverlässig in allen Ebenen seines öffentlichen in Erscheinung tretens unter, dass ich mit bestem Gewissen sagen kann :
Ich halte mich fern, weil er mich anwidert.
Jelinek finde ich ehrlich gesagt total spannend. Nervtötend zwar, unfassbar anstrengend - aber doch reizvoll.
Ich finde vieles von Boyle total klasse, meinem Freund geht er auf den Keks.
Konkret bemängelt er, dass es immer nach demselben Muster laufen würde: Protagonist(en) stolpern permanent von Hochs in Tiefs, Ende meist unangenehm offen.
Bestreiten will ich das nicht, mich stört es nur eben kein bisschen.
Einige erklärte Literaturgottheiten kann ich dafür pauschal nicht aushalten:
Grass macht mich nach zwei Sätzen aggressiv. "Ilsebill salzte nach" ist meiner Meinung nach der furchtbarste erste Satz eines Buches der Weltliteratur, der je geschrieben wurde.
Thomas Mann ist prätentiöser Kitsch.
Bei Goethe frage ich mich dauernd, ob er eigentlich noch schreibt oder bereits onaniert...
Wir versorgen uns teilweise selbst bzw mit den Kulturen, die ich inzwischen gut händeln kann
Tomaten und sämtliche Tomatenprodukte (Passiert, Soßen, Mark, Ketchup, Pulver etc) sind komplett aus eigenem Anbau und fürs ganze Jahr.
Chili und Paprika auch (Pulver, Soßen, Paste, eingelegt...)
Gurken prinzipiell auch (eingelegt und frisch), das klappte letztes Jahr aber nicht so ganz.
Naja, der Rest an Gemüse, Beeren, Obst und Nüssen wird eben innerhalb der Saison frisch verbraucht.
Ich weite es aber jährlich aus.
Im Folienhaus habe ich hauptsächlich große, späte Fleischtomaten stehen sowie ein paar Spezialisten, die einfach auf einen geschützten Standort und kuschelige Temperaturen angewiesen sind.
Im überdachten Freiland stehen die robusteren Kandidaten.
Letztes Jahr hat auch Freiland ohne alles sehr gut funktioniert...beim Wetter der letzten Wochen bin aber heilfroh, dass ich mich für den Unterstand entschieden habe.
Vereinzelt habe ich schon die ersten Braunfäule - Fälle mitbekommen (im Juni!), da handelte es sich immer um ungeschütztes Freiland.