Beiträge von lilactime

    Meine im letzten Jahr verstorbene Hündin hat bei Übernahme bereits ihr ganzes Leben lang (11 Jahre da) exzessiv Kot von Katze und Fremdhunden gefressen.

    Es war also wirklich enorm verankert - was bei euch ja zum Glück noch nicht wirklich der Fall sein wird.

    Abseits vom Management ihrer Auslöser habe ich mit ihr ein Anzeigeverhalten extra für die Fäkalgelüste erarbeitet.

    Das Prinzip war: beobachten und bei Suchverhalten (sah man gut bei ihr, wenn sie mit halbhoher Nase begann zu pendeln) bis zu dem Punkt warten, an dem der Haufen sicher geortet war. Diesen Moment des Findens habe ich dann mit einem Markersignal + Futterbelohnung bestätigt. Im Verlauf kam dann das selbstständige Umorientieren zu mir bei einem "Fund", Marker und Bestätigung bei mir (weg vom Haufen).

    Ich habe also erst den Fund, später die Umorientierung verstärkt/belohnt.

    Anfangs an der Leine geübt, später in kleineren Freilaufsequenzen, zum Schluss hat sie zuverlässig angezeigt, statt zu fressen.

    Da dieses Vorgehen Druck aus der Geschichte genommen hat (der gleichzeitig zu ihren Auslösern gehört hatte), konnte sie nach einigen Monaten freilaufen, ohne dass man ständig auf der Hut sein musste. Sie zeigte dann drei-vier Mal pro großer Runde an und fraß nichts mehr.

    Vielleicht ist das ja eine Idee für euch.

    Voraussetzung ist natürlich, dass so etwas wie (unbeaufsichtigtes) Stromern im Garten dann nicht mehr funktioniert.

    Vielleicht schaust du auch nochmal genauer hin, ob es Schlüsselsituationen gibt, in denen vermehrt gefressen wird.

    Bei einem nahen Angehörigen:

    Auf dem Rasen vorm Haus sitzt ein Grünspecht (!) und fummelt Ameisen aus der Erde.

    Vom Fenster aus (durch das wir ihn beobachten) sind es etwa zwei Meter zum Specht, er ist also wirklich gut zu sehen.


    Ich: Oh, ein Grünspecht

    Naher Angehöriger: Das ist ein Buntspecht. Grünspechte sind in echt grau. Dieser Specht da ist zwar ziemlich grün, deshalb aber eindeutig ein Buntspecht.

    Ich: verwirrt

    Naher Angehöriger: jaja...guck, da sitzt unser Buntspecht...

    Achso.

    Ich habe eine dramatische Leseflaute, habe fünf oder sechs Bücher in unterschiedlichen Lesestadien rumliegen - nichts passt so recht.

    Wobei ich aktuell mit Knut Hamsuns "Hunger" noch am besten zurecht komme.

    Abgeschlossen in der letzten Zeit habe ich nur "Das Verschwinden des Josef Mengele", eine Rekonstruktion des Restlebens des Auschwitz-Arztes im naziaffinen Argentinien bzw generell in Südamerika.

    Fand ich stilistisch sehr packend, an eine Reportage erinnernd im Präsens runtergeschrieben.

    Das steht ja auch jedem frei so zu empfinden, aber für mich hat das nichts mit Vermenschlichung zu tun. Auch Bindung nicht.

    Was Adoption bedeutet, wurde ja bereits erläutert. „Bindung“ bezieht sich auf die emotionale Beziehung von Kindern zu ihren Eltern.

    In der Pädagogik - im allgemeinen Sprachgebrauch ist es ein Synonym für eine enge Verbundenheit.

    Habe nicht den Eindruck, dass der Begriff in Bezug auf den Hund gezielt aus seinem pädagogischen Zusammenhang entnommen wurde. Das wäre ja auch total sinnlos.

    Das DF ist nunmal trotz seiner Größe ein Inselchen, verglichen mit der Anzahl an Hundehaltern im deutschsprachigen Raum.

    Da sich hier Rasseenthusiasten, Sport-, Jagd-, Hüteleute, Trainer, Züchter...einfach häufig sehr ambitionierte und interessierte Hundeleute anhäufeln, fallen Ratschläge vermutlich sehr viel differenzierter (oder die Diskussion darum verbissener) aus, als wenn der Nachbar von rechts oben seinen Senf dazu gibt.

    Ich find das oft hochspannend, manchmal aber durchaus auch drüber.

    Erklärt sich für mich, wie gesagt, durchs Konzentrat.