Beiträge von nepolino

    Also bin ich selbst schuld, dass die Rehe mir immer vor der Nase rumstehen, da meine Hunde brav angeleint sind? :lol: Wie fies. :D

    Wildschweine sind wirklich sehr schwer zu bejagen. Ich höre öfter Jägergesprächen zu- ist ja durchaus interessant. Und die berichten von Wildschweinen, die auf und davon sind, sobald sie das Auto des Jägers hören, geschweige denn eine Ansammlung von SUV's um den Wald herum- Drückjagdalarm. In mondhellen Nächten gehen sie nicht auf offene Flächen, jedenfalls keine erfahrenen Alttiere usw.
    Um den Bogen zum Wolf zu bekommen.. in Brandenburg beobachtet man, dass die Rotten größer werden- dementsprechend auch größere Schäden anrichten, dichter zusammen bleiben und wesentlich wehriger sind- was die Jagdhunde teilweise schmerzhaft zu spüren bekommen. Und sich- wie anderes Wild auch- in Siedlungsgebiete bzw Siedlungsnähe zurück zieht, daher passieren dann so Jagden durch Dörfer seitens der Wölfe. Wenns im Wald kein Reh mehr gibt, nimmt man eben das aus Herr Maiers Vorgarten- mal überspitzt gesagt.

    Cattledogfan nicht unbedingt. Die panischen Tiere mein ich. Es gibt einige Videos, wo Wölfe - im Schlendermodus- durch Kuhherden in Deutschland laufen. Teils vermutlich weil die Tiere mit Wolf noch nichts gefährliches verbinden aber grundsätzlich sich jedes mal aufzuregen wenn sie einen Wolf nur sehen macht auch wenig Sinn. In Dokus aus Afrika spazieren Löwen ja zb auch durch Gnuherden. Sprich die "Beutetiere" können durchaus unterscheiden ob die Raubtiere grad auf Jagd sind oder nicht.

    Mehrhund eine grundsätzliche Bejagung da bin ich völlig bei Bloch. Sowas wie in der Slowakei erreicht man eben, indem man die kessen Wölfe vergrämt bzw auch erschießt. Nicht alle ausrottet, falls dies wieder jemand liest. Momentan fördern wir das genaue Gegenteil. Wir öffnen den vorwitzigen Exemplaren das Buffet und während die Wölfe, die sich an die Spielregeln halten, eventuell auch mal hungern, hüpfen die anderen über Bauer Müllers Zaun und kriegen damit ihre Jungen gut durch.

    Es gibt auch Rudel mit denen das Zusammenleben gut funktioniert, diese zu bejagen oder auseinander zu reißen wäre außerordentlich kontraproduktiv. Ein unauffälliges stabiles Rudel in der Nachbarschaft ist das beste, was einem passieren kann.

    Mit meinem Nepi im Gespann waren wir nie schneller als 12km/h im Schnitt. Bei Rehsichtung ist ggf mal kurz der Turbo rein, sonst ist er fröhlich in seinem Tempo getrabt, hat rechts und links geguckt und hat es nicht eingesehen sich hetzen zu lassen. :D

    Ich glaub mein Problem damit ist einfach, dass es bei Hunden ja auch zu psychischen Schäden führen kann, wenn nicht richtig angewendet. Meideverhalten, extreme Unsicherheit, da sie nicht wissen woher "es" kommt und wofür. Wahrscheinlich ist die Verknüpfung Zaunnähe gleich aua da eindeutiger. Keine Ahnung. :/

    Bayern ist ein wunderbares Beispiel. Brandenburg hat ja nun- nebst Sachsen - seit gut 20Jahren Wölfe. Und es ist vieles schief gelaufen. Kommunikation mit der Bevölkerung, Aufklärung und Förderung der Landwirte und nu haben wir den Salat und nicht wenige auf Nutztiere spezialisierte Rudel und Wölfe die Hunde in Dörfern verletzen, bei Spaziergängen oder Rehwild durch die Dorflagen und Vorgärten hetzt.
    Man könnte meinen, Brandenburger Wolfsverordnung ist ja wegweisend, weil es gibt den Passus "zweimal nachweislich in geschützte Herde.." Dass bedeutet in der Praxis? Genau. Rudel xy hüpft bei Bauer A über den Zaun, reißt Schafe. Es kann DNA gesichert werden, die gut genug ist um zu ermitteln, dass Wolf B aus Rudel xy am "Vergehen" beteiligt war. Super.
    Nächster Vorfall bei Bauer B. Leider waren hier etwas wenig Volt auf dem Zaun- Pech. Keine geschützte Herde.
    Nächster Vorfall.. Wieder Bauer A. Zaun vorbildlich. DNA verunreinigt. Pech.
    Weiterer Vorfall und ich kürz es jetzt mal ab. Bauer C. Zaun auch vorbildlich. DNA kann gesichert werden aber es ist Wolf C aus Rudel xy. Damit ist der Einzelwolf- nur den dürfte man nämlich entnehmen, der Rest vom Rudel darf weiter machen - immer noch nicht auffällig.. jeder war ja erst einmal nach gewiesen. und so geht dreht sich das Rad weiter und weiter..

    Bayern, Baden Württemberg und andere Bundesländer, wo es geade anfängt könnten aus den Fehlern lernen- tun sie aber nicht. Sie erzählen den gleichen - sorry- Müll, der in Brandenburg vor 20Jahren erzählt wurde und auch noch vor 5 Jahren und der auch heute noch versucht wird- in abgeschwächter Form- den Leuten nahe zu bringen. Sie lernen nicht, dass ein vernünftiger Herdenschutz- ob mit oder ohne Hunde- stehen muss, bevor die Wölfe richtig da sind. Anstatt den Schutz der Herden massiv zu fördern, weil die Landwirte können es finanziell einfach nicht, wird in Bayern was von wolfsfreien Zonen fantasiert und woanders immer noch erzählt, dass Wölfe nicht an Rinder und Pferde gehen und niemals nicht sich Dörfern nähern. Leben wir denn in einem Zeitalter, wo Informationen immer noch über Boten per Papier und zu Fuß übermittelt werden?

    Dass ist ein berechtigter Einwand. Schon GPS Halsbänder laufen nicht ewig und werden aus Akkuspargründen nur alle Stunde angeschaltet.
    Zudem befürchte ich, dass ein Teletakt erheblichen Widerstand bei Tierschützern hervorrufen würde. Es ist ja schon bei Hunden nicht unumstritten und irgendwie, trotz dessen, dass es ja irgendwie ne Lösung geben muss, bereitet es mir auch Bauchweh.. kann auch nicht genau sagen warum..

    Ich weiß immer noch nicht, wo jemand liest, dass Wölfe unerwünscht sind aber nun gut, jedem seine Lesart.

    Für mich wäre es ein richtiges Signal, wenn für Weidetiere eine Prämie gezahlt wird, die einen guten Schutz möglich macht und eine gewisse Verlustzahl mit abdeckt. Vorbei die Zeit, wo um Zaunzentimeter gefeilscht wird mit den Entschädigungsstellen, wo um Förderung gebettelt werden muss. Zusätzlich muss klar sein, dass ein Rudel, was gut geschützte Herden angreift einfach auch mal Konsequenzen spüren muss. Auch das Baurecht für Zäune im Außenbereich muss angepasst werden. Koppelschuss und hofnahe Verarbeitung sollten gefördert werden. Und wohl noch vieles mehr, was mir grad nicht einfällt.

    Im Gegenzug müssen Betriebe, die nur im Stall halten und auf Masse produzieren Strafabgaben zahlen, bzw Stallhaltung gehört verboten, da schlicht nicht artgerecht. Jedes Lebewesen, auch ein Nutztier, hat Recht auf Licht und Luft. Damit wird Fleisch teuer ja und damit wird sich auch der Bestand an Nutztieren reduzieren, da die Nachfrage sinken wird. Billiges Importfleisch gehört mit Zöllen belegt.
    So würde ein Schuh aus dem ganzen Konflikt werden aber warum passiert es nicht? Weil der Großteil der Bevölkerung nicht einsieht, billig Fleisch gehöre zum Grundrecht und die sommerlichen Grillabende dann nicht mehr zum Standard gehören. Das gäbe wohl Volksaufstände..

    Sowas wäre mal eine Reform hin zu mehr Tierwohl und für ein einigermaßen friedliches - nicht konfliktfreies- Zusammenleben.