Beiträge von Wonder2009

    Bei uns ist Pause wenn Schnee liegt. Das kann sich dann aber leider über mehrere Monate hinziehen. Meistens steht dann nach der Schneeschmelze der Platz noch für ein paar Wochen unter Wasser. Wir müssen uns dann halt Hallen als Ausweichmöglichkeit suchen oder daheim trainieren.

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    Das er im Alltag völlig unauffällig ist bezweifle ich garnicht.
    Aber da sind wir doch beim Thema Sport. Warum muss man erst den Umweg gehen - über die Aggression - um den Hund mit dieser Art Sport beschäftigen zu können.

    Weil es einfach die Anlagen einiger Hunde sind? Was schadet es den Hunden?

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    Das ist falsch, denn die Ausbildung bis zur DHPO läuft ausschließlich über den Vollschutzanzug ab.

    Ich weiß ja nicht in welchem Land / Bundesland du lebst. Hier in Bayern findet die Ausbildung auch am Kevlaranzug statt. Und was ist zum Beispiel mit der Stoßkorbarbeit?

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    Siehe oben. Auch die Prüfung findet mit Vollschutz statt. Zivilarbeit folgt erst danach.

    Also ich rede gerade von der Prüfung im Schutzdienst, die es dem Hund ermöglicht, voll einsatzfähig zu sein. ich meine nicht die Ankaufsüberprüfung. Da findet sowohl ein Verbellen einer zivilen person, als auch ein beißen in den Kevlaranzug, als auch eine Stoßkorbübung statt. Der Rest ist im Anzug, da hast recht.

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    Das es im IPO leider noch so abläuft ist ja das traurige...

    Warum ist das traurig? Mein eigener Hund springt nicht so sehr auf Beute an. Sie wird aber langsam. Aufgebaut wurde sie daher auch nicht mit der Beute, sondern doch schon deutlich in der Aggression. Im Alltag, so wie Murmel es schon schrieb, merkt man es diesen Hunden nicht an. Sie lässt sich auch anfassen unfd so weiter.

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    Das ist aber nicht unbedingt "normal".
    Gaga und völlig in den Nerven sind dagegen sehr viele beim Anblick des Anzuges ;-)
    Im Einsatz stehen sie dann da und wissen mit den "ungepolsterten" Menschen nix zu tun..

    Ich finde es sogar besser, wenn ein Diensthund am Anzug nicht in die Aggression geht...

    Was kennst du für Diensthunde? Also wenn der mit ner zivilen Person nix anzufangen weiß, dann ist da ordentlich was schief gelaufen. Das sollte und darf auch so nicht sein. Ein solcher Hund besteht doch nichtmal die Prüfung. ist jetzt zwar alles weng OT, aber warum soll ein Diensthund im ANzug net in der Agression arbeiten?

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    :gut: Danke für die Beschreibung...

    Aber ist ein X-Herder wirklich als "Familienhund" geeignet? Wenn man ließt das die Xer nur für den Sport und den Dienst gezüchtet werden könnte man denke das er nicht Glücklich wird wenn er keine wirkliche Aufgabe hat als z.B bei der Polizei die ja (zumindest wie ich es mitbekommen habe) täglich mit den Hunden trainieren bzw diese Aus/Weiterbilden

    Das kann ich nicht beurteilen. Der x-Herder den ich meine ist ein Diensthund.

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    @ Wonder2009: Schön, dass du einen Einblick in eine so moderne Diensthundestaffel bekommen hast. Leider läuft das nicht überall so ab...

    Grundsätzlich kann man aber nicht so pauschal sagen: IPO - Beute. Diensthund - Aggression.
    Das IPO ausschließlich in der Beute stattfinden soll ist richtig. Aber auch nach dem Ankauf ist es wichtig bei einem Diensthund beides zu fördern (Beute im Schutzdienst mit Anzug), Aggression im zivilen Bereich (wobei das größtenteils eine Anlage ist).

    Oh weh da hast du mich falsch verstanden. Ich kenne viel mehr Sporthunde, deren Aufbau in der Agression stattgefunden hat, als bei den Diensthunden. Bei Sporthunden wird diese Aggression aber irgendwann in die Beute kanalysiert. Beim Diensthund läuft das anders herum. Man gibt ihm Sicherheit im Beuteaufbau. Man übt die Basics und dann werden einige Schippen echte Agression draufgepackt. Die sehen übrigens nicht unbedingt den Anzug noch als Beute an. Ich kenne einen, dem färbt es sogar die Augen grün im Schutzdienst, weil er sich da so reinsteigert. Die wollen dem Männlein im Anzug weh tun und merken sich die Stellen, wo sie das erreicht haben.

    Ich kenne nicht viele Herder. Eigendlich nur einen Herder und einen X - Herder.

    Der reinrassige Herder, den ich kenn, der hat deutlich weniger Beutetrieb, als die meisten Malis. Der dreht auch nicht so sehr hoch, oder schießt so schnell übers Ziel hinaus. Der ist eher ruhiger, bei der Arbeit. Ruhig ist da vielleicht das falsche Wort, ich meine vielmehr konzentrierter. Aber was mir auffällt: Er ist sehr ernst und er meint das meist auch genauso, wie er es sagt. Er wirkt nicht so lustig und kasprig, wie so mancher Mali. Ich weiß, nicht alle Malis sind so, aber doch recht viele. Er wirkt so, als hätte er deutlich dickere Nerven, als so mancher Mali. Allerdings ist es auch sehr reserviert zu fremden. Er neigt jetzt nicht zum rumzicken, das überhaupt nicht. Er ist eher ignorant.

    Der X-Herder den ich kenn, der ist das komplette Gegenteil. Er ist ein oller Kasper, der seinen Job allerdings super macht. Im privaten Bereich ist er allerdings sehr offen und voll lustig. Man kann sich garnicht vorstellen, dass er auch anders kann, wenn er im Job ist. Chicco ist auch schneller in den Nerven und nicht so super selbstbewusst.

    Was mir allerdings auffällt. Herder die ich so gesehen habe, wirken oft um einiges größer und bulliger, als der Durchschnittsmali.

    Hier wird jetzt aber sehr sehr oft der VPG Sport mit der Diensthundeausbildung in einem Post erwähnt und irgendwie in einen Topf geworfen.

    Ich kenne viele IPO Plätze, wo mit Stachler oder Schlinge gearbeitet wird, allerdings mit Sinn und Verstand und auch nur wenn es nötig ist. Deppen, die das falsch einsetzen, gibt es überall. Aber es ist ein Gerücht, dass man mit solchen Hilfsmitteln keine freudige Arbeit zusammen mit dem Hund verrichten kann.

    Im Moment arbeite ich viel mit Diensthundeführern zusammen. Natürlich wird hier auch mit diversen Hilfsmitteln gearbeitet, also Stachler, aber auch Klicker. Allerdings ist das hier ganz anders und hat so wie ich das empfinde auch einen anderen Sinn. Beim Sport geht es darum, feine Nuancen herauszuarbeiten usw. Da gehts dann ja doch eher um Kleinigkeiten. Das ist beim Diensthund anders. Der Aufbau ist auch, zumindest hier bei uns etwas anders, als bei den Sportlern. Ich konnte den Aufbau von zwei jungen Diensthunden, die jetzt 1,5 Jahre sind, live miterleben, bzw bin ich da auch mit dran beteiligt. Da funktioniert der ganze Aufbau im Schutzdienst über den Beutetrieb. Keinerlei Aggressionen übers Helfertreiben oder ähnliches. Das Verbellen wird ausschließlich übers Bringsel aufgebaut, langsam die Beißtechniken an der Beinmanschette, dann am Anzug. Beide Hunde haben noch keinerlei Einwirkung gebraucht. Es gibt keinen Ruck an der Leine, keine Hilfsmittel. Jetzt wo sie angekauft sind von der Polizei, läuft es aber bald etwas anders. Jetzt kommt nähmlich die Aggression hinzu. Diese wird ja dann auch nicht, wie beim Sporthund in Beute umgpelenkt, sondern soll sich geziehlt gegen die Person richten. Das brauchts bei der Stoßkorbarbeit und auch beim zivilen Beißen im Kevlaranzug. Wenn dann ein "Aus" oder auch ein anderes Kommando nimmer so sicher kommt, gibt es freilich eine Einwirkung, vorausgesetzt der Hund beherrscht das sonst sicher. Diese Hunde müssen funktionieren, wenn es drauf ankommt. das hat dann irgendwann nix aber auch garnix mehr mit dem IPO Sport zu tun und man kann es nicht auf eine Stufe stellen, oder Staffeln verurteilen, wo man nen Stachler am Hund gesehen hat. Die sind von der Aggression dann schon auf einem anderen Level, wie ein Privathund.

    Meine Amber macht ja bei den Diensthunden beim Training mit, allerdings wird bei ihr natürlich die zivile Arbeit weggelassen. Sie hat bisher immer nur ein normales Halsband oder nur ein Gechirr dran. An sehr guten Tagen wird sie nackig gearbeitet. Sie hat selbst noch keine Einwirkung gebraucht. Allerdings, sollte ich ein Hilfsmittel als nötig empfinden, so werde ich es auch einsetzen.

    Ich denke man muss das immer differenziert betrachten, welche Intelliguenz man meint. Es gibts ja solche Begriffe, wie soziale Intelligenz, Lernintelligenz usw. Ein tollen Beispiel dafür ist mein kleines Schnauzerle. Alle Leute die ihn nur privat, ohne den Sport oder so, kennen, sagen er ist eher unterdurchschnittlich intelligent. Er schätzt im Alltag Gefahren eigentlich immer falsch ein. So können zum Beispiel zwei Malis im Vollspeed (und das ist net langsam) spielenderweise auf ihn zu rennen. Dieser kleine Kerl bleibt stehen und schaut der Gefahr ins Auge. Nein er weicht bis zur letzten Sekunde nicht aus, er steht wie angewurzelt, wird dann umgerannt, steht auf, schüttelt sich und steht wieder da, als wäre nix passiert. Eine ähnliche Situation hatte ich mit ihm auch schon. Wir waren mit den Hunden Schlitten fahren. Nun ja, Wonder steht mitten am Berg, ich fahre auf ihn zu. Bremsen konnte ich kaum, hatte Amber im Annorak hängen :D Er schaut mir in die Augen und bleibt da stehen. Ich hab ihn dann quasi im Vorbeifahren mit auf den Schlitten genommen, weil sonst hätte ich ihn überfahren. Er reagiert in solchen Situationen einfach garnicht.

    Oder noch was, erst neulich passiert. Beim Schutzdiensttraining waren wir in einem Turm, das ist so ein leerstehendes Bürogebäude vom Militär. Dort sind überall kleine und große Räume, manche mit Fenster, andere eben nicht. Wonder darf ja beim Schutzdienst auch immer bissl mitmachen, da hab ich ihn auch mit ins Gebäude genommen zum stöbern nach Personen. Eigentlich wollte ich ja nur schauen, wie er so mit glatten Fußböden klar kommt, vor allem weil der Fußboden drunter hohl ist und ab und an mal nen Loch da ist, wo man dann quasi 50 cm tiefer unter dem Fußboden langlaufen oder krabbeln kann. Ich hab den Wonder in einen absolut finsteren Raum seinen Ball zum suchen geworfen, der Raum war nicht groß. Wonder rein, ich hab ihn suchen gehört. Auf einmal Stille. Ich mit ner Taschenlampe geleuchtet, alles leer, kein Ball, kein Wonder aber nen Loch in der Mitte vom Raum. Ich weiß nicht, ob er freiwillig in dieses Loch ist, aber ich kanns mir nicht vorstellen. ich tippe auf reingefallen. Aber als so kleiner Kerl in ein dunkles Loch fallen, das gibt nem Hund wie Wonder noch lang keinen Grund, da jetzt Angst zu haben. Nö der läuft seelenruhig unterirdisch überall mal rum, mal schauen was es da noch so gibt. Da merkt er garnicht, dass er sich vielleicht auch selbst in Gefahr bringt.

    Auch habe ich keinen Hund gesehen, der so oft meint, ein See wäre Wiese, nur weil Entengrütze oder Gras drauf schwimmt. Er ist als junger Hund immer und immer wieder reingefallen.

    Was auch cool war. Wonder wusste seinen ersten Sommer nicht, dass man Wasser aus Seen und Bächen trinken kann. Ich konnte den ganzen Spaziergang an nem Bach vorbeigehen. Oder den ganzen Nachmittag am See verbringen. Wonder hat im Wasser gespielt und ist geschwommen. Er mochte Wasser schon immer. Aber er hat nicht getrunken. Ich musste immer eine Trinkflasche für ihn dabei haben, woraus er trinken konnte. Mein armer kleiner Kerl hatte ja auch mal Durst vom vielen Spielen. Durch gassigänge mit anderen Hunden hat er es dann irgendwann gelernt.

    So geschichten gibts halt von ihm schon sehr viele, deshalb meinen die meisten auch, er ist net ganz normal. Doch er hat eine Begabung und das ist sein Lernverhalten im Training. Im Alltag zeigt er dieses Lernverhalten nicht, absolut nicht. Aber im Training ist er ein Genie. Ich hab ihm ne Obstkiste hingestellt, drei mal klickern und er sitzt drin. Irgendeinen anderen Gegenstand hingelegt, drei mal klickern und er verweist, oder apportiert, je nach dem was ich bestätige. Er sucht Fährten, da bin ich mit Amber meilenweit entfernt, obwohl sie zur gleichen Zeit mit dem gleichen unerfahrenden Frauchen das Fährten begonnen haben zu üben. Selbst die Diensthundeführer staunen, wie er sich auch durch schweres Gelände kämpft. Da gehts über Wiesen, Wälder, staubtrockener fester Acker, geschotterte Wege, durch Wildspuren, alles Wurst, Wonder sucht. Irgendeine neue UO-Übung hat er innerhalb kürzester Zeit drauf, auch mit Kommando und ohne Hilfen. In der Hinsicht ist qer sehr intelligent.

    Alleine überleben könnte er nicht, er schätzt ja Gefahren immer falsch ein. Er kann im Alltag auch nicht aus Fehlern lernen. Er ist bisher immer in jeder Hundegruppe das schwächste Glied in der Kette gewesen, immer der Prügelknabe. Das hat sich ja jetzt gegeben. er hat mit Amber ein Mädchen unter sich :D das hat ihn einen riesigen Schritt in seiner eigenen Perönlichkeitsentwicklung machen lassen. Aber ohne einen Menschen wäre dieser Hund aufgeschmissen. Der könnte sich nicht mal ne Maus fangen.

    Amber ist da anders. Im vergleich zu Wonder lernt sie viel langsamer. Sie probiert auch selber nicht so gern aus, lässt es sich lieber zeigen und das auch sehr oft :) Ok im Alltag stellt sie sich nur minimal besser an, wie Wonder. Die beiden leben in ihrer eigenen rosaroten Welt, wo es keine gewitterwolken gibt.

    Also habe ich wohl zwei weniger schlaue Hunde, aber einen mit ner Begabung.

    Mir gehts ähnlich. Turnierende ist schon, aber ich trainiere freilich weiter. Im Moment ist Amber läufig und bei uns auf dem Platz dürfen läufige Hündinnen leider nicht trainieren. Krank war/ bin ich außerdem ...

    Also zum zu langsamen Hund. Ohne den Hund gesehen zu haben, kann ich da leider keine Tipps geben. Wie sieht denn das aus? Läuft der Hund generell hinterher? Was macht er, wenn der HF Gas gibt? Also ich bin kein Freund davon, den Hund zu doll zu locken und selber zu viel Action zu machen. Das ist ein schleichender Prozess, aber wenn vom HF zu viel Action kommt, flacht der Hund immer weriter ab.
    Wie sieht es bei diesem Hund aus, wenn es im Spielzeug geht. Löst er sich da flott vom Hundeführer? Oder für nen vollen Futternapf?