Mondio und IGP sind eigentlich zwei grundsätzlich verschiedene Sportarten.
Für mich die einzige wirkliche Gemeinsamkeit ist, dass man nen Gebrauchshund braucht, um diesen Sport prüfungsmäßig zu betreiben.
Erster großer Unterschied ist der Ablauf:
Im IGP sind die 3 Sparten zeitlich voneinander getrennt. Auf dem Platz hat man durch die Prüfungsordnung vorgeschrieben, wie das konkrete Laufschema ist. Jede Prüfung ist identisch. Im Mondioring habe ich die Prüfung aufgeteilt in UO, Sprünge und Schutzdienst. Diese werden hintereinander weg abgeleistet ohne Pause. Den Aufbau der einzelnen Übungen und auch die Reihenfolge dieser erfährt man am Prüfungstag beim Vorführhund. Hier erfährt man auch erst das Laufschema beim Fuß laufen, den Apportiergegenstand und so. Man weiß bis aufs Motto nix vorher. Somit ist jede Mondio Prüfung verschieden.
Zweiter Unterschied: der Platz
Im IGP ist der Platz steril, aufgeräumt, es steht nix rum, außer die Gegenstände, Sprünge, Verstecke. Es sind bis auf den Hundeführern und dem Richter niemand auf dem Platz. Außenrum ist es ziemlich leise. Es gibt bestimmt auch Vorschriften über die Größe und Form des Platzes.
Im Mondioring hat jede Prüfung ein Motto und nach diesem ist der Platz dekoriert. Das geht so weit, dass beim Motto Rummel sogar Karussells am Platz stehen. Es ist eine Mindestgröße vorgegeben und der Platz muss eingezäunt sein. Auf dem Platz laufen neben dem Richter und dem Hundeführer weitere Menschen rum. Oft hat man 2 Richter, den Ringkommissar, der den Hundeführer von Übung zu Übung bringt, eins zwei Fotografen einen Schreiber und lauter Helfer. Also da sind schonmal 10 Leute am Platz. Außenrum ist’s ziemlich laut, meist läuft Musik, die Leute sind recht laut …
Dritter Unterschied: die Ausführung der Übungen
Im IGP sind alle einzelnen Übungen genauestens beschrieben in der Prüfungsordnung. Es gibt genaue Vorgaben, wie eine Übung auszuführen ist. Das Augenmerk liegt hier auf extrem hohe Exaktheit und Geschwindigkeit. Eine „Eigeninterpretation“ von Übungen ist nicht zulässig.
Im Mondioring sind die Übungen eher Aufgaben, die es halt zu erfüllen gilt. Das „wie“ spielt da eher eine untergeordnete Rolle. Da liegt die Schwierigkeit eher in der Varianz der Übungen, als in der Exaktheit.
Vierter Unterschied: der Typ Hund und dessen Arbeitshaltung
Im IGP gehts wie oben beschrieben eher um Exaktheit und Geschwindigkeit. Diese Hunde geben sowohl in der Unterordnung als auch im Schutzdienst immer Vollgas 150%. So werden die auch ausgebildet.
Ein Mondioring Hund läuft besser auf Sparflamme. Einfach weil er in der 3 locker mal 45 Min am Stück auf dem Platz arbeitet. Immer Vollgas ist da sehr schwer. Aber (wie ich bei Arielle seh) gibts auch hier diese Beklopptis.
Daher kommt es auch, dass Ringlinien oftmals weniger reizoffen sind, als klassische IGP Linien.
Fünfter Unterschied: die Arbeit der Helfer
Im IGP hat auch der Helfer exakte Vorgaben, wie er die Hunde arbeiten muss. Sicher bringt der eine Helfer mehr Ausstrahlung mit, als der andere, aber grundsätzlich tun sie alle das selbe. Sie arbeiten alle Hunde gleich.
Im Mondioring arbeiten die Helfer in einer Prüfung auch alle Hunde gleich. Aber nur bis zu dem Punkt, an dem sie eine Schwäche beim Hund erkennen. Da haben sie die Aufgabe gnadenlos aufzuzeigen, wo die Schwächen beim Hund liegen. Der Helfer hat hier die Aufgabe, durch gezielte Bewegungen den Hund am Anbiss zu hindern.
Sechster Unterschied: Anzug und Ärmel
Ich denke der Unterschied ist bekannt 😃
Siebenter Unterschied: die Anreise
Zu einer IGP Prüfung, wenn es nicht gerade eine überregionale ist, fahre ich morgens hin und abends wieder Heim.
Eine Mondioring Prüfung ist meist ein Kurzurlaub mit Anreise mit Wohnwagen und man bleibt dann halt das Wochenende. Das ist natürlich auch ein anderer Stressfaktor beim Hund.
Mehr Unterschiede fallen mir jetzt spontan nicht ein.