Beiträge von staffy

    Da ich ja leider keine Großeltern mehr habe, die ich fragen könnte und es kaum Informationen über dieses (totgeschwiegene) Thema gibt ...

    Es gab vor nicht einmal 100 Jahren in Deutschland noch ca. 8000 Hundeschlachtereien, die letzen schlossen vor ungefähr 50 Jahren. Die Umsatzzahlen kenne ich nicht, aber auf Grund der nicht unerheblichen Anzahl muß Hundefleisch doch eine große Nachfrage gehabt haben.

    Alle unsere (Ur)Großeltern müssen also ganz selbstverständlich damit umgegangen sein. Hund gehörte zum Speiseplan. Mit meinen habe ich darüber nicht mehr sprechen können und heute scheint es, als hätte man die Vergangenheit ausgelöscht.

    Auch in der Schweiz und in Österreich waren derartige Schlachtereien sehr verbreitet, teilweise heute noch in Betrieb.Hat jemand mehr Informationen, Geschichten der Vorfahren, ... ???

    Ich frage ernsthaft nach fachlich, sachlicher Information !!

    Gruß, staffy

    Mit Büchern kann ich nicht dienen, hab aber ne Frage.
    Dein Hund ist 5 Monate alt, auf zig Kunststückchen dressiert und du willst noch mehr machen ?? Wie sieht es bei euch aus, wenn ihr mal einen Tag nix macht, ausser ein bisschen relaxt spazieren zu gehen ?

    Ich mach mir nur Gedanken, daß du es "zu gut" meinst und der Kerl überhaupt nicht mehr Junghund sein kann ... weniger ist manchmal mehr.

    Und statt weiterer Kunststücke würd ich alltägliche Situationen trainieren, nur so als persönliche Anmerkung.

    Gute Besserung mit deiner Mononucleose
    staffy

    Zitat

    Wenn wir spazieren gehen, und er eine freie Wiese sieht, fragt er, ob er seinen Ball haben kann.


    Würde ich eher im Bereich erlerntes Verhalten, Erwartungshaltung verbuchen.

    Zitat

    Wenn der Hund aber gar nichts mehr selber entscheidet, nervt es irgendwann...


    Wer sagt denn, daß du ihm immer alles abnehmen sollst ???
    Wenn Hundi z.B. am Horizont einen anderen Hund erblickt und dich erwartungsvoll anschaut, dann sieh doch einfach in die Ferne, beachte deinen Hund gar nicht, geh deines Weges ... glaub mir, die wird dann ihre eigene Entscheidung treffen ;)

    Gruß, staffy

    Zitat

    ja klar... bei fremden find ich das auch ok aber bei jemanden den sie jeden Tag hat und auch einige male spazieren geht???


    Beziehst du das auf das Rückfragen bei deinem Freund (was ich nicht speziell meinte) ?

    In dem Fall vermute ich, daß ihr zwei euch nicht immer einig seid und er des öfteren mal ignoriert wird (sieht hier ähnlich aus :D ). Dann weiß Hundi genau, daß er mal was überhören kann.

    Aber wäre es nicht traurig, wenn unsere Hunde völlig orientierungslos (bezogen auf den Menschen) durchs Leben liefen ? Ein Rückfragen, orientieren am Menschen setze ich eigentlich für eine "Beziehung" voraus ...

    Gruß, staffy

    Da dieses Problem hier immer wieder ein Thema ist, mal eine kleine Abhandlung warum diese entsteht, was dazu führt und ganz wichtig, wie man sie in den Griff bekommt (ohne Garantie auf Vollständigkeit – dafür ist das Thema zu komplex) !

    Erstmal sei gesagt, daß es für einen Hund nicht selbstverständlich ist, an der Leine zu laufen. Die wenigsten legen bereits beim Welpen großen Wert auf eine gute Leinenführigkeit, welche Auswirkungen dies auf das gesamte Hundeleben haben kann, ist kaum einem bewußt. Lernt der Hund vom ersten Tag an, daß eine Leine lediglich eine Verbindung zwischen ihm und seiner Bezugsperson ist, wird diese als positiv empfunden. Erst ein ziehender Hund betrachtet die Leine als Einschränkung, unangenehm, einengend, ..... und somit negativ.
    Dies gilt auch für das andere Ende der Leine. Ein locker laufender Hund macht Freude, man trabt gemeinsam durch die Gegend, sobald er zieht wird es unangenehm, man hält dagegen, ist immer unter Spannung, wird genervt, gestreßt, der Hund bemerkt dies Verhalten, versucht seinen „Führer“ zu meiden / Abstand zu halten, zieht noch mehr ... Chaos pur, von entspannten, freudigen Spaziergängen weit entfernt !

    Leinenführigkeit vernünftig und sensibel aufgebaut, immer positiv besetzt (wenn nicht ziehend) und konsequent durchgeführt kann bei unsicheren Hunden dazu führen, daß sie sich an der Leine sicherer fühlen, gerne an der Leine laufen.

    Meine eigene Hündin ist unsicher in fremden Gebieten mit „am Zaun kläffenden Hunden“. Am liebsten würde sie einen riesigen Bogen laufen, geht aber meist nicht. Nehm ich sie an die Leine, trabt sie relativ locker auf der den Hunden abgewandten Seite neben mir her, sicher, daß ich mein Leben dafür gebe, damit ihr nichts passiert !

    Bei Begegnungen an der Leine laufen viele Dinge parallel ab. Zwei Hunde begegnen sich, keiner knurrt, aber beide schauen zum anderen, noch ist man neugierig, weiß nicht, was der andere will. In diesem Moment wird die Leine gekürzt, der fatalste Fehler, den man in so einer Situation machen kann, denn :
    - der Hund wird sofort in seiner Bewegung eingeschränkt, Nervosität des Halters überträgt sich
    - er stemmt sich automatisch gegen den Druck, die Folge ist ein hochaufgerichteter Hund, der seinen Schwerpunkt nach vorne verlagert => die typische Haltung eines angriffsbereiten Hundes
    In dieser Situation bleibt dem Gegenüber nur Angriff oder Flucht. Da Flucht meist nicht möglich ist, gehen beide nach vorne, gehalten von Geschirr oder Halsband, eingeengt, bewegungsunfähig, frustriert, gestresst, .... ein Selbstläufer der in dem Moment nur durch weiterzerren zu beenden ist.

    Ein weiteres Problem sind die führungslosen, unsicheren Hunde, die ihre eigenen Kompetenzen nicht kennen. Klassischer Fall: Fremder Hund naht, geht unbeirrt gerade auf einen zu, Frauchen reagiert null, der Hund wird unsicher, im Normalfall würden sich die Hunde aus dem Weg gehen, zumindesten seitlich mit Abstand aufeinander zu laufen. Alles unmöglich und Frauchen macht immer noch nix -> der Hund ist genötigt eine Entscheidung zu treffen. Ausweichen geht nicht, also bleibt nur der verbale Angriff beginnend vom Fixieren, Drohen, Knurren, Bellen, Scheinangriffen, soweit die Leine dies zulässt. Ersteinmal an diesem Punkt angekommen ist der Kreislauf kaum zu durchbrechen. Frauchen hat Probleme den Hund zu halten, wird hektisch, gestresst, schreit den Hund an ... der Hund in seiner Angst bestätigt, Frauchen (immer noch unfähig in seinen Augen) im Rücken, nicht mehr ansprechbar. Beim nächsten Hund zuckt man schon beim Sichtkontakt zusammen, bereits ahnend, welches Drama einen erwartet. ... Alltag in Deutschland !!

    Hinzu kommen noch Kriterien wie Alter, Gesundheitszustand, Rasse, Sozialisation, Geschlecht (intakt oder nicht), ... bis hin zur Tagesform.

    Was also tun !?

    Grundvoraussetzung ist, daß der Hund die Leine als positiv kennengelernt hat und locker an dieser läuft. Ein Hund, der permanent in der Leine hängt wird nicht ruhig und gelassen an allem vorbei gehen. Ganz wichtig (und man kann sich das antrainieren), immer ein Auge auf seinem eigenen Hund zu haben, seine Körpersprache zu lesen, deuten zu können und zu wissen, wann wird er unsicher, wann gestresst, wo ist der Punkt, wo er nicht mehr ansprechbar ist – den Hund dabei aber nicht direkt anzuschauen.
    Noch wichtiger ist aber eine gute Beziehung zum Hund und eine geklärte Führerschaft. Der Umgang mit dem Hund muß geradlinig sein, eindeutig und konsequent. Gewisse Kommandos müssen einfach sitzen, dem Hund unmißverständlich erklärt worden sein. Der Hund muß Lob und Abbruchkommando kennen, beides ist bei Hundebegegnungen unverzichtbar.

    Beim Training solcher Situationen ist Timing das wichtigste. Ich muß meinen Hund genau im Blick haben, um im exakt richtigen Moment zu reagieren. Der gesunde Mix zwischen unerwünschtem Verhalten bewußt abbrechen (bei den ersten Anzeichen) und sofortigem Lob bei ruhigem, gelassenen Benehmen ist hier gefragt. Klar, verständlich und immer für den Hund (und alle Beteiligten) sicher. Im Zweifel umdrehen und gehen. Lieber kein Training, als ein schlechtes Training !


    Hilfreich ist, dem Hund die Bedeutung der Worte „Is ok !“, „Lass es !“ und „Jawohl/Fein“ beizubringen (welche Begriffe man wählt, ist nebensächlich).
    „Is ok !“ sollte dem Hund suggerieren: mach dir keine Sorgen, ich habs gesehen, kein Grund zur Aufregung, bleib unbesorgt, interessiert uns nicht.
    „Lass es !“ ist ein Abbruchkommando für alle nervigen, ungewünschten Verhaltensweisen, sei es kläffen oder penetrantes Einkaufskorb durchwühlen. Bei mir ist es aber die Softvariante, ein „Nein“ hingegen ist ein absolutes Nein, welches auch im entsprechenden Tonfall gesagt wird, mein „Lass es“ kommt eher gelangweilt, beiläufig zum Einsatz.
    „Jawohl / Fein / Klasse/ ...“ als Lob sollte natürlich jeder Hund kennen, eine Bestätigung, daß er auf dem richtigen Weg ist, seine Sache gut macht.

    Wenn der Hund diese 3 Kommandos kennt, kann ich sein Verhalten punktgenau kommentieren und steuern.

    Ich beginne mein Training auf möglichst weiten, freien Flächen mit Ausweichmöglichkeit. Zu Beginn bitte immer im „Wohlfühlabstand“ bleiben, der Hund (und Frauchen) muß sich noch sicher fühlen und ansprechbar sein. Die Leine unbedingt lang und locker lassen, den Hund NICHT ablenken, sondern bewußt den anderen Hund wahrnehmen lassen.

    Im Moment des Sichtkontaktes kommt ein enspanntes, ruhiges „Is ok !“ und sofort ein aufforderndes „Komm“, wir gehen weiter, zügig, unbeirrt und ohne auf den anderen Hund zu achten – den gibt es für uns nicht. Die kleinste negative Reaktion des Hundes (der Ansatz zum fixieren, steif werden, Nackenfell sträuben) wird mit einem ernsten, aber ruhigen „Lass es !“ unterbunden, wieder gefolgt von einer Alternativhandlung (ein freudiges Komm und zügiges Gehen, bei Blickkontakt). Jedes unerwünschte Verhalten also im Ansatz mit Abbruchkommando unterbinden, sofortiges Lob bei entsprechendem Abbruch (z.B. Blick abwenden) und immer in dem Bereich anfangen, wo alles noch funktioniert. Wird der Hund zusehends gestresster, einen größeren Bogen laufen, vor dem Hund abbiegen, etc. Richtung wechseln und umdrehen bitte nur, wenn es keine andere Möglichkeit gibt. Einen fremden Hund im Nacken haben ist viel schwerer für den Anfang, als im Bogen zu laufen und den Fremden wenigstens im Augenwinkel sehen zu können.

    Der Idealfall sind natürlich bekannte Hunde, oder Figuranten. So könnte man mit definitiv freundlichen Hunden, die mit Sicherheit nicht bellen oder irgendwelche Drohgebärden zeigen in Ruhe trainieren.

    Der Abstand wird langsam verringert und man geht dazu über, den Bogen später zu beginnen, kleiner zu machen, nach Passieren des Hundes umzukehren und ein Stück hinterherzulaufen, mit Abstand stehen zu bleiben (Vorsicht, hier wird meist gerne fixiert, auf den Hund achten !!).

    Hauptproblem ist oft, daß man sich selber im Weg steht. Zu sagen: Bleib entspannt und ruhig ! ist einfach, aber wenn man eine Weile mit einem Leinenraudi unterwegs war, steigt der Adrenalinspiegel automatisch mit Erblicken eines anderen Hundes. Hier hilft oft ein bisschen konzentriertes Ablenkungstraining für den Halter.

    Man nehme eine große Fläche mit einigen Hunden, suche sich ein Ziel am anderen Ende der Wiese (Baum, Bank, beste Freundin, etc.) und gehe unbeirrt, egal was passiert (man sollte natürlich kein Freilaufgebiet wählen) auf dieses Ziel zu. Der Weg ist das Ziel, der eigene Hund wird nicht direkt angeschaut, zwar beachtet, aber er hat ohne zu murren mitzukommen. Jegliches Verhalten wird wie oben kommentiert, aber alles um einen herum wird NICHT beachtet. Es gibt nur sich selbst, seinen Hund und das Ziel vor Augen, mehr nicht.

    Auch zu empfehlen, sich bei sonnigem Wetter an den Rande (Abstand individuell wählen) eines Spazierweges zu setzten, Hund neben sich, entspannt kraulen und andere Hunde mit ihren Menschen beobachten.

    Versucht die Leine immer locker zu lassen, den Hund verbal bei euch zu behalten, ihn nicht in die ziehen – würgen – stress – Falle kommenzulassen. Rechtzeitig ansprechen, freudig loben, selber Ruhe und Sicherheit ausstrahlen, dem Hund die Möglichkeit geben (bei den meisten ist es eh besser), an der dem fremden Hund abgewandten Seite zu gehen. Laßt den Hund ruhig schauen, er soll seine Umgebung incl. „Feind“ wahrnehmen, aber damit ruhig umgehen können.
    Jegliches ablenken mit Futter, Spielzeug, ständiges Anschauen ist kontraproduktiv, wir wollen ja keinen Hund haben, der sich benimmt, weil der den anderen nicht mitbekommt, sondern weil er gelernt hat, vertrauensvoll und gelassen zu bleiben.

    Und unterschätz bitte nicht, daß viele Hunde gerade weil Futter und Spielzeug dabei sind, zum aggressiven Verteidigen vom Halter neigen !! Also bitte ohne entsprechende Ressourcen trainieren.

    Taucht am Horizont ein Hund auf, den euer Hund nicht rechtzeitig sehen würde, oder arbeitet man mit seinem Hund und er ist abgelenkt ... also Situationen, wo er den fremden Hund erst in letzter Sekunde sehen würde, dann zeigt eurem Hund rechtzeitig den näherkommenden Hund, laßt ihn kurz hinschauen und dann muß es aber wieder gut sein. Ihr seid allwissend, entdeckt Fremde als erster und befindet sie aber für „nicht beachtenswert“.

    Mit jedem neuen Hund die Möglichkeit des Trainings nutzen, immer ein Chaka – wir schaffen das – im Hinterkopf haben. Den Ehrgeiz entwickeln, selber gelassen zu bleiben, nix bringt uns aus der Ruhe und im Zweifel .. ja mein Gott, dann kläfft er mal, kann jedem mal passieren. Also einfach weiter, kommentarlos, der nächte Trainingspartner kommt bestimmt !

    Geschrieben von staffy

    Kurz der fachlich, biologische Hintergrund:

    An der Leine laufen ist für einen Hund ersteinmal vollkommen unnatürlich. Egal, ob Welpe, unerzogener Junghund, alter Kettenhund oder ehemaliger Straßenstreuner. Für keinen ist es angenehm oder gar selbstverständlich, sich derart einengen zu lassen.

    Daher gehört ein wenig Fingerspitzengefühl, viel Geduld, Freude an der Arbeit und viel Lob dazu, einem Hund die Leine und deren korrekte Handhabung verständlich zu erklären.

    Vergeßt bitte solche Sprüche wie:
    Ein ziehender Hund ist ein dominanter Hund !
    Der Hund will die Führung übernehmen !
    ...

    Für einen Hund ist es das normalste der Welt, daß er vorwärts geht, mit seinem Rudel läuft, zügig, interessiert, wachsam. Hunde gehen nicht spazieren, sie schlendern nicht gemütlich durch Fußgängerzonen oder am Ufer entlang. Sie sind zielorientiert und wollen nur „dorthin“. Das natürliche Grundtempo eines Hundes ist ein langsamer Trab, der aber dennoch schneller ist, als unser normaler Gang. Der Hund muß sich also zusätzlich noch an die langsame Geschwindigkeit anpassen.

    Werdet euch der Einschränkung bewußt die der Hund mit einem Halsband (oder Geschirr) erfährt. Er wird begrenzt, körperlich gebremst und alles im Hund wird sich ersteinmal dagegen lehnen -> die natürlichste Reaktion, Druck erzeugt Gegendruck !
    Er hält mit dem gleichen Gewicht dagegen, wie ihr zieht. Aus Hundesicht vollkommen normal und der einzige Weg, nach vorne zu kommen (funktioniert ja auch meist).

    Ergo muß ich meinem Hund erklären, warum und wofür er überhaupt an die Leine muß und welche Regeln an selbiger gelten. Die Leine sollte immer positiv für den Hund sein, Anleinen eine Selbstverständlichkeit und dies sollte man sich durch rucken, würgen, zerren oder gar schlagen mit der Leine nicht verderben. An der Leine sein bedeutet Sicherheit zu haben, beschützt zu sein, keine Entscheidungen treffen zu müssen, sorglos mittraben zu können.

    Es gibt zig Gründe, warum ein Hund zieht, das Grundprinzip es ihm abzugewöhnen ist aber immer gleich. Leine ist positiv, Leine heißt Nähe, Leine heißt gemeinsam. Dies muß der Hund (und der Halter) verinnerlichen.
    Der Hund soll nicht ununterbrochen auf mich achten (auch nicht an der SL). Ich bin nicht der Mittelpunkt der (Hunde)Welt und auch nicht das Maß aller Dinge (es gibt wirklich Leute die dies glauben). Ich möchte einen aufmerksamen Hund ja, aber keinen, der mich permanent anhimmelt und nichts mehr ringsherum wahrnimmt. Ziel ist ein an lockerer Leine laufender Hund, der den vorgegebenen Abstand einhält, sich an meiner Geschwindigkeit orientiert, der aber auch einmal zurückfallen darf oder sich mal „kurz&sachte“ in die Leine lehnt. Kein am Bein klebender, in Genickstarre verfallender Hund !!

    Die meisten Probleme gibt es mit Junghunden und Erwachsenen, die bereits über einige „Zieherfahrung“ verfügen. Es wurden alle möglichen Methoden ausprobiert, von Stehen-bleiben, über ruckartig-Richtung-wechseln bis hin zu Halti&Co. Ohne Erfolg, der Hund zieht nach wie vor !!

    Was also tun !?

    Man nehme seinen Hund, eine 2-3 m lange Leine, eine handvoll Leckerlis, einen möglichst ausgeglichenen Hund und ganz wichtig: einen motivierten, gut gelaunten Halter. Idealerweise kennt mein Hund die Kommandos langsam und hier. Nun marschiere ich also los, Hundi an meiner Seite, fröhlich, zügig und zielstrebig.

    Läuft der Hund vor kann ich
    - ihn rechtzeitig mit einem langsam ausbremsen.
    - mit der Hand ans Bein klopfen und aufmunternd hier sagen.
    - die Richtung wechseln, dabei ein hier längst nicht vergessen.
    - bevor er zieht (je nach Hund) leicht an der Leine zupfen, nur so, daß er aufmerksam wird.

    Verlangsamt er sein Tempo,bleibt er an eurer Seite, schaut er euch an: loben – ruhig und freundlich – ab und zu mit Leckerli.

    Zu Anfang das Training abwechslungsreich gestalten. Nicht einfach stundenlang geradeaus laufen. Mal rechts mal links gehen, meist kennt man die „Zeitungsecken“, geht gezielt hin und läßt Hundi schnuffeln. Dann wieder konzentriert ein paar Meter weiter, ein paar Lockerungsübungen, mal zügig und ganz schwer, 5 m in Zeitlupe.

    Für mich ist ein nicht ziehender Hund das Ziel, egal wie lang die Leine ist. Lass ich ihm 3 m kann er in diesem Radius laufen, verkürze ich auf 1 m (wegen Verkehr, etc.) möchte ich. daß mein Hund ohne große Kommandos in diesem Bereich bleibt. D.h. wann immer Zug auf die Leine kommt (egal in welcher Entfernung, auch bei einer 10 m SL) wird mein Hund langsamer, gibt nach und passt sich an.

    Schmeisst er sich dennoch mal in die Leine (wobei ich bei einem „Herrchen !! Da kommt Herrchen, ich muß da hin !!“-Geziehe beide Augen zudrücke), kommentiere ich das mit einem „Hey“ und dezentem Zupfen.

    Bleibt ruhig, gelassen, sagt und zeigt ihnen deutlich auf was ihr hinaus wollt, konsequent aber gerecht. Alleine schon in einem ernsten, aber dennoch fröhlichen Ton zu reden bewirkt Wunder, gute Laune steckt an und dann läuft Hundchen doch viel lieber neben Frauchen, als sich auf ein Kräftemessen einzulassen.

    Ein Hund der an der Leine zieht schnürt sich selber die Luft ab, das Gehirn wird unterversorgt und schüttet sofort Streßhormone aus, die Haltung (nach vorne, aufrecht) bedeutet für andere Hunde Provokation/Angriff und wird entsprechend kommentiert, der Hund zieht noch mehr, der gestresste Halter wird noch gestresster... der Kreislauf beginnt !

    Was viele immer wieder vergessen, Hunde sind hochsoziale Lebewesen, die sich wunderbar verständigen können. Eigentlich reden sie permanent, drücken immer aus, was sie gerade denken – wir müssen ihnen nur zuhören !

    Geschrieben von staffy

    Was für Erwartungen hast du an deinen Hund ?
    Was soll er tun und was nicht und wieviel kannst du ihm bieten ?

    Das die Kinder sich mit ihm "bespaßen" hat nix mit Beschäftigung zu tun. Vermutlich lebt er als drittes Kind bei euch, kennt keine Grenzen, keinerlei Orientierung, ... warum ist er überhaupt alleine im Garten ?

    Was für Sachen zerstört er und kannst du dir vorstellen warum ?

    Gruß, staffy