Wie das bei deinem Hund aussieht, kannst natürlich nur die zusammen mit deinem TA beurteilen.
Aber mit der Balance und engen Kurven gibt es gar keine Probleme, einzig etwas problematisch ist nur die erste zeit, bis sich die plötzlich freiliegende Haut an die ungewohnte Belastung gewöhnt hat.
Ich schreibe dir mal, wie das bei meiner Hündin war, da liegt es jetzt ein gutes Jahr zurück. Alles andere ist schon Jahre her.
Morgens ging meine Maus ganz normal Pipi machen.
Mittags fiel mir auf, dass sie nicht von meinem Platz auf dem Sofa aufstand, als ich mich setzen wollte. Das war ungewöhnlich, also schaute ich sie mir sofort an.
Ein Vorderbein war bis zum Ellbogen dick angeschwollen, die Pfote war eine Pranke, die Zwischenzehenbereiche waren aufgeplatzt. Wie gesagt, das war nur 4 Stunden nach dem letzten Gassigang, der vollkommen normal war. Die Maus konnte kaum laufen, sie hatte Fieber.
Nach der Mittagspause hatten wir den ersten Termin beim TA. Eine Verletzung war nicht zu sehen, Maus bekam Schmerzmittel, einen Verband mit Zugsalbe und ein Breitbandantibiotikum.
Am nächsten Tag ging es der Maus deutlich besser. Das Bein war abgeschollen, aber eine Zehe blieb dick. Die Zugsalbe hatte nichts bewirkt. Es wurde geröngt, aber das Bild war vollkommen unauffällig.
Also weiter Salbenverband, Antibotikum und Schmerzmittel.
Am 5. Tag entstand an dem dicken Zeh ein kleines eiterndes Loch. Wir nahmen eine tiefen Abstrich und es wurde ein Antibiogramm angelegt.
Das Antibiotikum war zwar wirksam, aber wir wechselten auf ein wirksameres.
Die Eiterlöcher nahmen zu, die Kralle wurde hohl und eitrig.
Röntgenbilder blieben unauffällig.
Der Hund bekam wieder viel stärkere Schmerzen.
Nach 2 Wochen ging ich ohne Hund zum TA und vereinbarte die Amputation für den nächsten Tag. Der TA war überrascht, er wollte eher nur die Kralle ziehen. Das lehnte ich ab, solche Verläufe sind bei meiner Rasse oft Krebs, daher wollte ich keine Gewebeverletzungen, sondern einen Schnitt im Gesunden.
Am nächsten Tag wurde hoch amputiert, damit kein Stumpf bleibt, mit dem der Hund hängenbleiben kann und damit, falls es ein Tumor ist, der Anstand möglichst groß ist.
Den Resttag nach der OP überstand die Maus dank starker Schmerzmittel problemlos.
Am nächsten Tag wurde es bereits schwierig die Maus ruhigzuhalten, sie sprang über den Beistelltisch von Couch zu Couch
.
Nach einer knappen Woche kam das Ergebnis des Pathologen, aber die Entzündung war so weit fortgeschritten, dass die Amputation Mittel der Wahl war, es war kein Krebs.
ich war so erleichter, dass ich richtig gehandelt hatte. ich hatte den zeh nach der Amputation zwar gesehen, er bestand im gesamten Ballenbereich nur aus Haut, Knochen und Eiter, ein Fremdkörper war nicht drin, aber trotzdem habe ich gezweifelt.
Nach dem Fädenziehen habe ich die Maus auf dem Heimweg erstmal mit Schuh auf einer Hundewiese laufen lassen.
Danach war alles normal, ich musste eben nur den Schuh langsam abbauen, weil sie sich sonst wundlief.
Was man bei deinem Hund nun idealerweise macht, kann ich dir auch nicht sagen.
Aber wie verletzungsträchtig wird ein Zeh ohne Ballen?
Bleibt das Gelenk beweglich, oder wird der zeh evtl. durch eine Entzündung steif?
Wie eingeschränkt ist der Hund jetzt, wie lange dauert die Heilung, wenn man den Zeh erhält?
All das würde ich in Absprache mit dem TA abwägen und dann entscheiden.
Ihr macht das bestimmt für euren Fall genau richtig!
LG
das Schnauzermädel