Ich versuchs mal zu erklären
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Zuerst lernt der Hund, dass er toll mit einem fremden Menschen Zerrspiele spielen kann. Für ganz junge Hunde nimmt man dazu Leder- oder Jutelappen, bei größeren Hunden Beißwürste.
Diese Sacken werden so bewegt, dass Hund sie jagen möchte, das kannst du mit einem alten Handtuch bei jedem Hund versuchen, die meisten haben Spass.
Diese Sacken bindet man dann auch an lange Leinen und weckt mit den nun möglichen Bewegungen den Beutetrieb noch mehr.
dann geht man auf ein Beißkissen über, das wird auch als interessante Beute eingeführt.
Nach einigen Wochen Training dieser Art wird der Hund aufgeregt auf den Platz drängen, wenn er in Hetzgeschirr an der Langleine gehalten wird, er weiß, was kommt. Er verhält sich nicht anders als ein Hund der freudig angestürmt kommt, weil man einen Ball hochhält und der Hund einen Wurf erwartet
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Wenn dann der Übergang vom Beißkissen auf den Ärmel kommt, wird der Ärmel auch geworfen und normal wie eine Beißwurst in den Händen gehalten, denn er muss für den Hund ja erstmal zu begehrenswerten Beuteobjekt werden.
Dann steckt schon der Arm drin, aber der Hund bekommt den Ärmel nach einem Anbiss anfangs sofort geschenkt.
Durch diesen Aufbau kommt es dazu, dass der Hund eben nicht den Menschen beißt, er möchte sich nur seinen Ärmel holen.
Daher ist es auch kein Ungehorsam, wenn ich den Hund zum Helfer schicke, der wirft den Ärmel weg und der Hund läuft zum Ärmel. Denn der Hund hat gelernt sich auf Kommando den Ärmel zu holen. Was interessiert ihn der Mensch, wenn der den Ärmel nicht hat
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Genau das macht man sich ja bei Problemen zu Nutze. Später muss der Hund in vorgegebener Reihenfolge um die Verstecke am Rand des Platzes laufen um im letzten den Helfer zu finden und zu verbellen. Als Trockenübung in der UO klappt das immer gut, im Schutzdienst versuchen einige Hunde auszuberechen und direkt ans letzte Versteck zu gehen, denn schließlich steht der da, das weiß Hund. Ein einfaches Mittel das abzustellen ist, dass der Helfer jedesmal den Ärmel fallenlässt und einen Fuß darauf stellt. Bald lernt der Hund, dass er nur über Gehorsam zu seinem Zergelspass kommt. Wenn der Hund wirklich in den Arm beißen wollte, dann würde wohl kein Helfer einem Hund, der grade seinen Gehorsam vergisst seinen nackten Arm präsentieren
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Und nun zu den Nerven: Ob ein Hund das geeignete Nervenkostüm hat, sieht man bereits in den Ansätzen. Ganz ideal ist kein Hund, irgendwo haben alle ihre Stärken und Schwächen. Wenn man es mit einem ungeeigneten Hund einfach sein lässt, passiert gar nichts. Problematisch wird es, wenn man versucht einen Hund mit Gewalt zum Beißen zu bringen, das produziert Angstbeißer. Nur lehnen das fast alle Hundeplätze ab. Wenn es Besitzer gibt, die so lange suchen, bis sie einen Deppen finden, der das macht, dann liegt das nicht am Sport an sich, Fehlverhalten findet man leider überall wo es um "Ruhm und Ehre" geht, und durch ungeeignete Erziehungsmassnahmen verdorbene Hunde, die unberechenbar werden, findet man leider überall.
LG
das Schnauzermädel