Beiträge von Bonadea

    Ich schreib das wirklich selten ... aber ganz ehrlich, mir blutet das Herz. Ich glaub nicht, dass das der richtige Hund für dich ist.

    Du hast da einen Sheltie, die sind zum Teil wirklich sehr sensibel. Und Junes Leben steht gerade Kopf - es gibt keine feste Konstante gerade in ihrem Leben und egal was sie macht, sie kann dir nichts recht machen. Shelties haben sehr, sehr feine Antennen ... wenn du dauerhaft von ihr nur genervt bist, dann spürt sie das und darauf kann man keine Beziehung aufbauen.

    Dass du überfordert bist und dir das anders vorgestellt hast, glaube ich dir sofort.

    Für diesen Hund brauchst du einfach Zeit, Geduld und Einfühlungsvermögen und auf keinen Fall den Anspruch, dass sie das Verhalten, dass sie bei ihrem Vorbesitzer gezeigt hat (und by the way, ich glaube nicht an irgendeine "Ruhigstellung", Shelties lernen einfach sehr situations- und ortsbezogen!), bei dir sofort abrufen kann.

    Wo wohnst du?

    Ich züchte und halte Shelties ... evtl. kann ich Kontakte herstellen.

    Ich muss mal hier meinen Frust loswerden. Ich war gestern spontan mit zweien meiner Stallkolleginnen in Stadl Paura und habe mir den Dressur Grand Prix angesehen und ich habe mich für "meinen" Sport geschämt. Meine beiden Stallkolleginnen sind Westernreiterinnen, die eine turniermäßig auch recht erfolgreich.

    Los gings als wir zur Halle gingen, am Abreiteplatz vorbei. Wir hatten noch ein paar Minuten Zeit bis zum Start der Prüfung, und was soll man sagen: Rollkur ist nicht tot. Zitat einer meiner Kolleginnen: "Muss man den, wenn der sich schon in die Brust beißt, noch zur Seite auch noch biegen?". Die andere hat mich gefragt, ob es auf Dressurturnieren keine Stewards gibt. Lustig fanden sie den Reiter, den die Pflegerin am Führstrick auf den Abreiteplatz bugsierte - "Oh, gibts eine Führzügelklasse auch?"

    Ab auf die Zuschauerränge, auf jeder Ortsgruppenprüfung des örtlichen Schäferhundevereins ist mehr los. Die im Viereck gezeigte Reiterei war ein Trauerspiel. Ein Pferd ging definitiv nicht taktrein. Handeinwirkung bei mindestens der Hälfte der Reiter in einer Art und Weise, die ich eher für Notfälle wie "durchgehendes Pferd" angebracht finde, anstatt für Dinge wie "Pferd vom starken Trab zurück in die Passage bringen". Kandare bei 75% der Pferde auf 90° angezogen. Bei einer Reiterin verschwanden die Rädchensporen zwischenzeitlich komplett im Pferdebauch. Die Pferdenasen blieben großteils hinter der Senkrechten. Entsprechend gab es auch jede Menge heftiges Schweifgeschlage und geöffnete Mäuler zu bewundern. (Und damit meine ich jetzt nicht: Das Pferd hat in der Prüfung 1-10mal das Maul aufgesperrt, sondern eher so: Bei beinahe allen Pferden klappte das Maul im maximal 5-Sekunden-Takt auf und zu.) Einzig ein Paar lieferte eine halbwegs harmonische Runde ohne Gezerre, Getrete und durchgehenden Unmutsäußerungen seitens des Pferdes ab.

    Ja, auch auf Westernturnieren findet man hässliches Reiten, aber meistens dann doch mehr als einen Reiter, dem man auch zusehen kann ohne Mitleid mit dem Pferd zu entwickeln.

    Also ich habe auch schon extrem Ekelhaftes im Westernsport gesehen (gibts ja auch zahllose Videos zu ...) und war zu meiner Zeit als Praktikantin mit einer Kollegin in einigen Westernställen, die halt auch "hockarätige Westernpferde" hatten (Reining) und was ich da nur mal zwischendurch beim Training bei den sogennanten Profis gesehen habe ... Alter Falter.

    Ich glaube, es hat weniger mit der Disziplin zutun, sondern einfach mit den Menschen ... ich kann mir das auch immer schlechter angucken.

    Ich war dieses Jahr mit meiner Schwester (wir reiten beide) auf dem CHIO und haben uns die Pferd und Sinfonie angeschaut (sind unterschiedliche Schaubilder mit Live Orchester) und die mit Abstand schlimmste Vorstellung war die "Kür" einer ausländischen Grand Prix Reiterin, die am nächsten Tag noch regulär gestartet ist.

    Aber ich habe mich da auch sehr fremdgeschämt muss ich sagen.

    Am liebsten schaue ich mir tatsächlich die Vielseitigkeit an ... da sitzen noch Leute drauf, die irgendwie reiten können.

    Und eine große Inspiration finde ich noch wie Alizee!

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    Und genau wegen solchen Ausreden funktioniert das ganze System leider.

    Diese „Ausreden“ entsprechen meiner persönlichen Erfahrung und meiner persönlichen Praxis, die du mir hoffentlich nicht absprechen möchtest.

    Also vor 10 Jahren im Studium habe ich noch gelernt, dass die Remontierungsrate bei Milchkühen ein massives Problem ist, weil die Kühe eben gar nicht so lange halten, wie es rentabel wäre ... ?

    Und ob die Zucht auf maximale Milchleistung oder maximale Fleischleistung bei Nutztieren in der industriellen Haltung nicht schon ganz klar zur "Qualzucht" geführt hat, muss man eigentlich doch gar nicht diskutieren, wenn man Broiler sieht, die so schwer sind, dass sie nicht mehr laufen können, oder blaue Belgier, die man in Reinzucht praktisch gar nicht normal gebärend auf die Welt bekommt.

    Bei der Statistik muss man natürlich anmerken, das sind absolute Zahlen!

    Wenn viele Dackel gehalten werden, dann gibt es auch mehr Dackel mit BSV als z.B. bei einem Havaneser, der nicht so oft vertreten ist - das sagt dann nicht zwangsläufig aus, dass Havaneser ein geringes Risiko für BSV haben.

    ABER - ich finde schon, man kann einen Eindruck gewinnen ...

    Ich habe ja mal so eine Auswertung über die letzten 5 Jahre (oder so) in unserer Klinik gemacht, und Dackel waren nach den Bulldoggen die häufigste Rasse mit Bandscheiben-OP.

    Und leider hat der Trainingszustand da auch nur relativ bedingt einen "schützenden" Faktor, haben grad aktuell auch zwei sehr schlanke und sportliche Dackel mit BSV da.

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